• Hallo zusammen,

    ich bin 45 Jahre alt und regelmäßig zum Augenarzt gegangen. 2020 habe ich die Vorsorge für grüner Star gemacht (Luftstoß). Da war alles ganz normal und ich hab mich in "Sicherheit gewiegt". Darum wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass bei mir dann fünf Jahre später ein Offenwinkelglaukom diagnostiziert wird.

    Die letzten fünf Jahre war ich mindestens vier Mal beim Augenarzt. Zuerst Vorsorge, dann sind meine Dioptrien immer höher gestiegen, am linken Augen konnte ich nicht mehr gut sehen. Im März 25 wurde mir von der Augenärztin gesagt, ich sollte im September wieder kommen. Die "Pünktchenmessung" ergab dann schon einen Gesichtsfeldfeldausfall am linken Auge.

    Diagnose habe ich nicht erhalten, sondern nur die Info, der Augeninnendruck von 27 ist zu hoch. Meine Frage was ich dagegen tun kann, war nur Tropfen oder Laser, dann Stille, keine Erklärung. Ich entschied mich dann einfach weil ich es nicht besser wusste für den Laser. Am Empfang wurde mir dann ein Infozettel über Glaukom in die Hand gedrückt. Daraufhin bin ich dann total gestresst gewesen, Angst gehabt vor Erblindung und viele andere Gedanken Familie, Arbeit, Leben... gehen einem durch den Kopf.

    Der Laser hat eine Augeninnendruck von 18 auf beiden Augen gebracht. Mit diesem Wert war sie zufrieden und wollte dann erst wieder einen Termin im Januar machen, Zitat: "dann schauen wir, ob es schlechter geworden ist". Ich musste sie auch darauf stoßen (Dank eurem Forum, Erfahrungen), dass sie einen OCT-Test macht . Außerdem bekam ich auf mein Nachfragen endlich eine Diagnose, dass es sich um ein Offenwinkelglaukom handelt, aber sie tendiert zu einem Pigmentglaukom.

    Auf mein Nachfragen warum das solange unentdeckt geblieben ist, war die Antwort mein frühes Alter ist ungewöhnlich und die Augeninnendruckschwankungen die mal niedrig und mal höher waren. Das ärgert mich natürlich, was soll man sonst tun, als zum Facharzt zu gehen, selber weiß man es nicht besser.

    Jetzt bin ich in einer Augenklinik und da fühle ich mich besser aufgehoben. Meine Entscheidung für den SLT war richtig, Hornhautdicke ist gut, der Augeninnendruck bei 16 und 17 beim letzten Mal bei beiden Augen auf 18. Es ist kein Pigmentglaukom. Abends muss ich nun im linken Auge Monoprost tropfen.

    Interessant zu erfahren war, dass die Behandlung mit dem SLT-Laser sofortige Wirkung zeigt - Aussage der Augenklinik, Aussage meiner früheren Augenärztin war "das dauert sechs Wochen" egal ob mit Laser oder Tropfen, bis die Wirkung eintritt.

    Am linken Auge sehe ich nicht mehr scharf und durch den Gesichtsfeldausfall im oberen Bereich ist das Sehen nicht mehr so ideal bzw. ich bekomme immer die Erinnerung "da ist was". Aber insgesamt wäre ich zufrieden, wenn es so bleibt und nicht schlechter werden würde. Da kommen natürlich Gedanken auf: wird das bestenfalls 40 Jahre so bleiben?

    Wie geht es euch damit? Hat jemand Erfahrung mit der Einnahme mit Ophtaprotect?

    2 Mal editiert, zuletzt von SusiKi (14. November 2025 um 11:13)

  • Hey,

    die Story können wahrscheinlich viele hier so oder so ähnlich beschreiben. Sehr gut, wie du dich informiert hast und meiner Meinung nach auch auf einem guten Weg bist!

    die Erinnerung "da ist was". Aber insgesamt wäre ich zufrieden, wenn es so bleibt und nicht schlechter werden würde. Da kommen natürlich Gedanken auf: wird das bestenfalls 40 Jahre so bleiben?

    Da kann dir meiner Erfahrung nach nur sagen, dieses da ist was gibt sich nie 100% aber bei mir ist es nach 2 Jahren deutlich weniger Präsent im Alltag.

    Das mit den 40 Jahren wird dir niemand sagen können. Ich habe die selbe Hoffnung (sogar mehr als 40 Jahre auf Grund meiner zarten 32 Jahren) aber mit dem Vorgehen so wie du es machst und regelmäßigen Kontrollen tuen wir alles beeinflussbare.

  • Ich habe die selbe Hoffnung (sogar mehr als 40 Jahre auf Grund meiner zarten 32 Jahren)

    Kurz nach der Diagnose, wo ich total am Boden zerstört war, hat mein Arbeitskollege gemeint: Sein Vater hat grünen Star um die 50 bekommen, ist jetzt über 90 alt und sieht wie ein Habicht. Obwohl salopp gesagt, hat mir das in diesem Moment irgendwie Hoffnung gegeben und mich aufgebaut. =)

  • SusiKi Willkommen in diesem Forum!

    Wie Affected schon sagte: Wenn du regelmäßig zur Kontrolle gehst und die Tropfen wie vorgegeben nimmst, dann bist du schon mal auf einem guten Weg.

    Bei mir wurde das Glaukom vor ca. 15 Jahren festgestellt und ich hatte schon damals extreme Gesichtsfeldausfälle. Leider wurden sie etwa zwei Jahren an einem Auge schlimmer (da lagen die Druckwerte auch häufig bei 17, mein Zieldruck ist 15), doch das andere blieb über all diese Jahre stabil. Wenn man in Behandlung ist, kann ein Fortschreiten aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden. Deshalb ist es besser, man hat die Diagnose, obwohl sie zunächst erschreckt.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Danke für die tolle Aufnahme. Zum Anfang wollte ich mich nicht mit anderen Erfahrungsberichten auseinandersetzen, da ich dachte das wird mich noch weiter runterziehen.

    Nachdem ich es trotzdem gewagt habe, bin ich froh über den Austausch, das Wissen und die jahrelangen Erfahrungen der Betroffenen, die zu lesen sind. Hier wird man besser aufgeklärt, als beim Augenarzt. Das ist unfassbar viel wert und tut gut, dass man mit der Thematik nicht alleine ist.

    Unterstützen möchte ich meine Nervenzellen mit Vitaminen, um ein Fortschreiten zu mildern. Hat jemand Erfahrungen welches Präparat gut wäre?

  • Kürzlich wurde ein sehr interessanter Artikel verlinkt. Darin wird gut erklärt, was man in welcher Dosis nehmen könnte: interessanter Artikel

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo SusiKi!

    Willkommen im Forum.

    ich bin 45 Jahre alt und regelmäßig zum Augenarzt gegangen. 2020 habe ich die Vorsorge für grüner Star gemacht (Luftstoß). Da war alles ganz normal und ich hab mich in "Sicherheit gewiegt". Darum wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass bei mir dann fünf Jahre später ein Offenwinkelglaukom diagnostiziert wird.

    Sicher ist das eher jung, aber das Glaukom kennt halt keine Altersbeschränkung. Es kommen schon Babys mit Glaukom zur Welt. Von daher ist das Glaukom keine Frage des Alters.

    Ich selbst war auch erst 30 Jahre als, als aus meinem Pigmentdispersionssyndrom ein Glaukom wurde.

    Wichtig ist nicht nur den Augeninnendruck (AID) zu messen, sondern auch den Sehnerv anzuschauen. Nur, wenn beides gemacht wird, kann man sicher gehen, dass wirklich kein Glaukom vorliegt.

    Deine SLT wirkt gut, das ist toll. Wie lange das so positiv anhält, kann Dir leider niemand sagen. Aber genieße es einfach.

    Der Austausch unter gleich Betroffenen tut gut. Dafür ist die Selbsthilfe da =).

    Ein OCT als Grundstock für Verlaufsbeurteilungen zu haben, ist super!

    Du weißt, dass man beim Tropfen, bzw. nach dem Tropfen das Tränenpünktchen sanft abdrücken soll?


    Viele Grüße
    Sabine

  • Hallo Sabine,

    stimmt die Selbsthilfe ist wirklich toll.

    Ich war gestern beim Augenarzt, rechtes Auge AID 17 und linkes Auge AID 19. Das war zu hoch. Jetzt muss ich auf beiden Augen Monoprost tropfen und zusätzlich am rechten Auge morgens und abends Dorzo vision sine tropfen. Das linke bessere Auge ist leider auch schon befallen. Zieldruck wäre 15.

    Es wurde nur Luftstoßmessung gemacht und das Auge angeschaut.

    Das zieht mich natürlich runter.

    Das Tränenpünktchen drücke ich immer ab.

    Die Aussage der Ärztin zu

    Vitamine: -reicht die normale gute Ernährung

    Flugreisen, Sauna, Sport: - kann ich alles machen, denn der langfristige Augeninnendruck ist schädlich.

    Die Ärztin meinte, zum Nachschauen soll ich erst wieder in einem Vierteljahr kommen. Jetzt habe ich aber am 1. Dezember noch einen Termin, den ich trotzdem wahrnehmen werde.

    Sollte sich bis dahin nicht schon eine Wirkung der zusätzlich getropften Tropfen zeigen?

    So sind die Tage manchmal gut und manchmal zieht es mich wieder runter.

    Viele Grüße

    Susi

    2 Mal editiert, zuletzt von SusiKi (21. November 2025 um 16:01)

  • Hallo Susi!

    Die Ärztin meinte, zum Nachschauen soll ich erst wieder in einem Vierteljahr kommen. Jetzt habe ich aber am 1. Dezember noch einen Termin, den ich trotzdem wahrnehmen werde.

    Sollte sich bis dahin nicht schon eine Wirkung der zusätzlich getropften Tropfen zeigen?

    So sind die Tage manchmal gut und manchmal zieht es mich wieder runter.

    Dann ist die Kontrolle ja gleich am Montag.

    Die Wirkung der zusätzlichen Tropfen sollte man schon sehen können, wenn die vielleicht auch noch nicht ihre ganze Wirkkraft zeigen nach der kurzen Zeit.

    Das geht uns Allen so, dass es gute Tage gibt und manchmal halt auch schlechte. Das ist doch ok, man darf auch mal nicht so gut drauf sein.

    Viele Grüße
    Sabine

  • Hallo zusammen,

    bei meiner gestrigen Untersuchung hat der AID sein Ziel von15 nicht erreicht. Linkes Auge 16 und Rechtes Auge 18.

    In der Augenklinik hatte ich jetzt immer eine andere Augenärztin.

    Die letzte Augenärztin meinte ich soll 5 Minuten Abstand halten zwischen Monoprost und Dorzo Vision.

    Die gestrige Augenärztin meinte einen Abstand von 15-20 min.

    Mir wurde jetzt Dorzocomp zusätzlich zu Monoprost verschrieben und die Dorzo Vision muss ich jetzt weglassen.

    Ich hoffe der AID sinkt noch. Vielleicht habe ich aber auch nicht richtig getropft.

    Wie handhabt ihr das?


    Viele Grüße

    Susi

  • Hallo,

    ich halte einen Abstand von mindestens 15 Minuten zu anderen Tropfen. Auch, wenn bei den Prostaglandinen 5 Minuten drin steht, aber das finde ich zu kurz.


    Viele Grüße sissy

  • Ich kenne es auch mit 15 Minuten Abstand.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Susi

    ich habe manchmal den Eindruck, dass vom Tropfen einiges wieder aus dem Auge herausläuft.

    Hast du das vielleicht auch?

    Ich weiß nicht, wie ich das verhindern kann. Ich kneife das Auge nach dem tropfen auch nicht zu, sondern schließe es normal.

    Deswegen meine ich, das dann nicht genug Wirkstoff im Auge verbleibt.

    Liebe Grüße Andrea

  • Hallo Andrea,

    bei mir tropft es auch raus, obwohl ich auf das Tränenpünktchen drücke und das Auge geschlossen halte. Manchmal läuft es auch den Rachen hinunter. Deswegen bin ich mir auch nicht sicher, ob es die optimale Wirkung am Auge entfaltet.


    Liebe Grüße

    Susi

  • Ich lüpfe das Unterlid, damit möglichst viel Bindehautkontakt entsteht. Der Tropfen läuft dann in die Tasche und wenn der Lidrand zuerst am Auge ist beim loslassen, dann ist der Tropfen "gefangen" und wenn es dann immer noch auslaufen sollte, ist das wirklich der Überschuss.

  • Hallo, das hat bei mir auch lange gedauert. Das ist Übungssache.

    Wenn ich mir nicht sicher bin, ob da genug Tropfen im Auge ist, dann tropfe ich nochmal nach.

  • Wenn der Druck stimmt ist doch alles gut.

    Ich tropfe am liebsten im Liegen. Schaue locker an die Zimmerdecke und wenn ich das Gefühl habe dass ich nicht sofort blinzeln muss, tropfe ich. Danach ziehe ich das Unterlid leicht ab und der Tropfen verschwindet im Unterlid. Dann setze ich das Unterlid ab ... die Hand kann man an der Stirn absetzen und warten, bis der Zeitpunkt passt.

    Das mit dem Liegen habe ich von einer Frau, die mit mir im Zimmer beim 24h-Tagesprofil war und die fast blind war ...

  • Ja,wenn du denkst, dass nicht genug im Auge gelandet ist oder der größte Teil wieder rausgelaufen ist, dann würde ich sofort nochmal nachtropfen.

    Aber dann sofort und nicht erst ne halbe Stunde später zum Beispiel.

  • 2 mal tropfen mit verschiedenen Wirkstoffen natürlich mit zeitlichem Abstand ...

    Oder tropfen in re und li Auge?

    Glaube, dass sie meint, ob sie nochmal nachtropfen darf, wenn zuviel vom Tropfen wieder rausläuft oder zuviel daneben geht.

    LG

  • Ich handhabe das so, dass beim Halbdrinhalbdraussen ich noch mal sofort nachtropfe und was an den Augenwinkeln dann rausläuft mit einem Tempo oder so abnehme.

    Subjektiv ist es machmal so, dass ein Tropfen manchmal wie zu klein wirkt, da tropfe ich nicht nach.

  • Also bei mir läuft auch was raus. Mein AA sagte, dass das normal ist. Zeitabständen 15 min Minimum. Ich warte meist 30 min. Überschuss einfach abwischen.


    Ist Dorzocomp und Dorzo Vision nicht das Gleiche?

  • Hallo!

    Hallo Andrea,

    bei mir tropft es auch raus, obwohl ich auf das Tränenpünktchen drücke und das Auge geschlossen halte. Manchmal läuft es auch den Rachen hinunter. Deswegen bin ich mir auch nicht sicher, ob es die optimale Wirkung am Auge entfaltet.


    Liebe Grüße

    Susi

    Das ist völlig normal, dass da was aus dem Auge läuft, wenn man das Auge sanft schließt!

    Der Tropfen ist immer größer, als das Auge Flüssigkeit aufnehmen kann.

    Wenn man nach dem sanften Schließen der Augen den Augapfel beim sanften abdrücken des Tränenpünktchens den Augapfel etwas bewegt, verteilt sich der Tropfen schneller im Auge. Ist aber nicht zwingend nötig.

    Wenn der Tropfen den Rachen runterläuft, bist Du zu langsam mit dem Beginn des Abdrückens.

    Tropfst Du ein Auge und drückst gleich oder tropfst Du beide Augen und drückst erst dann?

    Ich kann auch nur im Liegen tropfen.

    Falls Du Tipps brauchst, wie man noch anders tropfen kann, kannst Du hier die Tropfbroschüre kostenfrei bestellen:

    Informationsmaterial - Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V.


    Ist Dorzocomp und Dorzo Vision nicht das Gleiche?

    Jein... Dorzocomp= Wirkstoffe Dorzolamid und Timolol

    Dorzo Vision = Wirstoff Dorzolamid


    Viele Grüße
    Sabine