Morgentliche Druckspitze bis zu 34mmHg

  • Guten Morgen, liebe Forenmitglieder!


    Wie ich in anderen Beiträgen schon schrieb, leide ich an einem Pigmentdispersionssyndrom, das im Oktober 2020 durch einen Glaukomanfall links (46mmHg) entdeckt wurde.

    Im Dezember 2020 hatte ich rechts eine Iridotomie, links ist es dafür laut meinem Augenarzt (Glaukomspezialist und Leiter einer Glaukomambulanz) zu spät.

    OCT und Gesichtsfeld bislang Gott sei Dank bei beiden Augen normal laut Untersuchung im Februar.


    Ich tropfe:

    Morgens:

    Brimonidin L/R

    Brinzolamid L


    Mittags:

    Brinzolamid L


    Abends:

    Brimonidin L/R

    Tafluprost/Timolol L/R

    Brinzolamid L


    Außerdem 2x am Tag (16 und 20 Uhr) Pilocarpin 0,2% L


    Meine Druckwerte beim Augenarzt waren seit der Medikation in Ordnung und bis auf einer Messung kurz nach Anfang der Medikation (da waren sie im unteren Normalbereich) immer im oberen Normalbereich, links auch mal 2-3 mmHg darüber.


    Seit Kurzem habe ich ein Selbsttonometer. (iCare HOME 2, siehe separaten Beitrag hier)

    Nun habe ich schon relativ vollständig einen Tagesverlauf zusammengestellt. Ist - Gott sei Dank - relativ unspektakulär, die Werte sind meist um die 18-21 links und 15-20 rechts.


    Aber: mit dem iCare HOME 2 kann man auch liegend messen, was ich gestern und heute zum ersten Mal vor dem Aufstehen gemacht habe.

    Und da kam der Schreck: Gestern 34 L und 31 R, heute 31 L und 34 R.


    Gestern hoffte ich noch auf eine Fehlmessung, aber das scheint nun leider nicht der Fall zu sein. (Habe es sofort nach dem Aufstehen sitzend validiert. Da sank der Wert schon, war aber immer noch erhöht.)


    Der Druck sinkt dann nach dem Aufstehen sehr schnell, nach dem Zähneputzen war er schon bei 22 L und 20 R.


    Wie seht ihr diese Sache? Darf der Druck im Liegen überhaupt höher sein? Was ist hier normal?

    Ich bin etwas verzweifelt...


    Bei meiner letzten Untersuchung (Druckmessung und Augenhintergrund mit Spaltlampe) im Mai hat mein Augenarzt einen Wert von 0,1 auf 0,2 korrigiert.

    Müsste der Wert in "Fundus: c/d Ratio 0,0/0,2" sein. Was bedeutet das? Deutet das auf einen Ausfall hin?? :denk: (Hoffentlich nicht!!)


    Bin in weniger als 2 Wochen bei meinem AA. Es wird auch wieder OCT und ich glaube auch Gesichtsfeld gemacht.


    Lieben Gruß!

  • Hallo GIWD
    Der Druck ist bei flacher Körperlage etwas erhöht, das wurde in verschiedenen Studien gezeigt. Nach meiner Erinnerung waren die Differenzen aber nicht höher als etwa 5 mm.
    Du könntest versuchen, ob der Druck niedriger ist, wenn Du den Oberkörper zum Schlafen um ca 30 Grad erhöhst. Ich habe dafür einen elektrisch höherverstellbaren Lattenrost. Da kann man den Druck ganz allmählich erhöhen, um sich daran zu gewöhnen.

    Dann müßte man noch mal schauen, zu welcher Uhrzeit du tropfst.

    Betablocker; Wirkeintritt nach 30 Minuten, Wirkdauer 12 Stunden
    Brimonidin: Wirkeintritt nach 2 Stunden, Wirkdauer 12 Stunden
    Karboanhydrasehemmer: Wirkeintritt nach 30 Minuten, Wirkdauer 8 Stunden
    Prostaglandine: Wirkeintritt nach 2 Stunden, Wirkdauer 24 - 72 Stunden


    Quelle:
    Erb: Medikamentöse lokale Therapie des POWG

    Vielleicht kann man da noch was optimieren. Z.B. das Brinzolamid exakt nach 8 Stunden tropfen.

    Ich tropfe z. B. derzeit auch Betablocker 3 x täglich und das Brimonidin habe ich auch 3 x täglich getropft, als es mir noch verordnet war.

    Aber Du tropfst ja schon sehr viel.
    Wurde denn schon über operative Alternativen nachgedacht? So weit ich weiß, wird beim
    Pigmentdispersionsglaukom mit Erfolg die Trabektomie angewandt. Also ein Schnitt mit dem Trabektom zur Erweiterung des Trabekelmaschenwerks.
    Gruß Malve

  • Du müßtest natürlich erst mal herausfinden, ob das eine morgendliche Druckspitze ist, oder ob der Druck durch die flache Körperlage erhöht ist.
    Das sollte doch leicht festzustellen sein, indem Du Dich tagsüber flach hinlegst und nach verschiedenen Zeiten (z.B. 30 und 60 Minuten) den Druck mißt. So würde ich das jedenfalls angehen.

  • Danke für die Wirkdauer-Infos, malve. Frage mich da gerade selbst, wieso ich mein Fixaprost (Latanaprost + Timolol) eigentlich abends tropfe, wenn ich doch gefühlt großen Tages/Augen-Stress habe. Da wäre doch morgens tropfen schlauer!

  • Hallo Biberchen,
    ich hatte auch schon überlegt, ob ich Dich frage, wann Du tropfst, wollte Dich aber nicht verunsichern.
    Eigentlich wäre es sowieso schlauer, den Betablocker morgens zu tropfen statt abends, denn nachts wirken die Betablocker weniger (Nachts schläft das Auge sagt Professor Strempel). Heißt natürlich nicht, daß Betablocker nachts gar nicht wirken, nur weniger.
    Aber warum eigentlich nicht den Betablocker 2x tropfen, wenn er sowieso nur 12 Stunden wirkt? Mir würde das nicht einleuchten.
    Gruß Malve

  • Naja bei mir ist es ja ein Kombipräparat (Fixaprost). Und der AID ist ja eh tagsüber höher, und durch meinen Stress noch mehr, insofern schwenke ich jetzt echt auf morgens um. Immer die gleiche Zeit einhalten wird da allerdings kniffliger. Adé Langschläfer ;) Danke für den Impuls.

  • insofern schwenke ich jetzt echt auf morgens um.

    Mußt Du natürlich klug anfangen.
    Prostaglandine darf man nur 1x in 24 Stunden tropfen, sonst führen sie zu einer Druckerhöhung.
    Wenn Du z.B. heute noch am Abend tropfst und ab morgen dann früh, wäre das ja 2x/Tag.
    Aber das kriegst Du schon hin.
    Gruß Malve

  • Hallo GIDW!

    Aber: mit dem iCare HOME 2 kann man auch liegend messen, was ich gestern und heute zum ersten Mal vor dem Aufstehen gemacht habe.

    Und da kam der Schreck: Gestern 34 L und 31 R, heute 31 L und 34 R.

    Das ist leider ziemlich charakteristisch beim PDG/PDS.

    Der Druck sinkt dann nach dem Aufstehen sehr schnell, nach dem Zähneputzen war er schon bei 22 L und 20 R.

    Auch das ist normal, deshalb macht eine Nachtmessung in der Klinik, zu der man aufstehen und ins Arztzimmer laufen muss absolut null Sinn!

    Wie seht ihr diese Sache? Darf der Druck im Liegen überhaupt höher sein? Was ist hier normal?

    Ich bin etwas verzweifelt...

    Der Druck ist doch öfter mal im Liegen höher, als man vielleicht so denkt. Aber nicht bei allen ist das so, das ist auch klar.

    Auch bei mir ist das so, das spüre ich deutlich.

    Für mich gibt es da zwei Fakten:

    1. Entsteht durch diesen hohen Druck im Liegen ein Fortschreiten der Schädigung, besteht Handlungsbedarf.


    2. Entsteht durch diesen hohen Druck im Liegen kein Fortschreiten der Schädigung, ist mir der hohe Druck egal.

    Bei meiner letzten Untersuchung (Druckmessung und Augenhintergrund mit Spaltlampe) im Mai hat mein Augenarzt einen Wert von 0,1 auf 0,2 korrigiert.

    Müsste der Wert in "Fundus: c/d Ratio 0,0/0,2" sein. Was bedeutet das? Deutet das auf einen Ausfall hin?? :denk: (Hoffentlich nicht!!)

    Eine CDR von 0,0 gibt es nicht, da Jeder anatomisch schon eine völlig gesunde Exkavation da hat, wo der Sehnerv ins Auge tritt.

    Allgemein wird eine CDR von 0,3 von als gesund eingestuft. Aber natürlich ist das auch individuell zu sehen, da muss halt der AA genau hinschauen, ggf. zusätzlich die Bildgebung mit machen.


    Gesichtsfeldausfälle treten für uns Glaukomies selbst bemerkbar erst auf, wenn eine Schädigung von 30-40% der Sehnerven da ist.


    Kannst Du die Medis mal mit Uhrzeiten versehen und die gemessenen Druckwerte im Liegen auch, bitte?



    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo!


    Danke für alle Beiträge!


    Du könntest versuchen, ob der Druck niedriger ist, wenn Du den Oberkörper zum Schlafen um ca 30 Grad erhöhst. Ich habe dafür einen elektrisch höherverstellbaren Lattenrost. Da kann man den Druck ganz allmählich erhöhen, um sich daran zu gewöhnen.

    Danke für die Idee. Da ich an Reflux leide, ist mein Bett sogar erhöht, aber nicht um 30°, sondern nur ca. 3°.

    Hattest du auch Druckspitzen und hast das deshalb gemacht? Hat es dir geholfen? Weißt du, wie sehr?



    Betablocker; Wirkeintritt nach 30 Minuten, Wirkdauer 12 Stunden
    Brimonidin: Wirkeintritt nach 2 Stunden, Wirkdauer 12 Stunden
    Karboanhydrasehemmer: Wirkeintritt nach 30 Minuten, Wirkdauer 8 Stunden
    Prostaglandine: Wirkeintritt nach 2 Stunden, Wirkdauer 24 - 72 Stunden


    Danke für die interessanten Infos!

    Zum Zeitpunkt zumindest mancher Druckspitzen hätten alle Medikamente noch wirken müssen.


    Vielleicht kann man da noch was optimieren. Z.B. das Brinzolamid exakt nach 8 Stunden tropfen.


    Kannst Du die Medis mal mit Uhrzeiten versehen und die gemessenen Druckwerte im Liegen auch, bitte?

    Also meine Tropfen nehme ich:


    - ca. 10:30-11:00 (Brimonidin L/R, Brinzolamid L)

    - ca. 16:30 (Pilocarpin L, Brinzolamid L)

    - ca. 20:00-20:30 (Pilocarpin L)

    - ca. 22:00 - 0:00 (Timolol/Tafluprost L/R, Brimonidin L/R, Brinzolamid L)


    (Reihenfolge wie geschrieben, jeweils 3 Minuten zuhalten, danach mind. 15 Min zum nächsten Tropfen)


    Ich gehe zwischen 0:00 und 2:00 schlafen und stehe meist 10:00 auf. (Ja, bin eine hoffnungslose Eule...)


    Tagsüber liegen die Druckwerte im Mittel bei 18-21 L und 17-19 R. Maximalwerte waren 25 L und 20 R.


    Die morgentlichen Druckspitzen (alle liegend, ohne vorher aufzustehen) waren:

    34 L / 31 R ca. 10:00

    31 L / 34 R ca 8:00

    34 L / 37 R ca 6:00 nach nur 4-4,5 Std. Liegen, danach erneut niedergelegt und 33 L / 33 R um ca 11:00 gemessen.


    Entsteht durch diesen hohen Druck im Liegen kein Fortschreiten der Schädigung, ist mir der hohe Druck egal.

    Mir ist irgendwie trotzdem nicht wohl bei der Sache...

    37mmHg ist ja schon eine Nummer. Bei meinem Anfall hatte ich 46mmHg (Ab wann spricht man eigentlich von einem Anfall??) Wer weiß, wie hoch es manchmal noch geht...

    Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die Nerven Werte bis knapp unter 40 dauerhaft wegstecken? Die Spitzen habe ich ja jeden Tag und wie es aussieht, steigen sie auch nicht schrittweise bis in den Morgenstunden auf die gemessenen Werte, sondern sind auch schon nach 4 Stunden liegen so hoch...

    Ich wäre froh, wenn diese Druckspitzen behoben werden würden, bevor sie einen Schaden anrichten...


    Allgemein wird eine CDR von 0,3 von als gesund eingestuft.

    Ok, das hört man gern, danke für die Info! Bei mir soll der Nervenkopf eher klein sein. Trotzdem 0,3? Oder ändert sich dann das Verhältnis?



    Danke und liebe Grüße!

  • Hattest du auch Druckspitzen und hast das deshalb gemacht? Hat es dir geholfen? Weißt du, wie sehr?

    Ich habe das einfach gemacht, aufgrund der Erkenntnis, daß der Druck bei flacher Lage höher ist und dass jeder mm Drucksenkung zählt.

    Hier gibt es eine Arbeit, die sich mit den 24 Stunden Druckschwankungen bei den verschiedenen Glaukomformen beschäftigt.

    Ho C. H., Wong, J.K.W.
    Rolle der 24 Stunden Augendruckmessung in der Glaukombehandlung
    Kompass Ophthalmol. 2020, 6: 5-14

    Da werden die Muster der Druckschwankungen bei den verschiedenen Glaukomformen
    ausführlich referiert.
    Das von Dir beobachtete Phänomen, daß der Druck allein durch flaches Liegen so stark ansteigt, wurde bei Deiner Glaukomform und auch nicht bei anderen Glaukomformen beschrieben.


    Vielleicht hat das einfach noch keiner in dieser Art untersucht.

    Ich kann gut verstehen, daß Du Dir bei den hohen Druckwerten Sorgen machst.

    Ich würde das mit dem Augenarzt besprechen und um eine Überprüfung durch ein stationäres Tagesdruckprofil bitten.
    Gruß Malve

    P.S. Wurde mal untersucht, ob Du an Schlafapnoe leidest? Wenn das noch nicht erfolgt ist, würde ich um eine Abklärung bitten. Das kann vom Hausarzt veranlasst werden. Der erste Schritt ist ein "kleines" Schlaflabor, das erfolgt ambulant, man bekommt ein Gerät mit.


  • Das von Dir beobachtete Phänomen, daß der Druck allein durch flaches Liegen so stark ansteigt, wurde bei Deiner Glaukomform und auch nicht bei anderen Glaukomformen beschrieben.

    meine Mutter und ich haben ein POW Glaukom und Druckspitzen in der Nacht...


    Ich bemerke das jeden Morgen, da das Filterkissen direkt beim Aufstehen sehr gross ist, sobald man steht und herumläuft, wird es wieder "normal"


    Bei meiner Mutter ware die Werte nachts, beim Liegendmessen mehr als doppelt so hoch wie tagsüber beim AA. Daher ihre Progression, das hat man tagsüber nie erwischen können.


    Ich vermute auch, dass dies normal ist. Wir hatten doch mal jemanden mit einem I Care hier, der sich ununterbrochen den Druck gemessen hat und nachts nur noch im Sitzen schlief :augenreib:

  • Hallo!


    Danke für eure Rückmeldungen!

    Ich würde das mit dem Augenarzt besprechen und um eine Überprüfung durch ein stationäres Tagesdruckprofil bitten.

    Genau so mach ich es! Ich hoffe, das wird kein Problem, leider macht das Krankenhaus, wo er eine Glaukomambulanz leitet, keine derartige Druckmessungen.


    Wurde mal untersucht, ob Du an Schlafapnoe leidest?

    Nein, wurde es noch nicht. Habe selbst schon daran gedacht, da ich im Liegen relativ schlecht Luft durch die Nase bekomme. Habe es immer auf mein Reflux geschoben, da dies meine Nase reizt. Vielleicht sind es auch Polypen? Wer weiß, dem möchte ich jedenfalls auch demnächst auf den Grund gehen.



    Daher ihre Progression, das hat man tagsüber nie erwischen können.

    Das ist schlimm. Das war unter anderem ein Grund für mein iCare. Mir war es einfach viel zu wenig, ein Mal im Monat Druck zu messen, wenn dieser doch gerade bei PDS so stark schwanken kann. Mein Ziel ist es eigentlich, eine Schädigung zu verhindern, bevor er auftritt.



    Ich vermute auch, dass dies normal ist. Wir hatten doch mal jemanden mit einem I Care hier, der sich ununterbrochen den Druck gemessen hat und nachts nur noch im Sitzen schlief

    Das ist natürlich ein ziemlicher Einschnitt ins Leben. So weit möchte ich keinesfalls gehen. (Außer, mein AA empfiehlt das vorübergehend.) Gesunder Schlaf ist doch eines der wichtigsten Dinge!


    Aber ich muss zugeben, ignorieren kann ich das nicht. Manchmal wache ich in der Nacht halb auf. Normalerweise drehe ich mich auf die andere Seite und schlafe schnell wieder ein. Das ging heute nicht. Ich musste aufstehen und ein bisschen herumgehen, da ich wusste, dass der Druck dann schnell wieder absinkt und meine Augen für einige Zeit besser durchblutet werden. Da fiel mir das Einschlafen natürlich viel schwerer und dauerte auch länger.

    Auch kann ich das Liegen mit diesem Wissen viel weniger genießen.


    Deshalb hoffe ich, das mein Augenarzt etwas gegen diese Spitzen unternehmen kann.

    Weiß man denn, wie gut OPs dagegen helfen? Sind dann die Spitzen weg (bzw mit Gesunden vergleichbar)? Oder nur abgemildert?



    Danke euch im Voraus und liebe Grüße!

  • eigentlich ist diese Unruhe, die man durch das Wissen bekommt auch ein Grund, warum wir meist nicht so begeistert sind, wenn ein I care zuhause einzieht.


    Denn der AA sieht ja bei der Verlaufskontrolle auch ob eine Progression stattfindet.


    Nach der OP sind die Spitzen weg, da sie durch das Sickerkissen aufgefangen werden, bzw der Abfluss ja wieder funktioniert und sich nichts mehr staut oder je nach OP weniger Kammerwasser gebildet wird.


    Pigmentglaukom ist aber nicht mein Gebiet, da melden sich bestimmt noch Betroffene und unsere gute Fee, Sabine :happy:

    Einmal editiert, zuletzt von Parchita ()

  • Hallo Parchita!


    Danke für deine Antwort!

    eigentlich ist diese Unruhe, die man durch das Wissen bekommt auch ein Grund, warum wir meist nicht so begeistert sind, wenn ein I care zuhause einzieht.

    Ich sehe das nicht so. Hätte ich ein Tagesdruckprofil in der Klinik gemacht, wüsste ich auch, dass mein Druck im Liegen ansteigt, iCare hin oder her.

    Für mich am wichtigsten bei der Sache ist, dass ich Dinge ausprobieren kann, die ich mich seit das Problem angefangen hat, nicht mehr traue, z.B. Gymnastik-Übungen im Liegen, was meine Wirbelsäule braucht, oder handwerkliche Arbeiten (vor allem mit Elektrowerkzeugen), was einer meiner liebsten Hobbys seit Kindesalter ist.

    Wenn es für meine Augen verträglich ist, was ich sehr hoffe, kann ich diese Dinge wieder machen, was einen enormen Zuwachs an Lebensqualität bedeutet!


    Denn der AA sieht ja bei der Verlaufskontrolle auch ob eine Progression stattfindet.

    Wobei ja das bedeutet, dass ein Schaden entstanden ist, was nicht mehr repariert werden kann. Genau das möchte ich ja vermeiden!


    Pigmentglaukom ist aber nicht mein Gebiet, da melden sich bestimmt noch Betroffene und unsere gute Fee, Sabine :happy:

    Ja, Sabine hat mir auch schon ungemein viel geholfen, wofür ich sehr, sehr dankbar bin!!

    Und dieses Forum allgemein ist einfach toll! Danke euch allen!


    Liebe Grüße!

    4 Mal editiert, zuletzt von GIDW ()

  • die ich mich seit das Problem angefangen hat, nicht mehr traue

    ja, Ok. das unterscheidet uns sehr wesentlich....

    Ich mache alles, was ich auch vor der Diagnose gemacht habe.


    Das Glaukom nimmt keinen grossen Platz in meinem Leben ein, Nur die Tatsache, dass ich im Forum bin und regelmässig schreibe, erinnert mich daran. Anders als Viele, die sich nach kurzer Zeit wieder aus dem Forum zurückziehen, sehe ich es als eine Art des Gebens, die "Neulinge" zu beruhigen und mit meinem, auch hier, erworbenem Wissen zu unterstützen.


    Ich kann mich nämlich noch sehr gut an meine Verzweiflung erinnern, als ich mich hier angemeldet habe und sofort wurde mir so nett und professionell geantwortet und geholfen.



    Mein relativ stark sichtbares Filterkissen, fällt mir nur noch morgens, beim genauerem Blick in den Spiegel auf, wird aber eher "neutral registriert". Ich bin dankbar, das ich es habe und dass das Implantat so zuverlässig funktioniert.


    Nach meiner Op hat sich mein Sehnerv wesentlich regeneriert, es gibt wohl einen Zustand der "Ohnmacht" den die Zellen einnehmen, bevor sie unwiederbringlich absterben.


    Meinen sehr schlechten Gesichtsfeldbefund hatte ich ca. 2 bis 3 Monate vor der OP, seitdem wurde dieser kontinuierlich besser.........


    Bei deiner absoluten Maximaltherapie

    ist es ein Wunder, dass deine Augen das so klaglos mitmachen. Bei dem Tropfenarseal darf der Druck aber nicht bei 34/37 sein, das zeigt doch das die Behandlung nicht funktionert.


    Ich vermute, dass jetzt die 2. Stufe gezündet werden muss und Du eine Op benötigst....mein ganzes Geschreibsel vorher soll eigentlich nur dazu dienen, dass Du dich wahrscheinlich an den Gedanken daran gewöhnen solltest.


    Ich bin froh, das mir die Op die ganze Tropferei erspart. Jetzt muss ich mir keine Gedanken um Druckspitzen machen und kann mein Leben recht sorglos leben - das ist eine ganze Menge wert. Ich würde es immer wieder machen.


    Mal sehen, was der Arzt sagt....aber ich würde mich sicherheitshalber an die Glaukomsprechstunde einer Universitätsklinik überweisen lassen und eine 2. Meinung einholen.

  • Hallo zusammen,


    eigentlich bin ich in diesem thread nur stiller Mitleser - mangels Erfahrung und Kenntniss in Sachen ICare-Selbstmessung.


    Was Parchita aber schreibt:


    Das Glaukom nimmt keinen grossen Platz in meinem Leben ein, Nur die Tatsache, dass ich im Forum bin und regelmässig schreibe, erinnert mich daran. Anders als Viele, die sich nach kurzer Zeit wieder aus dem Forum zurückziehen, sehe ich es als eine Art des Gebens, die "Neulinge" zu beruhigen und mit meinem, auch hier, erworbenem Wissen zu unterstützen.


    Ich kann mich nämlich noch sehr gut an meine Verzweiflung erinnern, als ich mich hier angemeldet habe und sofort wurde mir so nett und professionell geantwortet und geholfen.

    finde ich bemerkenswert! :thumbup:


    Von dieser Art des "Gebens" leben wir hier.


    Also Danke an Parchita und alle anderen user, die das auch so sehen!


    LG


    Chanceline

  • ich konnte meinen Beitrag leider nicht mehr editieren.

    Dein Befund ist ja noch frisch und da sind Unsicherheiten und solche Gedanken vollkommen normal.


    Das geht fast allen hier so, man gewöhnt sich mit der Zeit an alles und wird ruhiger....

  • Hallo GIDW!

    Boah, was für eine Tropfaufgabe jeden Tag! Der helle Wahnsinn!


    Die Drucksteigerung ist natürlich nicht nur auf das PDG bezogen möglich, das ist klar. Es gibt Glaukomies, die haben gar keine Drucksteigerungen im Liegen/nachts, egal ob PDG oder eine andere Glaukomform.


    Wir hatten hier im Forum mal ein Mitglied, die ist zum Haus-AA gegangen und durfte dort dann 2h Liegen und dan wurde der AID sofort gemessen und bei ihr wurde dann tatsächlich auch eine Drucksteigerung festgestellt durch das Liegen.


    Mir ist irgendwie trotzdem nicht wohl bei der Sache...

    37mmHg ist ja schon eine Nummer. Bei meinem Anfall hatte ich 46mmHg (Ab wann spricht man eigentlich von einem Anfall??) Wer weiß, wie hoch es manchmal noch geht...

    Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die Nerven Werte bis knapp unter 40 dauerhaft wegstecken? Die Spitzen habe ich ja jeden Tag und wie es aussieht, steigen sie auch nicht schrittweise bis in den Morgenstunden auf die gemessenen Werte, sondern sind auch schon nach 4 Stunden liegen so hoch...

    Ich wäre froh, wenn diese Druckspitzen behoben werden würden, bevor sie einen Schaden anrichten...

    Deine Druckwerte sind schon wirklich hoch. Dass es Dir dabei nicht ganz wohl ist kann ich auch verstehen.


    Wie stark Deine Sehnerven sind und ab wann sie Schädigungen erhalten, wird Dir niemand sagen können. Offensichtlich sind sie aber nicht ganz so arg empfindlich.

    Ok, das hört man gern, danke für die Info! Bei mir soll der Nervenkopf eher klein sein. Trotzdem 0,3? Oder ändert sich dann das Verhältnis?

    Danke und liebe Grüße!

    Hast Du eine richtige Mikropapille? Oder was heißt "eher klein"?

    Der CDR-Wert ist schon eine Relation zw. Größe des Sehnerven und der Exkavation.

    Das ist natürlich ein ziemlicher Einschnitt ins Leben. So weit möchte ich keinesfalls gehen. (Außer, mein AA empfiehlt das vorübergehend.) Gesunder Schlaf ist doch eines der wichtigsten Dinge!

    Ja, das finde ich auch... wenn jemand erhöht schlafen möchte, ob nun wegen der Augen oder wegen anderer Erkrankungen, dann soll er das tun.


    Ich könnte das schon alleine nicht wg. meiner Wirbelsäule und Schultern.

    Aber ich muss zugeben, ignorieren kann ich das nicht. Manchmal wache ich in der Nacht halb auf. Normalerweise drehe ich mich auf die andere Seite und schlafe schnell wieder ein. Das ging heute nicht. Ich musste aufstehen und ein bisschen herumgehen, da ich wusste, dass der Druck dann schnell wieder absinkt und meine Augen für einige Zeit besser durchblutet werden. Da fiel mir das Einschlafen natürlich viel schwerer und dauerte auch länger.

    Auch kann ich das Liegen mit diesem Wissen viel weniger genießen.


    Deshalb hoffe ich, das mein Augenarzt etwas gegen diese Spitzen unternehmen kann.

    Weiß man denn, wie gut OPs dagegen helfen? Sind dann die Spitzen weg (bzw mit Gesunden vergleichbar)? Oder nur abgemildert?

    Das soll so natürlich nicht sein! Und bitte mach keine Dauermesschleife aus der Tatsache, dass Du nun ein iCare hast.


    Ich persönlich glaube nicht, dass Du durch noch mehr Tropfen oder durch minimale Umstellungen der Tropfzeiten erreichen kannst, dass Du annehmbare Druckwerte hast. Dafür halte ich diese für zu hoch!


    Ich glaube auch, dass Du Dich dringend über mögliche OP-Methoden informieren und unterhalten solltest.

    Das Glaukom nimmt keinen grossen Platz in meinem Leben ein, Nur die Tatsache, dass ich im Forum bin und regelmässig schreibe, erinnert mich daran. Anders als Viele, die sich nach kurzer Zeit wieder aus dem Forum zurückziehen, sehe ich es als eine Art des Gebens, die "Neulinge" zu beruhigen und mit meinem, auch hier, erworbenem Wissen zu unterstützen.

    Das ist prima, vielen Dank! Denn davon lebt ein Forum und dafür bin ich hier auch sehr dankbar!

    Nach meiner Op hat sich mein Sehnerv wesentlich regeneriert, es gibt wohl einen Zustand der "Ohnmacht" den die Zellen einnehmen, bevor sie unwiederbringlich absterben.

    Auch bei mir haben sich die Sehnerven nach den OPs und der damit verbundenen Drucksenkung und Entlastung erholt.


    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo GIDW,

    Zeit für eine Zusammenfassung:
    Es ist doch wohl unstrittig, daß bei Deiner Form des Glaukoms der Druckanstieg durch den Abrieb der Pigmente und die dadurch bedingte Verstopfung der Poren des Trabekelmaschenwerkes resultiert oder nicht?

    Wenn dem so ist, dann ist es eigentlich doch nur von akademischem Interesse, ob diese Kaskade (vermehrter Pigmentabrieb und Blockierung des Abflusses) ausgelöst wird durch die Körperlage (also im Liegen Pigmentausschüttung mit Blockierung und im Stehen wieder rascher Abtransport mit Öffnung des Abflusses) oder ob diese Kaskade vielleicht nur ausgelöst wird durch längeres Schlafen mit Ruhigstellung der Augen. Das könnte die doch bei dieser Art des Glaukoms typischen morgendlichen Druckanstiege erklären.


    Ich denke, daß Deine wenigen hier mitgeteilten Meßwerte noch keine Entscheidung darüber zulassen, welche Rolle allein die Körperlage spielt.

    Entscheidend ist doch, daß Du diese Druckanstiege hast (vorausgesetzt, daß Deine Messungen stimmen, was ich nicht bezweifle, aber auch nicht beurteilen kann).

    Bevor aus Deinen Eigenmessungen weitreichende Schlußfolgerungen gezogen werden z.B. bezüglich eingreifender Operationen, sollte eine Möglichkeit gefunden werden, Deine Druckschwankungen vielleicht in einem stationären Aufenthalt noch einmal zu überprüfen.
    Viele Grüße Malve

  • Hallo!


    Danke für alle Antworten!


    ja, Ok. das unterscheidet uns sehr wesentlich....

    Ich mache alles, was ich auch vor der Diagnose gemacht habe.


    Das Glaukom nimmt keinen grossen Platz in meinem Leben ein, Nur die Tatsache, dass ich im Forum bin und regelmässig schreibe, erinnert mich daran. Anders als Viele, die sich nach kurzer Zeit wieder aus dem Forum zurückziehen, sehe ich es als eine Art des Gebens, die "Neulinge" zu beruhigen und mit meinem, auch hier, erworbenem Wissen zu unterstützen.


    Ich kann mich nämlich noch sehr gut an meine Verzweiflung erinnern, als ich mich hier angemeldet habe und sofort wurde mir so nett und professionell geantwortet und geholfen.

    Das freut mich wirklich sehr für dich! Ich hoffe, ich kann mal das selbe von mir sagen. Leider weiß man bei einem PDS nicht so genau, was alles einen Einfluss darauf hat, da jeder Mensch anders auf die gleichen Dinge reagiert. Z.B. haben manche verstärkten Abrieb durch Laufen, andere nicht. Deshalb sagte mir mein Arzt, er empfiehlt keine Einschränkungen, nur soll ich die Tätigkeiten ausprobieren und dann Druck messen. Das geht mit dem iCare am leichtesten, alles andere ist ziemlich kompliziert. (Schlagbohren in der Ordination des AA!? :denk: )


    Es ist wirklich sehr nett von dir, dass du dem Forum so lange treu bleibst, obwohl du nicht mehr all zu viel brauchst. Leute wie du helfen uns Anfängern wirklich sehr. Für mich war dieser Satz sehr aufbauend:

    Meinen sehr schlechten Gesichtsfeldbefund hatte ich ca. 2 bis 3 Monate vor der OP, seitdem wurde dieser kontinuierlich besser.........

    Sabine hat mir zwar auch schon über so ein Phänomen berichtet, ich dachte allerdings, dass soetwas äußerst selten passiert. Wenn aber gleich zwei Mitglieder des selben Forums von einer Verbesserung der Sehnerven berichten, kommt Hoffnung auf, dass eine Gesichtsfeldeinschränkung, selbst wenn sie mal auftaucht, nicht bleiben MUSS.

    Natürlich wäre trotzdem mein Ziel, sie erst gar nicht auftauchen zu lassen.


    Bei deiner absoluten Maximaltherapie

    ist es ein Wunder, dass deine Augen das so klaglos mitmachen. Bei dem Tropfenarseal darf der Druck aber nicht bei 34/37 sein, das zeigt doch das die Behandlung nicht funktionert.

    Naja, ganz klaglos nicht, sie sind Abends ziemlich rot und ich muss den ganzen Tag über sehr viel befeuchten. Ich weiß aber, dass es noch schlimmere Fälle gibt und bin dankbar, dass es bei mir einigermaßen gut läuft.


    Trotzdem bin ich mit meinen Tropfen nicht wirklich glücklich. Sabine bringt's auf den Punkt:

    Boah, was für eine Tropfaufgabe jeden Tag! Der helle Wahnsinn!

    Allein mit dem Eintropfen selbst verbringe ich 40 Minuten täglich. (8 x 5min)

    Pilocarpin lässt meine Sicht so stark verschwimmen, dass ich auf dem Auge, wo ich es eintropfen muss, mit Brille schlechter sehe, als ohne Brille mit dem anderen. (Meine Brille hat ca. 2 Dioptrien) Teilweise zuckt dann auch noch mein Augenlid.

    Daher verliere ich insgesamt 2 Stunden (=2x Pilo) und 40 Minuten täglich an produktiver Zeit.

    Dazu kommen die trockenen Augen.

    Ich weiß nicht, wie ich das alles unter einen Hut bekomme, wenn Covid vorbei ist und man zur Tropfzeit vielleicht einem Vortrag lauschen muss, bei einer Konferenz ist oder selbst einen Vortrag hält!?


    Daher wäre mir eine OP tatsächlich am liebsten, aber natürlich nur wenn sie gut verläuft. Da man dem Patienten so viel zumutet, bevor man zu operativen Methoden greift, stelle ich mir das Risiko allerdings ziemlich hoch vor, wahrscheinlich viel höher, als bei anderen OPs, wie Polypen, Mandeln oder sowas und fürchte mich dann doch etwas. Wenn mein AA eine OP empfiehlt, zögere ich jedoch nicht, zuzusagen...


    Mal sehen, was der Arzt sagt....aber ich würde mich sicherheitshalber an die Glaukomsprechstunde einer Universitätsklinik überweisen lassen und eine 2. Meinung einholen.

    Mein AA ist der Leiter der Glaukomsprechstunde...



    Wir hatten hier im Forum mal ein Mitglied, die ist zum Haus-AA gegangen und durfte dort dann 2h Liegen und dan wurde der AID sofort gemessen und bei ihr wurde dann tatsächlich auch eine Drucksteigerung festgestellt durch das Liegen.

    Bis zu meinem Termin möchte ich es selbst mal messen, wie die Steigung der Druckkurve aussieht. Wie mein AA es dann verifiziert, das weiß ich noch nicht, wie gesagt, seine Glaukomambulanz kann keine Nachtmessungen machen. Vielleicht tagsüber? Mal sehen...


    Wie stark Deine Sehnerven sind und ab wann sie Schädigungen erhalten, wird Dir niemand sagen können. Offensichtlich sind sie aber nicht ganz so arg empfindlich.

    Das macht etwas Mut! Hoffentlich hast du recht...


    Hast Du eine richtige Mikropapille? Oder was heißt "eher klein"?

    Das kann ich leider nicht sagen. Der Augenarzt (noch im Krankenhaus, bevor ich zum Spezialisten gekommen bin) sagte mal: "Ah, Sie haben einen kleinen Nervenkopf!" Mehr weiß ich nicht.


    Ja, das finde ich auch... wenn jemand erhöht schlafen möchte, ob nun wegen der Augen oder wegen anderer Erkrankungen, dann soll er das tun.


    Ich könnte das schon alleine nicht wg. meiner Wirbelsäule und Schultern.

    Ich glaube, Malve meinte die Erhöhung über die ganze Länge der Matratze, nicht nur den Oberkörper. Letzteres käme bei mir nicht in Frage, ebenso wegen meiner Wirbelsäule...



    Das soll so natürlich nicht sein! Und bitte mach keine Dauermesschleife aus der Tatsache, dass Du nun ein iCare hast.

    Nein, keine Sorge! Das mach ich nicht! Ich habe heute nur zwei mal gemessen. Bis zu meinem Termin beim AA möchte ich ein Profil zustande bringen. Habe dazu den Tag in Abschnitten von 2 Stunden eingeteilt, bei jedem Abschnitt möchte ich ca. 4-5 Messungen insgesamt haben.



    Ich persönlich glaube nicht, dass Du durch noch mehr Tropfen oder durch minimale Umstellungen der Tropfzeiten erreichen kannst, dass Du annehmbare Druckwerte hast. Dafür halte ich diese für zu hoch!


    Ich glaube auch, dass Du Dich dringend über mögliche OP-Methoden informieren und unterhalten solltest.

    Wie gesagt, eine gelungene OP und Tropffreiheit (oder zumindest nur morgens und/oder abends, wenn unbedingt nötig) wäre mein größter Wunsch...


    SLT und ALT kenne ich schon. Eine Laser-Iridotomie hatte ich rechts bereits. (Links laut AA zu spät...) Welche OP-Arten kämen denn für PDS noch in Frage? Ich hoffe, es geht mit Laser und es muss nicht aufgeschnitten, genäht, etc. werden.

    Jedenfalls rede ich mit meinem AA darüber...


    Es ist doch wohl unstrittig, daß bei Deiner Form des Glaukoms der Druckanstieg durch den Abrieb der Pigmente und die dadurch bedingte Verstopfung der Poren des Trabekelmaschenwerkes resultiert oder nicht?

    Genau.



    Wenn dem so ist, dann ist es eigentlich doch nur von akademischem Interesse, ob diese Kaskade (vermehrter Pigmentabrieb und Blockierung des Abflusses) ausgelöst wird durch die Körperlage (also im Liegen Pigmentausschüttung mit Blockierung und im Stehen wieder rascher Abtransport mit Öffnung des Abflusses) oder ob diese Kaskade vielleicht nur ausgelöst wird durch längeres Schlafen mit Ruhigstellung der Augen. Das könnte die doch bei dieser Art des Glaukoms typischen morgendlichen Druckanstiege erklären.

    Ich weiß nicht, ob Pigmente so schnell abtransportiert werden, ich glaube nicht. Der Druck sinkt ja innerhalb von 5 Minuten ziemlich rasch auf Werte knapp über 20 ab...


    Bevor aus Deinen Eigenmessungen weitreichende Schlußfolgerungen gezogen werden z.B. bezüglich eingreifender Operationen, sollte eine Möglichkeit gefunden werden, Deine Druckschwankungen vielleicht in einem stationären Aufenthalt noch einmal zu überprüfen.

    Klar, da spreche ich dann mit meinem AA darüber, siehe oben...



    Ganz lieben Dank euch allen nochmals und viele Grüße!

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  • Kleiner Nachtrag:


    Heute in der Früh habe ich wieder Augendruck gemessen. 30mmHg auf beiden Seiten. Dann habe ich versucht, meine Arme mit der Bettdecke abzustützen, um den Nacken zu entspannen. (Auch im Sitzen merke ich da einen Unterschied, bei angespanntem Nacken sind die Werte höher)

    Dann waren die Werte nur mehr 25 auf jeder Seite.


    Ich weiß natürlich nicht, ob das wirklich wegen dem Abstützen war, da ich ein drittes Mal wegen trockener Augen nicht mehr gemessen habe.

    Das Gerät leuchtet ja in die Augen hinein (grünes/rotes Licht zeigt an, ob die Messposition korrekt ist), somit wurde die Pupille sicher zusammengezogen. Hat das möglicherweise den Druck verringert??


    Ich werde das jedoch in den kommenden Tagen weiterverfolgen, damit ich meinem AA mit Infos dienen kann.

    Bei den Messwerten im Sitzen bin ich mir schon recht sicher, dass sie stimmen (sind ja so ähnlich, wie das was der AA misst), an den Messwerten im Liegen zweifle ich noch. Mal sehen...

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  • Hallo GIDW!

    Es ist doch wohl unstrittig, daß bei Deiner Form des Glaukoms der Druckanstieg durch den Abrieb der Pigmente und die dadurch bedingte Verstopfung der Poren des Trabekelmaschenwerkes resultiert oder nicht?

    Wenn dem so ist, dann ist es eigentlich doch nur von akademischem Interesse, ob diese Kaskade (vermehrter Pigmentabrieb und Blockierung des Abflusses) ausgelöst wird durch die Körperlage (also im Liegen Pigmentausschüttung mit Blockierung und im Stehen wieder rascher Abtransport mit Öffnung des Abflusses) oder ob diese Kaskade vielleicht nur ausgelöst wird durch längeres Schlafen mit Ruhigstellung der Augen. Das könnte die doch bei dieser Art des Glaukoms typischen morgendlichen Druckanstiege erklären.

    Malve, der Abrieb der Pigmente hat nichts mit der Körperlage zu tun, da ist die anatomische Besonderheit im Auge. Bei jedem Wimpernschlag ist das der Fall, egal, ob sitzend, liegend, stehend.


    Einen raschen Abtransport der abgeriebenen Pigmente gibt es nicht. Mein Prof. in der Uniklinik sagte, es dauert Jahre, bis die abgeriebenen Pigmente da abgebaut sind. Die lassen sich nicht so ausspülen.

    Allein mit dem Eintropfen selbst verbringe ich 40 Minuten täglich. (8 x 5min)

    Pilocarpin lässt meine Sicht so stark verschwimmen, dass ich auf dem Auge, wo ich es eintropfen muss, mit Brille schlechter sehe, als ohne Brille mit dem anderen. (Meine Brille hat ca. 2 Dioptrien) Teilweise zuckt dann auch noch mein Augenlid.

    Daher verliere ich insgesamt 2 Stunden (=2x Pilo) und 40 Minuten täglich an produktiver Zeit.

    Dazu kommen die trockenen Augen.

    Ich weiß nicht, wie ich das alles unter einen Hut bekomme, wenn Covid vorbei ist und man zur Tropfzeit vielleicht einem Vortrag lauschen muss, bei einer Konferenz ist oder selbst einen Vortrag hält!?

    Mit Pilo komme ich gar nicht klar. Das hatte ich vor Jahren mal testweise und ich bekam 1,5 Dioptrie zusätzliche Kurzsichtigkeit.

    Autofahren kannst Du vergessen, Bildschirmarbeit unmöglich, eigentlich ist jede Arbeit unmöglich für mich gewesen.

    Und bei mir hielt der Zustand 2h an pro Tropfakt.


    Ich verstehe, dass so ein Tropfmarathon schwer zu realisieren ist im Alltag.

    Mir würde es auch nicht gelingen!

    Daher wäre mir eine OP tatsächlich am liebsten, aber natürlich nur wenn sie gut verläuft. Da man dem Patienten so viel zumutet, bevor man zu operativen Methoden greift, stelle ich mir das Risiko allerdings ziemlich hoch vor, wahrscheinlich viel höher, als bei anderen OPs, wie Polypen, Mandeln oder sowas und fürchte mich dann doch etwas. Wenn mein AA eine OP empfiehlt, zögere ich jedoch nicht, zuzusagen...

    Jede OP ist mit einem Risiko verbunden. Wie alt bist Du gleich nochmal?


    Wurde denn noch nie über eine mögliche Option OP gesprochen?

    Bis zu meinem Termin möchte ich es selbst mal messen, wie die Steigung der Druckkurve aussieht. Wie mein AA es dann verifiziert, das weiß ich noch nicht, wie gesagt, seine Glaukomambulanz kann keine Nachtmessungen machen. Vielleicht tagsüber? Mal sehen...

    Hm, da bin ich gespannt...

    Das macht etwas Mut! Hoffentlich hast du recht...

    Naja-, Deine Druckwerte sind ja jetzt in der Vergangenheit nicht sehr niedrig gewesen und Du hast ja noch keine Schädigungen. Von daher können Deine Sehnerven jetzt nicht so ganz arg sensibel sein.

    Das kann ich leider nicht sagen. Der Augenarzt (noch im Krankenhaus, bevor ich zum Spezialisten gekommen bin) sagte mal: "Ah, Sie haben einen kleinen Nervenkopf!" Mehr weiß ich nicht.

    Ich glaube, dass gerade auch für Dein Nervenkostüm es sehr wichtig ist, dass Du Dir da Klarheit verschaffst!

    Nein, keine Sorge! Das mach ich nicht! Ich habe heute nur zwei mal gemessen. Bis zu meinem Termin beim AA möchte ich ein Profil zustande bringen. Habe dazu den Tag in Abschnitten von 2 Stunden eingeteilt, bei jedem Abschnitt möchte ich ca. 4-5 Messungen insgesamt haben.

    Gut!

    Weißt Du, ich verstehe das, dass wenn man so ein Tonometer zu Hause hat, dass man dann sich so schnell wie möglich einen möglichst engmaschigen Überblick verschaffen möchte.

    Das würde mir ja nicht anders gehen. Aber pass auf, dass Dir das einfach nicht noch zu einer zusätzlichen Belastung wird.

    Ich weiß nicht, ob Pigmente so schnell abtransportiert werden, ich glaube nicht. Der Druck sinkt ja innerhalb von 5 Minuten ziemlich rasch auf Werte knapp über 20 ab...

    Das hat nix mit Pigmentabtransport zu tun.

    Das ist die Änderung der Körperlage z. B., vermutlich auch die engere Pupille, wenn man die Augen auf hat.

    Ich weiß natürlich nicht, ob das wirklich wegen dem Abstützen war, da ich ein drittes Mal wegen trockener Augen nicht mehr gemessen habe.

    Das Gerät leuchtet ja in die Augen hinein (grünes/rotes Licht zeigt an, ob die Messposition korrekt ist), somit wurde die Pupille sicher zusammengezogen. Hat das möglicherweise den Druck verringert??

    Das Licht ist so hell und leuchtet direkt ins Auge?

    Kann ich mir schwer vorstellen, dass ein Tonometer erfunden wird, bei dem durch das Leuchten von Signalpunkten so viel Licht entsteht, dass das Einfluss auf die Messergebnisse hat.



    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,


    danke für deine Antwort!


    Mit Pilo komme ich gar nicht klar. Das hatte ich vor Jahren mal testweise und ich bekam 1,5 Dioptrie zusätzliche Kurzsichtigkeit.

    Autofahren kannst Du vergessen, Bildschirmarbeit unmöglich, eigentlich ist jede Arbeit unmöglich für mich gewesen.

    Und bei mir hielt der Zustand 2h an pro Tropfakt.


    Ich verstehe, dass so ein Tropfmarathon schwer zu realisieren ist im Alltag.

    Mir würde es auch nicht gelingen!

    Bei 0,5% waren es bei mir auch 2 Stunden. Hatte manchmal sogar Schmerzen. Beim 0,2% Pilo dauert es "nur" 1 Stunde und es fängt nicht sofort zum Zittern an, wenn man doch mal was schaut. Ich tropfe es ja nur in ein Auge, das ist mein Glück. Trotzdem ist alles schwieriger und ich glaube, auch für das Auge nicht so gut, wenn man z.B. trotzdem lesen will.


    Jedenfalls hoffe ich, mindestens Pilo bald los zu werden.


    Wie alt bist Du gleich nochmal?

    29...



    Ich glaube, dass gerade auch für Dein Nervenkostüm es sehr wichtig ist, dass Du Dir da Klarheit verschaffst!

    In wiefern ist das wichtig? Ist man mit einem kleinen Nervenkopf besser/schlechter dran?



    Das Licht ist so hell und leuchtet direkt ins Auge?

    Normalerweise ist es nicht besonders hell, aber wenn man stundenlang im Dunklen lag und schlief, dann blendet es doch. Damit es nicht als einziger heller Punkt ins Auge scheint (und damit ich was sehe) schalte ich eine Leselampe ein, die ich aus dem Bett erreiche, ohne aufzustehen und auch das blendet natürlich schon etwas und lässt die Pupillen sicher klein werden.

    Nach der Messung sehe ich dann noch den Leuchtring als Schatten, wenn es wieder dunkel wird, wie wenn man in Licht geschaut hat eben.

    Also bei der morgentlichen Messung sind die Pupillen ganz sicher klein.


    Bei einer normalen Tages-Messung empfinde ich den Leuchtring nicht wirklich unangenehm oder sowas.



    Viele Grüße!

    Einmal editiert, zuletzt von GIDW ()

  • Hallo!


    Ein weiteres Update:


    Heute Morgen wieder L: 34, R: 33 (wobei ich links nur 1x messen konnte, ständig schrieb das Gerät "wiederholen!", vermutlich blinzelte ich zu viel)

    Direkt aus dem Bett bin ich dann zum Schreibtisch gegangen, wo ich sonst auch immer messe, da waren es dann L: 30, R:28. (Auch wieder nur eine Messung pro Auge, wollte die Augen nicht weiter "pieken", sonst mache ich immer mindestens zwei Messungen pro Auge, aber gut ich hatte ja schon die Messungen im Bett.)


    Mittlerweile habe ich nun 5 Messungen in der Früh, die ich an insgesamt 4 verschiedenen Tagen seit dem 1.06. gemacht habe.

    Die Werte sind recht ähnlich:


    L: 34, 31, 34, 33, 34

    R: 31, 34, 37, 32, 33


    Und heute habe ich ja direkt nach dem Aufstehen auch im Sitzen gemessen und da waren die Werte auf jeden Fall auch noch erhöht, wie gesagt L30, R28.


    Daher denke ich, dass ein Messfehler relativ unwahrscheinlich ist...


    Viele Grüße!

  • L: 34, 31, 34, 33, 34

    R: 31, 34, 37, 32, 33


    Und heute habe ich ja direkt nach dem Aufstehen auch im Sitzen gemessen und da waren die Werte auf jeden Fall auch noch erhöht, wie gesagt L30, R28.

    Die Frage ist, ob das schon als Druckabfall durch den Übergang vom Liegen zum Sitzen zu bewerten ist, ober ob die einzelnen im Sitzen gemessenen Werte noch im Schwankungsbereich der Methode liegen.

    Offensichtlich scheint ja der morgendliche im Liegen gemessene Wert höher zu sein als der Durchschnittswert der Tagesmessungen.

    Die Frage ist, ob der Liegendwert ein "peak" ist, also nach dem Aufwachen auftritt, oder ob der Druck beim Übergang zum Liegen auftritt und dann die ganze Nacht so hoch bleibt oder sich vielleicht im Laufe des Liegens oder Schlafens zum Morgen hin aufbaut.

    Das wirst Du vielleicht auch noch herausbekommen.
    Gruß Malve