Kanaloplastik OP Erfahrungen

  • Hallo und guten Tag in dem Forum, habe bald in der Klinik Dr. Hoffmann eine Kanaloplastik OP , da die Augentropfen nicht mehr den erwünschten Augen Druck erzielen. Ich tropfe schon fast 30 Jahre, ein Mal ALt vor 20 Jahren. Laut Arzt würde bei mir SLT nichts mehr bringen. Er empfiehlt Kanaloplastik und führt diese selber durch. Hat jemand Erfahrung mit dieser Klinik. Ansonsten hatte ich bis jetzt einen positiven Eindruck bei der Voruntersuchung. Bin dort seit einem knappen Jahr in Behandlung in der Augenarztpraxis der Klinik.

  • Brigitte, wie sind denn deine Druckwerte und was soll erreicht werden? Die Kanaloplastie kann die Notwendigkeit drucksenkender Tropfen reduzieren oder sogar ersetzen, aber nur, wenn der Druck nicht stark gesenkt werden muss.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • mit timolol ca 20 und 18. aktuell seit 2 Wochen. Gesichtsfeld schlechter geworden. hatte ansonsten Pilomann genommen, aber immer eingeengt und sehen schlechter. fotil sehr schlecht unverträglich, aber gute Drucksenkung . spersacarpin wirkungslos. ansonsten alle anderen Mittel wirkungslos.

  • Wie hoch lagen deine Druckwerte ohne Tropfen? Die Kanaloplastie kann, wie gesagt, den Druck nicht sehr weit senken. Da du ein Hochdruckglaukom zu haben scheinst, sind möglicherweise andere OP-Methoden eher geeignet.

    Darf man fragen, wie alt du bist? Das spielt auch eine Rolle.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Brigitte, mit der Kanaloplastik kommst Du, wenn es funktioniert, auf einen mittleren Druckwert von 15 , das entspricht dem episkleralen Venendruck.

    Wenn dieser Druck bei Dir reichen würde, kämst Du ohne weitere Tropfen zurecht.

    Gruss Malve

  • Hallo Brigitte, mit der Kanaloplastik kommst Du, wenn es funktioniert, auf einen mittleren Druckwert von 15 , das entspricht dem episkleralen Venendruck.

    Wenn dieser Druck bei Dir reichen würde, kämst Du ohne weitere Tropfen zurecht.

    Wie kommst du auf diese Werte, ohne den Anfangsdruck ohne Tropfen zu kennen? Oder habe ich etwas überlesen?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Malve!

    Hallo Brigitte, mit der Kanaloplastik kommst Du, wenn es funktioniert, auf einen mittleren Druckwert von 15 , das entspricht dem episkleralen Venendruck.

    Wenn dieser Druck bei Dir reichen würde, kämst Du ohne weitere Tropfen zurecht.

    Gruss Malve

    Du scheinst Deine Kristallkugel heute besonders intensiv poliert zu haben, um so eine Aussage zu tätigen!

    Hör auf solche Aussagen zu treffen, das hab ich Dir schon so oft gesagt!

    Mod Sabine

  • Nein wieso, wenn die Durchgängigkeit durch den Schlemmschen Kanal mit der Kanaloplastik erreicht wird, erreicht man 15 mm Hg, das ergibt sich aus der Anatomie des Auges.

  • Nein wieso, wenn die Durchgängigkeit durch den Schlemmschen Kanal mit der Kanaloplastik erreicht wird, erreicht man 15 mm Hg, das ergibt sich aus der Anatomie des Auges.

    Wenn, wenn, wenn... niemand kann den Verlauf nach einer OP vorhersagen! Auch Du nicht!

    Wie kommst Du dazu OP-Erfolge vorauszusagen?? Das wirst Du hier im Forum nicht tun!

  • Auf der Seite https://www.primomedico.com/de/behandlung/kanaloplastik/ steht:

    Zitat

    Da mit der Kanaloplastik nur eine moderate Drucksenkung erzielt werden kann, kommt die Methode vor allem für Patienten mit einem leichten bis mittelschweren Glaukom in Frage. [...]

    Bei der Kanaloplastik treten selten schwerere Komplikationen auf. Der Heilungsverlauf ist schnell und der stationäre Aufenthalt ist kürzer als bei der Trabekulektomie. Es sind auch weniger Nachkontrollen nötig.

    Allerdings lässt sich mit der Trabekulektomie der Augeninnendruck effektiver senken. Mit der Kanaloplastik kann der Augeninnendruck auf etwa 15 bis 16 mmHg gesenkt werden. Studien zeigten, dass ungefähr 30 Prozent der Patienten den vor der Operation festgelegten Zieldruck durch die Kanaloplastik erreichen und anschließend ohne Augentropfen auskommen. Weitere 40 Prozent benötigen zusätzlich Augentropfen, um den Druck auf den gewünschten Wert zu senken. Mehr als ein Drittel erreicht den Zieldruck trotz Operation und Augentropen nicht.

    Ich gehe davon aus, dass sie diese OP-Methode also nur anwenden, wenn kein hoher Ausgangsdruck vorhanden ist. Und selbst dann wird der Zieldruck nur bei etwa 30% der Patienten erreicht.

    Bei mir hat es damals geklappt und über zehn Jahre angehalten. Aber ich hatte ein NDG und Glück.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • mit Fotil war er bei 15, aber unerträglich von der Anwendung


    alles andere unwirksam

    Einmal editiert, zuletzt von BrigitteH (24. September 2025 um 20:49) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von BrigitteH mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • 27 ist schon ein recht hoher Wert, erst recht mit Tropfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kanaloplastie dann ausreicht. Vermutlich käme da eher eine Trabekulektomie infrage. Kommt aber eben auch ein bisschen auf dein Alter an. In jungen Jahren vernarbt das Sickerkissen leicht und wird dadurch unwirksam.

    Warst du schon mal in der Glaukomsprechstunde einer Uniklinik?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Tee!

    Zitat

    Mit der Kanaloplastik kann der Augeninnendruck auf etwa 15 bis 16 mmHg gesenkt werden. Studien zeigten, dass ungefähr 30 Prozent der Patienten den vor der Operation festgelegten Zieldruck durch die Kanaloplastik erreichen und anschließend ohne Augentropfen auskommen. Weitere 40 Prozent benötigen zusätzlich Augentropfen, um den Druck auf den gewünschten Wert zu senken. Mehr als ein Drittel erreicht den Zieldruck trotz Operation und Augentropen nicht.

    Da steht "KANN" und nicht "erreicht man 15mmHg". So lass ich das auch wirklich gelten. Es kann eben und es ist nicht in Stein gemeiselt. Wenn es klappt, umso besser. Aber es klappt eben leider nicht bei Allen und das dann so als Aussage zu machen, dass man die 15mmHg erreicht, ist schlicht falsch! Und wenn man dann neuen Glaukomies im Thema sowas schreibt, finde ich das wirklich schwierig.

    Da geht es um kleine Formulierungen, die einen großen Unterschied machen. Und ich hab schon so oft darum gebeten.....


    LG
    Sabine

  • Hallo Brigitte!

    27 ist schon ein recht hoher Wert, erst recht mit Tropfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kanaloplastie dann ausreicht. Vermutlich käme da eher eine Trabekulektomie infrage. Kommt aber eben auch ein bisschen auf dein Alter an. In jungen Jahren vernarbt das Sickerkissen leicht und wird dadurch unwirksam.

    Warst du schon mal in der Glaukomsprechstunde einer Uniklinik?

    Ich schließe mich an, was Tee hier sagt.


    Viele Grüße
    Sabine

  • Hallo Brigitte,

    Dein Augendruck scheint ja wirklich ohne Tropfen recht hoch zu sein. Habe ich das richtig gelesen, dass bei Dir 2008 bis zu 43mmHg gemessen wurden? Zur Drucksenkung von Timolol gibt es ja umfangreiche Studien und da sind wohl 30% durchaus realistisch. Also könnte es sein, dass Du ohne Tropfen von 30mmHg ausgehen solltest.

    Nicht ganz verstanden habe ich, warum Pilomann bei Dir gewirkt hat und Spersacarpin nicht. Der Wirkstoff ist sehr ähnlich und zieht den Ziliarmuskel heftig zusammen und bedingt eine Engstellung der Pupille. Aber sei es drum, dieser Wirkstoff wird wegen der heftigen Nebenwirkungen nur noch kurzfristig bei akuten Problemen (Glaukomanfall) eingesetzt, so ist zumindest mein Kenntnisstand.

    Bezüglich Kanaloplastik ist die Augenklinik in Sulzbach (Saarland) ein guter Ansprechpartner. Aber wahrscheinlich ist es besser und einfacher, eine der bekannten Unikliniken aufzusuchen, wie von DieDa vorgeschlagen. Von Glaukompatienten, die im Saarland operiert wurden hatte ich die Auskunft erhalten, dass eine Drucksenkung eher (nur) im moderaten Bereich erzielt wird.

    Herzliche Grüße

    Wolfgang

  • Vielen lieben Dank für Eure Infos. Warum Pilomann so gut geholfen hat und Spersacarpin nicht, ist für mich auch unverständlich. Bin knapp 64 Jahre alt und habe schon fast 30 Jahre Glaukom und auch eine Dysgenesie. Viele Grüße

  • BrigitteH Dein Alter ist ein bisschen grenzwertig für eine Trabekulektomie wegen der Wundheilung, aber die kann man auch verhindern oder vermindern. Ich würde mich mal um einen Termin in der Glaukomsprechstunde einer Uniklinik bemühen und erkundigen, ob das Sickerkissen (Trabekulektomie) für dich nicht die bessere Methode wäre.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Brigitte,

    was für eine Art der Dysgenesie liegt bei Dir vor?

    Ist bei Dir der Kammerwinkel (oder sonstige Strukturen des Auges) von Geburt an fehlgebildet? Damit hättest Du eine spezielle Glaukomform (kongenitales/juveniles Glaukom).

    Falls dem so sein sollte, dann könnte das durchaus Auswirkung auf die Wahl der OP-Methode haben!

    Wurde das denn mit Dir besprochen? Ist die von Dir genannte Klinik Dr. Hoffmann (sagt mir leider nichts) da irgendwie spezialisiert?

    Möglicherweise wäre es auf jeden Fall sinnvoll, dass Du Dir vor der Entscheidung für eine OP-Methode eine Zweitmeinung einholst. Am besten bei einer auf Deine Glaukomform spezialisierten Adresse.

    LG

    Chanceline

  • aber es geht doch um kanaloplastik

    Ja, und das überrascht mich eben, da bei deinen hohen Druckwerten damit vermutlich nicht viel erreicht werden kann. Aber ich bin natürlich keine Ärztin und kenne deinen genauen Verlauf nicht.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Brigitte,

    das Gertrauden Krankenhaus in Berlin ist sehr erfahren in der Kanaloplastik, sie haben dazu auch veröffentlicht, schau hier:

    Klin Monbl Augenheilkd 2014; 231 - KV59
    DOI: 10.1055/s-0034-1396510

    Effekt der Kanaloplastik in Abhängigkeit von Ausgangsdruck und Diagnose

    K von Randow 1, D Bendschneider 1, N Krause 1, N Schellert 1, J Wachtlin 1

    • 1Berlin – Abteilung für Augenheilkunde, Sankt-Gertrauden Krankenhaus

    Sie schreiben, daß der Druck unabhängig vom Ausgangswert (und zwar bis zum Ausgangsdruck von 35 mm Hg) gesenkt werden kann auf 14 bis 17 mm Hg. Das entspricht auch meiner Aussage, daß man auf einen Durchschnittswert von ca 15 mm Hg kommen kann. Wie ich schon schrieb, "wenn es funktioniert". Das ist bei allen Glaukomoperationen so, daß das Ergebnis im Einzelfall nicht vorausgesagt werden kann.

    Hier noch das Zitat aus dem Artikel:

    Schlussfolgerung: Schlussfolgernd wurde unabhängig vom Ausgangsdruck bis ca. 35 mmHg durch eine Kanaloplastik mit Glaukolight eine gute IOD-Senkung auf durchschnittlich 14–17 mmHg erzielt, wobei in den Gruppen mit hohem Ausgangsdruck eine signifikant stärkere IOD-Senkung auftrat als in Gruppe1. Postoperativ konnte im Mittel (alle Gruppen) eine Reduktion der benötigten Lokaltherapie von 2,74 (SD = 1,12) auf 0,4 (SD = 0,81) erreicht werden, die Gruppen unterschieden sich nicht signifikant. Hinsichtlich der Diagnose fanden sich ebenfalls keine signifikant unterschiedlichen Effekte bezüglich der erreichten Drucksenkungen.

    Je nachdem, wie der Zieldruck sein soll, kann es dann sein, daß man ohne Tropfen auskommt, oder dass man weniger Tropfen benötigt.

    Das meinte ich mit meiner Aussage: Wenn dieser Druck bei Dir reichen würde, kämst Du ohne weitere Tropfen zurecht.

    Ich wünsche Dir ein gutes Operationsergebnis.

    Mit freundlichen Grüßen

    Malve

  • Klin Monbl Augenheilkd 2014; 231 - KV59
    DOI: 10.1055/s-0034-1396510

    Das ist ein Artikel von 2014!!

    Es gibt inzwischen ganz andere und viel neuere Erkenntnisse!

    Das entspricht auch meiner Aussage, daß man auf einen Durchschnittswert von ca 15 mm Hg kommen kann.

    Wenn Du oben lesen magst, dann hattest Du geschrieben, dass man darauf kommt und nicht dass man darauf kommen kann! Und genau DAS ist der Unterschied!

  • Hallo Brigitte, ich bin da ganz bei Sabine. Ich kenne einige Patienten, die eine Kanaloplastik haben durchführen lassen, bei denen aber die Druckabsenkung in keinem so umfangreichen Maß durchgeführt werden musste.

    Auch bei meiner TE hatte ich im Vorfeld die OP-Auswahl mit 2 verschiedenen Uniprofessoren besprochen. Die TE hat gegenüber der Kanaloplastik den Nachteil, dass man den retinalen Venendruck nicht mehr so einfach verfolgen kann.

    Beste Grüße

    Wolfgang