Grauer-Star-OP bei Glaukom

  • Hallo zusammen,

    bei mir wurde im August erhöhter Augendruck 21-27 sowie bei der OCT-Sehnerv-Schichtaufnahme rechtes Auge 11% und linkes Auge 5% im gelben Bereich festgestellt. Ein Glaukom (oder Durchblutungsstörungen). Seit September tropfe ich 2x täglich Dorzolamid sine, wodurch der Druck auf 14 sank.

    Jetzt steht mir eine Graue Star-OP bei fortgeschrittenem Grauen Star bevor. Da ich bisher kurzsichtig bin (-6,50 und -7,50) und mein Gesicht beim Tropfen noch erkennen möchte, hat der Augenarzt die Zielrefraktion rechts auf 0 und links auf -0,50 bis -0,75 gesetzt. Asphärische Monofokallinsen werden implantiert.

    Es fällt mir schwer, meine gute Nahsicht komplett aufzugeben, gleichzeitig möchte ich das Beste für meine Sehnerven.

    Ich bin mir aber total unsicher, ob das gut für meine Augen, besonders das rechte, ist. Gerne möchte ich einen Glaukomspezialisten dazu befragen.

    Hat jemand von euch hilfreiche Tipps? Herzlichen Dank.

  • Hallo Rosa We,

    Die gute Nahsicht der Kurzsichtigen wirst du, egal ob du Weitsicht- oder Nahsichtlinsen wählst, verlieren.

    Bei Nahsicht wird auf ca. 60cm vor dem Auge eingestellt, wodurch du ohne Probleme ohne Brille lesen kannst. Aber die Auflösung im Nahbereich von Kurzsichtigen ist was anderes. Splitter in der Haut, kleine Buchstaben/ Beschriftungen ... nur noch mit Lupe.

  • Ich kann bestätigen, was mellirosa geschrieben hat. Früher hatte ich -12,5 Dioptrien und wurde bei der Katarakt-OP auf -2,5 Dioptrien eingestellt, so kann ich prima ohne Brille lesen. Aber mikroskopisch kleine Schrift von manchen Gebrauchsanleitungen geht nicht mehr und für das Einfädeln einer dünnen Nadel benutze ich manchmal eine Lesebrille. Nach einer kurzen Gewöhnungszeit bin ich aber sehr zufrieden, denn jetzt habe ich nur noch eine vergleichsweise dünne und leichte Gleitsichtbrille.

    Für das Glaukom kann die Katarakt-OP von Vorteil sein, da sie manchmal den Druck noch ein wenig senkt. Angst davor musst du nicht haben, denn die OP ist nur ein sehr kleiner Eingriff. Ich würde dir aber empfehlen, sie in einer Augenklinik machen zu lassen oder zumindest am OP-Tag und dem folgenden mehrmals den Druck messen zu lassen.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Rosa We,

    Die gute Nahsicht der Kurzsichtigen wirst du, egal ob du Weitsicht- oder Nahsichtlinsen wählst, verlieren.

    Bei Nahsicht wird auf ca. 60cm vor dem Auge eingestellt, wodurch du ohne Probleme ohne Brille lesen kannst. Aber die Auflösung im Nahbereich von Kurzsichtigen ist was anderes. Splitter in der Haut, kleine Buchstaben/ Beschriftungen ... nur noch mit Lupe.

    Danke Mellirosa. Das ist leider sehr schade. Eigentlich hatte ich lange den Wunsch gehegt, als Ziel gute Nahsicht und trotzdem akzeptable Fernsicht zu haben. Aber dann mit zwei Brillen ... Schließlich rang ich mich durch, das dominante Auge auf 0 Dpt zu stellen. Da ich wenigstens das Notwendigste ohne Brille im Spiegel erkennen wollte, schlug der Augenarzt -0,50 bis -0,75 Dpt für das linke Auge vor. Ich frage mich allerdings, ob das gut für den Sehnerv ist, diese Minimonovision, gerade das rechte Auge ist schon etwas geschwächt. Der Augenarzt sah kein Problem, ist aber kein Glaukomexperte.

  • Ich kann bestätigen, was mellirosa geschrieben hat. Früher hatte ich -12,5 Dioptrien und wurde bei der Katarakt-OP auf -2,5 Dioptrien eingestellt, so kann ich prima ohne Brille lesen. Aber mikroskopisch kleine Schrift von manchen Gebrauchsanleitungen geht nicht mehr und für das Einfädeln einer dünnen Nadel benutze ich manchmal eine Lesebrille. Nach einer kurzen Gewöhnungszeit bin ich aber sehr zufrieden, denn jetzt habe ich nur noch eine vergleichsweise dünne und leichte Gleitsichtbrille.

    Für das Glaukom kann die Katarakt-OP von Vorteil sein, da sie manchmal den Druck noch ein wenig senkt. Angst davor musst du nicht haben, denn die OP ist nur ein sehr kleiner Eingriff. Ich würde dir aber empfehlen, sie in einer Augenklinik machen zu lassen oder zumindest am OP-Tag und dem folgenden mehrmals den Druck messen zu lassen.

    Danke DieDa. Wie ich bereits Mellirosa schrieb: Da ich wenigstens das Notwendigste ohne Brille im Spiegel erkennen wollte, schlug der Augenarzt -0,50 bis -0,75 Dpt für das linke Auge vor. Ich frage mich allerdings, ob das gut für den Sehnerv ist, diese Minimonovision, gerade das rechte Auge ist schon etwas geschwächt. Der Augenarzt sah kein Problem, ist aber kein Glaukomexperte.

    Meinst du einen stationären Aufenthalt in einer Augenklinik nach der OP zur Drucküberwachung? Muss man dafür in eine Uniklinik? Bekommt man das genehmigt, auch wenn der Sehnerv noch "im gelben" Bereich (1% im roten rechts) geschwächt ist?

  • Rosa We Früher habe ich es mit Kontaktlinsen auch so gemacht: die eine war für die Ferne, die andere ca. 0.75 schwächer. Damals hat allerdings die Akkomodation noch einigermaßen funktioniert. Diese geringe Differenz wird für die Nahsicht wohl kaum ausreichen. Dem Glaukom wäre es allerdings wohl egal.

    Es wundert mich, dass du auf die Ferne eingestellt werden sollst, da du ja schon ziemlich stark kurzsichtig bist. In diesen Fällen ist die Einstellung auf die Nähe eher üblich, dann braucht man eben eine Fernbrille. Man wird trotzdem zu einer Gleitsichtbrille greifen, damit man nah und fern gut sehen kann. Wenn ich längere Zeit lese, nehme ich die Brille aber ab, das ist angenehmer.

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    Jetzt haben sich unsere Antworten überschnitten. Ich habe meine Katarakt-OP in der Augenklinik (ja, eine Uniklinik) machen lassen, damit der Druck überwacht werden konnte. Bei mir stieg er stark an durch die Kortisontropfen. Damals wusste ich noch nicht, dass ich Kortisonresponder bin. Da war es gut, dass ich unter Kontrolle war.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

    2 Mal editiert, zuletzt von DieDa (18. November 2025 um 23:15)

  • Rosa We Früher habe ich es mit Kontaktlinsen auch so gemacht: die eine war für die Ferne, die andere ca. 0.75 schwächer. Damals hat allerdings die Akkomodation noch einigermaßen funktioniert. Diese geringe Differenz wird für die Nahsicht wohl kaum ausreichen. Dem Glaukom wäre es allerdings wohl egal.

    Es wundert mich, dass du auf die Ferne eingestellt werden sollst, da du ja schon ziemlich stark kurzsichtig bist. In diesen Fällen ist die Einstellung auf die Nähe eher üblich, dann braucht man eben eine Fernbrille. Man wird trotzdem zu einer Gleitsichtbrille greifen, damit man nah und fern gut sehen kann. Wenn ich längere Zeit lese, nehme ich die Brille aber ab, das ist angenehmer.

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    Antwort von Rosa an DieDaZuerst wollte ich mich auf -1,50 und -1,00 Dpt einstellen lassen, habe es dann aber verworfen, weil ich dann für Ferne und Nähe eine Brille brauche. Dann las ich, dass ein Glaukomexperte eine Einstellung auf beidseitig 0 Dpt bei Glaukom empfiehlt und auf Monovision sollte man verzichten. Es sollte wohl für den Sehnerv besser sein, auch wenn sich die Augen beim älter werden verändern. Deswegen würde es mich generell interessieren, was Glaukomexperten dazu sagen.

    Einmal editiert, zuletzt von Rosa We (18. November 2025 um 23:29)

  • Liebe Rosa, darf ich mal fragen, warum du schreibst "Glaukom oder Durchblutungsstörungen", kann man das nicht feststellen?

    Ich bin noch nicht so gut in dem Thema, daher die Frage.

    LG

    Andrea

  • Liebe Rosa, darf ich mal fragen, warum du schreibst "Glaukom oder Durchblutungsstörungen", kann man das nicht feststellen?

    Ich bin noch nicht so gut in dem Thema, daher die Frage.

    LG

    Andrea

    Liebe Andrea, hier bin ich selbst noch im Unklaren. Der Augenarzt, über den ich meine Graue Star-OP abwickeln wollte, hatte erhöhten Augendruck 27 (nach Goldmann) festgestellt, wegen meinem Grauen Star zeigte sein OCT-Gerät jedoch den Augenhintergrund nicht an. Erst einige Wochen später, als ich wissen wollte, welche asphärischen Monofokallinsen bei ihnen implantiert werden, rief mich nach erneuter Erinnerung eine MTA an und teilte mir die Marke mit. In dem Zusammenhang sagte sie, dass iStents bei mir implantiert werden sollen. (Die Voruntersuchung zur OP war in ca. 4 Wochen danach.) Ich fiel aus allen Wolken, holte mir eine Zweitmeinung ein. Diese Praxis hatte ein größeres OCT-Gerät, wodurch Teile des Sehnervs aufgenommen wurden, leider viele gelbe Bereiche. Ich bräuchte dringend Tropfen, sagte diese Ärztin. Der Augendruck war jeweils 21, bei ihr gemessen über Applanation.

    Kurz vor der Voruntersuchung erhielt ich die Aufnahme per Post. Ich zeigte es dem Augenarzt, der mir keine Tropfen verschrieben hatte. Er sagte "Ich glaube nicht, dass Sie den grünen Star haben". Er verschrieb mir dann doch drucksenkende Tropfen. Deswegen fragte ich mich: Sind es Durchblutungsstörungen vom Sehnerv? Es gibt ja verschiedene Formen. Aber mein Augendruck war eindeutig zu hoch, was auf Glaukom hinweist. Vielleicht war es auch nur eine Ausrede von ihm? Alles sehr suspekt. Mehr weiß ich vermutlich erst nach der OP, die ich aus verschiedenen Gründen verschieben musste. Bin am Überlegen, in eine Uniklinik oder andere Praxis zu gehen, weil das alles doch sehr merkwürdig war.
    LG
    Rosa

  • Rosa We Früher habe ich es mit Kontaktlinsen auch so gemacht: die eine war für die Ferne, die andere ca. 0.75 schwächer. Damals hat allerdings die Akkomodation noch einigermaßen funktioniert. Diese geringe Differenz wird für die Nahsicht wohl kaum ausreichen. Dem Glaukom wäre es allerdings wohl egal.

    Es wundert mich, dass du auf die Ferne eingestellt werden sollst, da du ja schon ziemlich stark kurzsichtig bist. In diesen Fällen ist die Einstellung auf die Nähe eher üblich, dann braucht man eben eine Fernbrille. Man wird trotzdem zu einer Gleitsichtbrille greifen, damit man nah und fern gut sehen kann. Wenn ich längere Zeit lese, nehme ich die Brille aber ab, das ist angenehmer.

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    Jetzt haben sich unsere Antworten überschnitten. Ich habe meine Katarakt-OP in der Augenklinik (ja, eine Uniklinik) machen lassen, damit der Druck überwacht werden konnte. Bei mir stieg er stark an durch die Kortisontropfen. Damals wusste ich noch nicht, dass ich Kortisonresponder bin. Da war es gut, dass ich unter Kontrolle war.

    DieDa Auf welche Minus-Dioptrienzahl hast du dich bei der Katarakt-OP einstellen lassen? Ist der Minuswert so geblieben oder hat er sich gesenkt? Gerade bei den langen Augen der Kurzsichtigen, kann es ja Monate nach der OP nach unten gehen. In die Weitsichtigkeit möchte ich auf keinen Fall rutschen, dann muss ich schon mind. -0,75 und -0,50 oder so nehmen.

    Wie lange war dein Aufenthalt in der Uniklinik zur Drucküberwachung? Da ich auch nicht weiß, ob ich Kortison-Responder bin, denke ich darüber nach. Bei den Augenärzten wird ja nicht täglich gemessen nach der OP.

  • DieDa Auf welche Minus-Dioptrienzahl hast du dich bei der Katarakt-OP einstellen lassen? Ist der Minuswert so geblieben oder hat er sich gesenkt?

    Ich habe mich auf -2,5 Dioptrien einstellen lassen. So kann ich gut ohne Brille lesen, ansonsten brauche ich eine Gleitsichtbrille. Damit sehe ich in die Ferne, kann aber im Supermarkt auch Preise oder Inhaltsstoffe gut lesen. Zu Hause trage ich eher eine "Raumkomfortbrille", also eine Computerbrille, mit der man etwa bis zum Abstand von 3m scharf sieht. Die ist mir angenehmer als die normale Gleitsicht.

    Meine Katarakt-OPs waren vor rund fünf Jahren. Nach etwa sechs Wochen konnte ich mir eine Brille anpassen lassen. Meine Stärke hat sich seitdem nicht verändert.

    Ich würde wirklich davon abraten, nur auf -0,75 Dioptrien zu gehen. Wegen der fehlenden Akkomodation kann man dann nämlich nicht ohne Lesebrille lesen. Mein operierender Arzt schlug -3 Dioptrien vor, aber ich wollte mich im Haus notfalls auch ohne Brille gut zurechtfinden können. Mit den -2,5 Dioptrien bin ich sehr glücklich. Mandy hier aus dem Forum war vor der Katarakt-OP sogar noch extremer kurzsichtig als ich und hat, soweit ich weiß, jetzt auch -2,5 Dioptrien.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Rosa We!

    Wie DieDa schon berichtete, habe ich bei der Katarakt-OP die Linsen auch auf etwas -2,5 Dioptrien einstellen lassen. Bei mir konnte man es nicht so genau korrigieren, weil noch eine Hornhautverkrümmung vorliegt. Aber es kommt so in etwa hin.

    Nun trage ich eine Gleitsichtbrille, und ich komme sehr gut damit zurecht. Für mich war das alles ein Segen bezüglich des Sehens. Ich hatte zuvor -20 und -17,75 Dioptrien. Mit den -2,5 komme ich sogar für kurze Zeit im Haus so zurecht, und das Tropfen fällt mir ohne Brille nicht schwer. Ich hatte mich als ehemals so stark Kurzsichtige nie an die Altersweitsichtigkeit gewöhnt, und ich bin froh, mich für diesen Weg entschieden zu haben.

    Liebe Grüße

    Mandy