Glaukom-Neuling mit OP-Termin: Erfahrung mit Hydrus Implantat?

  • Hallo liebe Alle,

    so, aufgrund einer Empfehlung durch die Leitung der SHG-Glaukom bei der österreichischen Hilfsgemeinschaft melde ich mich als Glaukom-Frischling aus Wien zu Wort. Diagnostiziert wurde ich erst Ende April aufgrund eines Sehsturzes bzw. Glaukom-Anfall. Habe plötzlich nur noch wie durch Nebel gesehen und erst gedacht, ich hätte Sonnencreme im Auge. Dann doch Krankenhaus, Diamox und etwas Panik, und die überraschende Diagnose "Pigmentdispersionssyndrom" am Folgetag, kurz darauf gefolgt von "Pigmentdispersionsglaukom".

    Das Gesichtsfeld ist betroffen und die Nerven bereits geschädigt. Im Alter von 25 Jahren hatte bis davor noch nie Probleme mit den Augen, und keine bekannten Risikofaktoren für Glaukom. Da meine derzeitige Therapie von Cosopt sine 2% und Monopost den erhöhten Augendruck nicht ausreichend senkt, stehen in den nächsten Wochen Operationen bevor. Der behandelte Arzt und Leiter der Glaukom-Ambulanz am hiesigen Allgemeinen Krankenhaus hat dafür ein sogenanntes "Hydrus Implantat" vorgesehen.

    Da ich zuvor noch nie operiert worden bin, Glaukom immer noch ein Neuland für mich ist, und ich niemanden mit einem vergleichsbaren OP-Prozedere kennen, die Frage an das Forum:

    Hat jemand Erfahrung mit dem Hydrus Implantat konkret bzw. Implantaten für Glaukom generell? Was soll ich vor und nach der OP unbedingt beachten? Wie sind die Aussichten für Patienten mit Pigmentdispersionssyndrom und wie routiniert seit ihr mit Augenoperationen?

    Ich bin unsicher, was die Erfolgschancen des Eingriffes sind bzw. was dadurch erzielt werden kann und soll. Ich hoffe natürlich auf eine erfolgreiche Behandlung und einen langfristig minimierbaren Augendruck. Ich bin aber ein junger, aktiver Mensch und habe Sorge, mich nicht an die "Spielregeln" zu halten, weil ich nicht genau informiert bin, was ich tun und nicht tun soll und darf.

    Ich freue mich auf Antworten und allgemein Tipps, Empfehlungen, etc. Vielen lieben Dank!

    Einmal editiert, zuletzt von luan99 (21. Juli 2025 um 16:30)

  • Hi Luan99,

    gut, dass du den Weg zu uns gefunden hast (gut weil du hier viele andere betroffene findest und viele Informationen findest). Ich bin nur wenige Jahre älter und meine Story ließt sich sehr ähnlich zu deiner.

    Was war denn dein Ausgangsdruck, dein aktueller Druck mit den 2 Medikamenten und wo liegt dein Zieldruck? Weil die Entscheidung für eine OP kam ja nun sehr schnell. Die Tropfen brauchen häufig ja auch erstmal 2-4 Wochen bis der richtige Wirkspiegel da ist.

    Zu dem Stent kann ich dir leider nichts sagen. Aber da gibt es sicher andere. Mit 2 Tropfen gibt es natürlich nicht mehr ganz so viele Alternativen. Aber wie wäre es mit einer SLT? Die haben bei mir (auch im jungen Alter bisher ganz gut geholfen). Halten halt leider nur so 1 Jahr bisher. Aber da man das 3 Mal pro Auge machen kann, wären es wieder 3 gewonnene Jahre vor der OP.

    Einmal editiert, zuletzt von Affected (21. Juli 2025 um 16:55)

  • Hi Affected,

    danke für deine rasche Rückmeldung, ich schätze sehr, dass du dir die Zeit nimmst!

    Der Ausgangsdruck für die Diagnose war 41/45, seitdem geistert der IOD zwischen 23/25 und zuletzt 21/23 herum und ist somit trotz Einspielzeit der Tropfen immer noch zu hoch. Optimal sollte der lt. Arzt aufgrund der Belastung bei ca. 15 sein.

    Danke für den Tipp zur SLT, das habe ich von "regulären" Augenärzten schon vorgeschlagen bekommen, die halten sich aber natürlich an die Empfehlungen durch die Glaukom-Spezialambulanz. Kann die SLT nur 3x überhaupt vorgenommen werden, und warum? Ich werde mich beim nächsten Termin erkundigen, warum direkt eine OP veranlasst wurde.

  • Hallo luan,

    der Hydrus ist ein kleiner minimalinvasiver, minimaleffektiver stent, große Drucksenkungen sind da nicht zu erwarten.

    Mit dieser Art stent wird man in der Regel nicht tropfenfrei, sondern kann den Druck etwas reduzieren und vielleicht etwas an Tropfen einsparen.

    Sie wirken aber nur eine begrenzte Zeit und dann bist Du wieder da, wo du jetzt bist.

    Du mußt dann wieder die Tropfen eskalieren oder eine andere Op durchführen lassen.

    Eigentlich implantiert man solche kleinen stents in der Regel nur noch in Zusammenhang mit einer Katarakt Operation, nur wegen dieses stents wird den Augen eher die Operation nicht zugemutet.

    Es gibt noch weitere stents, die sog. minimalinvasiven bleb (also Filterkissen) Stents wie den Xen und den Preserflo. Das sind Verfahren mit denen Tropfenfreiheit angestrebt wird. Die setzen sich nach einer gewissen Zeit auch manchmal zu, aber man kann sie revidieren und dadurch wieder aktivieren. Und man kann den Druck stärker senken als mit dem Hydrus.

    Ich weiß nicht, ob das bei Pigmentdispersionsglaukom in Frage kommt.

    Es gibt viele Glaukomoperationsverfahren, aber die Kliniken haben sich meist auf einige wenige spezialisiert.

    Gruß Malve

  • Na so machen wir das hier! Wie gesagt, mir geht es ja sehr ähnlich. Hui, dein Ausgangsdruck ist ja wirklich ziemlich hoch. Also bei mir hat die SLT 7 mmHg Senkung geschafft. Das könnte ja auch erstmal ein Übergang für dich sein. Damit würdest Du wahrscheinlich auf jeden Fall erstmal etwas Zeit gewinnen, bevor die erste OP ansteht. Vermeidbar wird sie bei uns allen nicht sein.


    Ich würde definitiv nochmal wo anders nachhaken, ob man da wirklich glaubt, dass der Stent jetzt das richtige Mittel ist.

  • Hallo luan!

    Hat jemand Erfahrung mit dem Hydrus Implantat konkret bzw. Implantaten für Glaukom generell? Was soll ich vor und nach der OP unbedingt beachten? Wie sind die Aussichten für Patienten mit Pigmentdispersionssyndrom und wie routiniert seit ihr mit Augenoperationen?

    Ich würde beim Hersteller nach Erfahrungswerten beim Pigmentglaukom nachfragen und dann mit dem AA drüber sprechen, ob der überhaupt in Frage kommen könnte.

    Viele Grüße
    Sabine

  • Hallo Sabine ,

    den Hersteller habe ich noch nicht kontaktiert, das ist eine gute Idee - danke!

    Ich hatte letzte Woche einen sehr hilfreichen Termin bei meinem AA Glaukom-Chirurgen. Er hat unter anderem über die Schwierigkeiten bei Pigmentglaukom gesprochen (sind Druckschwankungen oder hohe Druckwerke schädlicher?) und die Empfehlung für das Hydrus eräutert; meine Augen würden sich für den Stent besonders gut eignen. Der Druck war bei dem Termin 27 auf beiden Augen, mit dem Stent und den Tropfen (Cospot sine + Monopost) sollte er konstant auf zB. 20 kommen. Das klingt für mich immer noch recht hoch (ursprünglich wurde mir gesagt mein Druck sollte wirklich nicht über 15 sein), aber ein Stent wie X-en und Preserflo würde durch die Position in der Bindehaut "unnötige" Risiken verursachen.

    Einmal editiert, zuletzt von luan99 (9. August 2025 um 18:57)

  • Huhu luan!

    Der Druck war bei dem Termin 27 auf beiden Augen, mit dem Stent und den Tropfen (Cospot sine + Monopost) sollte er konstant auf zB. 20 kommen. Das klingt für mich immer noch recht hoch (ursprünglich wurde mir gesagt mein Druck sollte wirklich nicht über 15 sein), aber ein Stent wie X-en und Preserflo würde durch die Position in der Bindehaut "unnötige" Risiken verursachen.

    Druck 27 ist ja wirklich hoch und suboptimal.

    Ob ein Hydrus eine Drucksenkung von 7mmHg wirklich schafft bleibt abzuwarten.

    Wie verträgst Du denn die Tropfen? Für mich ist eine OP-Entscheidung immer eine Frage des Ziels, welches diese OP bringen soll.

    Soll sie den Druck senken, bei weiterer Anwendung der Tropftherapie?

    Soll die OP auch ohne Weiterführung der Tropftherapie den AID ausreichend bis zum Zieldruck senken?

    Das wären für mich die Grundlagen für die Gespräche mit den Ärzten.

    Viele Grüße
    Sabine

  • Hallo Luan,

    hier wird u.a. der Hydrus erwähnt. MIGS & MATCH Glaukom Das Ophthalmologische Quartett | Folge 10

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    Gruß

    Otto

  • Druck 27 ist ja wirklich hoch und suboptimal.

    Ob ein Hydrus eine Drucksenkung von 7mmHg wirklich schafft bleibt abzuwarten.

    Hallo Sabine,

    ich melde mich aus den OPs zurück; die letzten Wochen ist der Druck tatsächlich knapp unter 20 mmHg geblieben (18-19), ich nehme zusätzlich zum Hydrus derzeit nur Cosopt sine. Sobald der Druck auf 20 steigt ist lt. AA auch das Monopost wieder einzunehmen.

    Ich kann natürlich keine Aussagen treffen, wie es sich weiter entwickeln wird, aber ich bin sehr froh dass derzeit alles so anschlägt, wie vorhergesehen :)

  • Hallo luan!

    Ok, dann hast Du die OPs hinter Dir!:thumbup:

    Wie geht es Dir inzwischen? Wie hoch ist nun der Druck?


    Liebe Grüße
    Sabine

    Hallo, zuletzt war der Druck 23/19, ich nehme also zusätzlich zum Cosopot wieder Monopost (im Forum lese ich sehr oft "Monoprost", in Österreich wird das Medikament tatsächlich als "Monopost" geführt, ich nehme aber an, es ist dasselbe?).

  • Hallo luan!

    Hallo, zuletzt war der Druck 23/19, ich nehme also zusätzlich zum Cosopot wieder Monopost (im Forum lese ich sehr oft "Monoprost", in Österreich wird das Medikament tatsächlich als "Monopost" geführt, ich nehme aber an, es ist dasselbe?).

    Monopost ist auf der österreichischen Seite des Herstellers aufgelistet und hat den gleichen Wirkstoff, ja.


    Viele Grüße
    Sabine