Niedrigdruckglaukom und Kortison-Nasenspray

  • Hallo,

    mein Normaldruckglaukom wird mit Latanoprost und Brinzolamid auf möglichst geringem Augeninnendruck gehalten. Nun habe ich eine chronische Sinusitis und soll bis zur OP Kortison-Nasenspray benutzen. Ich habe Bedenken, dass der Augeninnendruck dadurch wieder steigen wird, aber der HNO winkt ab. Hat jemand Erfahrungen damit?

    Beste Grüße

    GBae

  • Hallo,


    geh bitte zum Augenarzt und lass den Druck messen.


    Vorübergehend wird es akzeptabel sein, nur wie lange soll das denn sein? Unterhalb eines Monats geht es mit Sicherheit. Langfristig auf gar keinen Fall!


    LG


    Jenat

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Hallo GBae,

    Es gibt eine große Studie, in der folgendes festgestellt wurde:


    Unsere Fall-Kontroll-Studie zeigte, daß inhalative Glukokortikoide, wenn sie in hohen Tagesdosen kontinuierlich über 3 Monate verabreicht werden, das Risiko von okulärer Hypertension und Offenwinkelglaukom um über 40% erhöhen.
    Wir beobachteten kein erhöhtes Risiko für nasale GlukokortikoideQuelle: Edeltraud Garbe: Pharmakologische Analyse zur okulären Hypertension, Offenwinkelglaukom und Katarakt

    Habilitationsschrift


    Es gibt einen aktuellen Internetbeitrag unter "you tube 13. virtuelle Patientenveranstaltung"

    Dort teilt Prof. Jünnemann mit, daß inhalative Glukokortikoide den Augendruck erhöhen, wenn eine positive Familienanamnese besteht.

    Die nasalen Sprays hat er nur als Applikationsform erwähnt, aber nicht in Zusammenhang mit dem Augendruck.



    Insofern denke ich, dass von den Nasensprays keine Gefahr der Augendruckerhöhung ausgeht. Natürlich bleibt es Dir unbenommen, zwischendurch noch mal den Augendruck messen zu lassen.

    Gruß Malve

  • Hallo zusammen


    und danke Malve für diese interessanten Informationen!


    Das Thema "Nasensprays" und insbesondere solche mit Kortison ist hier ja immer wieder aktuell


    Unsere Fall-Kontroll-Studie zeigte, daß inhalative Glukokortikoide, wenn sie in hohen Tagesdosen kontinuierlich über 3 Monate verabreicht werden, das Risiko von okulärer Hypertension und Offenwinkelglaukom um über 40% erhöhen.
    Wir beobachteten kein erhöhtes Risiko für nasale GlukokortikoideQuelle: Edeltraud Garbe: Pharmakologische Analyse zur okulären Hypertension, Offenwinkelglaukom und Katarakt

    Habilitationsschrift


    Abgesehen von einem möglicherweise intervenierenden erblichen Faktor, macht demnach die Applikationsform - inhalativ vs nasal - den Unterschied.


    Irgendwie erstaunlich - zumal Nasen- und Rachenraum nahe zusammen liegen und sie überdies doch über Verbindungen verfügen.


    Gibt es denn in dieser Habil. oder anderenorts Hinweise, wie man erklären könnte, warum Kortison inhaliert den AID erhöht, nasal aufgenommen aber nicht?


    Ist da möglicherweise auch eine andere Dosierung im Spiel?


    Falls Du darüber was gelesen hast, Malve, ich wäre dankbar für weitere Hinweise!


    LG


    Chanceline

  • Danke an alle,


    die Antworten haben mich ein bisschen beruhigt. Inzwischen habe ich auch meine Augenärztin erreicht. Sie fürchtet zwar noch, dass die Tropfen dann nicht wie gewünscht wirken und der Augeninnendruck steigen könnte, hält das Risiko aber für vertretbar. Im April muss ich wieder zur Kontrolle. Länger als einen Monat werde ich das Nasenspray auch nicht nehmen. Wir warten erstmal ab.


    Die Frage, warum die Aufnahme des Kortisons durch die Nase nicht so gefährlich ist wie eine orale Einnahme würde mich aber auch interessieren.


    Beste Grüße

    GBae

  • Hallo Chanceline und GBae,

    ich habe in der Habil-Arbeit noch folgenden Passus gefunden:


    "doch ist zu berücksichtigen, daß
    nasale Glukokortikoide in deutlich geringerer Dosierung angewendet werden als inhalative
    Glukokortikoide.42,43,210 Die für Erwachsene empfohlene Tagesdosis nasaler Glukokortikoide
    beträgt in der Regel nicht mehr als 400 µg, wohingegen die Tagesdosis inhalativer
    Glukokortikoide bei unzureichender Kontrolle des Asthma bronchiale bis auf 1500-2000 µg
    gesteigert werden kann.42,43,48,210".


    Und es steht an anderer Stelle


    "Wir beobachteten kein erhöhtes Risiko von okulärer Hypertension oder Offenwinkelglaukom

    unter einer längerdauernden Applikation nasaler Glukokortikoide. Dieses Ergebnis ist in
    Übereinstimmung mit verschiedenen Studien, in denen keine Suppression der NNR-Funktion
    unter nasalen Glukokortikoiden beobachtet wurde.48,59,210 Z"

    Das heißt, daß es keine systemische Wirkung gibt, da sonst das Cortison ja zu einer Unterdrückung der NNR (also Nebennieren) Funktion führt. Das ist eine klare biochemische Aussage: Keine systemische Wirkung".


    Ich möchte aber noch folgendes zu bedenken geben:

    In der Studie wurde ja untersucht, ob sich unter der Medikation eine oculäre Hypertension oder ein Glaukom entwickeln.

    Es wurden aber keine Untersuchungen an Glaukompatienten durchgeführt.


    Wenn Deine Augenärztin Bedenken hat, GBae, kann sie doch den Augendruck kontrollieren. Eigentlich dürfte nichts passieren, da keine systemische Wirkung.


    Da das Problem Nasenspray und Glaukom hier immer wieder auftaucht, sollten wir es vielleicht unter Beobachtung nehmen und weitere Informationen sammeln.


    Viele Grüße - Malve

  • Hallo GBae,


    in der letzten/13. Patientenveranstaltung mit Prof. Jünemann wird dies behandelt, ist sehr informativ und auf der homepage der Glaukomselbsthilfe anzusehen (Sabine hat auch einen Link zu der Seite eingestellt - Abschnitt:Selbsthilfegruppen-Medien, etc.).


    Viele Grüße,

    Gisa

  • Danke Malve, dass Du nachgelesen hast!


    Das spricht dafür, dass die unterschiedliche Auswirkung auf den AID im wesentlichen damit zusammenhängt, dass zum einen inhalativ verabreichte Glukokortikoide üblicherweise um ein mehrfaches höher dosiert sind, als das bei Nasensprays der Fall ist.


    Zum anderen müssen erstere häufig über einen längeren Zeitraum angewendet werden.


    Wer mag, kann selber nach lesen, und findet hier das Futter:


    Edeltraud Garbe, pharmakologische analyse zur okulären hypertension, offenwinkelglaukom und katarakt, Habilschrift, Berlin 1999.


    Über die Erörterung der Studienergebnisse hinaus, wird in der Arbeit der damalige Wissensstand (1999) hinsichtlich des vermuteten Wirkmechanismus von Kortison in seinen verschiedenen Darreichungsformen auf den AID diskutiert.


    Das finde ich auf jeden Fall lesenswert.


    Diese Arbeit ist 1999 erschienen!


    Der Hinweis darauf soll die Ergebnisse keinesfalls in Zweifel ziehen. Es ist aber zu vermuten, dass zwischenzeitlich ergänzende oder weitergehende Erkenntnisse ans Licht der Öffentlichkeit gelangt sind.



    Da das Problem Nasenspray und Glaukom hier immer wieder auftaucht, sollten wir es vielleicht unter Beobachtung nehmen und weitere Informationen sammeln.


    Genau das sollten wir, wenn also jemand was findet, dann bitte einstellen!


    Ganz abgesehen davon, wäre es höchst wünschenswert, wenn die Vertreter der davon betroffenen medizinischen Fachbereiche den diesbezüglichen Fragen und Sorgen von Glaukompatienten mit vernünftigen Informationen begegnen.


    LG


    Chanceline

    Einmal editiert, zuletzt von Chanceline ()

  • Hallo!


    Prof. Jünemann hat in seinem Vortrag erwähnt, dass jeder Applikationsart mit Cortison den AID erhöhen kann. Er erwähnte auch Spray und Salben, nicht nur die systemische Aufnahme.


    Letzten Endes kommt es darauf an, ob jemand Cortisoresponder ist oder eben nicht. Da das im Vorfeld nicht untersucht werden kann sind halt engmaschige Kontrollen des AIDs nötig.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Gbae,


    ich hatte dieselbe Problematik.


    Ich habe das Cortison-Nasenspray über 3 Jahre auf Anweisung des damaligen HNO angewendet und hatte dadurch Druckwerte bis 25. Die sind bei einer Routineuntersuchung wg. Rheumamedikament beim AA aufgefallen. Das Spray musste ich 2019 sofort absetzen. Und bin seitdem in der Glaukomüberwachung.


    Danach wurden nie wieder Drücke über 20 bei mir gemessen. Also lag die Vermutung mit dem Cortison nahe.


    Bezüglich HNO hatte ich letzten November eine sehr "professionelle" Antwort auf meinen Hinweis, dass ich vom Cortison-Nasenspray evtl. Augendruckerhöhung bekomme, erhalten. Nach allergischer Reaktion und zu großen Nasenmuscheln war ich bei ihm. Er meinte, wenn ich nach der einmaligen Einnahme von 1 Cortisontablette (wg. allergischer Reaktion) keinen Glaukomanfall bekomme, dann könnte ich bis zum Sankt-Nimmerleinstag Cortison in die Nase sprayen. Soviel zum Thema HNO und Cortison bei Glaukom.


    Im November 2021 habe ich nochmals nach Rücksprache mit meinem AA dieses Nasenspray angesetzt. Es war abgesprochen, dass ich 2 Wochen spraye und dann zum Druckmessen komme. Der Druck war dann zwar nur etwas höher wie sonst bei mir üblich, aber er riet mir es wieder abzusetzen. Längere Tests wollte er nicht machen, weil ich ja schon mal unter Cortison höhere Drücke hatte und offensichtlich darauf reagiere. Und beim Nachtesten nach weiteren 2 Wochen war der Druck so niedrig wie immer.


    Viele Grüße

    Trauminsel

  • Hallo Trauminsel,

    danke für Deinen Bericht.

    Da wir ja hier noch Informationen sammeln, einige Ergänzungen aus dem Vortrag von Professor Jünnemann zu Cortisonrespondern


    1. Topisches Cortison (also Augentropfen) erhöht den Druck stärker als systemisches Cortison


    Druckanstieg durch topische Anwendung nach 1 - 2 Wochen

    Druckanstieg nach systemischer Anwendung nach 2 - 4 Wochen

    Hohes Risiko für Druckanstieg: Alter, bestehendes Glaukom, Bindegewebserkrankungen


    Druckerhöhung durch inhalatives Cortison nur bei positiver Familienanamnese

    Nasensprays wurden nicht explizit erwähnt.


    2. Von Cortisonresponse spricht man bei folgenden Druckerhöhungen:


    no (low) response: Druckanstieg unter 6 mm,Druck nicht über 20 mm

    low (moderate) response: Druckanstieg 6 - 15 mm, Druck 20 - 31 mm

    high response: Druck über 30 mm


    3. Ob man als Cortisonresponder einzustufen ist, hängt somit auch von dem Zeitpunkt ab, an dem unter dem
    Cortison der Druckanstieg aufgetreten ist und von den beobachteten Druckwerten.


    Viele Grüße - Malve

  • Also Prof. Jünemann erläuterte, dass der AA wissen muss, wenn Cortison gesprayt oder eingenommen wird. Wir sind ja hier in nem Glaukom-Forum.

    Auf die Haut aufgetragen, macht es keine Probleme.


    Der Rest muss der AA mit dem Patienten wie Trauminsel eindeutig beschreibt, besprechen,....da ist jeder anders.


    Gruß ins Off, Gisa

  • IAlso Prof. Jünemann erläuterte, dass der AA wissen muss, wenn Cortison gesprayt oder eingenommen wird. Wir sind ja hier in nem Glaukom-Forum.

    Auf die Haut aufgetragen, macht es keine Probleme.

    Ich habe den Vortrag ebenfalls gesehen und bin dadurch nochmal auf das Thema "Cortison-Responder" sensibilisiert worden. Also meinte er mit Salbe nur Augensalbe und nicht am sonstigen Körper?


    Das hatte ich nicht ganz verstanden und war etwas alarmiert, weil ich für gut eine Woche ein ca. 2 Euro-Stück großes, aber sehr hartnäckiges Ekzem am Bauch mit einer Kortisonsalbe behandeln musste. Laut Hautärztin ist die Anwendung, wenn nicht nah am Auge und keine Schleimhaut betroffen ist, sehr wahrscheinlich ohne Auswirkungen auf den AID, aber durch Prof. Jünemanns Vortrag war ich unsicher.

  • Hallo Andreica,


    ich gebe Dir dafür Entwarnung. Ich musste und muss auch wegen Ekzemen Cortison schmieren unnd habe mich mehrfach erkundigt. Mein Glaukomspezialist sagte zu mir, dass das unwichtig sei, da ganz wenig systemisch aufgenommen wird.

    Ich glaube, Prof. Jünemann hat hierzu wenig ausgesagt (ich schau mirs nochmal an) und Du hast Dich ja auch erkundigt.


    Viele Grüße, Gisa

  • Prof. Jünnemann hat topische also Augentropfen bzw. Augensalben den systemischen gegenübergestellt. Systemisch ist, was über das Blut wirkt. Also Tablette, Infusion, Haut, Schleimhaut. Wie viel und in welcher Konzentration etwas aus Deiner Salbe im Blut erscheint, hängt auch von der Art des Cortisons ab. Es gibt schwach und stark wirksame. Prof. Jünnemann hatte dazu eine Tabelle. Der Hautarzt weiß darüber auch Bescheid.

    Und im Zweifelsfall nach 2 Wochen den Druck messen lassen

    Gruß Malve

  • ch gebe Dir dafür Entwarnung. Ich musste und muss auch wegen Ekzemen Cortison schmieren unnd habe mich mehrfach erkundigt. Mein Glaukomspezialist sagte zu mir, dass das unwichtig sei, da ganz wenig systemisch aufgenommen wird.

    Ich glaube, Prof. Jünemann hat hierzu wenig ausgesagt (ich schau mirs nochmal an) und Du hast Dich ja auch erkundigt.

    Danke! =) Ich hoffe nur, dass ich möglichst nur ganz selten Cortison systemisch oder als Augentropfen brauche. Es ist schon der Hammer, bei wie vielen Medikamenten man wegen des Glaukoms vorsichtig sein muss....aber es ist toll, wie systematisch Prof. Jünemann alles erklärt hat. So weiß ich, worauf ich achten und welche Fragen ich stellen muss.

  • Inzwischen war ich wegen meiner chronischen Sinusitis im Krankenhaus. Trotz meiner Hinweise auf beidseitiges Glaukom und Katarakt wurde ich zur Vorbereitung auf die OP erstmal (ohne Vorankündigung) intravenös mit Prednisolon versorgt und soll nun für unbestimmte Zeit Mometason-Nasenspray anwenden. Ich habe mich mit mehreren HNO-Ärzten im Krankenhaus darüber unterhalten, jeder hat das Risiko für das Auge als vernachlässigbar angesehen.

    Allerdings ist meine ambulante HNO-Ärztin jetzt wieder entsetzt und meint, ich soll das Spray wegen des Glaukoms absetzen. So viel Verunsicherung und Uneinigkeit unter den Ärzten tut nicht gut! Letztendlich bleibt die Entscheidung doch beim relativ unwissenden, aber doch alles unter einen Hut bringenden Patienten.

    Der Termin beim Augenarzt steht noch aus. Allerdings ignoriert die Augenärztin wiederum die systemische Wirkung des Brinzolamid und lacht mich aus, wenn ich davon Kopfschmerzen und Benommenheit bekomme. Jeder sieht leider nur sein Fachgebiet.

  • Hallo GBae,

    Du wurdest ja wegen der Sinusitis operiert. Ich weiß nicht, ob die Nachbehandlung mit Mometason Nasenspray jetzt unbedingt erforderlich ist, um das Operationsergebnis langfristig zu sichern. Ich würde dazu aufgrund der Aussage Deiner HNO-Ärztin noch mal mit der Klinik Rücksprache halten.

    Wenn es an dem sein sollte, würde ich das jetzt erst mal anwenden und engmaschig den Augendruck kontrollieren lassen.

    Sollte es zu Druckanstiegen kommen, muß man weitersehen.


    Der Termin beim Augenarzt steht noch aus. Allerdings ignoriert die Augenärztin wiederum die systemische Wirkung des Brinzolamid und lacht mich aus, wenn ich davon Kopfschmerzen und Benommenheit bekomme. Jeder sieht leider nur sein Fachgebiet.

    Die systemische Wirkung des Brinzolamids kann ich nur bestätigen. Leichte Benommenheit und Müdigkeit, ich konnte damit wunderbar schlafen, habe es aber leider auf Dauer am Auge nicht vertragen.

    Manchmal hängt das mit der Wirkung auf den Blutdruck zusammen. Vielleicht den mal öfter kontrollieren.

    Gruß Malve

  • Hallo GBae,

    .

    Letzten Endes kommt es darauf an, ob jemand Cortisoresponder ist oder eben nicht. Da das im Vorfeld nicht untersucht werden kann sind halt engmaschige Kontrollen des AIDs nötig. (Hervorh. CH)


    Soweit ich das aus Deinen bisherigen posts verstehe, ist nicht geklärt, ob Du Cortisonresponder bist oder nicht!


    So ich da was übersehen habe - sorry GBae!


    Also warum warten bis zu Dem AA Termin, der wohl im April (?) sein sollte.


    Laß den Druck messen und zwar jetzt!


    Dann weißt Du, ob Du reagierst!


    Das ist doch eine wichtige Information, auch über den jetzigen Fall hinaus.


    Gruß und gute Besserung


    Chanceline

  • Allerdings ist meine ambulante HNO-Ärztin jetzt wieder entsetzt und meint, ich soll das Spray wegen des Glaukoms absetzen. So viel Verunsicherung und Uneinigkeit unter den Ärzten tut nicht gut!

    Ich kann mich Malve und Chanceline nur anschließen: Augeninnendruck engmaschig kontrollieren lassen, das geht in den meisten Praxen auch ohne Arzttermin bzw. Arztgespräch - bzw. dieses wird dann nur anberaumt, wenn das Ergebnis sehr schlecht ist.


    "Lustigerweise" wurde mir von meiner HNO-Ärztin auch Mometason-Nasensprach für 3 Wochen verordnet. Trotz Hinweis auf Glaukom meinte sie, das würde ja nur in der Nase wirken. Aus den Vorträgen weiß ich aber, dass die Nase ja a) nahe beim Auge ist und b) Cortison in Schleimhäuten systemisch wirkt.


    Da sich die Apothekerin der Meinung der HNO-Ärztin anschloss, habe ich nicht gleich beim AA angerufen, nach knapp 2 Wochen aber doch. Die Antwort meines AA (der gründlich, aber unaufgeregt ist und nicht sofort Alarm schlägt): "Das kann sie verordnen - ist aber nicht ideal" mit dem Angebot, meinen Druck engmaschig kontrollieren zu lassen.


    Das ist ja auch für Dich eine super Möglichkeit herauszufinden, ob und inwiefern Du Cortisonresponder bist!

  • Das Laryngoskop
    Jahrgang 129, Heft 1 s. 6-12
    Allergie/Rhinologie

    Intranasale Kortikosteroide führen nicht zu Augenveränderungen: Ein systematischer Review und Meta-Analyse

    Dr. Carla V. Valenzuela,Dr. James C. Liu,Dr. Peter M. Vila, MSPH,Laura Simon MLIS,Michelle Doering MLIS,Dr. Judith E.C. Lieu, MSPH


    Hier eine wissenschaftliche Untesuchung zur Wirkung von Cortison-Nasensprays am Auge.


    In den Studien wurden insgesamt 2.226 erwachsene Patienten, die regelmäßig Cortison-Nasensprays einnahmen, über zwölf Monate beobachtet. Verglichen wurden sie mit Kontrollpersonen, die lediglich ein Placebo (Scheinmedikament) erhielten.

    Die Ergebnisse: Die Wahrscheinlichkeit für einen erhöhten Augeninnendruck war mit Cortison- Behandlung leicht erhöht: Es traten 0,8 Prozent mehr Fälle davon auf als in der Kontrollgruppe. Kein einziger Fall eines Glaukoms wurde festgestellt. Das Fazit der Autoren: Das Risiko eines erhöhten Augeninnendrucks ist signifikant erhöht. Die Gefahr, dass eine echte Augenerkrankung auftritt, etwa ein Glaukom, war in den Studien allerdings nicht erhöht. Die Analyse gibt einen weiteren Hinweis darauf, dass Cortison in dieser Darreichungsform keine bedenklichen Nebenwirkungen auf den gesamten Körper hat. Allerdings ist der Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten relativ begrenzt.

  • Da gehen die Arztmeinungen dann eben auch auseinander.


    Prof. Jünemann war bei seinem Vortrag kürzlich anderer Meinung. :schulterzuck:

  • Prof. Jünemann war bei seinem Vortrag kürzlich anderer Meinung. :schulterzuck:

    Mein Augenarzt ist auch eher auf der Linie von Prof. Jünemann...


    Die Wahrscheinlichkeit für einen erhöhten Augeninnendruck war mit Cortison- Behandlung leicht erhöht: Es traten 0,8 Prozent mehr Fälle davon auf als in der Kontrollgruppe. Kein einziger Fall eines Glaukoms wurde festgestellt.

    ich glaube, diese Studie habe ich auch gelesen. Wenn man nochmal hinschaut, merkt man, dass zwar "kein einziger Fall von Glaukom" festgestellt wurde.


    ABER diese Studie wurde wohl nur an Patienten ohne Glaukom durchgeführt und es scheint, dass trotz der 0,8% mit erhöhtem Augeninnendruck kein Glaukom ausgelöst wurde.


    Das Fazit der Autoren: Das Risiko eines erhöhten Augeninnendrucks ist signifikant erhöht.

    Heißt für mich: das Risiko eines erhöhten Augeninnendrucks ist signifikant - was der Gruppe ohne Glaukom nicht geschadet hat (wenn ein Mensch ohne Glaukom-Disposition mal für einige Zeit von z. B. AID 12 auf 18 geht, ist das normalerweise sicher nicht schädlich).


    Aber wenn jemand Schäden hat, einen niedrigeren Zieldruck und immer ca. 2 unter Zieldruck ist und nach der Einnahme 5 oder 6 mmHg höher kommt, kann das m.E. negative Auswirkungen haben.


    So verstehe ich es zumindest.... :/

  • Hallo Andreica!

    ABER diese Studie wurde wohl nur an Patienten ohne Glaukom durchgeführt und es scheint, dass trotz der 0,8% mit erhöhtem Augeninnendruck kein Glaukom ausgelöst wurde.

    Ja, das ist für mich auch ein ganz wichtiger Faktor!


    Für mich ist das ein Unterschied, ob ein Glaukom durch cortisonhaltiges Nasenspray entstehen kann, wo noch keines war oder ob bei einem Glaukompatienten durch das cortisonhaltige Nasenspray ggf. ein erhöhter AID und ggf. ein Fortschreiten dadurch entstehen kann.



    LG
    Sabine