Hallo zusammen,
ich bin 33 Jahre alt und war neulich bei einer Augenärztin. Der Besuch hatte eigentlich keinen Anlass, ich wollte lediglich mal wieder einen Vorsorgetermin wahrnehmen, da ich das letzte Mal vor gut 8 Jahren beim Augenarzt war.
Die Ärztin hat dann verschiedene Messungen durchgeführt, wobei ein Augeninnendruck von 21 mmHg und eine Papillenexkavation beidseitig festgestellt wurden. Sie hat dann noch ein OCT durchgeführt, was die Papillenexkavation scheinbar bestätigt. Ich bin mir nicht sicher, welche Zahl man hier verwenden muss, aber flächenmäßig liegt wohl eine C/D Ratio von 0,5 und vertikal von 0,7 vor. Der Sehnerv sieht wohl (noch?) gut aus, jedenfalls sind alle Diagramme auf diesem Papier (gerade noch so?) grün. Eine Gesichtsfeldmessung konnte da nicht mehr durchgeführt werden, weil ich angeblich durch die anderen Untersuchungen schon zu oft "geblendet" wurde und man diese Messung im dunklen mit einem ausgeruhten Auge machen sollte.
Jedenfalls habe ich nun einen Folgetermin in 6 Monaten bekommen, bei dem nochmal nachgeschaut werden soll (was genau, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr) und anschließend wurde mir nahegelegt, in einem Jahr nochmal ein OCT zu machen.
Ich bin nach der ganzen Sache ehrlich gesagt aus allen Wolken gefallen, weil ich überhaupt nicht mit irgendeinem abnormalen Befund gerechnet habe und das alles für mich schon sehr nach Glaukom klingt. Ich verstehe, dass diese Diagnose nicht so leicht ist und vor allem auch von Verlaufswerten abhängt, aber wenn ich als Laie alle meine Werte mal zusammenlege, sind das schon starke Indizien. Wobei ich eigentlich hoffe, dass die Augenärztin bei einem starken Verdacht schon andere Schritte eingeleitet hätte, als mich in 6 Monaten nochmal vorzuladen. Sie hat ja auch selber ins Auge geschaut und sieht nicht nur diese Zahlen, mit denen ich eigentlich kaum was anfangen kann. Sie sagte auch, dass so eine Papillenexkavation auch einfach physiologisch sein kann, und der Augeninnendruck ist eben auch gerade so an der Grenze.
Ich bin mir nun nicht sicher, wie ich damit einen guten Umgang finde. Einerseits denke ich, dass ich Glück im Unglück hatte, solche Werte bei einer eigentlich anlasslosen Vorsorgeuntersuchung vorzufinden und nicht erst in 5 Jahren, wenn ich irgendwelche anderen Symptome bemerke. Andererseits male ich mir natürlich das schlimmste aus, denke, dass alles schon zu spät ist und ich in spätestens 5 Jahren blind bin. Da ich sowieso schon chronisch nierenkrank bin, ist es für meine Psyche nicht gerade förderlich, wenn sowas jetzt auch noch dazu kommt. Da ist der Gedanke, das an mir auch kein Kelch vorbei geht...
Jetzt bilde ich mir natürlich auch ein, dass mein Gesichtsfeld schon eingeschränkt ist. Das kann natürlich sein, aber das werde ich ja jetzt ohne ärztliche Messung nie verlässlich einschätzen können, da die Psyche da natürlich mitspielt.
Daher meine Frage an euch, was haltet ihr von dieser Geschichte? Würdet ihr euch danach nochmal eine Zweitmeinung einholen, soll ich hier selber nochmal tätig werden oder einfach den nächsten Vorsorgetermin in einem halben Jahr abwarten und versuchen, einen normalen Umgang damit zu finden? Ich habe das Gefühl, dass ich mich entweder komplett verrenne und mir wegen nichts Stress mache oder aber wertvolle Zeit verstreicht, in der ich eigentlich schon hätte behandelt werden können und müssen.
Danke euch!