Erschütternde Diagnose

  • Hallo in die Runde,

    ich habe nun von meinen letzten AA-Besuchen meine "Akte". Was mich daran erschreckt, ist dass ich wohl 2019 doch mal einen deutlich erhöhten Augendruck hatte. Mir hat man damals gesagt, dass das in Ordnung war. Ich habe das nicht hinterfragt...

    Vielleicht könnt ihr da etwas mehr herauslesen als ich. Wahrscheinlich war ich einfach in falschen Händen und habe viel Zeit für Behandlung verschwendet :(

    Viele Grüße

    Max Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen. Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

  • Hallo Max,

    es tut mir furchtbar leid, dass Du diese Diagnose bzw. diesen Verdacht aus heiterem Himmel bekommen hast und dann noch auf die unsensibelste und unprofessionellste Art und Weise, die man sich vorstellen kann!

    Ich weiß noch, wie es bei mir war - ich war ein wenig vorgewarnt, da ich wegen starker Kurzsichtigkeit (ähnlich wie bei Dir, ein Auge noch stärker) und zusätzlichen implantierten Linsen schon vermehrt unter Kontrolle war, dennoch...

    Man fragt sich, wie alle normal weiterleben können, und alles dreht sich um's Sehen, Glaukom, mögliche Erblindung. Dieses Forum und eine lokale Glaukom-Selbsthilfegruppe haben mir sehr geholfen! Vielleicht ist auch eine in Deiner Stadt?

    Da ich selbst stark kurzsichtig bin - korrigiert durch die implantierten Linsen, aber Anatomie bleibt ja - und schrägem Sehnerveneintritt ist CDR und selbst das OCT nicht immer komplett aussagekräftig. In einem Vortrag des Bundesverband Glaukom wurde darauf hingewiesen, dass Augenärzte so trainiert sind, "kranke Sehnerven" zu sehen, dass sie Abweichungen manchmal nicht erkennen, die nicht krankhaft sind.

    Noch eine Empfehlung: die virtuellen Patientenveranstaltungen des Bundesverbandes Glaukoms, nachzuhören auch auf YouTube.

    Wenn es geht, versuch Dir bei den letzten Augenärzten, auch dieser unfreundlichen Dame, alle Befunde schicken bzw. ausdrucken zu lassen. Auch die gemessenen Druckwerte, Visus, alles.

    jenat hier im Forum ist selbst stark kurzsichtig und weiß sehr viel (andere natürlich auch). =)Sie sagte, ich solle mir einen Zettel an den Spiegel hängen: "Glaukom ist eine lahme Ente. Ich bin auch ohne Eile überlegen". Das hat mir sehr geholfen.

    Dass die Zeit bis zu der Untersuchung sehr schwer ist, kann ich so gut nachvollziehen.

    Versuche, die Zeit bis dahin konstruktiv zu nutzen, mit mutmachenden Dingen: 1. Wie Sabine sagte, Du wurdest gefunden. Nichtwissen oder -erkennen ist das Schlimmste. 2. Es gibt Tropfen, Operationen, SLT Lasern, die alle mittlerweile einen Verlauf sehr gut stoppen oder sehr verlangsamen können.

    3. Es wird weiterhin geforscht, insbesondere an neuroprotektiven Mechanismen, um herauszufinden, was Sehnerven zerstört und wie man Zellen, die nur "eingeschlafen" sind, wieder reaktivieren kann. Es wird auch daran geforscht, Sehnerven und in anderem Zusammenhang (MS usw.) diese wieder herzustellen.

    In den nächsten 10 Jahren wird sich sicher viel tun.

    Mit Ernährung, viel trinken, Entspannung u.ä. kann man etwas beitragen.

    Ich habe das Glück, nur 1 x am Tag Monoprost tropfen zu müssen. Durch meine Situation mit den Phake-Linsen kann es bei einer OP, die wahrscheinlich mal nötig ist, kompliziert werden, ABER: sie sind momentan meine wichtigsten Helfer. Ja, sie machen trockene Augen, dagegen gehe ich aber an.

    Sie sorgen dafür, dass der Druck unten bleibt, sich selbst tue meinen Teil und versuche, das Sehen auch bewusst zu genießen. Die ersten Jahre war es sehr schlimm mit der Angst.

    Gerade der Austausch im Forum und in der Selbsthilfegruppe haben mir viele Tipps gegeben und : Du bist nicht allein!

  • Hallo Max,

    ich habe nun von meinen letzten AA-Besuchen meine "Akte". Was mich daran erschreckt, ist dass ich wohl 2019 doch mal einen deutlich erhöhten Augendruck hatte. Mir hat man damals gesagt, dass das in Ordnung war. Ich habe das nicht hinterfragt...

    Vielleicht könnt ihr da etwas mehr herauslesen als ich. Wahrscheinlich war ich einfach in falschen Händen und habe viel Zeit für Behandlung verschwendet :(

    Die Netzhautproblematik kann ich nicht einschätzen!

    Was aber einen möglichen Glaukomverdacht angeht, kann ich nichts wirklich Konkretes entnehmen.

    Der Druck wurde noncontact gemessen und war mit 24/25 erhöht. Aber noncontact werden oft zu hohe Werte gemessen. Hat der AA damals nicht per Applanation nachgemessen?

    Die Sehnerven jedenfalls hat er sich 2019 angeschaut. Da steht: bsd Papille vital, randscharf.

    Da findet sich kein Hinweis auf vergrößerte Exkavationen oder andere Verdachtsmomente in Sachen Glaukom.

    2023 finde ich dazu nichts in dem Bericht...

    LG

    Chanceline

  • Vielen Dank für die aufmunternden Worte und "sorry" für meine späte Antwort. Ich kann augenblicklich in diesem Forum nur sporadisch lesen, es fällt mir psychisch einfach noch zu schwer, mich ständig auf dieses Thema einzulassen.

    Chanceline Die Ausführungen zur Papille waren Anfang 2023 auch noch gleichlautend. Fundus "idem" bedeutet wohl medizinisch "unverändert" Der Sehnerv wurde also auch 2023 nochmal angeschaut und als unauffällig eingeschätzt.


    Bei der Druckmessung wurde 2019 Werte mit 24 und 25 angegeben. Eine Zeile darunter liest man aber B/Bem 17 und 18. Kann das sein, dass das eine zweite Messung war? Eine KI hat mir gesagt, damit könnte "Bulbus" / Bemessung gemeint sein. Vielleicht eine Messung direkt am Auge, wie von Dir nachgefragt? (Bulbus oculi = Augapfel)

    Ich kann mich daran leider nicht mehr erinnern. Es gab Tropfen, aber ob die nur zur Pupillenerweiterung waren oder Schmerztropfen, um eine weitere Druckmessung zu machen, weiß ich nicht mehr...


    Der besagte AA-Termin rückt näher, meine Angst steigt, allerdings weiß ich auch, dass eine genaue Abklärung meine beste Chance ist, um noch möglichst lange "unbeschwert" zu leben.

    Herzliche Grüße an Euch alle und DANKE

    Max

  • Hallo Max,

    Bei der Druckmessung wurde 2019 Werte mit 24 und 25 angegeben. Eine Zeile darunter liest man aber B/Bem 17 und 18. Kann das sein, dass das eine zweite Messung war? Eine KI hat mir gesagt, damit könnte "Bulbus" / Bemessung gemeint sein. Vielleicht eine Messung direkt am Auge, wie von Dir nachgefragt? (Bulbus oculi = Augapfel)

    Was diese Abkürzung bedeutet, kann ich Dir leider nicht sagen. Da aber vorher Non-Contact-Tonometrie steht, wäre eigentlich zu erwarten, dass eine Applanationstonometrie nach Goldmann entweder explizit so genannt oder aber mit GAT abgekürzt wäre. Von den Werten her könnte es aber passen. Mir ist auch sonst keine Messung am Auge bekannt, wo Werte in der Höhe rauskommen könnten.

    Was Dir die KI da erzählt hat, macht eher keinen Sinn, denn dieses B/Bem steht auch weiter oben bei Deinem Visuswerten.

    2023 sind auch Druckwerte verzeichnet, ab leider wird nicht gesagt ob NCT oder GAT.

    Jetzt kennst Du ja den Unterschied zwischen den beiden Messmethoden und bittest die AA am besten darum, dass sie den Druck nach GAT misst. Das ist einfach die zuverlässigste Methode!

    Der besagte AA-Termin rückt näher, meine Angst steigt, allerdings weiß ich auch, dass eine genaue Abklärung meine beste Chance ist, um noch möglichst lange "unbeschwert" zu leben.

    Ich wünsche Dir sehr, dass Du Klarheit bekommst! Bis jetzt scheint Deine Glaukommdiagnose ja lediglich auf diesen CDR-Werten zu gründen!

    Weißt Du denn schon, was für Untersuchungen gemacht werden sollen. Falls man Dir ein OCT vorschlägt - Igel-Leistung! - würde ich das unbedingt machen lassen; einmal zur Abklärung der Diagnose und um den jetzigen Stand zu dokumentieren; damit kann man die weitere Entwicklung dann abgleichen.

    Mach Dir am besten ein Liste mit Deinen Fragen (einige davon hatte Dir Affected weiter oben genannt).

    Gedrückte Daumen für Deinen Termin und liebe Grüße

    Chanceline

  • Hallo in die Runde,

    sechs Wochen sind inzwischen seit meiner Diagnose vergangen. Am letzten Donnerstag fand nun die ausführliche Untersuchung zur Bestätigung des Glaukomverdachts statt.


    Am Empfang der Praxis, die etwa von 5-6 Augenärzten betreut wird, hatte ich gleich darum gebeten am Ende mit dem Chef das Abschlussgespräch führen zu können, weil mir beim ersten Termin, die junge Ärztin, um es milde auszudrücken, nicht besonders emphatisch erschien. Der Bitte wurde entsprochen.


    Danach ging es zum Sehtest, den ich an diesem Tag mit 40 Prozent links und 80 rechts abschloss, danach Druckmessung und Hornhautvermessung, so dass an diesem Tag trotz völliger Aufregung und psychisch extremer Belastung noch eine 18l und 18r (NCT) stand.


    Dann entscheidend, die von mir so befürchtete Gesichtsfeldmessung, weil mir die Ärztin beim letzten mal schon gesagt hatte, dass sie sich nicht vorstellen könne, dass ich mit einem CDR-Wert von 0,8 noch keine Gesichtsfeldverluste hätte. Getestet wurde mit einer Maschine Oculus Twinfield, wenn ich mich recht erinnere. Die Testsituation, war suboptimal. Ich war in einem Raum mit 2 weiteren Patienten, die an anderen Maschinen untersucht wurden. Es gab viel Lärm und Bewegung. Ich musste mit meiner eigen Brille testen, die aus ästhetischen Gründen sehr kleine Gläser hat. Zur Abdeckung des zweiten Auges wurde lediglich eine Papierkarte hinter die Brille geschoben.


    Dennoch: Ich konnte den Test ohne Probleme und ohne Fehler beenden. Kein einziger Punkt ging mir durch die Lappen! Keine Abweichung. An dieser Stelle habe ich dann das erste mal Hoffnung geschöpft und seit sechs Wochen Erleichterung gespürt.


    Danach die OCT-Untersuchung und dann das Gespräch beim "Chefarzt".


    Jetzt muss man unterscheiden: Mein linkes Auge ist in meiner frühen Kindheit im Umfeld bestrahlt worden. Hier sehe ich rudimentär schlecht. Das war immer so. Damit lebe und liebe ich seit jeher. Es gibt starke Einschränkungen bei den "Zellschichten", dennoch war der Arzt auch da entspannt, da das nicht von einem Glaukom komme, denn den Sehnervenkopf hat er sich auch nochmal angeschaut und fand ihn völlig unauffällig mit der Spaltlampe betrachtet. Er docke lediglich schräg am Auge an. Die im OCT sichtbaren Schäden sind lediglich die Erklärung für mein schlechtes Sehen seit meiner Kindheit, ob das nun eine Amblyopie ist, oder ob man das Auge beim Bestrahlen mit zerschossen hat, werde ich wohl nie erfahren.


    Mein rechtes Augen hingegen, mit dem ich sehend durchs Leben gehe, hat im OCT keiner Schäden, alles grün, bis auf den CDR-Wert (vertikalgemessen), der liegt bei 0,69. Auch dieser läuft schräg ins Auge, was es nach seiner Aussage für Mensch und auch für Maschine schwierig mach, dass richtig zu vermessen. Das CUP-Volumen ist auch grün. Es gibt also nur eine leichte "Beule".


    Nach jetzigem Stand kein Glaukom! Der Arzt wollte mich erst in einem Jahr wiedersehen, nur mein Drängen hin, hat er mich dann in einem halben Jahr wieder bestellt, dann soll auch die OCT zur Netzhautkontrolle wiederholt werden, weil der Scan nicht geklappt hat. Die Untersuchung mit der Spaltlampe war zu diesem Thema jedoch zum Glück unauffällig. Die Ärztin vom letzten mal war wohl eine Assistenzärztin, die gerade erst begonnen hat in der Praxis. Ihre Kommunikation war sehr suboptimal.


    Dennoch: Ich weiß, dass dies ein Warnschuss war und ich ein sehr hohes Risiko für diese Erkrankung trage und durch meine Sehschwäche links viele Jahre lang zu leichtfertig damit umgegangen bin. Niemand kann mir garantieren, dass sich auf dem rechten Auge die Exkavation doch weiter "verschlimmert", daher werde ich mich mit dem Thema "Vorsorge" doch intensiver auseinandersetzen und einiges ändern.


    Regelmäßiger zum AA gehen, Alt-Sax gegen Tenor-Sax tauschen (weniger Blaswiderstand), Nahrungsergänzung zum Thema recherchieren und optimieren, hier im Forum bleiben!


    Meine Gesichtsfelder stelle ich mal ein. Meine OCT's erst, wenn es mir psychisch wieder besser geht. Dieses Thema hat mich psychisch sehr getriggert, da ich mit meiner Augenkrankengeschichte aus meiner Kindheit viel Leid erfahren habe... Mehr kann ich da jetzt hier nicht zu schreiben.


    Ich bleibe hier am Ball. Euch zunächst vielen Dank für die Ernsthaftigkeit dieses Forums. Davon gibt es nicht viele.


    Ich habe oben geschrieben, dass beim Gesichtsfeld mit einer Karte das zweite Auge "abgedunkelt wird". Das ist auch richtig, aber weil ich hier sowas hier schon gelesen hatte, habe ich beim Test des zweiten Auges meine eigene Augenklappe aus der Tasche gezogen ;)


    Also was wir hier machen HILFT ;) Danke :*

    Max

  • Zyklop das hört sich ja alles gut an! Sowohl die Ergebnisse als auch deine Vorsätze. Bleib dran! Und lass wieder von dir hören!

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Max,

    super, dass diese erschütternde Diagnose vom Tisch ist!

    Da ist nach guter Tradition dieses Forums eine Runde:hops::hops::hops: angesagt.

    Das beruhigt das ladierte Nervenköstüm!

    Den Termin hast Du aber auch wirklich gut gehändelt. Nicht jeder hat die Geistesgegenwart, zumal bei der Vorgeschichte!

    Mit Deiner hohen Myopie + schrägem Sehnerveneintritt + der auf Deinem linken Auge seit Deiner Kindheit bestehenden Problematik sind Deine Augen sicher sehr schwer zu beurteilen!

    Optimal wäre gewesen, die offenbar noch recht unerfahrene Ärztin, die Dich bei Deinem ersten Besuch behandelt hat, hätte gleich einen erfahrenen Kollegen dazu geholt.

    Nun geht ja der Trend in Richtung zu solchen Großpraxen, wo es mehrere Ärzte mit sehr unterschiedlicher Erfahrung und Spezialisierung gibt. Gut ist, dass da viel Kompetenz versammelt ist. Aber, so wie ich Deine Erfahrung lese, würde man sich wünschen dass bei unklaren oder schwierigen Fällen, so wie bei Dir, ad hoc ein erfahrener Kollege dazu geholt wird. Anstatt einen Patienten mit so einer erschütternden, aber letztlich falschen, Diagnose nach Hause zu schicken und ihn wochenlang bis zur weiteren Abklärung leiden zu lassen.

    Bei Dir ist das ja nun gut ausgegangen! Und für andere ist Deine Erfahrung sicher hilfreich zu lesen!

    Setz Deine guten Vorsätze um und bleib dran.

    Ich bleibe hier am Ball. Euch zunächst vielen Dank für die Ernsthaftigkeit dieses Forums. Davon gibt es nicht viele.

    Das liest man gerne!

    Aber so ein Forum lebt davon, dass Leute nicht nur mitlesen und ausschließlich dann schreiben, wenn bei ihnen die Hüte brennt...

    LG

    Chanceline

    Einmal editiert, zuletzt von Chanceline (23. November 2025 um 01:16)

  • Hallo Max, kein Augenarzt kann derzeit sicher zwischen Glaukom und Veränderungen durch Myopie unterscheiden. Die Veränderungen am Sehnerven und im OCT sind gleich, es gibt keine spezifischen Unterschiede. Man klärt das durch Langzeituntersuchungen denn beim Glaukom schreiten die Veränderungen fort. Es sollten regelmäßige Untersuchungen in einer spezialisierten Einrichtung erfolgen. Mein Rat: Melde Dich in der Glaukomsprechstunde einer Uniklinik an, dort kennt man sich aus. Tut mir leid, dass ich etwas Wasser in Deinen süßen Beruhigungswein gießen musste. Trotzdem noch einen schönen Sonntag. Gruss Malve

  • Guten Morgen,

    malve Vielen Dank für Deinen Ratschlag sich mal in einer Fachklinik vorzustellen. Ich komme aus Sachsen-Anhalt da habe ich nichts Konkretes gefunden. Wahrscheinlich wäre Göttingen dann die nächste Wahl. Kann einen der Hausarzt dorthin überweisen oder muss das zwingend der Augenarzt machen?


    Ich bin mir durchaus bewusst, dass das kein Freispruch erster Klasse war. Der CDR-Wert ist rechts auffällig! Der Arzt hat mir auch gesagt, dass wir das im Blick behalten müssen. Nach seiner Einschätzung spricht im Moment jedoch nichts weiter für ein Glaukom. Wie der Wert vor 10 Jahren war weiß ich eben leider nicht.

    Der große Unterschied zur "Diagnose" vor 6 Wochen ist jedoch für mich, und deswegen habe ich durchaus den "süßlichen Beruhigungswein" genossen, dass es ggf. um ein Glaukom im Frühstadium handeln könnte und nicht wie mir suggeriert wurde um eines quasi im "Endstadium". Die Kommunikation der ersten Ärztin war diesbezüglich unterirdisch.


    Nur mal zur Bemessung des CDR-Wertes: links: Assistenzärztin: 0,8; OCT 0,13! "Chefarzt": völlig unauffällig im Normbereich....


    Ich habe dann noch mitgenommen aus dem Gespräch, dass nicht nur der CDR-Wert mit der Spaltlampe beurteilt wird, auch da gibt es wohl weitere Faktoren, die beurteilt werden, Rand, Farbe, Gefäße (etc.?)... Am Ende kommt es wohl immer auf die Gesamtschau an, ob der Nerv als auffällig eingeschätzt wird.


    Realistisch gesehen ist es wohl so, dass ich den Status "Glaukomverdacht" niemals mehr verlassen werde, ob aus dem Verdacht mal eine Diagnose und eine Behandlung folgt, wird tatsächlich nur die Zeit zeigen. Gerade deswegen meine Ausführungen weiter oben...


    Beste Grüße

    Max


    P.S. Chanceline Danke für Deine netten Worte und Dein Hilfestellungen :)

  • Rolle rückwärts: Nachdem ich gerade Chatbot gefragt habe ist mir noch aufgefallen, dass der klassiche CDR-Wert als Area C/D bezeichnet wird.

    Tatsächlich ist dieser rechten Auge nur 0,49 und damit auch im Normbereich. Der V.C/D-Wert ist gelb. Das ist wohl vertikal gemessen ein CDR-Wert. Ich dachte das sei gleich...

  • Nach deiner Beschreibung scheint der Arzt gründlich und kompetent zu sein. Ich denke, wenn du regelmäßig zur Kontrolle gehst, ist vorerst eine Untersuchung in der Augenklinik nicht zwingend notwendig. Auf jeden Fall gut, dass du auf ein Gespräch mit dem Chef bestanden hast!

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Max,

    wirklich erstaunlich, wie gut trainiert ChatGPT in Sachen OCT bzw. Glaukomdiagnostik ist! Einschätzen lässt sich die Güte solcher Ansagen aber wohl nur, wenn man halbwegs weiß, wie die Messung funktioniert. Sonst muss man der KI halt glauben. Bei Dir deckt sich das aber wohl im Wesentlichen mit dem was der AA Dir erklärt hatte!

    Hattest Du dem Chatbot auch die OCT-Auswertung Deines linken Auges hochgeladen? Wie ist er denn damit klar gekommen?

    Rolle rückwärts: Nachdem ich gerade Chatbot gefragt habe ist mir noch aufgefallen, dass der klassiche CDR-Wert als Area C/D bezeichnet wird.

    Tatsächlich ist dieser rechten Auge nur 0,49 und damit auch im Normbereich. Der V.C/D-Wert ist gelb. Das ist wohl vertikal gemessen ein CDR-Wert. Ich dachte das sei gleich...

    Die verschiedenen im Umlauf befindlichen CDR-Werte resultieren daraus, dass es unterschiedliche Verfahren gibt, um die Exkavation (Cup) zur Papille (Disc) in Relation zu setzen. Je nach dem wie man rechnet, kommen deutlich andere Werte heraus und auch die diagnostische Aussagekraft ist verschieden. Das kann schon Verwirrung stiften.

    Soweit mir bekannt gibt es:

    • den Flächen-CDR = Exkavationsfläche geteilt durch Papillenfläche - das ist wohl das älteste Verfahren und dürfte am ehesten dem entsprechen, was der AA bei der Untersuchung sieht;
    • den linearen-CDR = Quadratwurzel aus dem Flächenwert, also wesentlich höher;
    • den vertikalen bzw. horizontalen CDR - die berechnen sich aus dem Durchmesser von Exkavation/Papille. Das gibt die Form der Exkavation wieder: ist der vertikale CDR höher als der horizontale liegt eine hochovale Exkavation vor, was auf ein Glaukom hindeutet; eine runde oder querovale Exkavation hingegen gilt als eher angeboren. Das hängt mit dem Verlauf der Nervenfaserbündel sowie damit zusammen, dass Glaukomschäden in der Regel unten und oben am Sehnerv beginnen.

    So wie ich das in den über 15 Jahren, die ich selbst betroffen bin, erlebt habe, hat sich die Bedeutung dieser CDR-Werte inzwischen aber deutlich relativiert. Der Fokus liegt nicht mehr allein auf dem Sehnervenkopf und den dazugehörigen Parametern, aus denen sich diese CDR-Werte als Maß der Schädigung ergeben. Im Lauf der Zeit hat man erkannt, dass sich Glaukomschäden nicht nur an der Papille bemerkbar machen, sondern dass sie sich meist schon früher an einer Ausdünnung der Nervenfaserschichten auf der Netzhaut nachweisen lassen. Genau die (RNFL/CCG) werden mittels OCT an verschiedenen Stellen des Augenhintergrundes untersucht. Papillen- und CDR-Werte sind, wie Deiner OCT-Auswertung zu entnehmen, natürlich immer noch wichtig, aber eben nur als ein Teil der Übung genannt Glaukomdiagnostik.

    Interessant übrigens vor dem Hintergrund finde ich, dass ChatGPT Deine hoch-normalen CDRs als unproblematisch wertet, da alle anderen Werte, insb. RNFL/CCG im Normbereich sind. Klartext: auffällige Papillenwerte, insb. hohe CDRs, allein machen noch kein Glaukom! Sollten aber beobachtet werden! Was Dein AA ja auch tun wird, wie Du oben geschrieben hast.

    Lass gelegentlich hören, wie es weiter gegangen ist!

    Alles Gute wünsche ich Dir und tolle Musik...

    Chanceline

  • Hallo lieber Max,

    da ich noch keine eindeutige Diagnose habe und ebenfalls stark kurzsichtig bin und einen hohen CDR-Wert habe, tendieren die Ärzte hier in Lande dazu dass bei mir ein Grüner Star vorliegt und ich seit drei Monaten Moniprost Tropfen sollte. Meine Augendruck war vor dem Tropfen 18/20, jetzt 16/16y


    Ich war im Sommer aber in Asien bei mehreren Augenexperten. Dort war man der Meinung dass der hohe CDR-Wert mit starken Myopie zusammenhängt und sie nicht von einem Grüner Star ausgehen. Mir wurde gesagt dass es bei stark kurzsichtigen Menschen eben die Diagnose sehr schwer ist. Die Diagnose ist eben erst sicher wenn Gesichtsfeldverlust vorhanden ist.

    Ich drücke dir die Daumen dass die Sache bald abgeklärt ist und fühle mit dir. Bin Anfang 40 und haben zwei Kinder, eins davon ist noch im Kindergarten.