Dauerhafte Chemosis nach TE

  • Hallo liebe Forum-Mitglieder,

    Ich hatte eine TE in 09/2024 auf einem Auge. Nach Verwendung einer Verbandslinse kam der "Glibber"/die Chemosis, die leider wegen ihrer auftragenden Dicke (Schichtdicke ca. 1mm und durchsichtig) rund um die Pupille einen Einfluss auf den Tränenfilm hat.

    Mein AA meinte, dass ich davon ausgehen solle, dass das dauerhaft bleiben könnte, weil es wahrscheinlich zur TE (durch das abgeleitete Kammerwasser) "dazugehört" !?

    Jetzt wollte ich gern mal in die Runde fragen, bei wem sich das ebenso nach der TE eingestellt hat und ob es Erfahrungen dazu gibt, das soetwas wirklich einfach zur TE dazugehört.

    Ich freue mich auf Eure Erfahrungen, lieben dank im voraus.

    Martinus

  • Hallo Martinus,

    eine Chemosis ist ja eine Schwellung der Bindehaut. Das kommt, wenn die Bindehaut gereizt ist, z.B. durch Entzündung, Allergie oder durch trockene Augen.

    Ich habe auch ein Filterkissen und manchmal auch eine mehr oder weniger starke Bindehautschwellung, das beeinträchtigt das Sehen. Manchmal wird das bei mir Chemosis, manchmal auch Blepharochalasis genannt.

    Wenn die Bindehaut so stark entzündet ist, dass Rötungen auftreten, tropfe ich Softacort 2 x tgl. für 2 bis 3 Tage, dann wird das besser. Das ist so mit dem Arzt abgesprochen. Wenn man ein funktionierendes Filterkissen hat, kommt es durch Cortison nicht mehr zu Druckanstiegen, da das Kammerwasser gebaypassed wird.

    Ansonsten tut es der Bindehaut gut, wenn man intensiv befeuchtet, das hört sich erst mal paradox an, aber die starke Feuchtigkeit im Auge ist nicht die normale Tränenflüssigkeit, die das Auge schützt und pflegt, sondern das sind durch die Reizung bedingte "Reflextränen", die das Auge reizen (das ist wie mit den geröteten Augen, wenn man eine Zwiebel geschält hat).

    Es gibt eine Vielzahl von befeuchtenden Tropfen, da muß man probieren, was im Einzelfall hilft.

    Eine Neuentwicklung ist von der Firma Bausch und Lomb das Artelac Augenschutzengel MDO, welches viele nützliche Zutaten enthält. Das benutze ich im Moment und bin damit zufrieden.

    Gruß Malve

  • Hallo Martinus, hallo Malve,

    ich hatte vor ca.3 Jahren ebenfalls eine TE auf einem Auge. Ich bin aber glücklicherweise von Reizungen der Bindehaut verschont.

    Wenn man ein funktionierendes Filterkissen hat, kommt es durch Cortison nicht mehr zu Druckanstiegen, da das Kammerwasser gebaypassed wird.

    Diese Aussage finde ich sehr interessant. Ich habe es immer so verstanden, dass nach einer TE der ursprüngliche primäre Abflussweg über Trabekelwerk und Schlemmkanal entfällt und die Ableitung sowohl immer noch über den uveoskleralen Weg (Diffusion durch Zillarkörpergewebe) sowie vornehmlich über das neu geschaffene Filterkissen erfolgt. Von dort wird das Kammerwasser in das umliegende Gewebe aufgenommen und über die Blut- und Lymphgefäße abtransportiert.

    Da das Filterkissen direkt unter der Bindehaut liegt, ist natürlich vorstellbar, dass von der Stelle Entzündungen ausgehen können. Vielleicht basiert darauf die Feststellung oder auch Hypothese Deines Augenarztes?

    Mein AA meinte, dass ich davon ausgehen solle, dass das dauerhaft bleiben könnte, weil es wahrscheinlich zur TE (durch das abgeleitete Kammerwasser) "dazugehört" !?

    .Aber warum sollte das dauerhaft der Fall sein? Ich denke, dass der Vorschlag von Malve da ein sehr guter Ansatz sein könnte.

    Herzliche Grüße und ich drücke Daumen, dass die Bindehautschwellung behandelt werden kann.

    Wolfgang

  • Hallo Malve, hallo Wolfi,

    Danke für Eure Antworten und Infos.

    Also bei mir ist die Bindehaut nie gerötet gewesen (an dem operierten Auge mit der TE), einfach nur angeschwollen und beeinträchtigt dadurch den Tränenfilm, weil sich der Glibber immer "dazwischenquetscht".

    malve: Du schreibst, dass Du manchmal auch eine Bindehautschwellung hast.

    o Hast Du denn eine Ahnung, woher die kommt ?

    o Sagt Dein AA auch, dass das "normal" nach einer TE ist (wann hattest Du die TE auf dem Auge oder hast Du eine TE auf beiden - wenn ja, hast Du auch auf beiden dann die Chemosis ?) ?

    Ich habe eher den Eindruck, dass das Filterkissen nicht so funktioniert, wie es sollte (obwohl "Seidel-positiv").

    Tagsüber ist der IOD auf diesem Auge zwar recht niedrig (nach der OP lag er bei 4, aktuell ist er angestiegen auf ca. 8mmHg).
    Ich werde in den nächsten Tagen eine Nachtmessung machen lassen, weil ich wissen möchte, wie die IOD-Schwankungen zwischen Tag und Nacht generell sind und ob die TE überhaupt etwas gebracht hat.

    malve + Wolfi: Habt Ihr evtl. schon mal wieder nach Eurer OP eine Nachtmessung machen lassen und wie lagen bei Euch die IODs (tagsüber und nachts)?

    Bis heute (seit September '24) kann ich auf diesem operierten Auge nicht scharf sehen (ist die Hölle bei der Arbeit am PC).

    Gruß,

    Martinus

  • Hallo Martinus, ich habe ein Filterkissen nach Xen Implantation, das ist ziemlich groß und reibt dadurch .

    Verkleinern wollte ich es nicht lassen, weil es dann weniger gut funktionieren würde, also kämpfe ich mich durch wie beschrieben. Ausserdem habe ich ein floppy eye lid syndrom, weil bei mir das Lid durch den Lidsperrer bei der OP ausgeleiert wurde, es hängt etwas, trocknet nachts stark aus und das reizt auch die Bindehaut, es ist also komplex.

    Bei Dir sehe ich ein gänzlich anderes Problem.

    Seidel positiv heisst offene Wunde, das Filterkissrn ist nicht geschlossen dadurch quillt bei Dir tatsächlich das Kammerwasser heraus. Das kann man nur operativ beheben. Du solltest Dich damit wieder in der Klinik vorstellen. Du hast Beschwerden, kannst nicht richtig sehen und Deiner Arbeit nicht richtig nachgehen.Darum müssten sich meiner Meinung nach die Ärzte in der Klinik noch mal kümmern.

    Gruß Malve