Trabekulotomie & Sickerkissen

  • Hallo zusammen,


    Die 2. OP (Trabekulotomie/TO mit Mitomycin C + Sickerkissen) vor über 5 Wochen habe ich auch geschafft :happy:


    Dieses Mal war der Druck nach der OP etwas höher (18).

    Prof. Dr. überlegte erst, einen Faden wegzulasern, entschied sich dann aber doch dagegen, da der Druck nach einigen sog. Sickerkissenmassagen durch Ärzte (die sich absolut nicht nach Massage anfühlten) doch runter ging.


    Am 3.-5. Tag gab es rechts jeweils eine 5FU-Spritze um Vernarbungen entgegenzuwirken. Man, hatte ich eine Panik vor der ersten Spritze. Mit der Betäubung vorher war es dann jedoch tatsächlich überhaupt nicht schlimm… Aber allein die Vorstellung:weinen3:


    Anschließend wurde ich mit einem Druck rechts von 12 entlassen und Prof. Dr. war bei der Nachkontrolle sehr zufrieden - keine weiteren Spritzen notwendig :huepfen:


    Visus rechts ist noch schlecht, alles verschwommen und unscharf, da braucht es wohl noch etwas Geduld…


    Seit der OP rechts scheint sich der Druck am linken Auge dem rechten anpassen (gleich oder max. 1mmHG Unterschied). Das linke Auge hatte vor 3 Monaten die gleiche OP.

    Hat jemand Erfahrungen mit diesem „Partnereffekt“?


    Seid der OP schone ich mich natürlich und halte mich an die „Regeln“. Da die OPs links und rechts innerhalb von 8 Wochen durchgeführt wurden, kamen die Themen vorher nicht auf:


    1. Muss man in Bezug auf Wasser/Seife ins Auge wegen dem Sickerkissen für immer vorsichtig sein oder ist das mittlerweile kein Problem mehr?


    2. Wie sieht es mit Bücken, Heben, Kopf runter (z.B. bei Gartenarbeit - Unkraut rupfen) aus? Muss man das dauerhaft vermeiden oder ist das bald wieder normal machbar?


    3. Und noch eine letzte Frage: Sind Skibrillen in Bezug „auf‘s Auge drücken“ problematisch? Die sind ja recht groß, aber ich weiß nicht genau, bis wohin es eben nicht drücken soll :denk:  


    In der Klinik bin ich erst wieder in ein paar Wochen und da ist nicht so viel Zeit für alle Fragen. Und meine HÄ ist mir in manchen Punkten zu „entspannt“. Vielleicht mache ich mir ja auch zu viele Gedanken (bin gut darin alles zu „zerdenken“) aber ich möchte nichts falsch machen, meine Sickerkissen sollen sich wohlfühlen :hihi:


    Viele Grüße,

    Diphi

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  • Hallo Diphi!

    Anschließend wurde ich mit einem Druck rechts von 12 entlassen und Prof. Dr. war bei der Nachkontrolle sehr zufrieden - keine weiteren Spritzen notwendig :huepfen:


    Visus rechts ist noch schlecht, alles verschwommen und unscharf, da braucht es wohl noch etwas Geduld…


    Seit der OP rechts scheint sich der Druck am linken Auge dem rechten anpassen (gleich oder max. 1mmHG Unterschied). Das linke Auge hatte vor 3 Monaten die gleiche OP.

    Hat jemand Erfahrungen mit diesem „Partnereffekt“?

    Druck 12 ist schön. Ich drücke die Daumen, dass der auch so bleibt!


    Wir nennen es "Kumpeleffekt" und ja, das ist bekannt. Kannst mal nach "Kumpeleffekt" suchen hier im Forum. Das kann tatsächlich in beide Richtungen passieren- Druck sinkt oder steigt auch mal mit.



    Seid der OP schone ich mich natürlich und halte mich an die „Regeln“. Da die OPs links und rechts innerhalb von 8 Wochen durchgeführt wurden, kamen die Themen vorher nicht auf:


    1. Muss man in Bezug auf Wasser/Seife ins Auge wegen dem Sickerkissen für immer vorsichtig sein oder ist das mittlerweile kein Problem mehr?


    2. Wie sieht es mit Bücken, Heben, Kopf runter (z.B. bei Gartenarbeit - Unkraut rupfen) aus? Muss man das dauerhaft vermeiden oder ist das bald wieder normal machbar?


    3. Und noch eine letzte Frage: Sind Skibrillen in Bezug „auf‘s Auge drücken“ problematisch? Die sind ja recht groß, aber ich weiß nicht genau, bis wohin es eben nicht drücken soll :denk:

    zu Deinen Fragen:


    1. Das Sickerkissen bleibt ja offen, nur so kann es seine Arbeit tun. Da sollte man schon immer etwas vorsichtig sein.


    2. Auch hier gilt für alle Glaukomies, dass man kopfüber vermeiden sollten, da der AID so schon ansteigt. Ich selbst kann es aber auch nicht immer vermeiden.


    3. Wie auch bei Schwimmbrillen sollte man einfach drauf achten, dass der Rand auf der knöchernen Augenhöhle sitzt und nicht dicht um das Auge herum.



    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Diphi,

    mit so einem Sickerkissen würde ich immer vorsichtig sein und die Ratschläge der Ärzte befolgen.

    Aber diese Art von Filterkissen hat keine Verbindung nach außen, das Kammerwasser wird auf der Rückseite der Bindehaut aufgenommen.

    Deshalb kann sich da manchmal auch eine Beule bilden, die die Bindehaut vorwölbt.


    Gruß Malve

  • Hallo,


    1. Meine Siki (l/r) sitzen gut funktionierend unter den Oberlidern (11 u. 12 Jahre), Wasser u. Seife machen keine Probleme.

    Wenn mal was in die Gegend kommt, ist leichtes kurzes Brennen normal, nach 2-3 mjn wieder weg.


    2. Kopfüber vermeide ich, ist mir routinemäßig unangenehm. Im Garten sitze ich auf einem passenden leichten Hocker; es gibt da große Auswahl im Gartenmarkt oder IT.


    3. siehe Sabine.


    LG - Senator

  • Natürlich ist ein Sickerkissen nicht offen im Sinne von ein "Loch im Auge".


    Aber wenn da eine Entzündung im Auge auftritt, dann ist das auch bei funktionierendem Sickerkissen nicht gut.

  • Hallo Sabine, Malve und Senator,

    vielen lieben Dank euch für die Antworten =)


    Wir nennen es "Kumpeleffekt" und ja, das ist bekannt. Kannst mal nach "Kumpeleffekt" suchen hier im Forum. Das kann tatsächlich in beide Richtungen passieren- Druck sinkt oder steigt auch mal mit.

    "Kumpeleffekt" ist auch eine nette Bezeichnung :hihi:Ich suche mal danach, danke.
    Dass das in beide Richtungen geht, hat sich direkt nach der OP rechts gezeigt, da ist der AID links auch von 13 mit hoch auf 18. Aber glücklicherweise dann mit rechts zusammen auch wieder runter.

    mit so einem Sickerkissen würde ich immer vorsichtig sein und die Ratschläge der Ärzte befolgen.

    Aber diese Art von Filterkissen hat keine Verbindung nach außen, das Kammerwasser wird auf der Rückseite der Bindehaut aufgenommen.

    Deshalb kann sich da manchmal auch eine Beule bilden, die die Bindehaut vorwölbt.

    Ich bin übervorsichtig, mir wird ständig gesagt, ich mache mich zu viel verrückt... :denk: Und alle Ratschläge werden sehr gewissenhaft befolgt und die Zeiträume zusätzlich noch sehr großzügig ausdehnt :lachen: Damit bloß nichts schief geht :zwinkern:
    Die Beule habe ich schon eventuell beim Lidschlag gespürt, aber konnte es bisher noch nicht entdecken. Sieht man das Sickerkissen eigentlich, wenn man das Lid anhebt und nach unten schaut?


    Also ist das Auge wieder komplett verschlossen mit der Bindehaut? Im Aufklärungsbogen wurde die dauerhaft erhöhte Infektionsgefahr erwähnt (ich meine bzgl. MMC und 5FUs), weshalb ich dachte, dass es vielleicht doch nicht mehr ganz dicht ist. Aber das erfrage ich mal - sofern Zeit und die Liste nicht allzu lang ist - beim nächsten Klinikbesuch.



    Senator: super, dass deine Sickerkissen seitdem gut funktionieren. Das macht mir etwas Hoffnung :lachen:

  • Senator hatte aber eine TE, also Trabekulektromie. Bei einer Trabekulotomie dagegen ist das Sickerkissen ja nicht üblich, oder?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo DieDa,

    ich war nach meiner ersten OP auch sehr überrascht, als Prof. Dr. das Sickerkissen erwähnte. Ursprünglich wollte ich ja (noch) keins.

    Lt. Prof. Dr. wurde dies kombiniert und bei der TO mit angelegt. Ob die Klinik das generell so handhabt oder Prof. Dr. aufgrund meiner notwendigen hohen Drucksenkung so entschieden hat, weiß ich nicht :denk: Mal sehen, ob ich noch Genaueres dazu rausfinden kann.

    Da es mich doch genauer interessierte, bin ich in einer Dissertation auf die fistulierende TO gestoßen. Kann man wohl kombiniert machen, da die Bindehautöffnung für beide OPs ähnlich (oder gleich?) ist...

    Viele Grüße,
    Diphi

  • Genau! Habe das "o" nicht wahrgenommen -.


    Dafür taucht bei DieDa das "r" zuviel auf :oD :!: Es darf gelacht werden ;o) =) ...

    Ein kleiner und doch so großer Unterschied :oD Das ist aber auch fies mit der Verwechslungsgefahr :oD

  • Hallo Diphi,


    schön von Dir zu hören.


    Nachdem Du Dich im November nach der ersten OP hier gemeldet hattest, habe ich mich immer mal wieder gefragt, was aus diesem ungeplanten oder doch geplanten Filterkissen bei Deiner Trabekulotomie (ich hoffe die Schreibung ist richtig!) denn wohl geworden ist.


    ich war nach meiner ersten OP auch sehr überrascht, als Prof. Dr. das Sickerkissen erwähnte. Ursprünglich wollte ich ja (noch) keins.

    Lt. Prof. Dr. wurde dies kombiniert und bei der TO mit angelegt. Ob die Klinik das generell so handhabt oder Prof. Dr. aufgrund meiner notwendigen hohen Drucksenkung so entschieden hat, weiß ich nicht :denk: Mal sehen, ob ich noch Genaueres dazu rausfinden kann.


    Aber offenbar hat sich das nun doch geklärt!


    Die 2. OP (Trabekulotomie/TO mit Mitomycin C + Sickerkissen) vor über 5 Wochen habe ich auch geschafft :happy:


    Es freut mich für Dich, dass Du nun inzwischen auch die OP am zweiten Auge gut überstanden hast!


    Ich finde, es ist ein Segen, dass es Operateure gibt, die ihre Methoden ganz individuell auf die Bedürfnisse betroffener Menschen anpassen.


    Das ist eine gute und für (potentiell) Betroffene beruhigende Nachricht!


    So schwer es denn auch sein mag, den jeweils richtigen Operateur zu finden!


    Liebe Diphi, ich wünsche Dir, dass Du die Nachsorge gut hinter Dich bringst; und vor allem, dass Dir diese OPs stabile Druckverhältnisse bringen, damit Du Dein Leben möglichst unbeschwert leben kannst!


    Mit dem Visus brauchst Du halt noch ein wenig Geduld, aber das weißt Du ja!


    Alles Gute Dir und berichte, wenn Du magst, wie es Dir geht!


    Wir freuen uns hier immer über gute Nachrichten! :huepfen:


    Chanceline

  • Hallo Chanceline,

    vielen Dank für deine lieben Worte =)

    Das letzte halbe Jahr hat sich hauptsächlich um's Glaukom, AID und die OPs gedreht. Es war nicht einfach und hat mich viel Kraft gekostet. Das werden die meisten mit Sicherheit auch kennen. Durch die ständigen Kontrollen und Druckmessungen, die ich max. alle 2 Wochen hatte, war es auch ständig präsent und ich konnte damit nicht wirklich zur Ruhe kommen. Jetzt bin ich froh, die OPs hinter mir zu haben und bin guter Dinge, dass ich nach der Nachsorge, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, mein Leben wieder unbeschwert(er) genießen kann :huepfen:

    Dem Visus gebe ich alle Zeit, die es braucht - links hat es auch ca. 10 Wochen gedauert, bis alles wieder OK war. Rechts ist nach der OP allerdings meine HH ist sehr arg verkrümmt, daher habe ich mir gestern wegen rechts eine sehr günstige Brille machen lassen. Die Werte werden sich jetzt immer wieder ändern, aber das ist es mir für die Übergangszeit wert. Die Optikerin hat jedoch keine allzu große Hoffnung gemacht, dass sich die Verkrümmung der HH wieder komplett regeneriert und ich weiterhin brillenfrei sein werde. Aber dann wäre es halt so, davon geht die Welt auch nicht unter =)

    Vor meiner ersten OP war ich hier zwar nicht angemeldet, habe aber sehr viel gelesen. Es war mir persönlich wichtig zu wissen, was mich im besten und im schlimmsten Fall (und dazwischen) so erwartet und informiert zu sein. Daher möchte ich auch gerne regelmäßig Updates geben, vor allem, da es für den Ein oder Anderen interessant / hilfreich sein könnte. Schön, dass es mit diesem Forum möglich ist <3

    Viele Grüße,
    Diphi

  • Hallo Diphi!


    Da würde ich schon noch mal fragen, was da denn nun genau gemacht wurde bei der ersten OP, das würde ich schon einfach wissen wollen.


    Oder das müsste ja auch im Arztbrief von damals stehen. Oder im OP-Bericht.


    Jedenfalls drücke ich die Daumen, dass alles schnell gut heilt und Du Deinen Visus bald wieder hast.



    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo zusammen,

    nach 8 Wochen ist leider mein Visus rechts immer noch sehr schlecht =( Die HAÄ hat mir zur Brille geraten, die habe ich mir auch geholt. Damit geht es besser, aber ohne Brille sehe ich alles unscharf, verzerrt und jeder Punkt wird ein großer Strich. Ausgerechnet das rechte Auge, was eigentlich bis zur OP mein "Adlerauge" war. Kann ich noch Hoffnung haben, dass sich diese extreme HH-Verkrümmung jetzt nach 8 Wochen noch bessert oder bleibt das so? In 3 Wochen bin ich endlich wieder in der UK - ich hoffe, dort kann mir mehr dazu sagen...


    Ansonsten kann ich mich nicht beschweren: Sickerkissen top, Druckwerte super, Kortison ausgeschlichen und tropffrei :freuen_:

    Da würde ich schon noch mal fragen, was da denn nun genau gemacht wurde bei der ersten OP, das würde ich schon einfach wissen wollen.


    Oder das müsste ja auch im Arztbrief von damals stehen. Oder im OP-Bericht.


    Jedenfalls drücke ich die Daumen, dass alles schnell gut heilt und Du Deinen Visus bald wieder hast.

    Vielen lieben Dank Sabine! Zum Visus habe ich mich schon oben mal kurz "ausgeheult"...
    Bei beiden Augen wurde eine Trabekolotomie (TO) mit Sonde und MMC gemacht - mehr außer Verlauf, Ist-Zustand und Infos zur weiteren Vorgehensweise steht neben den Sickerkissenbeurteilungen im Arztbrief nicht drin. Ich frage in 3 Wochen in der UK nach den OP-Berichten und lass es mir nochmal erklären - vielleicht bin ich danach schlauer =)

  • Hallo Diphi,

    So viel ich weiss, kommt der Astigmatismus durch die Verzerrung der Hornhaut durch die Fäden zustande.

    Es könnte verbessert werden, indem Fäden, die zu stark verknotet wurden, wieder gelöst werden oder indem zusätzliche Nächte gesetzt werden, die das Auge wieder in Form ziehen. Ich würde in der Klinik fragen, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.

    Gruß Malve

  • ch würde in der Klinik fragen, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.

    kann man machen aber in der Regel werden die nach so langer Zeit nicht mehr angefasst, da sie eingewachsen sind und das Sickerkissen eventuell dabei beschädigt werden könnte.


    Deswegen habe ich meine Fäden allesamt noch drin

    Kann ich noch Hoffnung haben, dass sich diese extreme HH-Verkrümmung jetzt nach 8 Wochen noch bessert oder bleibt das so?

    bei mir ist es so geblieben - aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt, drücke die Daumen. Die AA äussern sich da in der Regel auch nicht dazu, man bekommt in Salamischeibentaktik, Informationen, kann sein, kann nicht sein...


    anfangs ist der schlechte Visus der OP geschuldet, dann der Heilung, dann dem Glaukom, dann sagen sie: "na ja, besser als blind, oder ?"

  • Hallo Diphi!

    Vielen lieben Dank Sabine! Zum Visus habe ich mich schon oben mal kurz "ausgeheult"...
    Bei beiden Augen wurde eine Trabekolotomie (TO) mit Sonde und MMC gemacht - mehr außer Verlauf, Ist-Zustand und Infos zur weiteren Vorgehensweise steht neben den Sickerkissenbeurteilungen im Arztbrief nicht drin. Ich frage in 3 Wochen in der UK nach den OP-Berichten und lass es mir nochmal erklären - vielleicht bin ich danach schlauer =)

    Nun, wenn das Sehen wirklich so sehr beeinträchtigt ist durch den Astigmatismus durch die Fäden, dann würde ich beim Kontrolltermin in der Klinik mal nachfragen, ob die raus können.


    Wie Parchita schrieb bleiben die normalerweise drin, aber wenn sie Beschwerden machen (reiben oder pieksen), dann werden sie auch gezogen.


    Liebe Grüße

    Sabine