• Hallo zusammen,

    bei letzter Untersuchung wurde bei mir festgestellt, dass der Sehnerv leider im Vergleich zur letzten Messung geschädigt wurde. Ich habe (noch) keine Gesichtsfeldausfälle.

    Bei mir haben etliche Therapien keine Wirkung gezeigt. Die einzige, die den Augeninnendruck signifikant gesenkt hat, habe ich leider nicht vertragen (Betablocker)

    Nun hat mir mein Augenarzt zum SLT geraten. Alles was ich darüber weiß ist, dass es sich hierbei um eine Lösung handelt, die keine dauerhafte Wirkung zeigt. SLT hält für einige Jahre, kann ein paar mal wiederholt werden. Und für mich (Anfang 50) ist die spannende Frage - was kommt danach?

    Es gibt die Möglichkeit zu Operationen, die in den Augenkliniken durchgeführt werden, aber können sie das Problem dauerhaft lösen? Oder ist irgendwann mal "Ende Gelände", wo sich keiner so richtig traut, das auszusprechen?

    Hat jemand einen ähnlichen Entwicklungsweg gemacht und konnte am Ende eine dauerhafte Lösung gefunden werden?

    Gruß

    Jano

  • Es gibt die Möglichkeit zu Operationen, die in den Augenkliniken durchgeführt werden, aber können sie das Problem dauerhaft lösen? Oder ist irgendwann mal "Ende Gelände", wo sich keiner so richtig traut, das auszusprechen?

    Hallo Jano,

    so gesehen hast Du recht.

    Es gibt eigentlich keine Möglichkeit, das Problem dauerhaft zu lösen.

    Das Glaukom ist eine chronische Erkrankung und erfordert fortlaufende Behandlungen. Aber wenn das richtig gemacht wird, hat man die Chance, dauerhaft das Sehvermögen zu erhalten.

    Und nach Operationen gibt es oft Phasen, in denen man für kürzere oder längere Zeiten, manchmal sogar für Jahre, ohne Tropfen auskommt.

    Und wenn die SLT anschlägt, und man dadurch für einige Jahre erst mal tropfenfrei bleibt und das Glaukom stagniert, wäre das schon ein sehr schöner Erfolg.

    Und es gibt eine Vielzahl von Glaukomoperationen und immer wieder auch neue Medikamente, so daß in Deiner Krankheitsphase grundlegender Pessimismus (wollte ich Dir auch nicht unterstellen), nicht angebracht ist. Und die Zukunft vorauszusagen, ist nicht möglich, schon gar nicht im Einzelfall.

    Viele Grüße Malve

  • Hallo Greenstar,

    ich muss Malve recht geben. Ich bin etwa in Deinem Alter und glaube, Deine Gedankengänge nachvollziehen zu können. Wir sind aber keine Autos, bei denen ein Ersatzteil immer zum gewünschten Ergebnis führt. Wenn Du also vorhast, die kleineren OPs und Methoden zu überspringen, halte ich das für keine gute Idee, denn es gibt keine Garantie, dass ein Eingriff bis ans Lebensende hält, was er verspricht. Und was dann, wenn keine nächst größeren Optionen mehr verfügbar sind?

    Es KANN irgendwann Ende Gelände sein. Aber man KANN auch vorher vom LKW erfasst werden.
    Die Medizin entwickelt sich permanent. So las ich grade, dass es nun künstliche Hornhäute gibt.
    Wer weiss, was da noch kommt?

    Wir spielen alle auf Zeit und jeder von uns hier hat meiner Meinung nach einen Tapferkeitsorden verdient.

    Bitte vergiss nicht, dass in Foren, wie diesem meist die negativen Berichte stehen. Wenn Du also liest, dass das SLT hier bei 30 Menschen (wie auch bei mir) keinen großen Erfolg brachte, laufen da draußen aber wahrscheinlich 300 rum, bei denen es geklappt hat und die hier nicht berichten, weil ja alles gut ist❤️

    Und lass die Seelenhygiene nicht auf der Strecke. Es gibt Berichte, dass ein Zusammenhang zwischen Glaukom, Angststörungen und Depressionen gibt, wobei das Henne/Ei Verhältnis unklar ist. Aber eine gesunde Psyche ist auch sehr wichtig für Deine Augen.

    Tue Dir was Gutes!

    Liebe Grüße

    Happy

    Geniesse jeden Augenblick!

  • Hallo Jano,

    ich gehöre zu denen, die nach einer erfolgreichen SLT noch nicht berichtet haben. Die SLT wurde im November 2023 durchgeführt (an beiden Augen komplett in nur einer einzigen Sitzung). Der Druck liegt seitdem bei 3-4 Druckpunkten unter dem Wert vor der SLT (vorher mit Monoprost 20-24, jetzt mit Monoprost 17-20, Zieldruck ist aktuell 20). Der Eingriff dauerte pro Auge ca. 15 Minuten, gespürt habe ich evtl. etwas Druck vom Kontaktglas, aber vernachlässigbar. Danach hatte ich allerdings eine Überreaktion, die sich in starker Lichtempfindlichkeit und starkem Augentränen äußerten. Durch die Gabe von Nevanac war das allerdings recht schnell wieder beseitigt.

    Wenn die Wirkung nachlässt, möchte ich die SLT erneut durchführen lassen. Wenn das irgendwann nichts mehr bringt, überlege ich dann, wie es weitergeht. Vielleicht gibt es bis dahin ja neue Methoden.

    Viele Grüße

    Kira

  • Hallo Jano


    Hatte im Juli die SLT und im Oktober nur mehr einen Druck von 11 auf beiden Augen.Nehme aber weiterhin drei verschiedene

    Augentropfen.Lt.AAkann man die SLT jedes Jahr wiederhoen.


    LG Hilde45

  • Hallo Jano,

    Da will ich auch von mir berichten. Ich tropfe seit vielen Jahren und bin inzwischen bei der Maximalzahl angelangt mit 3 Wirkstoffen. Die anderen alle vertrage ich nicht. Doch der Druck war zu hoch. Der Zieldruck liegt bei 12mmHg und er hatte ab und zu Spitzen von 17.

    Die erste OP war Katarakt mit Trabekulotomie ( Schlitzung des Trabekelmaschenwerks) Die Wirkung war super, aber leider nur von kurzer Dauer, nicht mal ein Jahr.

    Dann wollten die Ärzte eine TE machen ... oder eine Ahmed-Valve, was ich noch nicht wollte. Das sind doch ziemliche Eingriffe, dazu bin ich erst als letzte Möglichkeit bereit.

    Dann bin ich nach Mainz gegangen, da haben sie eine COCO (eine Art CPC) gemacht, eine Laserverödung des Ziliarkörpers, der das Augenwasser produziert. Hat leider auch nur etwas über ein Jahr geholfen. Soll man wiederholen können, wollte die Ärztin aber nicht. Empfehlung: TE, das wollte ich nicht. Fragte aber nach einer Tiefen Sklerektomie (gute Wirkung mit weniger Risiko). Und da kam sie dann mit einer SLT als Möglichkeit und einer Adresse zur TS.

    Also habe ich die SLT vor Ort bei einem Augenarzt machen lassen und mich bei der Klinik und AA vorgestellt zur TS (es dauert ja immer bis man Termine in Klinken kriegt). Und ich hatte bei den Eingangsuntersuchungen einen super Druck (davor war noch ziemlich lange zu hoch). Und das Sehfeld hatte sich die letzten 2 Jahre nicht verschlechtert. Also OP verschoben bzw. gecancelt.

    Nächstes Jahr fahre ich für eine 48h-Augendruckmessung hin und dann wird überlegt, was weiter gemacht werden muss. Für mich erstmal freuen, dass die SLT gut gewirkt hat.

    LG Mellirosa

  • Hallo zusammen,

    Entschuldigung für die verspätete Antwort, in der Tat war ich längere Zeit nicht mehr online.

    Kurze Rückmeldung wie es gelaufen ist. Die SLT wurde durchgeführt und nach der ersten Messung war der Erfolg bei einem Auge super gut (unter 10) bei dem anderen so gegen 12. Aber der Effekt ist binnen einiger Monate verpufft, Augendruck ging wieder zurück auf alte Werte. Die letzte OCT hat wieder eine Schädigung des Sehnervs gezeigt, so dass der nächste Schritt die Überweisung in die Augenklinik ist - zwecks weiterer Untersuchungen. Dort wird dann beraten, wie es weitergeht. Langsam setzt bei mir tatsächlich eine Müdigkeit ein, und das Gefühl, dass es einfach nicht mehr reicht, trotz eiserner Disziplin und dem Wunsch, wirklich am Ball zu bleiben. Ich mache natürlich weiter, tropfe brav und diszipliniert, aber dieser Enthusiasmus, verbunden mit Hoffnungen, das es besser bzw. einfach nur stabil wird, ist einfach nicht mehr da.


    VG

    Jano

  • Hallo Jano!

    Kurze Rückmeldung wie es gelaufen ist. Die SLT wurde durchgeführt und nach der ersten Messung war der Erfolg bei einem Auge super gut (unter 10) bei dem anderen so gegen 12. Aber der Effekt ist binnen einiger Monate verpufft, Augendruck ging wieder zurück auf alte Werte.

    Leider passiert das öfter. Der schonende Laser ist halt leider manchmal nicht ganz so effektiv. Dafür aber eben schonend. Dass das so sein kann ist ja vorher bekannt.

    Die letzte OCT hat wieder eine Schädigung des Sehnervs gezeigt, so dass der nächste Schritt die Überweisung in die Augenklinik ist - zwecks weiterer Untersuchungen. Dort wird dann beraten, wie es weitergeht.

    Meinst Du eine Progression der Schädigung oder einfach die Schädigung wie bisher?

    Vielleicht haben die in der Klinik noch eine Idee oder eine konkrete Empfehlung.

    Langsam setzt bei mir tatsächlich eine Müdigkeit ein, und das Gefühl, dass es einfach nicht mehr reicht, trotz eiserner Disziplin und dem Wunsch, wirklich am Ball zu bleiben. Ich mache natürlich weiter, tropfe brav und diszipliniert, aber dieser Enthusiasmus, verbunden mit Hoffnungen, das es besser bzw. einfach nur stabil wird, ist einfach nicht mehr da.

    Juno, ich/wir verstehen das schon. So eine Situation ist anstrengend und kostet Kraft. Aber ... und jetzt kommt mein großes ABER:

    Aufgeben ist nicht. Denn das ist die schlechteste Option überhaupt! Nur, wer aufgibt, hat schon verloren!

    Es kommen bessere Zeiten, wo sich auch bestimmt Stabilität zeigen wird. Kopf hoch und weiter geht`s!

    Liebe Grüße
    Sabine

  • Hallo Sabine,

    Danke dir für die Antwort und die aufmunternden Worte. Ich meinte die Progression der Schädigung, wenn die so wie bisher geblieben wäre, wäre ich richtig glücklich


    LG

    Jano

  • Hallo Jano und hallo zusammen,

    ich kann das gut nachempfinden da anscheinend immer nur eine Zeitlang Ruhe und alles stabil ist bevor eine erneute Op Thema wird. Bei mir bislang alle drei Jahre. Aber ich bin froh das anscheinend fleißig geforscht wird. Vielleicht gibt es bald noch andere Alternativen als Stent (Paul):thumbup: habe ich links seit drei Jahren ,-nun steigt der Druck allerdings trotzdem wieder also zusätzlich Tropfen.Ok. Der Stent hat aber diese drei Jahre eine echte Entspannung gebracht. Davor eine Trabekulektomie , auch links, das Fenster ist sehr schnell wieder zugewachsen. Hat quasi nix gebracht und nun steht vermutlich auch das rechte Auge an da der Druck trotz Tropfen steigt.

    Sehr empfehlen kann zusätzlich ich die Augenrehaklinik in Masserberg/Thüringen. Es ist die einzige überhaupt und auch für gesetzlich Versicherte. Danach war mein Augendruck über Monate niedrig und das Auge auch nicht mehr so trocken=). Alle zwei Jahre kann man dies beantragen,-passt aber nicht zu meinem Leben und meiner Arbeit.

    Ich bin das erste mal in so einem Forum aber ich denke so ein Austausch kann hilfreich sein.

    LG Nicole

  • Hallo Nido!

    Willkommen im Forum.

    ich kann das gut nachempfinden da anscheinend immer nur eine Zeitlang Ruhe und alles stabil ist bevor eine erneute Op Thema wird. Bei mir bislang alle drei Jahre. Aber ich bin froh das anscheinend fleißig geforscht wird. Vielleicht gibt es bald noch andere Alternativen als Stent (Paul) :thumbup: habe ich links seit drei Jahren ,-nun steigt der Druck allerdings trotzdem wieder also zusätzlich Tropfen.Ok. Der Stent hat aber diese drei Jahre eine echte Entspannung gebracht. Davor eine Trabekulektomie , auch links, das Fenster ist sehr schnell wieder zugewachsen. Hat quasi nix gebracht und nun steht vermutlich auch das rechte Auge an da der Druck trotz Tropfen steigt.

    So allgemein würde ich das nicht formulieren. Es gibt schon auch OPs, die länger als 3 Jahre halten. Wurde mal genau geschaut, warum Dein Paul-Implantat nicht mehr richtig funktioniert?

    Sehr empfehlen kann zusätzlich ich die Augenrehaklinik in Masserberg/Thüringen. Es ist die einzige überhaupt und auch für gesetzlich Versicherte. Danach war mein Augendruck über Monate niedrig und das Auge auch nicht mehr so trocken =) . Alle zwei Jahre kann man dies beantragen,-passt aber nicht zu meinem Leben und meiner Arbeit.

    Ja, die Klinik ist leider die einzige ophthalomologische Rehaklinik in Deutschland. Schön, dass sie Dir so gut getan hat.


    viele Grüße
    Sabine

  • Hallo NIdo,

    weiß man warum es mit der Trabekulektomie nicht geklappt hat? Gerade bei dieser OP hätte ich den stärksten Effekt erwartet.

    VG

    Jano