OCT - Progression trotz Tropftherapie

  • Hallo Ihr Lieben,

    war länger nicht im Forum - da z.Zt. viele "Baustellen" und der Tag leider nur 24 Stunden hat ;)

    Gestern wurde nach 3 Jahren wieder OCT angefertigt - Ärztin hatte nicht so viel Zeit, schaute nur auf die durchschnittliche RNFL-Dicke und meinte, es habe sich nicht verschlechtert am rechten Auge. Links würde grün angezeigt, sei sowieso in Ordnung.

    Habe mir von 2018, 2023 und 2026 die OCT angeschaut - und ich befürchte schon, dass es sich beidseits trotz Tropftherapie verschlechtert hat.
    2018 - März 2022 Monoprost 1x abends
    ab März 2022 - zusätzlich frühmorgens Trusopt-S
    ab Dez 2024 - zusätzlich abends Trusopt-S
    ich tropfe wirklich regelmäßig.

    Prof. Strempel aus Marburg hat 2019 Flammer Syndrom, Normaldruckglaukom bestätigt/ diagnostiziert.

    Zusatzerkrankungen: Spondylitis ankylosans (Bechterew) - rheumatischer Formenkreis// Herzinsuffizienz Grad II - IIII nach Herzmuskelentzündung // chronisches Fatigue Syndrom

    Augendruck 2018: 14 mmHg
    unter Cortison 21 mmHg
    sonst immer zwischen 15 und 16 mmHg

    Blutdruck generell sehr niedrig - selbst tagsüber häufig 100/70 mmHg
    nachts Abfall auf 80/50 mmHg
    Doppler Sono Halsgefäße oB

    Eure Meinung zu den OCT-Aufnahmen und möglicher Progression wäre mir ganz sehr wichtig.

    Rechter Augenbefund (OD)

    • RNFL-Dicke: 73 µm (2018) → 72 µm (2026) (leicht rückläufig).
    • Randbereich (Rim Area): 0,98 mm² (2018) → 0,83 mm² (2026) – kontinuierliche Abnahme. - ist doch auch wichtig, oder?
    • C/D-Verhältnis: 0,71 (2018) → 0,76 (2026) – bedeutet dies Zunahme der Exkavation?
    • Cup-Volumen: 0,423 mm³ (2018) → 0,508 mm³ (2026) – Zunahme - welche Auswirkung ?
    • lässt sich daraus schließen?
      • Kontinuierliche strukturelle Progression trotz Therapie.
      • Tropftherapie bremst, stoppt aber nicht vollständig die Verschlechterung.

    Linker Augenbefund (OS)

    • RNFL-Dicke: 102 µm (2018) → 92 µm (2026) – deutliche Abnahme (-10 µm).
    • Randbereich (Rim Area): 1,19 mm² (2018) → 1,09 mm² (2026) – Abnahme.
    • C/D-Verhältnis: 0,60 (2018) → 0,65 (2026) – leicht erhöht.
    • Cup-Volumen: 0,238 mm³ (2018) → 0,299 mm³ (2026) – Zunahme.
    • lässt sich daraus schließen?

      • Deutliche Abnahme der RNFL-Dicke, aber langsamere strukturelle Progression als rechts.
      • Therapie wirkt teilweise, aber nicht ausreichend

        ==> also Normaldruckglaukom beidseits und nicht nur rechts?

        Liebe Grüße


  • Hallo Kneifer,

    wenn du dir deine OCT genau betrachtest, dann sollte dir auffallen, dass die Bestimmung der RNFL-Dicke zwischen zwei Messungen durch Messungenauigkeiten so schwanken kann, dass für ein Segment bei einer späteren Messung auch einmal ein höherer Wert ermittelt wird als bei der vorherigen Messung. Die kleinen Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Werten von 2023 und 2026 liegen demnach im Bereich der Messgenauigkeit und sprechen nicht für eine Progression.

    Die Unterschiede im Randbereich der Papille zwischen 2023 und 2026 ergeben sich aus unterschiedlich bestimmten Papillengrößen. Die Werte für die Größe der Exkavation (Papillengröße - Randbereich) haben sich nicht geändert.

    Wenn sich bei dir zwischen 2023 und 2026 das Gesichtsfeld nicht verschlechtert hat, dann wäre der Zustand seit 2023 offensichtlich stabil, d.h. keine Progression.

    Gruß,
    Georg

  • Hallo Kneifer,

    was die Papillenwerte rechts betrifft, stimme ich Georg zu. Die Veränderung ist so geringfügig, dass es sich dabei um eine Messchwankung handeln könnte, und überdies beeinflusst die kleiner gemessene Papillenfläche die CDR-Werte. Da würde ich mir keine Sorgen machen.

    Die Abnahme der RNFL-Dicke links zwischen 2018 und 2026 um 10 µm scheint auf den ersten Blick beträchtlich. Dieser Rückgang ist aber fragwürdig, weil Du 2019 (RE: Frage OCT ) berichtet hattest, dass der Globalwert damals von 94 µm auf 101 µm zugenommen hatte!

    Da scheint der Rückgang jetzt doch eher eine Rückkehr zur Ausgangslage zu sein. Ich würde vermuten, dass bei der Messung 2018 irgendwas schief gelaufen ist. Von 2023 bis 2026 ist es dann ja stabil geblieben!

    An eine Progression würde ich da nicht denken. Ich würde allerdings jährlich OCT machen lassen. Deine bisherigen Intervalle wären mir persönlich zu lang.

    LG

    Chanceline

    Einmal editiert, zuletzt von Chanceline (18. Februar 2026 um 00:22)