• Hallo,

    Ich habe Freitag die Diagnose grüner Star bekommen, nachdem ich vom Optiker, wegen einer neuen Brille, zum Augenarzt geschickt wurde.

    Augendruck liegt bei 20, Arzt meint Niederdruckglaukom, Sehnerv ist bereits geschädigt, festgestellt durch Ultraschall der Augen.

    Ich bin echt geschockt und hatte ja keine Probleme, nun soll ich jeden Abend Tropfen und alle 3 Monate zur Kontrolle.

    Arzt war nicht sehr gesprächig, hat mir den Zettel mit dem Ultraschall Ergebnis in die Hand gedrückt und gemeint den kann ich mir an den Spiegel heften.
    Könnt Ihr mir ein bisschen Info geben, was muss ich beachten, was darf ich nicht, etc.

    Vielen Dank schon mal….

  • Hallo Susisanne,

    Willkommen im Forum.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Diagnose und dass wortkarge Abfertigen dich geschockt haben.

    Aber behalte die Ruhe, denn es ist erkannt und du kannst jetzt was tun.

    Unerkannt und nicht behandelt sind viele aufgewacht und hatten schwere Sehfeldausfälle. Was bei dir jetzt gottseidank nicht der Fall ist.

    Drucksenkende Tropfen und 3monatliche Kontrollen ist das übliche Vorgehen. Die Fragen sind: verträgst du die Tropfen und senken sie den Druck ausreichend.

    Bei der nächsten Kontrolle könntest du nach dem Zieldruck fragen.

    Es werden sich hier sicher noch andere melden mit wertvollen, hilfreichen Fragen und Tips

    Dir alles Gute

    Mellirosa

  • Susisanne gut, dass der Optiker dich zum Augenarzt geschickt hat! Und, wie schon Melliros sagte: Gut, dass das Glaukom jetzt erkannt ist und behandelt wird. So kann man ein Fortschreiten aufhalten oder zumindest verlangsamen.

    Bist du sicher, dass mit Ultraschall untersucht wurde?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Vielen Dank für die Rückmeldung, ich bin mir im Moment mit nichts sicher.
    Sprechstundenhilfe meinte das wäre ein Ultraschall der Augen, musste dafür auch Geld bezahlen, da IGEL Leistung.

    Ist eine zweite Meinung ratsam, oder ist das nun Fakt?

    Hatte Ende 2023 die letzte Glaukomuntersuchung und die war ok, verstehe das alles nicht.

  • Vermutlich war es ein OCT, das funtioniert wohl ähnlich wie Ultraschall. Dann müsstest du so um die oder etwas über hundert Euro bezahlt haben. Damit kann man schon einiges feststellen.

    Hast du auch einen Gesichtsfeldtest gemacht, wo du Lichtpunkte erkennen musstest? Wenn ja, wie war das Ergebnis?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

    Einmal editiert, zuletzt von DieDa (10. November 2025 um 12:41)

  • Genau, das wurde gemacht, ein Gesichtsfeldtest aber nicht.

    Die Auswertung war sehr lapidar, weiß leider nicht wie doll die Schädigung schon ist, die Ärtzin war nur kurz angebunden und ich einfach zu geschockt.

  • Das mit den kurz angebundenen Ärzten kennen wir leider. Und nach dem ersten Schock stellt man keine Fragen, weil es einem zunächst die Sprache verschlägt.

    Notier dir für das nächste Mall alle Fragen, damit du sie nicht vergisst.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Susisanne,

    warum hatte der Optiker Dich denn zum AA geschickt und was wiederum hat diesen veranlasst, ein OCT zu machen?

    Hatte der AA bei seiner Untersuchung an der Spaltlampe Auffälligkeiten an Deinen Sehnerven entdeckt, die dann mittels Bildgebung näher untersucht werden sollten?

    Bist Du eigentlich irgendwie kurz- oder weitsichtig? Gibt es Glaukomfälle in der Familie, also ein erhöhtes Risiko?

    Ich frage so konkret nach, weil wir hier doch immer mal wieder erleben, dass sicher geglaubte Glaukomdiagnosen sich bei weiterer Abklärung als beobachtungsbedürfiger Verdacht herausstellen.

    Was genau bei Dir Sache ist, solltest Du bei Deinem nächsten Termin klären!

    Insbesondere:

    • Wie stark sind Deine Sehnerven geschädigt? Dazu kannst Du Dir auch das OCT mal näher anschauen;
      Diese Ausdrucke sind ja gut selbsterklärend mit der farblichen Kodierung nach dem Ampelprinzip. Du findest dazu auch hier im Forum über die Suche (Lupe oben rechts, von der Startseite aus!) jede Menge Vergleichsmaterial.
    • Was ist Dein Zieldruck? Je nach dem wie gravierend (oder hoffentlich nicht) die Schäden an Deinen Sehnerven sind, setzt der AA den Druck an, den man mit der Tropftherapie erreichen will und von dem anzunehmen ist, dass keine weitere Schädigung mehr erfolgt.
    • Wie wurde der AID gemessen? Hat das der AA selbst gemacht nach vorheriger Tropfbetäubung der Augen, oder war das eine Non-Contact-Messung durch das Praxispersonal?
    • Was für eine Glaukomform hast Du? Wurde eine Gonioskopie gemacht, also der Kammerwinkel angeschaut? Hast Du ein Offenwinkelglaukom oder gibt es da irgendwelche Besonderheiten?
    • Der AA hat Dir Lumigan zur Drucksenkung verschrieben. Welche Variante hast Du bekommen? Das gibt es konserviert im Fläschchen und unkonserviert in Einzeldosen (EDOs). Letzteres ist bekömmlicher für die Augen!

    Das wären im Moment so die Fragen, die sich stellen.

    Wie Dir DieDa schon empfohlen hat, mach' Dir für den nächsten Termin eine Liste mit Deinen Fragen. Nicht nur damit Du in der Aufregung nichts vergisst. Nach meiner Erfahrung sind nämlich auch kurz angebundene AAs durchaus gesprächig, wenn sie merken, dass es dem Patienten mit seinem Bedürfnis nach Information ernst ist, und genau das zeigt die Liste!;o)

    LG

    Chanceline

  • Hallo Chanceline,

    vielen Dank für Deine Nachricht.
    Ich bin immer noch wie vor den Kopf gestoßen und die Diagnose macht mir einfach Angst.

    Leider ist meine Praxis sehr unzugänglich, ans Telefon geht nie jemand, so kann ich nur mailen.
    Anscheinend hab ich zu viel gefragt, nun bekomme ich keine Antwort mehr.

    Deine Fragen kann ich teilweise beantworten:

    Ja, ich bin kurzsichtig, bin übrigens 61 Jahre jung und trage Brille seit ca. 35 Jahren.

    In der Familie hat niemand damit zu tun, aber ich habe schon immer niedrigen Blutdruck, hab gehört das wäre ein Indiz?
    Das OCT wurde direkt nach der Augenuntersuchung mit der Spaltlampe gemacht, die meinte der Sehnerv gefällt ihr gar nicht und wir machen mal gleich ein OCT.
    Eine Auswertung ist nicht erfolgt, nur die Aussage das es ein normaldruckglaukom ist und ich Tropfen muss.

    Zieldruck? Keine Ahnung wurde nichts zu gesagt

    Was ist AID?

    luminar nehm ich in Einzeldosen, auch dazu hab ich keine Infos. Beipackzettel macht mir etwas Sorgen, wegen der Nebenwirkungen, daher hatte ich hier schon gefragt, ob jemand Erfahrungen hat.

    Ich muss erst im Januar wieder hin, der Fragenzettel ist bis dahin wohl ellenlang😉

    Falls Du mir noch mehr Info geben kannst wäre ich sehr dankbar.

    Schönen Abend und Gruß 🙋🏻‍♀️

    Einmal editiert, zuletzt von Susisanne (15. November 2025 um 18:42)

  • Hallo Susisanne

    ein bissel klarer wird die Sache mir Deinen zusätzlichen Infos nun doch.

    Wie stark bist Du denn kurzsichtig?

    Mit stärkerer Myopie (so über -6) ist einerseits ein Glaukomrisiko verbunden; andererseits erschwert die spezielle Anatomie stark kurzsichtiger Augen auch die Glaukomdiagnostik, weil der Sehnerv einfach schwerer zu beurteilen ist.

    ich habe schon immer niedrigen Blutdruck, hab gehört das wäre ein Indiz?

    Niedriger Blutdruck muss nicht zwingend ein Indiz sein.

    Bei einem Normaldruckglaukom (NDG) gibt es aber neben dem (individuell zu hohen) Augeninnendruck (AID) auch andere Faktoren zu beachten. Da gilt ein niedriger Blutdruck - vor allem Abfälle des diastolischen Werts in der Nacht - als problematisch, weil dann die Versorgung der Sehnerven leidet.

    Da bei Dir ja nun ein NDG zur Debatte steht, wäre es auf jeden Fall sinnvoll, wenn Du deinen Hausarzt um ein 24-Stunden Blutdruckprotokoll bittest. Dann könnte man sehen, ob Du nachts bedenkliche Abfälle hast.

    Was Du noch tun könntest, wäre Dir eines der Bücher von Ilse Strempel zu besorgen:

    Glaukom - mehr als ein Augenleiden oder keine Angst vor Grünem Star.

    Da stecken viele gut zu lesende und verständliche Informationen drin, die Dir weiterhelfen können.

    Du tropfst ja nun Lumigan in Einzeldosen, also unkonserviert.

    Bitte achte darauf, direkt nach dem Tropfen jeden Auges - bevor Du die Augen schließt - sanft das Tränenpünktchen im inneren Augenwinkel für mindestens eine Minute abzudrücken. Damit wird verhindert, dass der Wirkstoff über den Tränenkanal in den Rachen abläuft und über die Schleimhäute in den Körper gelangt. Systemische Nebenwirkungen, wie sie bei Augentropfen nie ganz auszuschließen sind, werden damit verringert.

    Falls Du mit der OCT-Auswertung alleine nicht klarkommst, kannst Du die auch einscannen oder fotografieren und sie - bitte nach Schwärzung aller persönlichen Informationen - hier einstellen.

    Wenn Du Fragen hast, melde Dich einfach - und vor allem beruhige Dich!

    Schwierig, ich weiß, aber das schaffst Du, ganz sicher!

    Liebe Grüße

    Chanceline

  • Chanceline

    Guten Morgen Chanceline,

    Vielen Dank für Deine Infos und die netten Worte, das hilft mir schon sehr.

    Meine Kurzsichtigkeit lag bisher bei - 3,5 und ich hatte mir im Juni ja eine neue Brille machen lassen, da war der Wert links bei -4,5.

    Den Tipp mit der Blutdruckmessung über Nacht werde ich beherzigen.

    Das Ergebnis vom OCT verstehe ich nicht, daher hänge ich es mal an. Vielleicht macht es mich ruhiger, wenn ich weiß was es bedeutet, auch wenn es nicht so gut sein sollte.

    Auch für den Tipp mit den Tropfen vielen Dank, nun wünsche ich Dir einen schönen Sonntag, Gruß Susisanne

  • Hallo Susisanne,

    ich hoffe, Du bist inzwischen doch etwas zur Ruhe gekommen...

    Das Ergebnis vom OCT verstehe ich nicht, daher hänge ich es mal an. Vielleicht macht es mich ruhiger, wenn ich weiß was es bedeutet, auch wenn es nicht so gut sein sollte.

    Dass Dein OCT auffällig ist, hat Dir die Ärztin ja bereits gesagt, wenn auch leider ohne weitere Erklärung.

    Ich nehme einfach mal an, dass Du mit der Optischen Kohärenztomografie nicht so arg vertraut bist. Also kurz zum Verständnis: Mittels OCT werden an verschiedenen Stellen des Auges Veränderungen gemessen, die typischerweise durch ein Glaukom entstehen.

    Die gemessenen Werte werden nach dem Ampelprinzip klassifiziert in grün=normal, gelb=grenzwertig und rot=außerhalb normaler Grenzen. Diese Einordnung basiert auf dem Vergleich Deiner Werte mit denen "gesunder" Menschen (unterschieden nach Alter, Geschlecht, Ethnie, Refraktion etc.). Deren Werte hat das Gerät in einer sogenannten Normdatenbank gespeichert.

    Ein Messort ist dabei die Papille, also der Sehnervenkopf, wo die gebündelten Nervenfasern das Auge in Richtung Gehirn verlassen.

    Die Papille besteht (vereinfacht gesagt) aus neuroretinalem Randsaum und Exkavation.

    Mit zunehmender glaukomatöser Schädigung wird der Randsaum kleiner, die Exkavation größer. Das Verhältnis zwischen Exkavation und Gesamtfläche der Papille gibt der (bzw. die) CDR-Wert(e) wieder. Letzteres gilt als, wenn auch grobes Maß, der glaukomatösen Schädigung, ist aber immer im Zusammenhang mit der Papillengröße zu bewerten. Du hast übrigens rechts eine normalgroße und links eine eher kleine Papille.

    Die diesbezüglichen Messwerte findest Du einmal in der Tabelle und aufbereitet im Graph neuroretinale Randsaumdicke. Auf den kleinen Bildern oben kann man die Papille als dunkel schraffierten Bereich erkennen, und die Exkavation darin ist heller grau.

    Deine Papillenwerte sind, mit Ausnahme der Randsaumfläche links, alle grün gekennzeichnet! Das würde ich positiv werten, allerdings ist im Graph der neuroretinalen Randdicke zu sehen, dass die Linien an einigen Stellen, insbesondere temporal nahe an den gelb-roten Bereich gehen.

    Die zweite Messung betrifft die Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) in einem bestimmten Abstand rund um die Papille.

    Im Ausdruck findest Du einmal den RNFL-Gesamtwert (= Mittelwert der Quadranten S-N-I-T) oben in der Tabelle, dann die einzelnen Bereiche aufbereitet als Graph RNFL-Dicke und unten als Tortendiagramme.

    Wie Du selbst sehen kannst, sind bei Dir Bereiche der RNFL gelb bzw. rot markiert, d.h. da sind die bei Dir gemessenen Werte deutlich niedriger als die Norm! Das deutet auf einen Glaukomschaden hin! Wie ausgeprägt der allerdings ist, kann ich Dir natürlich nicht sagen. So ein OCT allein ist keine Glaukomdiagnose sondern immer im Zusammenhang mit den anderen ärztlichen Befunden zu sehen! Du solltest auf jeden Fall bei der AA nachfragen, wie sie den Stand der Erkrankung einschätzt!

    Wurde bei Dir eigentlich schon das Gesichtsfeld untersucht? Falls nicht, wird das sicher beim nächsten Termin gemacht werden, dann wird man weiter sehen.

    Ich wünsche Dir sehr, dass Deine AA beim nächsten Termin zugänglicher ist und Deine völlig berechtigten Fragen beantwortet.

    Gut ist auf jeden Fall, dass Dich der Optiker zum Arzt geschickt hat und Du jetzt in Behandlung bist. Hast Du inzwischen mit den Tropfen angefangen, verträgst Du das Lumigan gut?

    Liebe Grüße

    Chanceline

  • Liebe Chanceline,

    vielen Dank für Deine tolle Ausführung, das ist mir wirklich alles fremd, aber ein wenig hab ich verstanden. So toll sieht’s wohl nicht aus😔

    Ich werde mir Montag eine zweite Meinung einholen und dann auch das Ergebnis vom OCT mitnehmen.

    Ich weiß jetzt auch was AID bedeutet, der lag bisher immer bei 19-20.

    Mein Augenarzt hat mir heute nur kurz geantwortet, das der grüne Star nicht vom niedrigen Blutdruck kommt…mehr dann auch wieder nicht.

    Ich bin etwas ruhiger, aber mein kopfkino ist weiter an.

    Hab nochmals vielen Dank und ich werde berichten wie es Montag war.

    Liebe Grüße Susisanne

  • Hallo Susisann!

    Willkommen im Forum.

    Sprechstundenhilfe meinte das wäre ein Ultraschall der Augen, musste dafür auch Geld bezahlen, da IGEL Leistung.

    Kurzer Hinweis: Das sind Arzthelferinnen oder Medizinische Fachangestellte.;o)

    Genau, das wurde gemacht, ein Gesichtsfeldtest aber nicht.

    Die Auswertung war sehr lapidar, weiß leider nicht wie doll die Schädigung schon ist, die Ärtzin war nur kurz angebunden und ich einfach zu geschockt.

    Du machst Dir ja schon einen Fragezettel. Das ist gut so, dann kannst Du im Januar alles genau besprechen.

    Ich würde noch auf den Zettel tatsächlich ein Tagesdruckprofil setzen. Wenn der AID bei 20 war, dann ist der am oberen Normbereich. Das war eine Momentaufnahme. Da kann der AID schon auch mal noch drüber gehen. Und dann sind wir nicht mehr beim NDG, sondern im erhöhten Druckbereich.

    Eine Auswertung ist nicht erfolgt, nur die Aussage das es ein normaldruckglaukom ist und ich Tropfen muss.

    Die Auswertung des OCTs bezahlst Du mit. Da würd ich auch noch mal nachfragen. Einen Ausdruck hast Du ja bekommen. Das ist gut. Lege Dir am besten einen Ordner an und lass Dir alle Befunde ausdrucken, die Du da dann abheften kannst.

    Ich weiß jetzt auch was AID bedeutet, der lag bisher immer bei 19-20.

    Wurde da auch mal zu unterschiedlichen Tageszeiten gemessen?

    Sonst hast Du schon unglaublich viele Infos bekommen.


    Viele Grüße
    Sabine