Engwinkelglaukom / Druckanstieg / alle 3 Stunden Pilocarpin / Operation?

  • Liebe alle,


    ich möchte mich zunächst kurz vorstellen. Mein Name ist Tim, ich bin 32 Jahre alt und wohnhaft in München. Bis vor 1,5 Monate war mir der Begriff "Glaukom" lediglich vom Hören/Sagen ein Begriff.


    Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meinen ersten Glaukom Anfall auf dem linken Auge. Eine mir zuvor bekannte medizinische Vorgeschichte existiert nicht. Ich war weder Kurz- noch Weitsichtig, hatte immer eine überdurchschnittliche Sehkraft und mich auch ansonsten gesund ernährt bzw. viel Sport getrieben. Seit dem Glaukom Anfall ist meine Pupille auf dem linken Auge nunmehr weitgehend starr, wird auch bei hellen Lichtverhältnissen nicht kleiner als mittelweit. Es wurde am selben Tag des Anfalls auf beiden Augen nach der Senkung des Drucks eine Laser Iridotomie durchgeführt. Die dazu gehörigen Löcher sind auf beiden Augen offen.


    Zur Therapie habe ich im Dezember sodann Pilocarpin 1% (3x täglich) und Inflanefran Forte (3x täglich) an Augentropfen genommen. Beide Tropfen wurden in der Woche vor Weihnachten ausgeschlichen.


    Pünktlich zu Neujahr musste ich wieder mit einem Druckanstieg im linken Auge in die Klinik. Seit dem habe ich wieder Pilocarpin 1% (3x täglich), Inflamefran Forte (2x täglich) und auch erstmalig Cosopt S (2x täglich) getropft. Die Beta Blocker in den Cosopt S habe ich trotz Abdrücken des Tränenpünktchens allerdings systematisch nicht vertragen und musste die Tropfen daher absetzen. Die Tropfen wurden durch Trusopt S (wieder 2x täglich) ersetzt. Bemerkenswert ist zudem, dass ich seit dem ersten Glaukom Anfall bis zu diesem Druckanstieg auf dem linken Auge stark Kurzsichtig war. Die Kurzsichtigkeit ist seit diesem Druckanstieg verschwunden, eine Erklärung hierfür gebe es wohl nicht.


    Seit mehreren Tagen konnte ich nun auch einen deutlichen Druckanstieg auf dem rechten, bis dahin makellosem Auge bemerken. Der Druckanstieg macht sich neben der spürbaren Härte des Auges durch eine Vielzahl an Äderchen im Auge bemerkbar. Es ist nun leider soweit, dass die drucksenkende Wirkung von Pilocarpin, wobei ich die Tropfen nun auch prophylaktisch auf dem rechten Auge tropfen soll, lediglich bis zu ca. drei Stunden anhält. Nach Ablauf der drei Stunden steigt der Druck auf beiden Augen an, das Auge wird rot, wobei das rechte Auge leicht zeitverzögert reagiert, was ggf. seinen Ursprung in der größeren Pupille sowie diversen Synechien auf dem linken Auge hat. Bedauerlicherweise lässt sich im Übrigen aber die Uhr danach stellen. Nach dem Tropfen von Pilocarpin geht die Rötung sodann innerhalb von 30-60 Minuten wieder zurück. Ich nehme um einen Druckanstieg bereits im Vorfeld zu vermeiden damit nach Rücksprache mit den Ärzten Pilocarpin alle drei Stunden auf beiden Augen. Ich bin nun tatsächlich doch zunehmend verzweifelt, da ich nicht mehr weiter weiß und insbesondere auch das Tropfen Nachts (alle drei Stunden) sehr ermüdend ist.


    Eine Ursache lasse sich nach Aussage der Ärzte nicht diagnostizieren, es werde daher rein symptomatisch behandelt. Eine andere Therapie gebe es aber gerade derzeit nicht. Dies gelte insbesondere, da ich die Beta Blocker in Cosopt S nicht vertragen habe. Das Kortison wurde heute abgesetzt um dies als Ursache für den Druckanstieg ausschließen zu können. Hinzu kommt, dass ich auch im Übrigen derzeit definitiv nicht fit bin (Erschöpfung, leichte Halsschmerzen). Die körperlichen Symptome haben dabei zeitgleich mit dem Druckanstieg angefangen.


    Die Klinik schlägt als nächsten Schritt ein Druckprotokoll über 24 Stunden vor. Dieses könnte aber erst Ende nächster Woche erfolgen. Im Übrigen wird ein Austausch der Linse oder alternativ eine Trabekulektomie empfohlen. Meine Sehkraft liegt bei beiden Augen bei 100%, so dass ich hier große Bedenken habe. Insbesondere, da ich bis vor 1,5 Monaten keine Probleme hatte und nun alles gefühlt täglich schlimmer wird, fehlt mir irgendwie die übergeordnete Ursache, an die man anknüpfen könnte. Ich weiß leider insgesamt nicht mehr weiter... Hat jemand von Euch vielleicht noch eine Idee?


    In der Hoffnung hier ggf. einen Lösungsansatz zu finden

    Viele Grüße

    Tim

  • Hallo Tim,


    ein Engwinkelglaukom wird oft im Winter bemerkt.


    Eine 24 Stunden Messung mit Nachtmessung in einer Klinik sollte einer Operation vorangehen, damit man mehr Werte hat und gut entscheiden kann.


    Bei so vielen Tropfen Pflege deine Augen mit Tränenersatzmittel unkonserviert (Apotheke)


    Für die Klinik brauchst du eine Überweisung.


    LG


    Jenat

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Liebe Jenat,


    vielen Dank für Deine schnelle Rückmeldung!


    Ich bin bereits seit dem Glaukom Anfall in der Uniklinik in Behandlung (Notfallambulanz / Glaukomsprechstunde). Den Termin für die 24 Stunden Messung habe ich direkt über die Klinik bekommen und für Ende nächster Woche nun vereinbart.


    An Tränenersatzmittel nutze ich sporadisch derzeit die Bepanthen Augentropfen. Vermutlich sollte ich diese öfter nutzen, guter Hinweis.


    Liebe Grüße

    Tim

  • Tim, das hört sich ja erschreckend an! Ich kann mir gut vorstellen, wie du dich in der Situation fühlst.


    Das mit dem Druckprofil ist auf jeden Fall wichtig. Wärst du dafür mehrere Tage in der Augenklinik?


    Was wurden ansonsten für Untersuchungen gemacht, auch außerhalb der Augenklinik? Z.B. vom Kopf?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Dieda,


    vielen Dank erstmal! Das Druckprofil soll wohl von Donnerstag Morgen bis Freitag Vormittags erstellt werden. An dem Freitag werde ich wohl bereits wieder Vormittags entlassen.


    Es wurden ansonsten nicht wirklich viele Untersuchungen durchgeführt. Der Sehnerv wurde computertechnisch untersucht (OCT) und es wurde der Blutdruck gemessen. Im Übrigen habe ich viele Male nach sinnvollen ergänzenden Untersuchungen (in Eigenregie) außerhalb der Klinik gefragt, es hieß aber immer, dass keine ergänzenden Untersuchungen ersichtlich seien. Da ich hier nichts unversucht lassen möchte - schweben Dir bestimmte Untersuchungen vor, die ggf. Sinn ergeben könnten?


    Beste Grüße

    Tim

  • ja, dieda hat Recht, nicht nur 24 Stunden messen, eher 3 Tage


    Ächtung: für die Klinik die billigsten Einweg Tränenersatzmittel kaufen - viel!

    Nach jeder Messung auf dem Zimmer die Augen spülen! Die viele Messerei erträgt man dann besser.


    Zettel und Stift!


    Jeden Messwert selbst mitschreiben.


    Jede Messung an Gerät xy SOFORT ausdrucken lassen und mitnehmen, Mappe mitnehmen. Kleingeld für die kaffeekasse der Schwestern! Viele Geräte lassen Ausdrucke später nicht zu. Deswegen sofort lieb fragen nach Ausdruck und Kaffeekasse


    Du wirst vermutlich noch eine Zweitmeinung brauchen und dafür alle Akten sofort.

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  • Osteopathie - ist etwas mit dem Hals passiert? Irgendwas verklemmt?

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  • Moin Tim,

    Mir kommt deine Geschichte zum Teil sehr bekannt vor. Bei mir wurde vor knapp 10 Jahren im Alter von 27 ein „Engwinkelglaukom“ festgestellt. Es war dann über viele Jahre stabil, aber seit 2 Jahren zickt es und selbst mit 3 verschiedenen Wirkstoffen habe ich Druckspitzen über 30. und reden wir nicht über die Nebenwirkungen der Tropfen…


    Ich habe einen Spezialisten in Düsseldorf gefunden, der mir endlich genau sagen konnte, was mit meinem Auge nicht stimmt. In meinem Fall war es ein Plateau-Iris Syndrom. Ich habe mich jetzt im vergangenen Dezember am linken Auge operieren lassen und mir eine Kunstlinse einsetzen lasen. Dort ist nach anfänglichen Komplikationen der Druck nun auf stabile Werte gesunken, ohne drucksenkende Tropfen.


    Das mit deiner Kurzsichtigkeit kommt mir auch bekannt vor, dies war nämlich eine der Komplikationen. Nach der OP hatte sich ein Malignes-Glaukom entwickelt. Dabei fließt das Kammerwasser in die falsche Richtung (in Richtung Glaskörper) und drückt dadurch das Iris-Linsen Diafragma nach vorne. Dadurch kam es bei mir zu einem Glaukomanfall.


    Ich selber komme aus Hamburg, habe den Arzt von meiner Hausaugenärztin empfohlen bekommen. Der operierende Arzt ist Herr Dr Klabe in Düsseldorf. Die Entfernung hatte mich anfangs abgeschreckt, allerdings bin ich sehr froh, mich doch für ihn entschieden zu haben.


    Falls du noch mehr Fragen hast, ich helfe gerne.


    Noch eins: lass den Kopf nicht hängen. Ich weiß, es ist nicht immer leicht. Die Krankheit wurde bei dir entdeckt, nun kann man was dagegen tun.


    Viele Grüße aus dem Norden

    Kai

  • Tim, ich kenne mich mit den Untersuchungen nicht so gut aus, aber andere hier. Vielleicht kann z.B. Sabine sagen, was noch wichtig wäre.


    Was jenat sagt wegen der Benetzungstropfen ist wirklich wichtig. Nach den Untersuchungen immer gleich tropfen, um z.B. das gelbe Zeug, das für die Druckuntersuchungen benutzt wird, herauszuschwemmen. Dadurch ändert sich zwar der Druck nicht, aber deine Augen brennen danach nur vielleicht 2-3 Tage statt einer Woche.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Liebe alle,


    vielen Dank für die hilfreichen Tipps! Ich habe mir insbesondere die Aspekte für die Dauermessung notiert. Auch einen Termin bei einer Osteopathin habe ich nun für nächste Woche vereinbart. Schadet sicherlich nicht, da ich wenige Wochen vor dem ersten Glaukom Anfall tatsächlich ein Problem am Halswirbel hatte, aber nicht beim Arzt war.


    Auch besten Dank, Kai! Da hast Du aber auch schon einiges mitgemacht. Ich bin tatsächlich öfter im Jahr in Düsseldorf, so dass ich mir den von Dir vorgeschlagenen Arzt auch einmal notiert habe. Heute wurde mir von einem anderen Augenarzt Prof. Dr. Klink in München empfohlen, bei dem ich nun einmal einen Termin in zwei Wochen vereinbart habe. Der heutige Augenarzt war leider ansonsten ratlos. Interessant fand ich auch Deine Ausführungen zum Malignes Glaukom! Ich war über ca. 5 Wochen nach dem ersten Glaukom Anfall stark kurzsichtig, wobei der Druck jeweils, jedenfalls zum Zeitpunkt der Messungen in Ordnung war. Wie lange hielt die Kurzsichtigkeit bei Dir an?


    Viele Grüße aus München

    Tim

  • Moin Tim,

    Das maligne Glaukom war bei mir erst nach der OP verschwunden. Ich hatte allerdings gelesen, dass es sich auch von selbst bessern kann, bzw. durch drucksenkende Maßnahmen wieder verschwinden kann.


    Hole dir ruhig ein paar Meinungen (ich war sogar bei 4 Ärzten). Lass keine OP zu schnell durchführen. Lies dir die Vor- und Nachteile der verschiedenen OPs ruhig selbst durch und stell den Ärzten Fragen.


    An Untersuchungen sollte eigentlich eine Augenspiegelung, ein OCT und eine Gonioskopie reichen, um zu sehen was mit dem Auge los ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, es gibt Ärzte, die gucken in die Augen und zucken mit den Schultern und es gibt welche, die sehen direkt was los ist. Die können einem dann auch erklären, wo das Problem liegt und warum welche Behandlung am Besten ist.

  • Vielen Dank, Kai.


    Ich war heute wieder mal bei einem Augenarzt für eine zweite Meinung und es wurde ein Druck von 40 auf dem linken Auge gemessen. Der Druck ging dann langsam nach Pilocarpin Gabe etwas runter aber lag am Ende immer noch bei 26. Ich habe dann noch eine Glaupax genommen und soll morgen wieder zur Kontrolle hin. Der Arzt schlägt eine zweite Iridotomie auf dem linken Auge vor, da die bisherige von der Position her ungünstig sei. Die damalige Iridotomie wurde am Tag des ersten Glaukom Anfalls durchgeführt als die Pupille noch weiter war als nun, so dass das Loch nun etwas zu weit innen liege. Hat jemand Erfahrung mit einer zweiten Iridotomie? Bestehen da ggf. besondere Risiken durch das dann zusätzliche Loch? Es sei laut Arzt einen Versuch vor einem Linsenaustausch wert. Verstehe auch einfach nicht was mit dem Druck los ist, der bis vor 1,5 Wochen bei jeder Messung noch ok war (zumeist lag er bei 14…).

  • Hi Tim,

    Bei solch einem Druck ist Glaupax auf eine gute Idee. Der Druck muss runter, damit das Auge sich auch wieder etwas entspannen kann. Wenn du Glaupax länger nimmst, denke daran Kalium zu substituieren (z.B. Bananen essen oder sowas wie Kalinor nehmen). Hast du schonmal Taflotan (Tafluprost) probiert?


    Mit der zweiten Iridotomie wäre ich nicht zu voreilig. Ich nehme an, diese soll mit dem Laser gemacht werden? Falls ja, kann das durchaus problematisch werden, da die Irispigmente den Kammerwinkel zusätzlich verstopfen können. Außerdem ist jedes neues Loch auch wieder ein Einfallstor für Licht und somit für Blendeffekte. Die Positionierung des zweiten Lochs sollte also sehr gut gewählt werden.


    Ich finde es zusätzlich sehr optimistisch, dass der Druck dadurch in annehmbare Bereiche sinkt, aber wissen tut man sowas vorher ja nie. Alternative zur Laser Iridotomie ist übrigens die chirurgische Iridotomie. Die hat den Vorteil, dass sie viel größer ist.


    Welche Diagnose hat der Arzt denn bei dir gestellt? Also warum denkt er, ist der Druck erhöht? Wie eng ist dein Kammerwinkel? (Wird in Grad bzw. Grad Schaffer angegeben). Wie ist es um deine Iris bestellt? Sind bereits Kirchenfenster Phänomene an dieser zu sehen? Ist deine Vorderkammer normal tief oder flach? Liegt eine Plateau Iris vor? Ist dein Kammerwinkel stark pigmentiert?


    Druckentgleisungen passieren leider schnell und meist unvorangekündigt. Das ist ja das böse.

    Einmal editiert, zuletzt von kaipi ()

  • gab es einen Unfall mit dem Hals? Kopfball , Weihnachtsbaum sägen Holz hacken.


    Würde die Halswirbelsäule massiv beansprucht?


    Lässt sich der Kopf beidseits locker drehen?

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  • Hey Kai,


    vielen Dank für die hilfreichen Tipps! Deinen Rat bzgl. Kalium werde ich gerne befolgen. Taflotan habe ich bisher noch nicht probiert, aber gerade mal nachgelesen - werde ich bei einem der nächsten Termine mal ansprechen.


    Die Iridotomie soll wieder mit dem Laser gemacht werden, ja. Ein super Hinweis mit den Irispigmenten… insbesondere da derzeit nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Druck bereits wegen dem getropften Kortison so hoch ist und der Kammerwinkel ggf. auch deshalb bereits verstopfter ist als normal. Das Loch soll wohl so gesetzt werden, dass es im Normalfall durch das Lid verdeckt ist. Hinsichtlich der Erfolgswahrscheinlichkeit sagte der behandelnde Arzt, dass er bei mir eigentlich nur ungern die Linse tauschen würde wegen der an sich guten Sehfähigkeit und dem Verlust der Akkomodation. Er würde daher vorher gerne die Iridotomie versuchen, da das aktuelle Loch wirklich ungünstig positioniert sei und es seines Erachtens jedenfalls einen Versuch wert sei.


    Der Kammerwinkel sei heute bei beiden Augen so eng gewesen, dass dieser weder per Gonioskopie noch per OCT des vorderen Augenabschnitts einsehbar war (Druck links zu diesem Zeitpunkt ca. 30, rechts diesmal sehr gute 13). Ich würde das demnach mal als „sehr eng“ bezeichnen leider. Kirchenfensterphänomene waren jedenfalls anfänglich nach dem ersten Anfall wohl vorhanden, wurden danach aber von keinem Arzt mehr erwähnt. Gleichwohl gehe ich davon aus, dass diese nicht wieder einfach so verschwinden, oder? Die Vorderkammer sei sehr klein (ich gehe davon aus, dass meint flach). Der Begriff Plateau Iris viel bereits zwei mal und wurde spekuliert, dann aber vom jeweiligen Vorgesetzten in beiden Fällen jeweils nicht mehr genutzt. Zur Pigmentierung des Kammerwinkels kann ich leider nichts sagen. Sind das ein paar hilfreiche Informationen?


    jenat:

    Ich hatte nach einer Rutschpartie auf einer sehr schnellen Wasserrutsche und dem dortigen Bremsmanöver am Ende wenige Wochen im Nacken Probleme. Bewegungseinschränkungen habe ich jetzt jedenfalls nicht mehr. Ggf. findet die Osteopathin an Dienstag ja auch dort tatsächlich etwas.


    Viele Grüße

    Tim

  • Lieber Tim,


    der Patient kann etwas einfach gesprochen "Läuse und Flöhe" haben, also enger Kammerwinkel und Halswirbelprobleme.


    LG


    Jenat

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  • Guten Morgen Tim,

    Vielleicht kannst du den Arzt ja auch auf eine chirurgische Iridotomie bzw. Iridektomie ansprechen. Ist zwar ein Eingriff mit einem kleinen Schnitt im Auge, aber vielleicht erfolgsversprechender.


    Die Infos sind auf jedenfall hilfreich, das alles ein bisschen zu verstehen. Es gibt vermutlich keine Beurteilung deines Kammerwinkels von früher (also vor den Druckproblemen)?


    Bist du eigentlich In der PKV oder GKV? Es gibt da ein Gerät, mit dem man den Druck Zuhause messen kann (iCar Home 2). Ich denke das könnte bei dir durchaus Sinn machen, wenn du dich damit nicht selbst verrückt machst :-). Mir hilft es sehr mich zu beruhigen und die Therapie dem Druck anzupassen.


    Was den Linsentausch angeht… Ich kann die Bedenken verstehen. Der Verlust der Akkommodation ist natürlich eine Verschlechterung des Sehens und auch ich hatte Angst davor. Mir wurde eine EDOF Linse eingesetzt, damit kann ich bereits jetzt (nach 4 Wochen) ganz gut von der Ferne bis Smartphone Entfernung ohne Brille sehen. Es ist nicht 100% (das geht dann nur mit zusätzlicher Brille bei mir), aber es reicht für den Alltag.


    Zusätzlich sollte man wissen, dass es bei der OP noch weitere Risiken gibt, die es durchaus in sich haben können. Das gilt aber für jede Augen-OP. Allerdings ist es, laut Literatur, die OP der Wahl bei einer Engwinkelsituation. Ich habe dazu vermutlich alles im Internet gelesen, was man so finden kann.


    Wenn Glaupax dir bei der Drucksenkung hilft und du keine (zu starken) Nebenwirkungen hast, würde ich dir empfehlen erstmal abzuwarten und dir verschiedene Meinungen einzuholen, dich selber zu belesen. Du bist noch jung, da hält der Sehnerv meist noch was aus, ohne Schaden zu nehmen. Du hast also vermutlich ein bisschen Zeit, dazu am Besten den Arzt Fragen, ob er denkt, dass du dir das vielleicht erstmal alles ein paar Wochen überlegen kannst (Zweitmeinung etc). Eine durchgeführte OP ist nicht mehr rückgängig zu machen. Daher sollte sie wohl überlegt sein. Lass dich zu nichts drängen, von dem du nicht selbst überzeugt bist.


    Viel Erfolg gleich beim Arzt,

    Kai

  • Da muss ich Jenat zustimmen. Auch kann z.B. ein Glaukom durch so einen Unfall ausgelöst werden. Sprich das hat den Damm gebrochen, den man nun nicht einfach wieder schließen kann.

  • Lieber Kai,


    vielen Dank für deine kurzfristige Unterstützung, die mir bei der Entscheidungsfindung sehr weiter geholfen hat! Auch super, dass der Linsenaustausch bei Dir nunmehr gut verlaufen ist!


    Ich habe die erneute Laser Iridotomie erstmal aufgeschoben. Von einer chirurgischen Iridektomie hielt der Arzt nichts, da sei die Laserung in meinem Fall als Ansatz vor einem Linsenaustausch vorzuziehen.


    Eine Beurteilung von früher hinsichtlich des Kammerwinkels gibt es leider nicht. Ich bin gesetzlich versichert, aber nunmehr im Besitz eines ICare Home 2. Ich konnte hierdurch bereits feststellen, dass mein Druck derzeit nachts auf beiden Augen zu hoch ist, was auch meine oftmals roten Augen am Morgen erklären dürfte. Vermutlich liegt die Druckspitze nachts, wobei ich diese selbst noch nicht messen konnte. Von morgens bis mittags steigt der Druck dann weiter an und erreicht mittags den bisher höchsten gemessenen Wert. Insbesondere abends ist der Druck absolut in Ordnung. Es handelt sich hiermit nun um gemessene Schwankungen von 42-13 auf dem linken Auge und 28-11 auf dem rechten Auge, wobei ich die Befürchtung habe, dass die eigentliche Spitze wie gesagt nachts liegt und ich diese bisher nicht messen konnte. Tagsüber habe ich nämlich keine roten Augen. Die Werte wurden bisher bei diversen Messungen von Ärzten bestätigt.


    Leider wird im Rahmen des Tagesdruckprofils nächste Woche der Druck nachts nicht im Liegen gemessen, daher dürfte fraglich sein, inwiefern die Ergebnisse aussagekräftig sein werden.


    Ich habe mittlerweile die Vermutung, dass das Pilocarpin, das ich alle drei Stunden, auch nachts, tropfe nicht zu einer Senkung des Drucks führt. Ggf. besteht meines Erachtens ein Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme (Blutzuckerspiegel/Blutdruck?), da der Druck insbesondere nachmittags fällt nachdem ich gut und kohlenhydratreich gegessen habe. Ich versuche diesen Zusammenhang derzeit weiter nachzuverfolgen. Grundsätzlich habe ich jedenfalls einen sehr niedrigen Blutdruck wobei ich den Blutzucker noch nicht messen konnte.


    Sicher und reproduzierbar lässt sich der Druck erheblich durch körperliche Betätigung senken. Ein Druck von 39 fällt reproduzierbar auf 20 nach sechs Minuten sportlicher Betätigung (Puls > 150), steigt dann im Anschluss aber wieder (leider recht schnell) an. Nachdem ich mich diesbezüglich nun eingelesen habe und es Studien gibt nach denen sportliche Betätigung zu einer Erweiterung des Schlemm Kanals sowie des Trabekelwerks führt, kann meines Erachtens Taflotan ggf. wirklich ein guter Ansatz sein. Theoretisch sollte eine Drucksenkung durch Sport bei einem engen Kammerwinkel als Ursache nicht möglich sein, so dass ich hier mittlerweile davon ausgehe, dass das Problem jedenfalls auch an anderer Stelle liegt. Was meint ihr? Ich war heute wieder in der Notfallambulanz, die mir nun Latanoprost verschrieben hat. Bin gespannt ob das hilft… Weiß hier jemand ob es Unterschiede zwischen Taflotan und Latanoprost gibt? Beide Medikamente wirken meines Erachtens wohl ähnlich.


    Liebe Jenat,


    davon würde ich auch ausgehen. Schadet sicherlich nicht da dennoch einmal alles wieder ins Lot bringen zu lassen ;)


    Viele Grüße

    Tim

  • ACHTUNG


    Latanoprost und taflotan dürfen NICHT gemeinsam genommen werden, auch nicht mit zeitlichem Abstand!


    Der Druck kann sich erhöhen. Wirkumkehr!!!


    Wenn Sport den Druck senkt, pumpt das Herz mehr, der venöse Abfluss vielleicht besser. Hast du mal die Trinkmenge erhöht? Also Blut und Wasser fließen besser?

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Danke für den Hinweis! Habe heute Latanoprost bekommen als ich Taflotan angesprochen hatte. Taflotan nehme ich bisher nicht. Im Übrigen ausschließlich Trusopt und Pilocarpin. Jetzt knapp vier Stunden nach dem Tropfen von Latanoprost ist der Druck allerdings bei 52 (!) und ich sitze wieder in der Notfallambulanz. So einen hohen Wert hatte ich noch nie gemessen und ist auch für die Uhrzeit völlig untypisch. Habe eine Glaupax Tablette nun bekommen und soll 40 Minuten bis zur nächsten Messung abwarten. Weiß hier langsam nicht mehr weiter…

  • Hallo Tim,


    eine Bitte - mach doch in den langen Texten nach ein paar Zeilen 3-4, einen Absatz...für Leseeingeschränkte.


    Taflotan sind nach Aussage eines Profs die schwächsten Glaukomtropfen diese Gruppe, glaub Lumigan die stärksten. Taflotan sine (vorallem) sind aber die Verträglichsten. Ich tropfe Monoprost (=Latanoprost in EDOs ohne Konservierung)

    Dein iCare misst aber schon richtig...wie sind denn die Werte aaus der Klinik ?


    Stress erhöht auch den Druck, das habe ich auch erfahren.


    Wünsche Dir alles Gute

    Gisa

    Wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, müssen wir zulassen, dass sich alles verändert.

    Einmal editiert, zuletzt von Gisa ()

  • Liebe Gisa,


    vielen Dank und bitte entschuldige, ich werde in Zukunft auf die Absätze achten.


    Die Werte vom ICare wurden erneut von der Klinik bestätigt.


    Viele Grüße

    Tim

  • ...tja ich hatte auch schon Zeiten, in denen ich 3 Sorten mit 4 Wirkstoffen glaub 6x am Tag tropfen musste mit ein paar Glaupax dazu.......es wird schon werden...alles Gute, dass sie was finden, was Deinen Druck runter bringt !!!

    Wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, müssen wir zulassen, dass sich alles verändert.