Eres hat auch ein Glaukom

  • Hallo zusammen,

    ich bin 71 Jahre alt und war im Juli 2021 vollkommen geschockt von der Diagnose Glaukom. Nachdem ich den Beipackzettel von "taflotan"-AT 15 mikrogramm gelesen hatte (Nebenwirkungen), bat ich um Überweisung zum lasern. Leider gehöre ich lt. Augenärztin zu den 10%, bei denen das lasern nicht hilft. Folgt: links 2x gelasert, rechts könne ich mir das 2. Mal schenken, meinte die AÄ.


    Also wieder AT, diesmal Tim-ophtal 0,1%, nachdem ich obige AT abgelehnt habe. Leider haben die noch schlimmere NW (gehen aufs Herz). Ich kann mich nicht aufraffen, zu tropfen. Erfahrungsberichte bezüglich Nebenwirkungen würden mir sehr helfen, v.a. mit den genannten Präparaten.


    Nach dem 4. Besuch erfuhr ich endlich, das ich ein Normaldruckglaukom habe (mit 16/17 ?). Weitere Abklärungen beim Internisten empfahl sie mir nicht. Habe ich erst im Internet gelesen. Ich nehme keinerlei Medikamente bis jetzt. Hoffnung gibt mir, dass homöopathisch und gesunde (noch gesündere) Ernährung hilfreich sind. Habe mir das empfohlene Buch von Ilse Strempel "Keine Angst vor grünem Star" bestellt.


    Eine Woche vor der Diagnose hatte ich mich im fitness-Studio angemeldet. Jetzt frage ich mich, ob sich meine Bemühungen zur allgemeinen Stärkung des Muskelapparates schädlich auswirken auf den Augendruck. Existieren hierzu Untersuchungen/Studien?


    Das wären jetzt erstmal meine dringendsten Anliegen bezüglich AT und fitness-Studio. Freue mich auf Eure Hilfestellungen.


    Es grüßt Euch herzlich

    eres

    Verwirrung ist der Beginn des Wissens

  • Hallo Eres,


    willkommen hier !


    Deine Nachricht zeigt, dass du wirklich noch recht wenig über das Glaukom weißt.

    Denn wäre das anders, würdest du nicht davon sprechen, dass du dich nicht "aufraffen" kannst, zu tropfen und auf Homöopathie und gute Ernährung setzen willst.


    Drucksenkende Augentropfen können, müssen aber keine Nebenwirkungen verursachen.


    Summa summarum tropfe ich seit 30 Jahren und habe bis heute, trotz eines aktuell verwendeten Kombipräparates (Ganfort) überhaupt keine Nebenwirkungen. Weder mit Betablockern, noch mit Carboanhydrasehemmern noch mit Prostaglandinen. Ich weiß, da habe ich Glück, aber das haben viele andere auch.


    Die Nebenwirkung des Nichttropfens ist im schlimmsten Fall Blindheit.

    Um die zu verhindern, wäre ich bereit. einige Nebenwirkungen (sofern sie denn überhaupt eintreten) in Kauf zu nehmen.

    Außerdem kann man ausprobieren, welches Medikament man am besten verträgt.


    Sicher gibt es Fälle, wo die Tropfen wirklich schlecht vertragen werden, aber oft werden sie eben auch gut vertragen!


    Du solltest auf keinen Fall auf die Tropfen verzichten; das kann böse und leider ununmkehrbare Folgen haben.


    Wie wurde denn dein Glaukom festgestellt ? Welche Verfahren zur Diagnosestellung wurden angewendet? Und wie weit ist der Schaden vorangeschritten ?


    Dass du dir das Buch von Frau Strempel besorgt hast, ist aber schonmal super !

  • Danke Tanjalein für Deine Antwort.


    Stimmt, ich bin noch sehr uninformiert über das Glaukom und werde mich hier nach und nach durch die Beiträge arbeiten. Dass Blindheit droht, weiss ich natürlich. Da werde ich wohl doch mit dem Tropfen beginnen.


    Ich habe in der AA-Praxis diesen Ersttest (igel-Leistung) machen lassen. Danach wurde mir gleich die "Untersuchung der Nervenfaserschicht mit optischer Cohärenztomographie (OCT Papille)" nahe gelegt.


    Was untersucht wurde, weiss ich nicht. Kann hier nur die Abkürzungen schreiben:


    RNFL und ONH OU analyse OD und OS

    RNFL Dickendarstellung

    Dicke des neuroretinalen Randes

    RNFL Abweichungsdarstellung (Papillenzentrum)

    Extrahiertes Horizontal-Tomogramm

    " Vertikal - Tomogramm

    RNFL-Kreis-Tomogramm

    RNLF Quadranten


    Die AÄ drängt nur immer, ich muss was tun, sonst werde ich blind. Das weiss ich auch. Aber wie fortgeschritten (oder auch nicht) das Glaukom ist, sagt sie mir nicht. Und die obigen Untersuchungen mit den gelb/rot/grünen Diagrammen kann ich nicht beurteilen.. Nochmal eine Zweitmeinung einholen?


    Zur Fragestellung fitness-Studio: Ich habe schon öfter das Gefühl, dass der Druck im Kopf ganz schön zunimmt bei manchen Übungen, wobei ich sowieso nur geringe Gewichte auflege (10 - 30 kg max.). Kann das den Augendruck negativ beeinflussen? Ich habe hier gelesen, dass man über-Kopf-Haltung und gebeugte Haltung vermeiden soll. Daher meine Frage.


    LG eres

    Verwirrung ist der Beginn des Wissens

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  • Hallo eres,


    "taflotan"-AT 15 mikrogramm gelesen hatte (Nebenwirkungen)

    Ich tropfe seit über einem halben Jahr taflotan sine. Anfangs in den ersten Wochen hatte ich rote Augen etc. inzwischen ist die einzige Nebenwirkung, dass ich sichtbare Augenringe habe. Das stört mich allerdings nicht besonders, ist ja rein kosmetisch.


    Sehr positiv empfinde ich, dass ich seit ich tropfe viel seltener Kopfschmerzen habe.


    Du siehst also man muss nicht unbedingt viele Nebenwirkungen haben, man kann auch Tropfen probieren und wenn man sie nicht verträgt wieder absetzen.


    LG Mango

  • Taflotan sine habe ich von allen drucksenkenden Tropfen am besten vertragen. Leider haben sie bei mir den Druck allerdings nicht ausreichend gesenkt. Sollte ich wieder tropfen müssen, dann hoffe ich sehr, es wird wieder Taflotan sein. Positiver Nebeneffekt waren die langen Wimpern. :o*

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Eres!


    Willkommen im Forum. Ich habe mal Deinen Anfang und die Antworten in ein eigenes Thema verschoben, damit es nicht unübersichtlich wird.


    Die AÄ drängt nur immer, ich muss was tun, sonst werde ich blind. Das weiss ich auch. Aber wie fortgeschritten (oder auch nicht) das Glaukom ist, sagt sie mir nicht. Und die obigen Untersuchungen mit den gelb/rot/grünen Diagrammen kann ich nicht beurteilen.. Nochmal eine Zweitmeinung einholen?

    Lass Dir bitte Ausdrucke der OCT-Untersuchungen geben und lege eine Mappe an, in die Du alle Untersuchungsbefunde abheftest. Und lass Dir sagen, wie geschädigt die Sehnerven sind.

    Zur Fragestellung fitness-Studio: Ich habe schon öfter das Gefühl, dass der Druck im Kopf ganz schön zunimmt bei manchen Übungen, wobei ich sowieso nur geringe Gewichte auflege (10 - 30 kg max.). Kann das den Augendruck negativ beeinflussen? Ich habe hier gelesen, dass man über-Kopf-Haltung und gebeugte Haltung vermeiden soll. Daher meine Frage.

    Druck in den Kopf sollte es nicht geben. Oft hängt das mit Pressatmung zusammen. 30kg sind ja nun nicht gerade wenig Gewicht. Und wenn man Pressatmung hat, dann kann das tatsächlich auch den AID beeinflussen. Wie das ist, ist individuell.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo eres,


    es ist immer wieder gut, wenn man sich vor Besuch beim Arzt einen Fragen-Merkzettel macht und den auch dabei hat.


    "...das hat man mir nicht gesagt" bringt im Nachhinein ja nichts -.Und keine Angst vor Fragen, ich habe im Laufe meiner über 16-jährigen Glaukom-Geschichte erher die Erfahrung gemacht, daß die AA es positiv verzeichnen, wenn ein Patient Mitdenken/Bereitschaft zur Mitarbeit zeigt.


    LG - Senator

  • Hallo Eres,


    herzlich willkommen hier im Forum und danke Sabine, dass Du seinen von Charlies Thread entwirrt hast.


    Dort wollte ich nämlich nicht schreiben, weil das sonst durcheinander gegangen wäre.


    Das wären jetzt erstmal meine dringendsten Anliegen bezüglich AT und fitness-Studio. Freue mich auf Eure Hilfestellungen.


    Zum Fitness-Studio kann ich Dir zwar nichts sagen - mangels Erfahrung.


    Was Dein (Nicht)Wissen hinsichtlich der Frage angeht, wie weit das Glaukom bei Dir fortgeschritten ist, solltest Du wirklich mit Deiner AA ein klärendes Gespräch einfordern!


    Die AÄ drängt nur immer, ich muss was tun, sonst werde ich blind. Das weiss ich auch. Aber wie fortgeschritten (oder auch nicht) das Glaukom ist, sagt sie mir nicht. Und die obigen Untersuchungen mit den gelb/rot/grünen Diagrammen kann ich nicht beurteilen.. Nochmal eine Zweitmeinung einholen?


    Manche Ärzte drücken sich nicht klar aus, weil sie meinen, der Patient verstehe das nicht, oder er wolle es eigentlich nicht so genau wissen.


    Also frage klar und deutlich, lass Dir alle ausdruckbaren Untersuchungsergebnisse geben und vor allem, lass sie Dir erklären!


    Damit Du da nicht von bunten Bildern, Diagrammen etc. überfahren wirst, kannst Du kannst hier im Forum vorab über die relevanten Untersuchungen nachlesen. U.v.a. in Charlies thread (OCT Ausdruck).


    Wenn Deine AA merkt, dass Du Dich ernsthaft mit dieser Diagnose auseinandersetzt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sie sich einem klärenden Gespräch verweigert.


    Und falls doch, dann würde ich mir überlegen, ob ich da wirklich gut aufgehoben bin.


    Was die AT angeht:


    Soweit ich verstehe, tropfst Du derzeit nicht aus Sorge vor den Nebenwirkungen.


    Solange Du nicht tropft, weißt Du aber nicht, ob und welche Nebenwirkungen Du überhaupt hast.


    Auch ich tropfe seit über sieben Jahren Taflotan sine und ich verstehe jeden, den bei der Lektüre des Beipackzettels erstmal der Mut verlässt.


    Ich habe keine der aufgeführten Nebenwirkungen!


    Abgesehen von manchmal etwas geröteten Augen und anfänglich leichten bräunlichen Verfärbungen an den Unterliedern; letzteres hat sich aber erledigt, seit ich nach dem Tropfen sorgfältig den Bereich um das Auge feucht abwische.


    Ich hatte mich damals nach einem klaren Gespräch mit meinem AA und in Kenntnis aller (damals nicht eindeutigen!) Untersuchungsergebnisse dazu entschieden zu tropfen.


    Vielleicht hat ja Deine Sorge vor den Nebenwirkungen damit zu tun, dass Du von der Notwendigkeit einer Therapie nicht überzeugt bist.


    Das wäre ich ehrlich gesagt aber auch nicht, wenn ich nicht wüsste, wie es denn um die Gesundheit meiner Sehnerven bestellt ist!


    Also, lass Dich weder drängen noch Dir Angst machen.


    Frag lieber aktiv nach, was Sache ist und lass Dir den Stand der Dinge und das Therapieziel erklären.


    Vielleicht fällt es Dir dann leichter - falls nötig - zu tropfen.


    LG


    Chanceline

  • Zur Fragestellung fitness-Studio: Ich habe schon öfter das Gefühl, dass der Druck im Kopf ganz schön zunimmt bei manchen Übungen, wobei ich sowieso nur geringe Gewichte auflege (10 - 30 kg max.). Kann das den Augendruck negativ beeinflussen? Ich habe hier gelesen, dass man über-Kopf-Haltung und gebeugte Haltung vermeiden soll. Daher meine Frage.

    Hallo Eres,


    aus dem Buch von Frau Prof. Strempel kannst Du auf Seite 172 (4. Auflage) etwas über Sport bei NDG nachlesen. Das Ergebnis ist recht ernüchternd. Da gibt es kaum noch Sportarten (außer Schachsport), die man betreiben darf.


    Daher hatte ich mit unterschiedlichen Glaukomspezialisten gesprochen und durchaus etwas abweichende Antworten bekommen.


    Grundsätzlich wurde mir trotz NDG von allen angesprochenen Medizinern (2 Universitätsprofessoren, meine AÄin) Ausdauertraining empfohlen. Beim intensiven Schmökern habe ich auch neuere Studien gefunden, die das bestätigen. Dabei wurde angeführt, dass mit der Empfehlung der Aufenthalt im aeroben Bereich gemeint ist. Das betrifft so in unserer Altersgruppe den Pulsbereich zwischen etwa 110 und 120/125 b/min.


    Seinen exakten persönlichen Bereich kann man durch einen Lactattest ermitteln lassen. Mein Fitnessstudio bietet sowas sehr kostengünstig an, manche Unikliniken führen sowas im Rahmen eines Sportlertests auch durch. Diese Werte, bzw. wie schnell Du in diesen Pulsbereich kommst sind natürlich von Deiner Kondition abhängig.


    Weitere Größen, die beim Ausdauertraining eine Rolle spielen sind z.B. die maximale Sauerstoffaufnahme während einer Übung. Das kann man messen lassen, üblicherweise errechnet auch eine gute Smartwatch den individuellen Wert.


    Von Yogaübungen mit Kopfüberhaltung (herabschauender Hund) wird tendenziell abgeraten. Ich habe auch das Statement bekommen, dass da zwar der Augendruck ansteigt, das gleichzeitige das Ansteigen des Hirndruckes aber die schädliche Auswirkung auf den Sehnerv kompensieren kann. Es hängt natürlich davon ab, wie lange man die Übung praktiziert. Aber das muss man nicht unbedingt an sich selbst testen.


    Ich denke, für Kraftübungen an den klassischen Studiogeräten mit turnusmäßigen Wiederholungen gilt ähnliches.


    Liebe Grüße

    wolfi