Hallo,
ich heiße Jörg, bin Baujahr 67 und bei mir wurde im April 2024 ein Weitwinkelglaukom diagnostiziert. Die Diagnose wurde in der UniKlinik Essen festgestellt und die wollten sofort operieren (Stent). Meine Augenärztin hat sich aber erst einmal für die herkömmliche Behandlung mit Augentropfen entschieden. Grund fehlende Langzeitergebnisse bzgl. Stents und "operieren kann man immer noch".
Leider hat das Glaukom in meinem linken Auge schon ziemlich gewütet. Nur noch 10 - 20% Sehstärke. Fast kompletter Ausfall im Zentrum des Sichtfeldes.
Seit dem bekomme ich für die Nacht Monoprost und 2 x Tidimatz 20 mg/ml für den Tag. Die Tropfen wirken auch, Werte immer so zwischen 12 und 14 mmHg. Und jetzt kommt das große aber. Seit dem ich die Tropfen nehme, hat sich meine Sehfähigkeit rapide verschlechtert. Die Augen sind in der Regel knallrot, sehr oft Fremdkörpergefühl, unscharfes Sehen, extreme Lichtempfindlichkeit und sehr häufig so eine Art "Belag" auf den Augen - wie so eine Art Nebelwand.
Mittlerweile fahre ich kaum noch Auto, arbeite beruflich am PC und auch das wird immer schwieriger. Sitze manchmal nur ca. 20 Zentimeter vom Bildschirm entfernt, um wenigstens noch etwas erkennen zu können.
Meine Augenärtzin war zu Anfang der Meinung, dass das wohl am Konservierungsmittel liegen würde (hatte zu der Zeit Cosopt-Tropfen bekommen) und habe gegen die roten Augen Softacort verschrieben bekommen. Das hat auch etwas geholfen, aber ist ja keine Dauerlösung. Benetztropfen habe ich auch schon probiert, aber bringt zumindest bei der Sehleistung nur kurzfristig Besserung (ca. 20 Minuten).
Ich bin so langsam am Ende, da ich praktisch keines meiner Hobby mehr nachgehen kann (Puzzeln, Klemmbausteine) und wenn das so weitergeht, sehe ich auch für meinen Job schwarz. Ich dachte auch schon daran, die Tropfen komplett abzusetzen, um zu schauen, ob es wirklich an den Tropfen liegt oder ich mittlerweile wirklich so schlecht sehen kann. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass meine Sehleistung in 18 Monaten so rapide abgenommen hat.
Eine Zweit-Meinung einzuholen gestaltet sich bei uns hier am Niederrhein recht schwer, da Augenarztpraxen mit freien Kapazitäten nicht zu finden sind. Da müsste ich schon ins Ruhrgebiet.
Ich scheine also wirklich alle Nebenwirkungen der Tropfen mitzunehmen, die es gibt. Wenn die Lösung eine Op wäre, würde ich das trotz meiner Angst, dass dabei evtl. noch mehr kaputt geht, machen lassen. Nur wer kann mir sagen, ob das die Lösung ist?
Ich bin ziemlich verzweifelt...
Gruß
Jörg