Vorstellung und Fragen

  • Hallo an alle zusammen,

    mein Name ist Uwe, ich bin 65 Jahre alt. Nachdem ich starke Gesichtsausfälle bemerkt hatte, bin ich im März dieses Jahres auf drängen meiner Ehefrau zum Augenarzt gegangen. Zum Glück hat sie mich überredet!

    Bei der Erstuntersuchung hat meine Augenärztin knochentrocken gesagt: "Sie haben Glaukom in beiden Augen im Endstadium und ihre Sehnerven hängen am seidenen Faden! " Ich war sprachlos. Die Werte die sie mir genannt hatte konnte ich zuerst überhaupt nicht einordnen, hängen geblieben war bei mir nur = Papille/OCT 0,95 und Augendruck beidseits 32., allerdings Visus 0,8!.

    In den ersten 5 Tagen habe ich 2 x täglich Glaupax-Tabletten und 1 x Täglich Latanelb-Tropfen für 3 Wochen eingenommen. Der Augendruck ist dann auf 11 und 12 gesunken.

    Derzeit muss ich 2 x täglich Brinzolamid und 1 x täglich Latanelb eintropfen. Der Augendruck hat sich auf 12 und 14 eingepegelt. Die Ärztin meint, dass man vielleicht nochmal mit einem Kombipräparat feinjustieren muss. Termin ist Anfang August.

    Die erste Gesichtsfeldmessung war dann am 24.03. War nochmal ein deprimierendes Ergebnis.

    • Gesichtsfeldmessung Humphrey-Perimetrie : rechtes Auge (OD): VFI 12 %, MD -30,23 dB, linkes Auge (OS): VFI 11 %, MD -29,42 dB. GHT beidseits: „Außerhalb normaler Grenzen“.

    Ich habe die Messung mal beigefügt. Zwischenzeitlich habe ich eine Schwerbehinderungsantrag gestellt. Aber nachdem was ich so gelesen habe wird das Amt nicht so einfach grünes Licht geben?

  • Willkommen hier, Uwe!

    Du meine Güte, das Gesichtsfeld sieht wirklich übel aus! Ich dachte immer, meines sei schlimm, aber bei dir scheint tatsächlich beinahe nur noch das Zentrum übrig zu sein. Hattest du das nicht früher bemerkt?

    Nun bleibt zu hoffen, dass deine Augenärztin das in den Griff bekommt und dein Sehrest lang erhalten bleibt!

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Danke DieDa,

    ja hoffentlich, ist auch kein Spielraum mehr da. Es war ein unglaublich schleichender Prozess, den ich leider erst zu spät realisiert hatte.

    Ich war die letzten 20 Jahre privat und beruflich sehr eingespannt und schob es immer auf den Stress.

    Zumal auch andere gesundheitliche Probleme dazu beigetragen hatten, dass ich das "bisschen schlechtere Sehen" immer beiseite geschoben hatte.

    Ein großer Fehler. Aber meine Frau, meine Kinder und Enkel geben mir Kraft!

    Und meine Augenärztin meint wir sind nun auf einem guten Weg.

    Gruß, Uwe

  • Hallo Uwe,

    wie schön, dass Du es zur Untersuchung geschafft hast (ich weiß, das fällt nicht leicht), und dass die Therapie so gut angeschlagen hat.

    Jetzt geht es darum, den Sehnerv so gut wie möglich zu schützen. Adjuvant möchte ich Dir dafür die Einnahme von Citicolin empfehlen. Laut meinem AA darf man von 500-1000mg pro Tag eine neuroprotektive Wirkung erwarten, die nach ca. einem Jahr einsetzt.

    Ich selbst nehme seit zwei Jahren Coqun combo und Citicolin von nuoneo. Bis jetzt ist bei mir alles stabil; vielleicht hat die Einnahme tatsächlich etwas dazu beigetragen.

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    Citi

  • Hallo Uwe,

    den Vorschlag von Citi wollte ich dir auch gerade machen.

    Citicolin zusammen mit Q10. Du kannst das ja mit deiner AÄ besprechen. Wobei die meisten AÄ sich nicht mit Neuroprotektion befassen, zumindest nicht diejenigen, bei denen ich war.

    Gut, dass du dieses Forum gefunden hast, hier bekommst du viele und gute Tipps.

    Ich drücke die Daumen, dass alles stabil bleibt.

    Viele Grüße Andrea

  • PS: darf ich noch fragen, in welchem Alter Du erstmals verschlechtertes Sehen festgestellt hast, und wie Du bisher -offensichtlich berufstätig- zurechtgekommen bist? Wir sind übrigens Altersgenossen…

  • Wenn ich jetzt so die letzten 10 Jahre betrachte, insbesondere merkwürdige Unfälle, bestimmt seit 10 Jahren.

    Zuletzt vor 2 Jahren bei einem Arbeitsunfall. Beim Fassade aufmessen von einer 3.5 m hohen Stützmauer abgestürzt.

    Dabei habe ich mir einen Wirbel, ne Rippe und nen Finger gebrochen. Mag gar nicht mehr daran denken!

    Die letzten Jahre im Job waren einfach die Hölle. Kräftezehrend, ohne zu wissen warum ich z.B. den Mauszeiger auf dem Monitor nicht finde. Lauter solche Dinge .

    LG, Uwe

    Einmal editiert, zuletzt von ukl (26. Juni 2026 um 07:45)

  • Ah ja, ich verstehe….Kompliment, dass Du das so lange gewuppt hast, das war sicher nicht einfach…nochmals alles Gute, hoffen wir, dass jetzt endlich ein Stillstand eingetreten ist.

    Falls erforderlich, gibt es ja auch noch Optionen über die Tropfentherapie hinaus. Die AÄ bzw Glaukomambulanzen von Unis und Kliniken können einem da weiterhelfen.

    Falls Du wegen des Druckes ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis hast, gibt es auch Druckmessgeräte für Zuhause (icare home2). Darüber können Dir andere Forumsteilnehmer mehr erzählen, das findest Du auch hier schon über die Suchfunktion.

    Liebe Grüße und toitoitoi, Citi

  • Hallo Citti,

    warum denn eigentlich Q10 und Citicolin? Wirken die gemeinsam besser? Das beides sinnvoll ist, weiß ich.


    Lieber Uwe,

    danke für deine wenn auch erschreckende Geschichte. Ich hoffe sehr, dass ihr eine Stabilität erreicht! Es scheint ja, dass du erstens einen guten Arzt gefunden hast und die Therapie scheinbar gut anschlägt. Ich möchte dir empfehlen ggf. noch zusätzlich mit einem Hausarzt zu sprechen. Was macht zum Beispiel Blutdruck, Zucker, Homocystein. Das wären alles neben deinem deutlich zu hohem Druck noch weiter Risikofaktoren.

    Mich als junger Mensch und vor allem mit der Angst vor Verschlechterung "beruhigen" solche Beispiele immer, denn sie zeigen, wie lange noch so viel geht! Daher klingt das danke zwar blöd aber für mich ist auch so eine Situation wertvoll!

    Liebe Grüße

  • Danke, Citi, für die Tipps!

    Und Affectet, ich habe wirklich eine gute Augenärztin gefunden, und mein Hausarzt bleibt auch am Ball, soweit es in seinem Rahmen möglich ist.

    Mittlerweile finde ich mich mit der Situation ab, nützt ja nichts. War anfangs anders, es hat eine Weile gedauert, bis ich aus dem Loch herausgekommen bin.

    Liebe Grüße

  • Hallo Uwe,

    20 Jahre Dauerstress erklären schon viel - wahrscheinlich auch für deine anderen gesundheitlichen Probleme. Du bist schlimm dran - es hätte aber auch ein Herzinfarkt sein können oder ein Schlaganfall dich zu einem Pflegefall machen.

    Dauerstress führt zu dauerhaft erhöhtem Cortisol, das erhöht den Blutzucker (Muskeln werden abgebaut, Bauchfett entsteht), der schädigt die Gefäße ... ein Teufelskreis.

    aus dem du jetzt hoffentlich raus bist und endlich Zeit hast dich um deine Gesundheit zu kümmern?!

    Nahrungsergänzungsmittel, wie Citi und Andrea sie vorschlagen sind sinnvoll - aber die Grundlage ist der Lebensstil, besonders Bewegung und Ernährung. Damit kannst du deinen Stoffwechsel in Ordnung bringen und deine Mitochondrien vermehren und heilen.

    Dabei geht es nicht nur darum was du isst - möglichst wenig Zucker und Kohlenhydrate und Pflanzenöl, dafür nährstoffreiche tierische Lebensmittel mit Gemüse und Salat, sondern auch wann du isst.

    Längere Essenspausen sind erstrebenswert, ermöglichen den Verbrauch der eigenen Fettreserven, stabilisieren den Blutzuckerspiegel und sind gut für die Mitochondrien, die die Energie produzieren, auch für die Zellen der Retina.

    Unter dem Stichwort "Mitochondrien stärken" kannst du wertvolle Hinweise finden.

    Kurz zusammengefasst: Nährstoffe, gesunde Ernährung, Ruhe, Schlaf, Sport - alles gut für dich und damit auch deine Augen - wichtig auch das soziale Umfeld, Familie und Freunde, scheint bei dir zu stimmen. =)

    Alles Gute!

    Uli

  • Hallo Uli,

    Du hast Recht. War zum Glück immer sportlich, sonst hätte es mich bestimmt schon früher ausgebremst.

    Aber jetzt steht meine Gesundheit absolut im Fokus. Ausser dem Zucker im Obst nehme keinen zusätzlichen Zucker zu mir.

    Esse täglich Gemüse, gegart oder roh, mit Reis oder Fladenbrot. Täglich stehe ich 30 Min. auf dem Crosstrainer und gehe (zügig) mind. 8 bis 10 km.

    Wiege 76,6 kg bei 178 m Größe. Glaub das passt schon. Hab auch keinen Fetthöcker vor mir.

    Fühle mich fit wie lange nicht mehr, aber leider lässt sich der Fortschritt des Glaukom bestenfalls stoppen oder verlangsamen.

    Den einzigen Stress den ich noch habe, sind die Auswirkungen des starken Gesichtsausfall, der immer wieder für "überraschende Momente" sorgt.

    Wenn ich plötzlich meine Frau neben mir bemerke sehe ich es manchmal noch mit Humor, anders als Situationen außerhalb der Wohnung.

    Danke für deine Tips.

    Hoffe dich hat es nicht allzu stark erwischt?!

    Gruß, Uwe

  • Danke für die Nachfrage. Nein, die Diagnose habe ich mir bei einer Spezialistin für starke Kurzsichtigkeit in Verbindung mit Glaukom erst im Juni bestätigen lassen. Bisher keine Gesichtsfeldausfälle.

    Es gibt einen guten Vortag von Prof A. Jünemann vom 6. Februar, glaube ich, müsste hier auch noch zu finden sein. Er und andere sprechen von "sick eye in a sick body". Aber es gibt wohl auch "sick eye in a healthy body". So hat es mich wohl erwischt, mit meinen stark kurzsichtigen Augen als Risikofaktor.

    Dass du außer Gemüse und Reis/Brot auch noch mindestens 60 g reines, hochwertiges Eiweiß und gutes Fett brauchst, weiß du sicher.

    Neulich habe ich beim Autofahren in der Stadt auf die linke Spur gewechselt. Dann habe ich im Rückspiegel einen sich mit erhobener Hand aufregenden Motorradfahrer gesehen. Vorher hatte ich den nicht gesehen, war auch ganz schwarz angezogen, aber trotzdem habe ich mich dann doch gefragt ...:schulterzuck:

  • Ja Uli, hab mir einen ausgewogenen Ernährungsplan zusammengestellt.

    Genau solche "Rückspiegel-Momente" zeigen einem wie gefährlich Gesichtsausfälle sind.

    Nicht nur für einen selbst, sondern auch für andere ! Zum Glück ist nicht passiert.

    Kann so schnell gehen.

    Pass auf dich und andere auf!

    Gruß, Uwe