• Hallo und guten Tag zusammen,

    ich bin nach vielen Jahren Kampf gegen Glaukom an einem kritischen Punkt angekommen. Warum kritisch? 20 Jahre lang Tropfen, am Ende Dauergast in einer Klinik (43 Tage) mit 6 erfolglosen OPs. Mein Augenarzt spricht nicht mehr mit mir, ignoriert mich. Der Chefarzt der Klinik lässt mich viele Stunden lang warten trotz Termin. Lässt über seine Assistenten ausrichten, ich solle mich an eine andere Klinik wenden. Die Empfehlung ist Uni Magdeburg! Ich bin fassungslos, denn ich wohne in Frankfurt......am Main.

    Ich hoffe, das ich hier einige Anregungen finde. Habe die Beiträge hier im Forum bereits eingehend studiert.

    MfG

  • Hallo Kautz,

    Vielleicht kannst Du kurz den bisherigen Verlauf skizzieren und uns sagen, welche Fragen Du an uns hast. Vielleicht können wir Dir ja weiterhelfen. Manchmal hilft es ja schon, wenn man sich austauschen kann.

    Gruss Malve

  • Hallo Kauz!

    Willkommen im Forum.

    Welche Glaukomform hast Du?
    Welche OPs wurden denn gemacht? Wie hoch ist der AID aktuell?

    Aus welchem Grund wirst Du von Deinem AA ignoriert und Dir vom Chef der Klinik ein Klinikwechsel empfohlen? Das passiert ja nicht einfach so.:denk:


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo und guten Abend malve und Sabine,

    vor genau 20 Jahren wurde bei mir ein Glaukom bei beiden Augen festgestellt. ( Ich wusste bis dahin nicht was das ist) Doch Entwarnung, Glaukom war damals leicht beherrschbar. Eine Sorte Tropfen, morgens und abends...alles gut. Doch es wurde langsam schlechter. Nach knapp 20 Jahren war ich dann bei einem Tropfen-Cocktail angelangt, bestehend Brimonidin 1-1-1, Brinzolamid/Timolol 1-0-1 und Taflotan zur Nacht. Doch trotz dieser max. Dosis lag der AID ab ca. Mitte 2024 dauerhaft über 20, manchmal sogar bei 25.

    Lt. meines AA wäre jetzt eine OP unumgänglich. Man würde mir Stents einsetzen, der Eingriff wäre minimalinvasiv, ich solle mir keine Sorgen machen. Also habe ich mich voller Vertrauen und gutes Mutes in die Klinik begeben. Doch der Chefarzt, Professor und ausführender Operateur der Klinik riet mir von Stents ab, sie wären zu wenig wirksam. Er favorisierte eine TE. Begonnen wurde mit dem linken Auge. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

    Die erste OP war am 13. Januar. Das Auge war danach undicht, AID nicht messbar...also bei 0. Zu gebrauchen war das Auge nicht. Alles war sehr verschwommen, die kleinste Lichtquelle ein großer greller Ball, unerträglich.

    Im Februar erfolgte die zweite OP. Druck danach bei 8 -10, Sehvermögen besser. Undichtigkeit immer noch vorhanden. Und so ging weiter. Insgesamt gab es 3 OPs unter Vollnarkose und 3 OPs mit örtlicher Betäubung!!!!! AID im Oktober LA über 30...also das operierte Auge..RA 27 bei max. Dosis Tropfen. Nach zusätzlichem Einsatz von Glaupax aktuell LA 18, RA 22.

    Mein AA betreut mich seit über 20 Jahren und wir sind immer gut miteinander ausgekommen. Doch jetzt lässt er mich im Wartezimmer verhungern. Manchmal hat er mich verstohlen beobachtet wenn wir uns in der Praxis begegnet sind. Er hat mich an seine Assistentin abgetreten. Sie geht dann oft ratsuchend in sein Zimmer und spricht mit ihm.

    Auch der Chefarzt der Klinik verhält sich merkwürdig. Ließ mich stundenlang warten, trotz klarer Terminvereinbarung. Er ließ mir durch seine Assistenten mitteilen ich sollte mich doch bitte an eine andere Klinik wenden. Er hat nur angeboten einen Eingriff mit Laser zu machen. ZPC nennt man das. Es wir einfach ein Loch in die Iris gemacht damit das Wasser ablaufen kann. Eine junge Oberärztin hat das mitbekommen und ausdrücklich davon abgeraten. Das wäre viel zu gefährlich und könnte das Auge für alles Zeiten unbrauchbar machen.

    Sorry, das wurde fast ein Roman. Doch ich bin geschockt und frustriert. Das Verhalten meines AA und der Klinik ist enttäuschend. Man lässt mich mit meinem Problem alleine. Ich habe mich immer zu sehr auf die Ärzte verlassen, zu wenig hinterfragt. Kein Ahnung welchen Typ Glaukom ich habe. Glaucoma chronicum simplex steht in den Berichten. Jetzt versuche ich eine Klinik mit kompetenten Ärzten zu finden. Ich wohne im nördlich Rhein-Main-Gebiet, bin mobil. Bei Klinikbesuchen benutze ich aber gerne den Zug, man weiß ja nie was in der Klinik passiert.

    Viel Grüße

    Kauz

  • Klingt nach viel Stress, hoffe das wird irgenwann auch wieder besser

    Ich habe zwar ein juveniles Glaukom (also angeboren) aber:


    Mir wurde von meiner Augenärztin eine Zweitvorstellung im Uniklinikum Mainz vorgeschlagen, meine sonstigen Behandlungen und OP’s habe ich im LMU in München machen lassen


    Von den Mainzern war ich bei meinem (einzigen) Besuch zum Fragen klären und sichergehen das alles passt nicht enttäuscht.


    Habe zwar keine Neuigkeiten erfahren aber es wurde sich viel Zeit genommen


    Grüße Johannes

  • Hallo Kauz,

    Du hast ein primär chronisches Offenwinkelglaukom.

    Nach der TE kam es zu Komplikationen, die trotz nachfolgender Eingriffe nicht beherrschbar waren. Offensichtlich sind Deine Klikikärzte am Ende ihres Lateins angekommen.

    Wenn sie der Meinung sind, dass Du in eine andere Klinik gehen sollst, wo bessere Expertise ist, dann sollen sie Dich doch bitte als dringenden Fall dorthin überweisen, sei es nach Magdeburg, Mainz oder Charite Berlin.

    Diesen Dienst sollten Sie Dir erweisen und Du solltest Sie dringlich darum bitten. Natürlich kannst Du Dich schon vorher mit einer Klinik in Verbindung setzen und dich informieren, wie du kurzfristig zu einem Termin kommst, also was auf der Überweisung oder Einweisung stehen soll.

    Du brauchst ihre Unterstützung, denn Ärzte übernehmen nicht gerne Eingriffe an Augen, die andere mehrfach voroperiert haben.


    Die CPK ist ein invasiver Eingriff und wäre für mich die letzte Maßnahme.

    Gruss Malve

  • Hallo Malve,

    danke für deine Unterstützung.

    Ja, die Klinik ist mit ihrem Latein am Ende, das ist offensichtlich. Das ist keine Schande, wohl aber das Verhalten des Chefarztes. Denn das ist schäbig. Wenn ich richtig informiert bin hat er von Mainz ins Klinikum F.- Höchst gewechselt.

    Eine Überweisung an eine andere Klinik gab es nicht. Es war nur einen formlosen Tipp. Niemand übernimmt gerne missglückte Baustellen, sei es im medizinischen Bereich, im Handwerk..usw... Das wird schwierig.

    Zwei sehr kommunikative Oberärzte haben mir Magdeburg empfohlen. Aber gleich eingeräumt, das sie dort studiert hätten. Somit ist die Empfehlung subjektiv eingefärbt. Aber gut, ich schau mal was es so alles gibt.

    Viel Grüße

    Kauz

    Einmal editiert, zuletzt von Sabine (7. November 2025 um 11:22) aus folgendem Grund: Hetze entfernt

  • Hallo Kauz, nach so vielen Eingriffen ist die Bindehaut oft am Ende. Am besten gehst Du in eine Klinik, die auch Implantate setzen können, wie z.B Paul Implantat oder Ahmed Valve Implantat. Z. B. Mainz oder Charite. Wie heisst der Chefarzt? Wie er aussieht, weiss ich ja schon.

    Gruss Malve

  • Guten Morgen Malve,

    es ist Prof. Dr. med. Urs Voßmerbäumer. Er ist seit 2021 Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Frankfurt Höchst. Vorher war er Oberarzt an der Uni-Augenklinik in Mainz. Soweit man den Artikeln und Hinweisen im Netz folgen kann, ist er eine absolute Koryphäe.

    Gruß Kauz

  • Soweit man den Artikeln und Hinweisen im Netz folgen kann, ist er eine absolute Koryphäe.

    Ich habe ihn gegoogelt und so weit ich das beurteilen kann, ist er eine Koryphäe für Netzhaut und hat sich auch schon mit Glaskörper und Laser beschäftigt. Als Chefarzt ist er natürlich für das gesamte Spektrum der Augenerkrankungen zuständig.

    Aber ob er in der Liga der Glaukomchirurgen mitspielen kann, kann ich nicht beurteilen. Das ist ein besonderes Völkchen, gerade wenn es um die großen speziellen Augenopratioen geht.

    Z.B. ist die Chefärztin der Charite auch eine Netzhautspezialisten, niemals würde ich zu einer geplanten Glaukomoperation zu ihr gehen, würde sie auch gar nicht annehmen, es sei, denn sie hat Hintergrunddienst, diese Konstellation erhofft man sich nicht.

    Die Glaukomoperationen machen dort 3 Oberärzte. Sie haben die Expertise dafür.

    Aber egal, er hat Dich operiert, das Ergebnis ist nicht gut. Leider ist eine Trabekulektomie immer eine Risikooperation und nicht immer geht es gut aus.

    Jetzt hat er Dir als weitere Option eine CPC angeboten. Damit liegt der Ball bei Dir.

    Entweder nimmst Du das jetzt an oder versuchst, Dich in einer anderen Klinik vorzustellen. Aber wie Du schon schreibst, es wird nicht so einfach sein, einen couragierten kompetenten Arzt zu finden, der die Herausforderung annimmt, das voroperierte Auge zu behandeln. Aber unmöglich ist es nicht.

    Zumindest hast Du bezüglich der cpc Aufklärungsbedarf, es ist keine Op, bei der man ein Loch in die Iris schießt und gut ist es.

    Aber Deine katastrophierenden Bemerkungen der Oberärzte halte ich auch für deplaziert. Die cpc ist kein Eingriff, den man sich unbedingt wünscht, aber manchmal ist es eine Möglichkeit oder in bestimmten Situationen die einzige verbleibende. Aber das kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls stellen sich die Ärzte der Klinik nicht hinter die Entscheidungen des Chefarztes und das macht keinen guten Eindruck.

    Gut, daß Du flexibel bist. Denn auf Dauer kann es ja nicht so bleiben, wie es jetzt ist. Vielleicht mußt Du Dich wirklich umschauen. Es tut mir richtig leid, daß ich Dir keinen vernünftigen Rat geben kann.

    Beste Grüße Malve

  • Hallo Kauz!

    war ich dann bei einem Tropfen-Cocktail angelangt, bestehend Brimonidin 1-1-1, Brinzolamid/Timolol 1-0-1 und Taflotan zur Nacht. Doch trotz dieser max. Dosis lag der AID ab ca. Mitte 2024 dauerhaft über 20, manchmal sogar bei 25.

    Lt. meines AA wäre jetzt eine OP unumgänglich. Man würde mir Stents einsetzen, der Eingriff wäre minimalinvasiv, ich solle mir keine Sorgen machen. Also habe ich mich voller Vertrauen und gutes Mutes in die Klinik begeben. Doch der Chefarzt, Professor und ausführender Operateur der Klinik riet mir von Stents ab, sie wären zu wenig wirksam. Er favorisierte eine TE. Begonnen wurde mit dem linken Auge. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

    Ja, das ist schon ein ordentlicher Cocktail an AT.

    Bei einem Druck von 25 unter so einem Cocktail ist die Anwendung von Stents sicher zu wenig wirksam. Da hat der Arzt doch völlig recht gehabt!

    Die erste OP war am 13. Januar. Das Auge war danach undicht, AID nicht messbar...also bei 0. Zu gebrauchen war das Auge nicht. Alles war sehr verschwommen, die kleinste Lichtquelle ein großer greller Ball, unerträglich.

    Im Februar erfolgte die zweite OP. Druck danach bei 8 -10, Sehvermögen besser. Undichtigkeit immer noch vorhanden. Und so ging weiter. Insgesamt gab es 3 OPs unter Vollnarkose und 3 OPs mit örtlicher Betäubung!!!!! AID im Oktober LA über 30...also das operierte Auge..RA 27 bei max. Dosis Tropfen. Nach zusätzlichem Einsatz von Glaupax aktuell LA 18, RA 22.

    Das ist natürlich ein unschöner Verlauf, keine Frage! Das weiß halt vorher auch niemand. Die Cortisontropfen hast Du postoperativ angewendet? Bist Du Cortisonresponder?

    Auch der Chefarzt der Klinik verhält sich merkwürdig. Ließ mich stundenlang warten, trotz klarer Terminvereinbarung. Er ließ mir durch seine Assistenten mitteilen ich sollte mich doch bitte an eine andere Klinik wenden. Er hat nur angeboten einen Eingriff mit Laser zu machen. ZPC nennt man das. Es wir einfach ein Loch in die Iris gemacht damit das Wasser ablaufen kann. Eine junge Oberärztin hat das mitbekommen und ausdrücklich davon abgeraten. Das wäre viel zu gefährlich und könnte das Auge für alles Zeiten unbrauchbar machen.

    Das ist in einer Klinik doch leider oft normal.

    Ein Loch in der Iris ist kein drucksenkender Eingriff. Ob eine CPC jetzt bei Dir der richtige Eingriff ist, musst Du mit den Ärzten beraten.

    Jetzt versuche ich eine Klinik mit kompetenten Ärzten zu finden. Ich wohne im nördlich Rhein-Main-Gebiet, bin mobil. Bei Klinikbesuchen benutze ich aber gerne den Zug, man weiß ja nie was in der Klinik passiert.

    Es gibt Kliniken mit Glaukomsprechstunde z. B. in Dortmund, Köln, Münster, Mainz. Da musst Du Dir einen Termin machen udn vom Haus-AA eine Überweisung bekommen. Dann sollte das auch mit dem Termin klappen.

    Manche Kliniken verlangen eine Anmeldung über den Haus-AA, manche vergeben Termine an Patienten. Das musst Du selbst rausfinden, wie das dann in der Klinik ist, für die Du Dich entscheidest.

    Ein Hinweis: Solche Beschreibungen von dem Arzt, wie Du sie oben gemacht hattest, werden hier nicht geduldet! Das ist Hetze! Bitte unterlasse das künftig.

    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo und vielen Dank für die zahlreichen Tipps und Hinweise,

    die vom Chefarzt empfohlene Therapie heißt ZPC, so steht es auf dem mir vorliegenden Behandlungsplan. Das damit ein "Loch" in die Iris "gemacht" wird damit das Kammerwasser abfließen kann, habe ich mir nicht ausgedacht. Es wurde mir exakt in dieser Formulierung von einer Oberärztin mitgeteilt. Eine Corisionresponder bin ich nicht, glaube ich. Das Auge wurde aber nach jeder OP mit Dexa geflutet. Anfangsdosis 6 Tropfen tägl. Sowie Oftaquix, einem Antibiotikum.

    SabineHetze meinerseits war das nicht. Habe mich noch sehr zurückgehalten. Aber ich bin sauer, dass man mich nach monatelanger Quälerei hängen lässt.

    Viele Grüße

    Dieter

  • Hallo Dieter, es handelt sich um einen Tippfehler. Das Verfahren heisst ZPK oder CPC, das sind unterschiedliche Schreibweisen. Du kannst die Begriffe googeln, dann siehst Du, was da gemacht wird.

    Dann gibt es noch die Iridotomie, da wird ein Loch in die Iris gemacht mit dem Laser. Das macht man bei Engwinkelglaukom, aber Du hast ein Weitwinkelglaukom, da wird das nicht helfen.

    Wie ist jetzt der Stand, hast Du einen Termin für die ZPK? Spätestens mit dem Aufklärungsbogen,den Du unterschreiben sollst, wirst Du genau wissen,was Dich erwartet.

    Gruss Malve

  • Hallo Dieter!

    die vom Chefarzt empfohlene Therapie heißt ZPC, so steht es auf dem mir vorliegenden Behandlungsplan.

    Ob ZPC oder CPC ist völlig egal, da verschiedene Abkürzungen zum gleichen Verfahren --> Zyklophotokoagulation

    Das damit ein "Loch" in die Iris "gemacht" wird damit das Kammerwasser abfließen kann, habe ich mir nicht ausgedacht. Es wurde mir exakt in dieser Formulierung von einer Oberärztin mitgeteilt.

    Eine Iridotomie (das "Loch" in der Iris) ist kein drucksenkender Eingriff. Er wird gemacht bei einem Engwinkel- oder Pigmentdispersionsglaukom, um Glaukom-Anfälle vorzubeugen.

    Ich glaube Dir, dass Du Dir das nicht ausgedacht hast. Aber dann würde ich noch mal nachfragen.

    Das Auge wurde aber nach jeder OP mit Dexa geflutet. Anfangsdosis 6 Tropfen tägl. Sowie Oftaquix, einem Antibiotikum.

    Das ist dann eine normale postoperative medikamentöse Versorgung.

    SabineHetze meinerseits war das nicht. Habe mich noch sehr zurückgehalten. Aber ich bin sauer, dass man mich nach monatelanger Quälerei hängen lässt.

    Dann war es eine abfällige Beschreibung des Arztes. Auch das hat hier keinen Platz!


    Viele Grüße
    Sabine