Hallo Max,
es tut mir furchtbar leid, dass Du diese Diagnose bzw. diesen Verdacht aus heiterem Himmel bekommen hast und dann noch auf die unsensibelste und unprofessionellste Art und Weise, die man sich vorstellen kann!
Ich weiß noch, wie es bei mir war - ich war ein wenig vorgewarnt, da ich wegen starker Kurzsichtigkeit (ähnlich wie bei Dir, ein Auge noch stärker) und zusätzlichen implantierten Linsen schon vermehrt unter Kontrolle war, dennoch...
Man fragt sich, wie alle normal weiterleben können, und alles dreht sich um's Sehen, Glaukom, mögliche Erblindung. Dieses Forum und eine lokale Glaukom-Selbsthilfegruppe haben mir sehr geholfen! Vielleicht ist auch eine in Deiner Stadt?
Da ich selbst stark kurzsichtig bin - korrigiert durch die implantierten Linsen, aber Anatomie bleibt ja - und schrägem Sehnerveneintritt ist CDR und selbst das OCT nicht immer komplett aussagekräftig. In einem Vortrag des Bundesverband Glaukom wurde darauf hingewiesen, dass Augenärzte so trainiert sind, "kranke Sehnerven" zu sehen, dass sie Abweichungen manchmal nicht erkennen, die nicht krankhaft sind.
Noch eine Empfehlung: die virtuellen Patientenveranstaltungen des Bundesverbandes Glaukoms, nachzuhören auch auf YouTube.
Wenn es geht, versuch Dir bei den letzten Augenärzten, auch dieser unfreundlichen Dame, alle Befunde schicken bzw. ausdrucken zu lassen. Auch die gemessenen Druckwerte, Visus, alles.
jenat hier im Forum ist selbst stark kurzsichtig und weiß sehr viel (andere natürlich auch).
Sie sagte, ich solle mir einen Zettel an den Spiegel hängen: "Glaukom ist eine lahme Ente. Ich bin auch ohne Eile überlegen". Das hat mir sehr geholfen.
Dass die Zeit bis zu der Untersuchung sehr schwer ist, kann ich so gut nachvollziehen.
Versuche, die Zeit bis dahin konstruktiv zu nutzen, mit mutmachenden Dingen: 1. Wie Sabine sagte, Du wurdest gefunden. Nichtwissen oder -erkennen ist das Schlimmste. 2. Es gibt Tropfen, Operationen, SLT Lasern, die alle mittlerweile einen Verlauf sehr gut stoppen oder sehr verlangsamen können.
3. Es wird weiterhin geforscht, insbesondere an neuroprotektiven Mechanismen, um herauszufinden, was Sehnerven zerstört und wie man Zellen, die nur "eingeschlafen" sind, wieder reaktivieren kann. Es wird auch daran geforscht, Sehnerven und in anderem Zusammenhang (MS usw.) diese wieder herzustellen.
In den nächsten 10 Jahren wird sich sicher viel tun.
Mit Ernährung, viel trinken, Entspannung u.ä. kann man etwas beitragen.
Ich habe das Glück, nur 1 x am Tag Monoprost tropfen zu müssen. Durch meine Situation mit den Phake-Linsen kann es bei einer OP, die wahrscheinlich mal nötig ist, kompliziert werden, ABER: sie sind momentan meine wichtigsten Helfer. Ja, sie machen trockene Augen, dagegen gehe ich aber an.
Sie sorgen dafür, dass der Druck unten bleibt, sich selbst tue meinen Teil und versuche, das Sehen auch bewusst zu genießen. Die ersten Jahre war es sehr schlimm mit der Angst.
Gerade der Austausch im Forum und in der Selbsthilfegruppe haben mir viele Tipps gegeben und : Du bist nicht allein!
