Stentauswahl, Glaukomart, flache Exkavationen

  • Liebe Forumsmitglieder,

    ich war letzte Woche zur Tag-/Nachtprofilmessung in der Uniklinik Mainz, dabei wurde auch die gesamte übliche Diagnostik gemacht. Hab einen guten / sehr guten Eindruck vom gesamten Personal gewonnen, incl. Professor Schuster. Mein POWG besteht seit 2019 beidseitig, Monoprost hat bis Mitte letzten Jahres funktioniert (Druck unter 14), danach Anstieg auf Werte um 20. Umstieg auf DorzoComp Dez 25, zunächst super Werte (10-11), aber die Wirksamkeit ließ schnell nach. In der Klinik Werte um die 18, nicht schön. Therapievorschlag war: Zusätzlich Taflotan sowie OP Grauer Star + MIGS-Stents. O-Ton der Oberärztin: gibt zig Stents, welcher genommen wird, sei nicht so wesentlich, Hauptsache, der Operateur hat mit dieser Sorte Erfahrung... Ok, klingt nachvollziehbar, aber wenn ich mir die Palette vom einfachen iStent bis hin zum Preserflo ansehe, dann sind da doch erheblichste Unterschiede in Wirksamkeit und Risiko. Sollte ich jetzt würfeln? (= Frage 1)

    Auf dem Arztbrief steht als Diagnose Normaldruckglaukom, dachte bisher, ich hätte ein POWG. Liegt die Mainzer Einstufung evtl. daran, dass der max. jemals bei mir gemessene Wert 24 war? Oder woran macht sich das noch fest? (= Frage 2)

    Als Prof. Schuster sich meine Augen ansah und auch das OCT studierte, fragte er mich, ob ich schon mal mit Noxen in Verbindung gekommen wäre. Noxen? Nie gehört. Das seien Giftstoffe... Konnte ich ad hoc nicht genau beantworten, hab z.B. schon mal beim Autobasteln Benzin ins Auge bekommen, dito Lackiernebel etc. Er meinte, die Exkavationen sähen eher glaukom-untypisch, eher flach aus und er würde (leider) noch eine zusätzliche, unangenehmere Ursache befürchten. Welche, sagte er nicht. Angeordnet hat er aber ein cMRT der Orbita im Dünnschichtverfahren. Dafür suche ich derzeit nach einem Termin. Geht also um eine möglichst genaue Darstellung der Sehnerven und des umliegenden Gewebes. Wieder zuhause, fiel mir ein, dass es mal in 2021 einen Zufallsbefund bei einem MRT des Schädels gab: hypertrophe Pachymeningitis mit deutlich verdickter Dura. Hab dann im Net gefunden, dass die Dura die Sehnerven umhüllt und eine verdickte Dura die Sehnerven physikalisch schädigen kann. Seufz, das macht Angst. Allerdings gab's in 24 ein weiteres MRT mit dann unaufälligem Befund. Gibt es hier unter euch jemanden, der eine ähnliche Problematik hat/hatte? ( = Frage 3)

    Nach einer Woche DorzoComp + Taflotan liege ich bei Werten von 12, erstmal eine gewisse Entwarnung.

    Für die Katarakt-OP, die Prof. Schuster mit "da machen Sie nichts falsch" kommentiert hat (die Therapieempfehlung seiner Oberärztin stand da bereits...) suche ich noch nach dem passenden Operateur. Ich wohne in Kassel - in Göttingen macht sowas Oberarzt Dr. Bahlmann - kennt den jemand? Oder doch wieder nach Mainz... ( = Frage 4)

    viele Themen, ich weiß...

    vielleicht weiß eine/r von euch hier und da etwas zu sagen - Danke!

    LG Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    Ich habe eine Katarakt und xen gel stent Implantation hinter mir.

    Allerdings hatte ich viel höhere Druckwerte.

    Und viele Jahre bereits Tropfen genommen

    Maximaltherapie.

    Inzwischen hatte ich zwei needlings aufgrund starker Vernarbungen.

    Jetzt hoffe ich, dass meine Werte von 11 und 14 stabil bleiben.

    Ich habe seit August 2025 damit zu tun.

    Hatte Inzwischen 4 Klinikaufenthalte.

    Ich habe mich in Osnabrück bei Dr Höhn operieren lassen und bin sehr zufrieden mit allen Ärzt*innen dort und der Betreuung.

    Nur über das Ausmaß der möglichen Anschlußbehandlungen needlings fühlte ich mich nicht ausreichend aufgeklärt.

    Schön ist auch nicht die lang andauernde Therapie mit Kortisontropfen.

    Hochdosiert seit August.

    Das trocknet die Augen stark aus.

    Gut ist, dass ich durch die neuen Linsen nicht mehr so licht- und blendempfindlich bin und besser sehe.

    Und natürlich dass ich zumindest zur Zeit keine drucksekenden Tropfen brauche.

    Ich hoffe, meine Anstrengungen haben sich langfristig gelohnt.

    Liebe Grüße

    Margareta =)

  • Zusätzlich Taflotan sowie OP Grauer Star + MIGS-Stents. O-Ton der Oberärztin: gibt zig Stents, welcher genommen wird, sei nicht so wesentlich, Hauptsache, der Operateur hat mit dieser Sorte Erfahrung... Ok, klingt nachvollziehbar, aber wenn ich mir die Palette vom einfachen iStent bis hin zum Preserflo ansehe, dann sind da doch erheblichste Unterschiede in Wirksamkeit und Risiko. Sollte ich jetzt würfeln? (= Frage 1)

    Nein brauchst nicht zu würfeln. Die Aussage ist eindeutig MIGS Stent. Das sind kleine Stents, die in das Trabekelmaschenwerk geschoben werden, da gibt es tatsächlich mehrere mit gleicher Wirkung und in verschiedenen Kliniken werden vorzugsweise bestimmte Stents eingesetzt, je nach Verträgen mit den Herstellern. Wichtig ist, daß der Operateur schon viel Erfahrung damit hat. Dann kannst du ihm vertrauen.

    Der Preserflo und auch der Xen zählen zwar auch zu den minimalinvasive Stents, können auch mit Katarakt Ops kombiniert werden, sind dann aber schon Filterkissen Operationen und zählen nicht zu den MIGS im engeren Sinne, die man eigentlich nur noch einsetzt, wenn sowieso eine Katarakt Op ansteht. Falsch machen kannst Du mit so einem kleinen stent nichts, entweder er wirkt oder nicht.

    Allerdings, wenn dann schon kleine stents im Trabkelmaschenwerk liegen, hätte man sich den Weg für eine Kanaloplastik verbaut, aber wer weiß schon, ob man gerade das einmal braucht und es gibt ja Alternativen.

    Auf dem Arztbrief steht als Diagnose Normaldruckglaukom, dachte bisher, ich hätte ein POWG.

    Das Normaldruckglaukom ist auch ein primär chronisches Offenwinkelglaukom, nur daß das Glaukom schon Augendruckwerten auftritt, die noch im Normalbereich liegen. Also eigentlich bei Druckwerten unter 21. Wenn Dein höchster Wert 24 war, hast Du eigentlich kein Normaldruckglaukom.

    Nach einer Woche DorzoComp + Taflotan liege ich bei Werten von 12, erstmal eine gewisse Entwarnung.

    Bei solchen Druckwerten sehe ich von Seiten des Glaukoms gar keine Indikation für eine Katarakt/Stent Op, es sei denn der Katarakt ist schon so weit fortgeschritten, daß er operiert werden muß, um das Sehen zu verbessern, üblicherweise dann, wenn die Sehschärfe unter 60 fällt oder der Patient im Alltagsleben deutliche Einschränkungen hat.

    Gruß Malve

  • Liebe Malve,

    ja, das mit der OP ist so'ne Sache. Der Befund lautet cataracta incipiens (also Anfangsstadium), aber mein Visus ist innerhalb 1 Jahres drastisch runter auf zuletzt 0,5 / 0,6, was mich schon beunruhigt. Motivation für die OP sein, die Platzverhältnisse in meinen Augen zu verbessern, da ginge es etwas eng zu. Die dünnere Kunstlinse würde da helfen - das kann ich soweit verstehen. Sagte auch letztes Jahr ein Augenarzt in Göttingen ebenso. Der meinte, auch mittig sei eine Linsentrübung vorhanden. Also tendiere ich schon dazu, die OP machen zu lassen.

    Werden bei den kleineren Stents auch im Nachgang Spritzen gegeben, um eine Vernarbung zu verhinden oder geht man im besten Fall am Folgetag nach Hause?

    Hab gelesen, dass z.B. der iStent aus Titan besteht und der Hersteller nur für ein 15minütiges MRT Problemlosigkeit attestiert. Hmm, das ist eine nicht zu unterschätzende Einschränkung, besonders, wenn der Verdacht von Prof. Schuster sich bewahrheitet, dass da bei mir noch etwas anderes im Argen liegt.

  • Wo steht das mit i stent und 15 Min. MRT????

    Ich habe die istents, die bestehen aus Titan, das ist nicht ferromsgnetisch und stört nicht beim MRT, man bekommt da auch ein Zertfikat mit, wo das bescheinigt wird.

    Nein keine Spritzen nach Implantation des istents. Das ist ein Nachteil dieser kleinen Stents, irgendwann vernarben sie und es ist keine Revision möglich und dann hat man sie für immer im Auge. Deshalb setzt man sie auch nur ein, wenn sowieso eine Katarakt OP ansteht, denn das ist dergleiche OP Weg.

  • direkt hier im Forum:

    Jo-Jo
    27. Juni 2022 um 18:37
  • Lies Dir die Infos noch mal selber genau durch. Die meisten Untersuchungen werden bei 1,5 Tesla durchgeführt und bei 3 Tesla kam es zu keinen Störungen, es wurde aber nicht gesagt, daß es ab 15 Minuten gefährlich wird, aber wenn Du ganz sicher sein willst und diesbezüglich große Bedenken hast, mußt Du es eben lassen.

  • Hallo jr!

    Hab gelesen, dass z.B. der iStent aus Titan besteht und der Hersteller nur für ein 15minütiges MRT Problemlosigkeit attestiert. Hmm, das ist eine nicht zu unterschätzende Einschränkung, besonders, wenn der Verdacht von Prof. Schuster sich bewahrheitet, dass da bei mir noch etwas anderes im Argen liegt.

    Ich kann Dir nur noch mal empfehlen, den Hersteller zu kontaktieren. Vielleicht gibt es ja aktuelle Erkenntnisse und die auch in Form eines Flyers oder ähnliches, so dass Du auch was vorlegen kannst.


    Viele Grüße
    Sabine

  • Danke Malve und Sabine,

    ich werde mal sehen, wohin es mich zur OP verschlägt und versuche dann bereits im Vorfeld heraus zu bekommen, welche Stentart zum Einsatz kommt, damit ich Zeit zum recherchieren habe. Nächste Woche hab ich das spezielle MRT. Humpf, und ordentlich Muffe davor. Weil ein MRT im Dünnschichtverfahren wohl länger dauert. Erfahrungsgemäß bin ich nach 20 min in der Röhre an meinen Grenzen. Ein offenes gibt es da nicht, war schon froh, über Vitamin B den kurzfristigen Termin zu bekommen.

    viele Grüße

    Jürgen

  • Danke Sabine!

    Nachdem ich rausgekriegt habe, dass ich in einer kleinen 60cm-Röhre liegen müsste und die Untersuchung vermutlich >=30 min dauern würde, habe ich doch als Selbstzahler für morgen ein offenes MRT im Kasseler Umland organisieren können. Da gehe ich jetzt relaxt hin. Das war's mir wert, auch wenn's ganz schön teuer ist. Werde berichten, was dann als Befund rauskommt.

    liebe Grüße

    Jürgen

  • Darf ich mal fragen, was dich das kostet?

    Ich hatte am Montag MRT in der 60iger Röhre. Da gabs Musik auf die Ohren. Ich habe keine Ängste, aber die Röhre ist für mich zu klein. Meine Ellenbogen klemmen ganz satt an der Wand. Das ist mir echt zu blöd....

  • Das MRT in der offenen Röhre (die keine Röhre ist) war easy. Und der Befund sehr erleichternd, nix bedenkliches gefunden.

    Da hab ich mir zur Feier des Tages einen Berliner zum Kaffee gegönnt :)

  • Hallo jr!

    Das MRT in der offenen Röhre (die keine Röhre ist) war easy. Und der Befund sehr erleichternd, nix bedenkliches gefunden.

    Da hab ich mir zur Feier des Tages einen Berliner zum Kaffee gegönnt :)

    Na, das ist doch mal ein Grund zum hüpfen :hops::hops::hops:!

    Glückwunsch!


    LG
    Sabine

  • ja, das mit der OP ist so'ne Sache. Der Befund lautet cataracta incipiens (also Anfangsstadium), aber mein Visus ist innerhalb 1 Jahres drastisch runter auf zuletzt 0,5 / 0,6, was mich schon beunruhigt.

    Das ist bei mir auch so. Lt. Befund einer Augenklinik "incipiens", aber die Verschlechterung ist so stark - und ebenfalls innerhalb eines Jahres -, dass ich mittlerweile große Schwierigkeiten habe, mich draußen zu bewegen. Autofahren geht deshalb schon länger nicht mehr. Scharf sehe ich nur noch bis ca. 20 cm. Ich weiß gar nicht, wie der Visus mittlerweile ist. Leider untersucht mein AA mich nicht richtig, meinte aber, es läge wohl schon am Grauen Star. Suche nach anderem Arzt bisher erfolglos, da Aufnahmestop (außer für Privatpatienten) oder mehrere Monate Wartezeit bis zum Ersttermin. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, womöglich bis zum Herbst oder noch länger auf eine OP zu warten. Ich tropfe seit eineinhalb Jahren 2xCosopt-S und 1x Monoprost. Die Druckwerte liegen bei 12 bis 15, daher sei laut AA auch kein Stent erforderlich, nur Kunstlinse.

  • "es läge wohl schon am Grauen Star"... Das sind genau die Wischiwaschi-Aussagen, die man sich von seinem Arzt wünscht :-((

    Mir geht es ähnlich, dass einige Fragen alles andere als befriedigend beantwortet werden. Und bei der Suche nach einem anderen Arzt mache ich dieselben Erfahrungen. Den Visus könntest du auch mal rasch bei einem Optiker machen. Bei Apollo z.B. bekommt man eine Einstärkenbrille für 19€, da ist die Sehstärkenermittlung incl. Eine "aktuelle" Lesebrille kann man ja immer brauchen.

    Ich wünsch Dir alles Gute für die OP!

    Die Sinnhaftigekeit meiner Stents steht für mich auch nicht fest. Wenn es (wohl ziemlich risikolose) iStents werden sollten, lass ich dir mir vermutlich reintackern...

  • Mein AA sieht die Notwendigkeit eines Stents wahrscheinlich auch deshalb nicht, weil er das selbst nicht machen kann - Katarakt-OP aber schon. Ich schiebe die Entscheidung auch für Katarakt-OP vor mir her, weil ich woanders in absehbarer Zeit keinen Termin bekomme (und ja erst einmal einen anderen Augenarzt bräuchte, der mich z.B. in die Augenklinik überweist), mein AA aber überhaupt erst wenige Jahre praktiziert und aus meiner Sicht zu wenig Erfahrung hat. Mir fehlt da das Vertrauen. Aber anderer Arzt - wie gesagt, sehr schwierig.

  • Hallo!

    Das ist bei mir auch so. Lt. Befund einer Augenklinik "incipiens", aber die Verschlechterung ist so stark - und ebenfalls innerhalb eines Jahres -, dass ich mittlerweile große Schwierigkeiten habe, mich draußen zu bewegen. Autofahren geht deshalb schon länger nicht mehr. Scharf sehe ich nur noch bis ca. 20 cm. Ich weiß gar nicht, wie der Visus mittlerweile ist. Leider untersucht mein AA mich nicht richtig, meinte aber, es läge wohl schon am Grauen Star. Suche nach anderem Arzt bisher erfolglos, da Aufnahmestop (außer für Privatpatienten) oder mehrere Monate Wartezeit bis zum Ersttermin. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, womöglich bis zum Herbst oder noch länger auf eine OP zu warten. Ich tropfe seit eineinhalb Jahren 2xCosopt-S und 1x Monoprost. Die Druckwerte liegen bei 12 bis 15, daher sei laut AA auch kein Stent erforderlich, nur Kunstlinse.

    Das klingt nicht einfach. Aber wir haben in Deutschland noch immer freie Arztwahl. Daher bitte Deinen AA doch konkret um eine Überweisung für die Glaukomsprechstunde.

    Mehrere Monate auf einen Ersttermin warten zu müssen, ist bestimmt blöd, aber die Wartezeit fängt an, sobald der Termin steht. Also, anrufen, Termin ausmachen.... wäre zumindest mein Plan.

    Wenn Du so große Probleme beim Sehen hast, dann muss da mal genau hingesehen werden!

    Da wäre ich dann halt etwas penetrant.... :schulterzuck::denk11:

    Viele Grüße
    Sabine