Handtonometer - Erfahrungen?

  • In meiner AA-Praxis wird ein Handtonometer benutzt. Das kannte ich vorher gar nicht, und bis gerade eben wußte ich nicht einmal, wie man so ein Gerät nennt.

    An dem Gerät war vorne so ein winziger Stößel, der die Hornhaut berührt, wie man mir sagte. Ich hoffe, das wird nach jedem Patienten desinfiziert - falls man das überhaupt kann.

    Ich frage mich aber, wie genau so ein Gerät ist? Goldmann ist ja immer noch der Goldstandard, aber das muß halt der Arzt machen... Mit Luftstoß ist ja schon nicht mehr ganz so genau, und nun dieses Handgerät. Da ist ja nichts fixiert, da können die Werte ja schwanken, je nachdem, wie das Gerät gehalten wird - denke ich mir so als Laie.

    Hat da jemand Erfahrungen? Sind die gemessenen Werte eher zu hoch oder eher zu niedrig?

    Es gibt ja einen Beitrag von Sabine mit einem Link zu einer Diplomarbeit zum Thema Tonometrie von 2020, den Link kann ich aber nicht öffnen; allerdings steht in dem Post, daß die neuen Handtonometer sowieso nicht untersucht wurden.

  • Meine Erfahrung mit ICare ist so dass ich die Werte zwar zur Kenntnis nehme aber nicht als genau einstufe. Abweichung nach oben, besonders rechts bei mir. Dasselbe gilt für Luftstoß, liegt bei mir noch mehr drüber als ICare. Für mich zählen nur noch GAT- Werte.

  • Hallo Rupa,

    das Handtonometer, mit dem bei dir gemessen wurde, war wohl ein Rebound-Tonometer der Firma icare. Bei diesen Geräten lässt sich der Probekörper, der die Hornhaut berührt, leicht austauschen und die Praxis wird für jeden Patienten einen neuen, vom Hersteller steril verpackten Probekörper verwenden.

    Bei den neueren Tonometern von icare zeigt das Gerät dem Anwender über eine optische Anzeige, ob es gerade und im richtigen Abstand angesetzt ist. Bei sorgfältiger Anwendung schwanken die Messwerte bei wiederholter Messung meist nur um +/- 1 mm Hg.

    Wie gut der mit einem Rebound-Tonometer gemessene Wert mit der Messung durch GAT übereinstimmt, scheint von Patient zu Patient recht unterschiedlich zu sein und Abweichungen scheinen in beide Richtungen aufzutreten. Ich habe ein icare Home2-Tonometer, mit dem ich selbst messe und die von mir gemessenen Werte weichen von den mit GAT gemessenen Werte meist um nicht mehr als 1 mm Hg ab (ich messe kurz vor oder nach der GAT-Messung in der AA-Praxis, vor einer Woche GAT rechts 13, links 10 mm Hg, danach selbst gemessen rechts 12, links 10 mm Hg).

    Nach meiner Erfahrung kann das icare Home 2 bei trockenen Augen falsch zu hohe Werte liefern. Mit befeuchtenden Augentropfen ca. 1-2 min vor der Messung lassen sich diese Fehler vermeiden.

    Einen Übersichtsartikel von 2021 zu Tonometern (auf Englisch) findest du unter https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8456330/

    Gruß,
    Georg

  • Bei mir ist nicht einmal die Goldmann Methode genau. Verschiedene Ärzte messen bei mir bis zu 3mmHG unterschiedlich. Wenn ich die oberen Werte der Goldmann Methode hernehme, dann ist bei mir das Icare 0 bis 2 mmHG Abweichung.

  • Rudi1 Wie kommst du darauf? Die Werte schwanken ja innerhalb weniger Stunden, auch wenn immer derselbe Arzt misst.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo,

    auch bei der regulären Goldmann-Messung kann es unterschiedliche Parameter geben (habe ich festgestellt) wie sehr viele Anästhesietropfen, etc was Unterschiede ausmachen kann. Luftstoß- oder iCare-Messungen sind nur in-etwa-Messungen - hängt auch sehr vom Messinstrument ab, da es da auch sehr genaue bzw. ungenaue gibt (alles erlebt).

    Und meine persönliche Meinung ist, dass 3mmHg-Unterschiede doch nicht soooo schlimm sind, außer man ist eh schon bei 30 oder höher oder an einer Tropfgrenze. Und wie DieDa auch schreibt kann der Unterschied auch je nach Glaukom, Tageszeit, u.v.m. schwanken.

    Grüße, Gisa

  • Es gibt ja Sensoren für den IOP, ähnlich den Gewebeglukose-Sensoren, der permanent misst. Und in den Aufzeichnungen dieser Sensoren kann man die permanenten Schwankungen deutlich erkennen.

    Bei einem Vortrag der Uni Magdeburg ist das gezeigt worden.

    LG Mellirosa

  • Hallo!

    Ich habe ebenfalls ein iCare Home2 und messe damit ziemlich genau und kann durch Übung und mehrere Vergleichsmessungen beim AA kurz vor seiner Messung gut abschätzen, wann das Gerät daneben liegt (tut sie öfter bei höheren Werten).


    Aber als in einer Praxis mit einem fremdbedienten iCare gemessen wurde, was die Ordinationsassistentin durchgeführt hat, war die Abweichung zweistellig. Und das obwohl mein Kopf von hinten durch die Wand gestützt wurde.


    Liebe Grüße,

    GIDW

  • das Handtonometer, mit dem bei dir gemessen wurde, war wohl ein Rebound-Tonometer der Firma icare. Bei diesen Geräten lässt sich der Probekörper, der die Hornhaut berührt, leicht austauschen und die Praxis wird für jeden Patienten einen neuen, vom Hersteller steril verpackten Probekörper verwenden.

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort, Georg. Wahrscheinlich hast Du recht mit den austauschbaren Probekörpern. Wäre anders ja auch mehr als fahrlässig - aber ich war such mal zur 24-h-Messung in der Augenklinik, und bei einer Untersuchung, ich weiß nicht mehr, was es war, hat die Ärztin das Teil, das die Hornhaut berührt, direkt mit den Fingern angefaßt (und nicht etwa nur am Rand, sondern mitten drauf), nachdem sie zuvor auch die Türklinke etc. angefaßt hatte. Ich war entsetzt, aber auch zu perplex, um gleich zu reagieren. Zum Glück ist in der Folge nichts passiert...

    Bei den neueren Tonometern von icare zeigt das Gerät dem Anwender über eine optische Anzeige, ob es gerade und im richtigen Abstand angesetzt ist. Bei sorgfältiger Anwendung schwanken die Messwerte bei wiederholter Messung meist nur um +/- 1 mm Hg.

    Das war wohl so, denn die Mitarbeiterin, die das gemacht hat, hat mehrmals gemessen, wie mir schien - oder die Position des Geräts mehrmals korrigiert. Ich hoffe, daß die Abweichung auch bei mir nur gering ist. Aber letztlich muß ich das akzeptieren, was die Praxis macht.

    Den verlinkten Artikel lese ich später. Englisch ist kein Problem.

    Und meine persönliche Meinung ist, dass 3mmHg-Unterschiede doch nicht soooo schlimm sind, außer man ist eh schon bei 30 oder höher oder an einer Tropfgrenze. Und wie DieDa auch schreibt kann der Unterschied auch je nach Glaukom, Tageszeit, u.v.m. schwanken.

    Das ist bei jedem anders, denke ich. Es gibt ja auch Menschen mit hohem Augendruck, aber keinen Gesichtsfelddefekten und keinen Sehnervenschäden; bei anderen führen schon Drücke von 17 bis 19 zunehmend zu Schäden, auch wenn öfter 21 als "kritische Grenze" genannt wird.

  • Hallo Rudi!

    Bei mir ist nicht einmal die Goldmann Methode genau. Verschiedene Ärzte messen bei mir bis zu 3mmHG unterschiedlich. Wenn ich die oberen Werte der Goldmann Methode hernehme, dann ist bei mir das Icare 0 bis 2 mmHG Abweichung.

    Das ist auch von dem abhängig, der mit dem Goldmann-Tonometer misst. Da kannst Du 3 Augenärzte hintereinander messen lassen, jeder hat vermutlich 1-2mmHg Differenz. Das ist eben eine individuelle Beurteilung durch den AA und wo Menschen beteiligt sind, gibt es nun mal Unterschiede.


    Das ist bei jedem anders, denke ich. Es gibt ja auch Menschen mit hohem Augendruck, aber keinen Gesichtsfelddefekten und keinen Sehnervenschäden; bei anderen führen schon Drücke von 17 bis 19 zunehmend zu Schäden, auch wenn öfter 21 als "kritische Grenze" genannt wird.

    Das ist korrekt und nennt sich Zieldruck. Der Zieldruck sollte vom behandelnden AA festgelegt werden. Dieser Zieldruck sollte dann nicht überschritten werden, um die Entstehen von Schäden oder Verschlimmerung von bestehenden Schäden zu vermeiden.


    Viele Grüße
    Sabine