Adlerauge stellt sich vor....und hat Angst vor OP...welche Erfahrung habt ihr damit gemacht?

  • Liebe Grüße an euch allle, ich bin neu dabei.


    Gerne hätte ich meine Adleraugen aus der Kindheit zurück!


    Ich leide an einem fortgeschrittenen Weitwinkelglaukom beidseitig, Sehnerven bereits geschädigt mit Gesichtsfeldverlusten.


    Wurde durch Zufall 2019 entdeckt, Druck 19-21, tropfe Ganfort morgens, dann 2x am Tag Brinzolamid. druck geht jedoch nicht runter.


    Arzt rät zur OP (Sickerkissen). Habe Angst und OP abgesagt. Arzt sagt, dann wenigstens ein SLT Lasereingriff. Das steuere ich jetzt an.

    Ich habe Angst vorm Erblinden und Angst vor der OP und zweifle an deren Erfolg.


    Welche Erfahrungen habt ihr dazu gemacht? Liebe Grüße und danke herzlich fpr diese Möglichkeit des Austausches. <3

  • Hallo Adleraugen, willkommen bei uns!

    Wie hoch waren die Druckwerte ohne Tropfen?

    Darf man nach deinem Alter fragen (wegen der Sickerkissen-OP)?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Ja klar, ich bin weiblich, 57J., die Werte lagen davor bei 22,5 und 24 (rechtes Auge immer etwas höher). Die Sehnervschädigungen und Gesichtsfeldausfälle waren schon bei der ersten Untersuchung klar erkennbar. Auch auf OCT.

  • Adleraugen, vielleicht wäre dann eine meiner OP-Methoden für dich geeignet, die Kanaloplastie oder die Trabekulotomie. Die sind nicht ganz so "einschneidend", kann man sogar mit örtlicher Betäubung machen lassen und würden bei dir den Druck möglicherweise ausreichend senken. In deinem doch noch relativ jungen Alter wäre bei einer TE die Gefahr der Vernarbung hoch, diese Möglichkeit könnte man sich immer noch für irgendwann später aufheben.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Adlerauge,


    willkommen im Glaukomforum!

    Ich leide an einem fortgeschrittenen Weitwinkelglaukom beidseitig, Sehnerven bereits geschädigt mit Gesichtsfeldverlusten.

    Das ist nicht so schön. Auch dass der Druck mit den Tropfen nicht ausreichend gesenkt werden kann ist nicht gut. Du hast zwar nicht so sehr hohe Ausgangsdruckwerte gehabt, also bevor du mit dem Tropfen angefangen hast, aber offensichtlich ist das dennoch zu viel für deine Augen.


    Hat sich denn an den Schäden am Gesichtsfeld und dem Sehnerven seit der Diagnosestellung etwas verändert? Oder ist das stabil?

    Arzt rät zur OP (Sickerkissen). Habe Angst und OP abgesagt. Arzt sagt, dann wenigstens ein SLT Lasereingriff. Das steuere ich jetzt an.

    Ich habe Angst vorm Erblinden und Angst vor der OP und zweifle an deren Erfolg.

    Nun ja hm... Dein Augenarzt hat dir möglicherweise zu diese OP geraten, weil dein Augeninnendruck deutlich gesenkt werden muss (s. o.). Aber das ist jetzt mal nur meine Vermutung.


    SLT ist ein Versuch. Die Wirkung hält halt nicht immer so lange an und muss dann wiederholt werden. Das wirst du sehen.


    Zur TE gibt es Alternativen, die "schonender" sind, z. B. diverse Stents. Dazu und zu den anderen Operationen findest du hier im Forum eine Menge Infos und Erfahrungen.


    Deine Ängste sind verständlich aber nicht unbedingt notwendig. Erblinden ist so ein Schreckgespenst an das man natürlich ab und zu denkt. Ich lebe seit über 15 Jahren mit dem Offenwinkelglaukom und sehe immer noch. Ob eine OP erfolgreich ist, hängt einfach von so vielen Faktoren ab, dass man schlecht vorher etwas zum Erfolg sagen kann.


    Versuche dich zu beruhigen und bespreche alles ausführlich mit deinem Augenarzt. Du kannst auch nach anderen Tropfen fragen. da ist noch lUft nach oben.


    Bist du in einer Glaukomsprechstunde z. B. in einer Augenklinik?


    ALles Gute erstmal.

    LG,

    Klaus =)


    (Kurzsichtig, Lasik - OP und Vorderkammerlinsenimplantation, Offenwinkelglaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Katarakt - OP, 4 X XEN - Implantation 2014 / 2015)

  • Hallo,

    in deinem Fall, mit fortgeschrittenem Glaukom & GFschäden & Progression trotz Maximaltherapie ist ein SLT sinnlos und verzögert lediglich die sowieso nötige OP.


    Mit 57 ist das Risiko einer Vernarbung gering, da wird eh Mitomycin während der OP eingesetzt.


    Angst haben wir alle aber manchmal muss man sich der Realtät stellen und dankbar sein, dass man überhaupt diese OP Möglichkeiten hat und eine KK, die diese auch bezahlt.


    Vor noch gar nicht allzu langer Zeit, war eine Erblindung unvermeidlich, da es keine OPs gab.


    Viele Menschen in den Entwicklungsländern erblinden auch heute noch, da sie keine wirtschaftlichen Möglichkeiten haben, die Tropfen oder eine OP zu finanzieren.

  • Hallo Adleraugen,

    die Statistik besagt, daß die SLT zu einer Drucksenkung von 20 % bei 60 - 80 % der behandelten Augen über einen Beobachtungszeitraum von 1 Jahr führt. Man kann sie auch wiederholen.


    Ob Dir das was nützt, hängt von Deinem Zieldruck ab. Dieser wiederum wird z. B. abhängig gemacht vom Glaukomschaden aber auch vom Fortschritt, den der Glaukomschaden im Beobachtungszeitraum genommen hat.


    Mit Sickerkissen meinst Du sicherlich die Trabekulektomie? Es gibt nämlich auch minimalinvasive Eingriffe, die zu einem Sickerkissen führen (z.B. Xen-Implantation).


    Auf jeden Fall wäre es nützlich, Dir im Falle einer geplanten Trabekulektomie noch eine 2. Meinung einzuholen und gezielt nach den Möglichkeiten minimalinvasiver Operationen zu fragen.


    Gruß Malve

  • Ich leide an einem fortgeschrittenen Weitwinkelglaukom beidseitig, Sehnerven bereits geschädigt mit Gesichtsfeldverlusten.


    Wurde durch Zufall 2019 entdeckt, Druck 19-21, tropfe Ganfort morgens, dann 2x am Tag Brinzolamid. druck geht jedoch nicht runter

    malve - da kannst Du dir doch den Sinn der SLT ausmalen.


    Der Zieldruck wird mit Sicherheit bei unter 15 sein, sehr wahrscheinlich sogar eher bei 10-12 liegen...

    da nützt auch kein Xen. Da muss tiefe Sklerektomie mit Shunt oder die TE gemacht werden.


    Adleraugen, nach der OP bist Du mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, tropfenfrei

    Einmal editiert, zuletzt von Parchita ()

  • Hallo Adleraugen!

    Willkommen im Forum.

    Ich leide an einem fortgeschrittenen Weitwinkelglaukom beidseitig, Sehnerven bereits geschädigt mit Gesichtsfeldverlusten.


    Wurde durch Zufall 2019 entdeckt, Druck 19-21, tropfe Ganfort morgens, dann 2x am Tag Brinzolamid. druck geht jedoch nicht runter.


    Arzt rät zur OP (Sickerkissen). Habe Angst und OP abgesagt. Arzt sagt, dann wenigstens ein SLT Lasereingriff. Das steuere ich jetzt an.

    Ich habe Angst vorm Erblinden und Angst vor der OP und zweifle an deren Erfolg.

    Da schließe ich mich Parchita an!


    Du hast ein fortgeschrittenes Weitwinkelglaukom, Gesichtsfeldausfälle, erhöhten Druck und tropfst 3 Wirkstoffe. Was soll da eine SLT denn bringen?


    Mit 57 JAhren gehörst Du sicher noch nicht zu der Altersgruppe, bei denen eine Sickerkissen-OP mal eben so gemacht wird und von einem Erfolg einfach mal so ausgegangen werden kann. Mit 57 Jahren ist der Heilungswille Deines Körpers schon noch da, wenn auch nicht mehr so, wie noch mit 40 Jahren.


    Was soll denn das Ziel einer OP sein? Und wo liegt Dein Zieldruck?


    Soll die OP einfach unter der gleich bleibendenTropftherapie den Druck in eine annehmbare Höhe bringen? Ist das Ziel die Tropfenfreiheit?

    ...



    Viele Grüße

    Sabine

  • Bei mir wurde 2016 die TE gemacht. Da war ich 53.

    ich denke nicht, dass es damals so nötig war diese OP zu machen und mit dem Wissen von heute, hätte ich nicht so schnell eingewilligt.

    War damals leider sehr uninformiert.

    Aber es ist immer schwer den Ärzten zu widersprechen und dann nicht Angst zu haben etwas Falsches getan zu haben.

    Auch jetzt fühle ich in die Enge getrieben mit der Entscheidung OP und das nächste Woche, aber da der Druck verrückt spielt, bleibt mir wohl keine andere Wahl.

    Kann daher Adlerauge gut verstehen.