Needling nach Sklerektomie und Goniopunktur

  • Hallo, ich bin Heike und suche euren Rat.

    Ich bin 60, habe ein Weitwinkelglaukom, seit ca. 15 Jahren bekannt.
    Tropfe seit 15 Jahren.

    Rechts ist der Sehnerv intakt, keine Gesichtsfeldausfälle vom Glaukom.
    Links ist der Sehnerv trotz des Tropfens stark geschädigt und ich habe schon kleine Gesichtsfeldausfälle.

    Nachdem ich stärkere Tropfen nicht nehmen kann, weil ich leichtes Asthma habe, hat der Oberarzt in der Glaukomambulanz der Uniklinik (und auch mein niedergelassener AA) eine tiefe Sklerektomie vorgeschlagen, die in 2023 stattfand.

    Die war erfolgreich, ich war 1 Jahr tropfenfrei links. Weil der Druck dann wieder anstieg, hatte ich eine Goniopunktion im November 2025, die aber nicht den gewünschten Erfolg brachte und darum letzten Mittwoch ein Needling. Ich war zuversichtlich und habe mich schon auf die Tropfenfreiheit gefreut.

    Nun hab ich aber seit der OP einen sehr hohen Druck, was wohl mit der großen Menge von kleinen Blutzellen zu tun hat, die durch das Needling im Auge herumschwirren.
    Der operierende Arzt sagte, dass die sich auflösen werden und dann die Drucksenkung eintreten wird.

    Gestern hab ich hier im Forum einen älteren Beitrag gefunden, in dem es wohl ähnlich war. Das hat mir zusätzlich Mut gemacht.

    Heute vormittag war ich nun zur Kontrolle bei meinem niedergelassenen Arzt, der leider nicht da war, stattdessen eine Stellvertretung. Dieser Stellvertreter hat nun gemeint, dass sich das Blut nicht auflösen wird bzw. alles schnell wieder vernarben wird und war insgesamt sehr skeptisch mit allem. Er hat mir Diamox gegeben, weil es keine andere Möglichkeit mehr geben würde.

    Jetzt bin ich ziemlich besorgt und beunruhigt und frage mich, wie soll es denn weitergehen?

    Und noch dazu vertrage ich das Diamox nicht gut, hab Kopfschmerzen und ein komisches Kribbeln im Gesicht.

    Was meint ihr denn dazu?

    Viele Grüße Heike

  • Heike, zu den OPs etc. kann ich dir nichts sagen. Aber wegen des Kribbelns: Iss unbedingt Bananen, da dir durch die Diamox vermutlich Kalium fehlt.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Du solltest dich umgehend an die Klinik wenden, jetzt am Wochenende musst du dazu in die Rettungsstelle gehen. Wenn du Diamox nehmen musst, scheint ja wohl der Druck weiter entgleist zu sein, vielleicht muss die Vorderkammer gespült werden.

  • Danke für die Tipps.

    Ich war heute Vormittag in der Notfallambualnz der Augenklinik.

    Die Ärztin hat eine vorher/nachher Messung gemacht. Also ohne und mit Diamox.

    Der AID sinkt durch die Tablette (eine halbe) auf 14. Vorher war er bei 25.

    Gespült werden muss nichts, weil dazu wohl zu wenig Blut im Auge ist.

    Tja, nun bin ich diesbezüglich zwar beruhigt, aber ich will ja nicht für länger Diamox oder Acemit nehmen. Schon wegen der Nebenwirkungen. Heute habe ich einen Tinnitus dazu bekommen.

    Ich hoffe ja nach wie vor, dass sich die Blutzellen auflösen. Dieser Stellvertreter gestern in meiner AA-Praxis hat mich ganz schön verunsichert.

  • Gut, dass es angeschaut wurde. Jetzt erst mal abwarten, gegen das Kribbeln Kalinor Tabletten aus der Apotheke oder Bananen und getrocknete Aprikosen.

  • Hallo nochmal,

    heute war ich nochmal in meiner AA Praxis zum Druck messen. Leider war wieder nur der Stellvertreter da.

    Diesmal war der Druck 16. Die letzte Acemit hatte ich Sonntagabend 19:30 genommen. Von daher dachte ich, dass der Wirkstoff schon abgebaut sein müsste und das Needling nun doch erfolgreich war.

    Der Arzt hat meiner Freude einen Dämpfer versetzt. Er meinte, dass immer noch Blut drinnen wäre und die 16 ausschliesslich mit der Einnahme des Acemit zu tun hätten. Ich soll sie weiterhin nehmen.

    Ich habe nun keine Erfahrung mit diesen speziellenTabletten, aber normalerweise ist es doch so, dass ein Wirkstoff nach 10/12 Stunden vom Körper abgebaut ist. Sonst bräuchte man ja keine erneute Einnahme. Oder liege ich hier falsch?

    Mit dem Arzt konnte ich das leider nicht besprechen. Er war leicht beleidigt, dass ich überhaupt frage.

  • Die Wirkdauer von Acetazolamid ist 8-12 Stunden. Sie ist allerdings von der Nierenfunktion abhängig, kann also variieren.

    Daher ist Dein Druckwert wirklich schwer beurteilbar…..einen Zusammenhang kann man leider nicht sicher ausschließen, weil man ja auch davon ausgehen muss, dass der Druck nach Abklingen des Meds evtl. nur langsam steigt

  • Vielen lieben Dank.

    Das heißt dann wohl nach wie vor Geduld und abwarten, und Acemit nehmen. Und hoffen, dass durch das Blut im Auge keine Vernarbung passiert. Eine 5FU Spritze habe ich ja auch noch bekommen.

    Nächsten Montag habe ich den nächsten Termin. Leider nochmal beim Stellvertreter, da mein AA erst am Mittwoch wieder da ist. Solange wollte ich dann doch nicht warten.

  • Heute war ich wieder bei Augeninnendruck messen. Leider wieder beim Stellvertreter,aber das wusste ich ja schon.

    Links: das Needling-Auge mit Luft 16 und mit Farbstoffmessung 18.

    Rechts: mit Luft 16 und mit Farbstoffmessung 14.

    Dieser Unterschied wundert mich, weil ich dachte, die Luftmessung würde generell 1/2 Punkte höher ausfallen. Aber gut.

    Zumindest muss ich die Acemit nun nicht mehr nehmen. Blut wäre wohl immer noch sehr viel drinnen.Von daher konnte der Arzt über den weiteren Heilungsverlauf keine Aussage machen.

    Um auszuschließen, dass das Kortison, dass mir von der Augenklinik verschrieben wurde, den AID erhöht, hat er dieses abgesetzt. Ab jetzt soll ich Bromfenac nehmen. Hat damit jemand Erfahrung hier im Forum?

    Und im Hinausgehen meinte der Arzt noch, dass sich eine Fibrose entwickelt hätte, die behandelt werden müsse. Leider habe ich diesen Satz erst im Nachhinein realisiert, als ich schon wieder im Bus nach Hause sass und konnte daher nicht mehr nachfragen, was für eine Fibrose sich entwickelt.

    Hier im Forum hab ich auch nicht viel zu Fibrose gefunden. Kennt sich damit jemand aus?

    Danke schon mal im Voraus.

  • Hallo Heike,

    eine Fibrose ist die Bildung von faserigem Gewebe.

    Auf der Netzhaut kann sich so ein Häutchen bilden, es wird auch Gliose genannt.

    Bei mir wurde eine Gliose auf dem RA festgestellt.

    In mehreren Fällen wird die epiretinale Gliose entdeckt, aber bereitet kaum Probleme, dann wird einfach nur beobachtet. Sie kann auch zu Verschlechterung des Visus führen und dazu, dass gerade Linien als verzerrt gesehen werden.

    Das scheinst du nicht beobachtet zu haben?

    Auch die Eintrübung der hinteren Linsenkammer kommt durch eine Fibrose, also der sogenannte Nachstar.

    Kann ein Nachstar gemeint sein? Hattest du schon eine Katarakt OP?

    Da kannst du einfach beim nächsten Mal nachfragen. Das eilt vermutlich nicht so.

    LG und alles Gute

    Einmal editiert, zuletzt von Nin (22. Juni 2026 um 15:21)

  • Hallo Nin,

    also ich weiß, dass ich links einen Nachstar habe, habe aber mit meinem AA vereinbart, dass er erst lasert, wenn mein Visus signifikant schlechter wird.

    Nur ist halt momentan ein Stellvertreter in der Praxis, da mein eigentlicher AA auch noch Professor an einer Uni ist und momentan da wohl sehr eingespannt.

    Verzerrte Linien sehe ich nicht. Falls ich eine Gliose habe, ist sie noch nicht besonders weit entwickelt, vermute ich.

    Aber gibt es nicht auch eine Hornhaut-Fibrose?

    Wie auch immer, ich finde solche Halbsätze im Hinausgehen ärgerlich, da man dann beginnt herumzukommen rätseln.

    Ich bin am Freitag wieder zur Druckkontrolle, da werde ich genauer fragen.

    LG Heike

  • Hallo Heike!

    Ja, das ist immer doof, wenn man sowas im Vorbeilaufen gesagt kriegt und nicht mehr fragen kann.

    Bevor ich mir jetzt weiter den Kopf zermartern würde, würde ich das am Freitag klären und dann auch direkt um Aufklärung bitten.

    Viele Grüße
    Sabine

  • Wie auch immer, ich finde solche Halbsätze im Hinausgehen ärgerlich, da man dann beginnt herumzukommen rätseln.

    Ja, das ist so beunruhigend.

    Hast du inzwischen nachfragen können?

    Hornhaut Fibrose weiß ich nicht, leider.

    Liebe Grüße, trotzdem schönes Wochenende!!!

  • Leider war mein AA Termin gestern nicht wirklich zufriedenstellend.

    Der AA (wieder der Stellvertreter) war sehr kurz angebunden und genervt.

    Entsprechend genervt hat er auch auf meine Frage reagiert. Er hätte die Vernarbung des Sickerkissens gemeint. Und dass jedes unerwünschte Wachstum von Gewebe als Fibrose bezeichnet werden würde.

    Anschließend durfte ich mir noch einen Vortrag über sämtliche Nebenwirkungen vom Needling bzw. von AugenOPs im Allgemeinen anhören. Also alles andere als ermutigend.

    Ich habe immer noch Blut im Auge und mein AID links hat sich seit einer Woche leider auch nicht verändert.

    Ich dachte, dass das Weglassen des Kortisons etwas bringen würde. Zumindest war dies auch die Begründung des AAs, dass ich statt Kortison Bromfenac tropfen soll.

    Meine Frage diesbzgl. warum ich das Bromfenac trotzdem weiter tropfen soll, hat er nicht beantwortet.

    Am Schluss sagte er, dass ich erst mal bis zum nächsten Termin (in 9 Tagen) alles so weitermachen soll und dann würde er weitersehen.

    In 9 Tagen ist glücklicherweise mein eigentlicher AA wieder da und ich habe gleich bei ihm den nächsten Termin gemacht.

    Die Einzige, die mir am Schluss wieder Mut gemacht hat, war die Assistenzärztin, die mit mir die Untersuchungsvorbereitungen gemacht hatte und die ganze Zeit mit dabei war.

    Sie meinte, dass sich in den 9 Tagen noch einiges ändern kann und dass ich nur noch sehr, sehr wenig Blut im Auge hätte.

    Und nun hoffe ich, dass sie recht behält!!!

    Liebe Grüße Heike

  • Noch ein kurzes update zu meinem gestrigen AA Termin.

    Glücklicherweise war mein eigentlicher AA wieder in der Praxis.

    Er hat meine Fragen geduldig beantwortet. Nur leider hat sich der AID im LA nicht sehr verändert seit dem letzten Mal. Ist immer noch bei 15/16. Zieldruck wäre aber eigentlich 12/13.

    Schade, ich hätte mir gewünscht, dass das Needling mehr bewirkt.

    Zusätzlich habe ich noch eine Entzündung mit Gerstenkorn im Oberlid bekommen. Hat da vielleicht jemand einen guten Tipp, wie man dies am effektivsten behandelt?

    Ende nächste Woche habe ich dann einen Kontrolltermin in der Glaukomambulanz der LMU bei dem Arzt, der das Needling gemacht hat. Bin schon sehr gespannt, was er vorschlagen wird.

    Viele Grüße Heike

  • Hallo Heike!

    Danke für Dein Update und schade, dass der Zieldruck nicht erreicht wurde. Vielleicht macht der Arzt in der Glaukomambulanz ja noch mal ein Needling mit einer 5FU-Spritze . Ich würde das noch nicht aufgeben.

    Hast Du für das Gerstenkorn nichts vom AA bekommen? Rotlicht darf man machen mit geschlossenen Augen. Oder einen sauberen Waschlappen auflegen, der warm ist. Feuchte Wärme hilft da schon. Wenn die Entzündung schlimm ist, dann wird oft eine antibiotische Augensalbe oder antibiotische AT verschrieben. Aber das obliegt natürlich dem AA.


    Viele Grüße
    Sabine

  • Hallo Sabine,

    danke für dein Mut machen. Ich vermute auch, dass es darauf hinausläuft. Ich werde berichten.

    Wegen der Entzündung und dem Gerstenkorn meinte mein AA, ich solle es erstmal mit Blephacura akut und dreimal am Tag Lidpflege mit feuchter Wärme versuchen (was du ja auch empfiehlst) und wenn es bis Mitte der Woche nicht besser wäre, nochmal kommen.

    Ich hab dann auch noch in meiner Apotheke gefragt, die empfahlen für nachts die Posiformin Salbe dazu. Jetzt ist es glücklicherweise am abheilen.

    Viele Grüße Heike