Kann ein OCT fehlerhaft sein ?

  • Hallo Zusammen,


    hat jemand schon mal die Erfahrung gemacht dass sein OCT eine Verschlechterung festgestellt hat, die bei der nächsten Messung dann als fehlerhaft oder um es


    abgeschwächter zu sagen, eine Messungenauigkeit war ?


    Danke für eure Nachrichten

  • Hallo Bogus,


    also, ich denke, das kommt insgesamt gar nicht selten vor.

    Schwankungen im OCT müssen nicht, können aber auftreten.

    Eine geringe Verschlechterung kann daher immer auch eine Messungenauigkeit oder Gewebeschwankung sein.


    Soweit ich richtig informiert bin, gilt beim OCT die "rule of five", d.h., wenn in einem Beobachtungszeitraum von zwei Jahren die Nervenfaserschichtdicke um mehr als 5 Nanometer abnimmt, spricht man erst von Progression.


    Ich hoffe, ich habe das richtig zusammengefasst.

    Sonst bitte korrigieren.


    Liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von Tanjalein ()

  • Danke Eva und Tanjalein für Eure Beiträge.


    Eva: ärgerlich dass ein OCT nicht vom Arzt ausgeführt wird. Laut Verband der Augenärzte sollte das so sein, zumindest mit Überwachung seitens des Arztes.


    Tanjalein: ja gegenüber der letzten Aufnahme vor einem halben Jahr plötzliche Verschlecherung links von 5. Arzt hält Messungenauigkeit für möglich. Weiss nicht ob er mich beruhigen wollte.

  • Hallo Bogus

    ,

    hat jemand schon mal die Erfahrung gemacht dass sein OCT eine Verschlechterung festgestellt hat, die bei der nächsten Messung dann als fehlerhaft oder um es


    abgeschwächter zu sagen, eine Messungenauigkeit war ?


    Die Frage wäre halt, was Du mit fehlerhaft, bzw. Messungenauigkeit meinst?


    Fehlerhaft können OCTs sein - so wie das Eva beschreibt - im Sinne einer handwerklich schlicht schlecht gemachten Messung.


    Das sieht man dem Ergebnis dann aber glücklicherweise an.


    Es kann aber auch sein, dass OCTs Artefakte enthalten, die die gemessenen Werte verfälschen. Die beruhen meistens auf anatomischen Besonderheiten oder Pathologien wie z.B. hohe Myopie, Medientrübungen, Gliose, Glaskörperabhebung u.ä. Dadurch kann auch die Aufnahmequalität beeinträchtigt sein, was sich ebenfalls auf die Messgenauigkeit auswirkt.


    Darüber hinaus aber hat Tanjalein absolut recht: 'Reine' Messwertschwankungen, also (scheinbare) Veränderungen, die sich bei der Folgeuntersuchung wieder erledigen, scheinen doch relativ häufig zu sein. Jedenfalls haben schon etliche User hier - mich eingeschlossen - davon berichtet.


    Es wird eben kein Stahlträger vermessen sondern lebendiges Gewebe. Und das hat eine Tagesform.



    Soweit ich richtig informiert bin, gilt beim OCT die "rule of five", d.h., wenn in einem Beobachtungszeitraum von zwei Jahren die Nervenfaserschichtdicke um mehr als 5 Nanometer abnimmt, spricht man erst von Progression.


    Ich hoffe, ich habe das richtig zusammengefasst.

    Sonst bitte korrigieren.


    So in etwa - bezogen auf den Globalwert - habe auch diese rule of five in Erinnerung. Dass man das auf einen 2-Jahres-Zeitraum bezieht, ist mir allerdings neu.


    Jedenfalls wünsche ich Dir, dass sich das bei Deinem OCT bald im guten Sinne klärt!


    LG


    Chanceline

  • Hallo Chanceline


    die Möglichkeit einer Messungenauigkeit formulierte mein Augenarzt so um zu begründen warum erstmal keine Therapieänderung sondern in drei monaten nochmal OCt gemacht werden soll.


    Wenn ich Dich richtig verstehe, könnte also meine Verschlechterung von 5, was ja nicht so gering ist, gegenüber Mai sich bei dem nächsten OCt also wieder "erledigen", so ging das Dir und anderen schon ?

  • Hallo Bogus,


    offenbar war sich Dein AA selbst nicht so sicher, wie die Sache einzuschätzen ist.


    Oder aber er hat eine Idee hinsichtlich der - möglicherweise technisch bedingten - Gründe, die er Dir aber nicht gesagt hat.


    Eine Wiederholung in drei Monaten ist aber auf jeden Fall ein guter Plan, um zu sehen, ob sich diese Veränderung bestätigt oder nicht.


    die Möglichkeit einer Messungenauigkeit formulierte mein Augenarzt so um zu begründen warum erstmal keine Therapieänderung sondern in drei monaten nochmal OCt gemacht werden soll.


    Wenn ich Dich richtig verstehe, könnte also meine Verschlechterung von 5, was ja nicht so gering ist, gegenüber Mai sich bei dem nächsten OCt also wieder "erledigen", so ging das Dir und anderen schon ?

    Meinst Du mit 5 den Globalwert - falls ja, dann ist das in der Tat keine so ganz geringe Veränderung.


    Und seit Mai - also einem knappen halben Jahr - erst recht nicht. Allerdings ist sie andererseits so hoch, dass das irgendwie unwahrscheinlich wirkt!


    Hattest Du denn vorher stabile Befunde? Oder gibt es schon länger eine Tendenz nach unten?


    Wie ist denn insgesamt der Zustand Deiner Sehnerven? - sorry, ich habe das jetzt nicht auf dem Schirm!


    Bei mir gab es in einzelnen Teilbereichen schon Veränderungen, inklusive Farbwechseln, die sich dann wieder bereinigt haben, bzw es gab Verschiebungen zwischen angrenzenden Bereichen durch eine geringfügig andere Positionierung des Scans.


    Das hatte also zumindest teilweise technisch erklärbare Gründe.


    Es kam aber auch schon vor, dass im Graphenverlauf ein deutlicher Einbruch nach unten zu sehen war, der bei der Folgeuntersuchung wieder weg war. Also wohl Tagesform.


    Beim Globalwert hatte ich allerdings noch keine Schwankung in dieser Höhe.


    Ohne genauere Kenntnis der Messergebnisse ist Deine Frage folglich schwer zu beantworten.


    Hast Du die Ausdrucke Deiner OCTs?


    Falls ja, dann würde ich an Deiner Stelle die letzten Messungen vergleichen. Und bei der letzten nach Auffälligkeiten suchen.


    Z.B. was die Aufnahmequalität angeht!


    Hat denn der AA bei seiner Untersuchung an der Spaltlampe irgendetwas festgestellt, was diesem OCT-Ergebnis entspricht?


    Falls Du Dir große Sorgen machst, dann würde ich einfach um zeitnahe Wiederholung bitten. Das hängt natürlich auch vom Vertrauen ab, dass Du zu Deinem AA hast.


    LG


    Chanceline

    Einmal editiert, zuletzt von Chanceline ()

  • Hallo Bogus,

    mein OCT geht immer 10 Einheiten hoch und 10 runter.


    Am Anfang dachten die Ärzte der Uni Würzburg es würde sich um eine Verschlechterung handeln.


    Ein anderer Oberarzt sagte mir dann dass mein Sehnerv schon so schlecht ist, dass das OCT nicht die zuverlässigsten Werte liefern würde. In meinem Fall wäre die Gesichtsfeldmessung eine bessere Aussage.


    Mein OCT geht immer gleichmässig hoch und runter - mitterlweile lässt sich das anhand der Kurve auch für die Assistenzärzte der Uni Würzburg nachvollziehen da meine Werte dort seit 5 Jahren dokumentiert werden.


    Von fachlichen Fehlern mal ganz abgesehen: derzeit gibt es in Würzburg viel krankes erfahrenes Personal. Neue Auszubildende (mit erfahrener Fachkraft an der Seite) übten mit mir - und anderen - am OCT. Das war sehr übel (Gerät wurde immer höher gestellt, so dass ich mein Kinn gar nicht mehr drauf lassen konnte, meine klare Ansage dazu wurde überhört und das Gerät noch höher gestellt bis ich dann einfach den Kopf zurück nahm). Bei solchen Messungen sind Fehler ja fast vorprogrammiert.... und sei es irgendwann durch Überanstrengung.....


    Gute Besserung wünscht Katzenstube

    OP Cataract re und li (rechts erblindet)
    Zyklophotokoagulation re und li ohne Erfolg, SLT links, rechts, Nachstar links+rechts

    Einmal editiert, zuletzt von Katzenstube ()

  • Herzlichen Dank für Deinen hilfreichen Kommentar, Chanceline.


    Ich werde Anfang des neuen Jahres wieder zum Arzt gehen und dann mal sehen. Die letzten Jahre war die Lage stabil um Deine Frage noch zu beantworten. Und nach dem Blick in die Spaltlampe hat er nichts kommentiert, naja wenn er da auch eine


    Auffälligkeit bemerkt hätte, wäre es ja eher fahrlässig nichts zu unternehmen....


    Woran kann ich denn als Laie die Aufnahmequalität erkennen ?


    LG Bogus

  • Hallo Bogus,

    Ich werde Anfang des neuen Jahres wieder zum Arzt gehen und dann mal sehen. Die letzten Jahre war die Lage stabil um Deine Frage noch zu beantworten. Und nach dem Blick in die Spaltlampe hat er nichts kommentiert, naja wenn er da auch eine


    Auffälligkeit bemerkt hätte, wäre es ja eher fahrlässig nichts zu unternehmen....

    Leider sind Augenärzte oft nicht sehr gesprächig....


    Aber ich würde das ebenso sehen und machen wie Du.



    Woran kann ich denn als Laie die Aufnahmequalität erkennen ?

    Alle mir bekannten Geräte weisen auf dem Ausdruck einen Index für die Aufnahmequalität aus.


    Beim Spectralis ist das der Q-Wert.


    Bei dem Gerät, das bei Dir zur Anwendung kommt, müsstest Du Dich kundig machen, wie der Wert heißt und wo Du ihn auf dem Ausdruck findest. Fast von allen Herstellern gibt es sehr gute Informationen im Netz.


    Manchmal lassen sich Fehler oder Artefakte auch auf dem Ausdruck erkennen. Aber das wäre dann eher etwas, was Dein AA hätte sehen müssen; zumal er ja die Möglichkeit hat, sich vor allem bei unklaren Befunden die Rohdaten der Messung auf dem PC anzuschauen.


    Einen Nachtrag noch zu meinem letzten Beitrag:


    Beim Sichten meiner alten Unterlagen ist mir aufgefallen, dass ich doch mal vor etlichen Jahren gleich beim zweiten OCT einen Rückgang von 5 μm beim Globalwert innerhalb eines Jahres hatte.


    Soweit ich mich erinnere - es ist schon lange her - hat mein AA damals die Vermutung geäußert, dass bei der Erstmessung die Dicke der RNFL durch den Einfluss großer Blutgefäße an einigen Stellen zu hoch gemessen worden war. Der Rückgang war folglich kein Rückgang sondern eher so was wie die Korrektur vorher zu optimistisch gemessener Werte. Da sich das alles im grünen Bereichs abspielte, hat mich das nicht weiter beunruhigt.


    Die Schwankungen nach unten bzw. nach oben beliefen sich in der Folge so auf 1 bis 2 μm innerhalb eines Jahres .


    Übrigens wird diese Fragestellung auch in diesem thread behandelt:


    Deutung von OCT - Untersuchung


    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende


    Chanceline