Ich habe Angst - Glaukom mit Mitte 20?

  • Liebes Forum!


    Ab und an lese ich hier mit und habe mich nun auch selbst angemeldet, da mich meine ängstlichen Gedanken einfach nicht mehr los lassen. Ich versuche mich kurz zu halten:


    Seit 2012, damals 24 Jahre alt, war ich erstmals beim Augenarzt zur Glaukomkontrolle.

    Es wurden erhöhte Werte im Bereich 27 oder 29 gemessen, die aufgrund der dickeren Hornhaut schon korrigiert waren. Der

    Sehnerv war sonst unauffällig.

    Dann Beginn der Tropfentherapie mit Taflotan sine.

    2013 wurde ich schwanger und musste die Tropfen absetzen, die ich damals ohnehin nur halbherzig nahm.

    Zwischen den Jahren wurden immer mal wieder die Pupillen geweitet und das Gesichtsfeld kontrolliert - unauffällig.


    Ende 2016 erstmals OCT-Untersuchung. Der damalige Augenarzt sagte nichts weiter dazu. Dann waren die Kontrollen immer halbjährlich mit Druckmessung, Sehtest und Spaltlampenmikroskopie.


    Tropfen bekam ich seit 2013 keine mehr, da die Werte, bis auf wenige Ausreißer, immer an der Grenze zwischen 19 und 22 lagen.


    Vor einigen Wochen dann (der damalige Augenarzt war mittlerweile woanders beschäftigt), wurde ein erneutes OCT gemacht. Also knapp 5 Jahre später. Der damalige Augenarzt, der in der gleichen Praxis beschäftigt war, wie meine jetzige Ärztin, machte sich damals wohl eine Notiz von wegen "minimale Exkavation".


    Die beiden OCT Befunde von damals und heute haben sich laut Aussage der Ärztin nicht verändert. Es gibt eine leichte Einbuchtung. Allerdings bin ich kurzsichtig mit - 8dpt und meine Tante hat bereits ein Glaukom. Meine Mutter tropft, hat aber kein Glaukom. Hinzu kommt, dass ich wohl eine Mikropapille habe.


    Jetzt soll ich erstmal aller drei Monate kommen, dann wird erneut Gesichtsfeld gemacht und dann entschieden, ob getropft wird. Der Sehnerv war bei der letzten Spaltlampenmikroskopie mit Weittropfen unauffällig.


    Mich bewegen nun so viele Gedanken:


    1. Wieso sah der damalige Arzt keinerlei Anhaltspunkte etwas zu unternehmen, obwohl das OCT offenbar auffällig war. Das macht mich so wütend.


    2. Ich werde bald zum dritten Mal Mama und man macht sich natürlich so seine Gedanken. Meine jetzige Ärztin ist sehr erfahren, kompetent und hat einen guten Ruf. Dennoch verstehe ich nicht, weshalb nicht einfach mit Tropfen begonnen wird? Als Diagnose gab sie "okuläre Hypertension" an.


    3. Wie kann die Ärztin denn wirklich beurteilen, dass sich die beiden OCT Bilder nicht unterscheiden, wenn es doch verschiedene Geräte waren, an denen sie gemacht wurden!


    4. Bei einer Mikropapille ist eine Exkavation ja scheinbar unwahrscheinlich im Gegensatz zu einer Makropapille. Dieser Fakt belastet mich zusätzlich. :(


    Ich habe einfach furchtbare Angst jetzt wertvolle Zeit verloren zu haben, obwohl ich doch rechtzeitig zum Arzt gegangen bin.


    Noch scheint ja bei der Spaltlampenmikroskopie alles ok zu sein aber wie lange noch? Ich will doch nicht warten, bis es zu spät ist. Das OCT erscheint mir manchmal Fluch und Segen zugleich zu sein. Zumindest gerade für mich.


    Jetzt ist es doch so lang geworden. Ich hoffe ich habe alles soweit "forumkonform"geschrieben und danke allen fürs Lesen und freue mich auf interessante Antworten! =)

  • Hallo Kullermurmel,


    ich kann Deine Ängste verstehen aber Dich vielleicht auch ein bisschen beruhigen.


    1.) Was der AA mit minimaler Excavation gemeint hat und warum er dazu nichts gesagt hat wirst Du wohl nicht mehr erfahren, aber Du warst doch regelmäßig bei den Kontrollen, um diese scheinbare Auffälligkeit im Blick zu behalten.


    2.) Es scheint alles stabil und Dein Augendruck bewegt sich noch im (hoch)normalen Bereich, ich sehe hier nicht zwangsläufig eine Indikation zum Tropfen. Eine Okuläre Hypertension hat ja noch keinen Krankheitswert und je nachdem wo sich der Druck bewegt, kann man evt. erstmal beobachten und engmaschig kontrollieren, statt gleich zu Tropfen.

    Manche Sehnerven vertragen einen etwas höheren Druck ganz gut, andere widerum entwickeln eben bei normalem Augendruck schon ein Glaukom.


    Wie hoch war denn Dein Druck zuletzt? Du schreibst von wenigen Ausreißern?? Einen Druck von 21/22 kann man durchaus tolerieren, wenn ansonsten alles stabil ist, aber wie gesagt unter Beobachtung.


    3.) Ja das stimmt schon, dass die Untersuchungen am besten immer am gleichen Gerät stattfinden sollten, aber ich traue einer kompetenten Augenärztin schon zu, dass sie das beurteilen kann.


    4.) JEDER Sehnerv weist eine gewisse Excavation aus. Bei einer Mikropapille, sollte diese im Vergleich zur Papille des Durchschnittsmenschen aber kleiner ausfallen, also kleinere Papille = normalerweise kleinere Excavation. Die Beurteilung ist bei so einer Besonderheit einfach etwas schwieriger, und auch bei stark kurzsichtigen Augen wie Deinen noch zusätzlich.


    Wenn Du also bisher regelmäßig kontrolliert wurdest und Dein Druck bisher nicht exorbitant hoch ist und scheinbar alles stabil ist würde ich mir wirklich nicht zu große Sorgen machen.

    Wichtig ist dranbleiben, aber das tust Du ja wie es sich anhört.


    Falls sich im ungünstigsten Fall doch mal ein Glaukom entwickeln sollte, dann bist Du zumindest sehr frühzeitig erkannt worden und da sollte es dann genügend Behandlungsmöglichkeiten geben!


    Wenn Du bei der nächsten Kontrolle immernoch so verunsichert bist, kannst Du auch um eine Überweisung in eine Glaukomsprechstunde bitten, um Deinen „Fall“ nochmal genauer zu beurteilen. Die haben Erfahrung mit Augen, die nicht der Norm entsprechen.


    Liebe Grüße und weiter alles Gute auch für Deine Schwangerschaft =)

  • Hallo Sternchen!


    Vielen Dank für deine ausführlichen Worte und die Zeit, die du mir damit geschenkt hast!


    Nach so einer Untersuchung bleiben oft 1000 Fragen und man kann in diesem Moment vor dem Arzt oftmals gar nichts mehr sagen, weil man so perplex ist.


    Die Ausbuchtung scheint bei meiner kleinen Papille für mich als Laie doch nicht wirklich normal zu sein... Was auch immer "normal" ist. Ich mag mir die Befunde gar nicht mitgeben lassen, weil ich Angst habe, dann "schlauer" zu sein als der Arzt :O. Je mehr ich lese darüber, desto mehr bekomme ich den Eindruck, es trifft jeden und endet miserabel.


    Mir macht letztendlich nur zu schaffen, dass ich eine Mikropapille habe mit Ausbuchtung und das dass OCT damit scheinbar einfach nicht "unauffällig" ist.


    Die Ausreißer meiner Druckwerte lagen zweimal bei 25. Bei der letzten Messung bei 22 bds. Ich denke mir dann, mit Myopie und erblicher Vorgeschichte sei das schon nicht mehr wirklich tolerierbar für meinen Sehnerv aber die Ärztin wartet scheinbar ab. Warum auch immer.


    Ich war zwar immer regelmäßig aller 6 Monate zur Kontrolle aber zwischendurch waren es immer verschiedene Ärzte (ist eine große Gem.praxis). Ein OCT wurde wie gesagt nur zweimal gemacht innerhalb der mittlerweile 9 Jahre, die ich dort hin gehe. Nun soll es bei meiner jetzigen Ärztin jährlich stattfinden. Wie gesagt, laut ihr gab es zum ersten OCT von 2016 keine Veränderungen. Nur lese ich ständig, dass man das nur am gleichen Gerät beurteilen könne, was mich zusätzlich verunsichert.


    Vielen Dank auch für den Tipp mit der Glaukomsprechstunde! Ich denke ich werde mich auch nochmal bei den neuen Mitgliedern vorstellen. Ich würde hier gerne weiterhin mitlesen und -schreiben. Das Forum beruhigt mich mehr, als das Internet!


    Eine gute Nacht!:-)


    Edit:


    Mir kommt gerade noch in den Sinn: inwiefern "berücksichtigt" ein OCT eine starke Myopie sowie eine Mikro-/Mikropapille bei der Auswertung der Exkavation? Vielleicht weiß jmd die Antwort. Lieben Dank!

  • Hallo Kullermurmel,


    auch von mir Willkommen hier im Forum und Glückwunsch, dass Du bald wieder Mama wirst!!!


    Ich glaube, im Moment steigerst Du Dich in etwas hinein.


    Also erst Mal Ruhe bewahren und die Fakten sortieren!


    Soweit ich das verstehe, hattest Du 2012 erhöhten AID, aber die Sehnerven wurden als unauffällig beurteilt.


    Wegen des erhöhten Drucks und wegen der familiären Belastung (Tante/Mutter) hattest Du getropft, die Tropfen aber dann wegen Deiner ersten Schwangerschaft abgesetzt.


    Auch ohne Tropfen ist Dein Druck inzwischen zwar im oberen Normbereich aber Du bist unter ständiger augenärztlicher Kontrolle.


    Tropfen bekam ich seit 2013 keine mehr, da die Werte, bis auf wenige Ausreißer, immer an der Grenze zwischen 19 und 22 lagen.


    Du hast eine Mikropapille und bist stärker kurzsichtig, also ist die Beurteilung schwieriger.


    Insofern machst Du das völlig richtig, dass Du Deine Augen regelmäßig kontrollieren lässt.


    Den Grund nun aber, warum Du Dir aktuell so große Sorgen machst, verstehe ich nicht so ganz:


    2016 wurde ein erstes OCT gemacht, das offenbar keinen Anlass zur Sorge gab.

    Vor einigen Wochen dann (der damalige Augenarzt war mittlerweile woanders beschäftigt), wurde ein erneutes OCT gemacht. Also knapp 5 Jahre später. Der damalige Augenarzt, der in der gleichen Praxis beschäftigt war, wie meine jetzige Ärztin, machte sich damals wohl eine Notiz von wegen "minimale Exkavation".


    Die beiden OCT Befunde von damals und heute haben sich laut Aussage der Ärztin nicht verändert. Es gibt eine leichte Einbuchtung. Allerdings bin ich kurzsichtig mit - 8dpt und meine Tante hat bereits ein Glaukom. Meine Mutter tropft, hat aber kein Glaukom. Hinzu kommt, dass ich wohl eine Mikropapille habe.


    Das neue OCT ist unverändert - Glückwunsch!.


    Aber Du hast erfahren, dass der AA 2016 den Hinweis "minimale Exkavation" gemacht hat!


    Dieser Hinweis verunsichert Dich, weil Du gut informiert bist, und weißt, dass eine kleine Papille auch nur eine kleine Exkavation oder eben gar keine haben sollte.


    Wenn sich nun aber an dem OCT nach 5 Jahren nichts verändert hat - also weder die Exkavation größer noch die Nervenfaserschicht geringer geworden ist - dann bedeutet das doch, dass der Zustand Deiner Sehnerven stabil ist!


    Deine Sehnerven tolerieren offenbar den Druck im oberen Normbereich!


    Dennoch machst Du Dir Sorgen:

    4. Bei einer Mikropapille ist eine Exkavation ja scheinbar unwahrscheinlich im Gegensatz zu einer Makropapille. Dieser Fakt belastet mich zusätzlich. :(

    Jeder Sehnerv hat seine ganz individuelle Konfiguration.


    Sinn der bildgebenden Diagnostik ist es, diese Konfiguration erstens zu dokumentieren (Basisuntersuchung) und dann über die Zeit zu schauen, ob sich etwas verändert was über die altersmäßige Veränderung und über die Messwertschwankungen, die diese Geräte immer haben, hinausgeht.

    Mir macht letztendlich nur zu schaffen, dass ich eine Mikropapille habe mit Ausbuchtung und das dass OCT damit scheinbar einfach nicht "unauffällig" ist.

    Genau da liegt der "Denkfehler"


    Dass Deine kleinen Papillen eine kleine Exkavation aufweisen, sollte Dich nicht beunruhigen, solange diese Exkavation so bleibt wie sie ist! Und das ist doch offenbar der Fall!


    Sollte ich etwas überlesen haben, dann melde Dich.


    Wie Du schreibst, fühlst Du Dich bei Deiner AA gut aufgehoben - warum sprichst Du nicht mit ihr über Deine Sorgen?


    Oder: Du gehst eben doch - wie Dir auch Sternchen75 geschrieben hat - in eine Glaukomsprechstunde.


    Vielleicht kann Dir das mehr Sicherheit und Ruhe geben - denn genau die brauchst Du jetzt.


    Eine Bitte zum Schluss: nicht an anderer Stelle hier im Forum nochmal dasselbe schreiben. Das gibt nur Konfusion, weil dann an verschieden Stellen geantwortet wird und es mühsam ist, das zusammen zu bringen.


    Es gibt hier übrigens auch ein Unterforum "Glaukom und Schwangerschaft". Vielleicht schaust Du da mal rein für nützliche Tipps.


    Alles Liebe


    Chanceline

    Einmal editiert, zuletzt von Chanceline ()

  • Auch von mir ein Willkommen, Kullermurmel!


    Die meisten hier wären glücklich, nicht tropfen zu müssen und du möchtest gerne. ;o) Ich finde das Abwarten deiner Augenärztin richtig, denn wenn es nur hohe Druckwerte sind, aber kein Glaukom, macht das Sinn. Die Wirkungsweise von Augentropfen ist nicht unendlich, von Nebenwirkungen mal abgesehen. Vertrau auf deine Augenärztin und lass auch noch die Ärzte in der Glaukomsprechstunde einer Augenklinik draufschauen. Solange du regelmäßig zur Kontrolle gehst (was bei deiner recht hohen Kurzsichtigkeit wichtig ist), kann auch schnell gehandelt werden, wenn es nötig wird.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Kullermurmel,

    bei mir war es so: Jahrelang dümpelten die Druckwerte so um die 22, gelegentlich auch mal 25.

    Regelmäßig beim Augenarzt kontrolliert. Gesichtsfeld immer in Ordnung. HRT wurde mir nicht vorgeschlagen, OCT war noch nicht aktuell.


    Plötzlich dann erste Skotome im Gesichtsfeld, der Sehnerv sähe jetzt "komisch" aus, ich müßte tropfen.

    Habe ich jetzt ein Glaukom? Na ja, ein "Glaukömchen". Mehr war der sehr netten Augenärztin nicht zu entlocken.


    Auf meinen Wunsch Vorstellung in der Klinik, Augenärztin jetzt doch etwas pikiert.


    Dort wurde festgestellt: Fortgeschrittenes primäres Weitwinkelglaukom, tiefe Sehnervenexcavation, OCT auffällig, aber wegen des schiefen Sehnerveneintritts bei Myopie schwer zu beurteilen, in der Schwellenperimetrie ausgedehnte Gesichtsfeldausfälle.


    Wie konnte das so plötzlich kommen? Na ja, vielleicht war der Druck doch öfter auch mal höher, das kann solche Schäden auslösen.


    Könnte ich die Zeit zurückdrehen würde ich mit meinem heutigen Kenntnisstand und den derzeitigen diagnostischen Möglichkeiten bei den grenzwertigen/erhöhten Druckwerten und vorhandenen Risikofaktoren wohl so vorgehen:


    1. Einweisung in eine Glaukomaugenklinik zum 24 Stunden Druckprofil, um starke Druckschwankungen auszuschließen.


    2. OCT-Kontrolle des Befundes

    Dazu zunächst 4x im Abstand von 3 Monaten ein OCT immer am gleichen Gerät.

    Da würde man sehen, ob der Befund stabil ist oder sich ändert. Das wäre eine wichtige Aussage. Die Befunde werden vom Computer ausgewertet, dann wird der Verlauf berechnet, Auswertung nur durch Ansehen ist schwierig und störanfällig ist das OCT auch.

    Dazu gehört viel Erfahrung und auch mehrfache Untersuchungen.


    3. Ebenfalls mehrfache Schwellenperimetrie im ersten Jahr.

    Die Perimetrie ist störanfällig und muß eingeübt werden. Deshalb mehrfach.


    4. To drop or not to drop

    Wenn alles stabil ist, kann in größeren Abständen mit OCT und Gesichtsfeld kontrolliert werden.

    Die Entscheidung würde ich den Experten in der Glaukomsprechstunde der Klinik überlassen. Gerade bei Myopie ist die Beurteilung manchmal nicht einfach.


    Immerhin hast Du ja schon mal getropft, also würde ich der Sache doch noch mal nachgehen, damit Ruhe hineinkommt.

    Schau mal in den Verlauf von "Biberchen". Da ist das perfekt abgeklärt worden.

    Gruß Malve

  • Ihr Lieben alle,


    herzlichen Dank für eure ausführlichen Antworten! Mich freut das sehr und ich weiß zu schätzen, wie viel Zeit in jeder einzelnen Nachricht steckt!


    Chanceline: tausend Dank, dass du so sehr auf mein Anliegen eingegangen bist! :-) Ich schwanke tatsächlich zwischen Verrücktwerden und Pragmatismus.


    Tatsächlich macht es mich wahnsinnig, dass ich eine Mikropapille habe und am meisten verunsichert mich, dass die beiden OCT Befunde an unterschiedlichen Geräten gemacht wurden und die Ärztin dennoch meint, es gäbe keine Veränderung.


    Für die Glaukomsprechstunde werde ich mir eine Überweisung geben lassen, allerdings habe ich oft nach solchen Untersuchungen mehr Sorge als Beruhigung!


    DieDa: es stimmt, ich verspreche mir von den Tropfen eine gewisse "Beruhigung". Vielleicht bin ich da zu naiv. Aber der folgenden Nachricht von Malve nach zu urteilen, verlief das bei ihr ja auch nicht optimal ohne Tropfen :-(


    malve: vielen Dank auch, dass du deine Geschichte kurz mit mir geteilt hast. Bereust du, damals keine Tropfen genommen zu haben? Wie alt warst du damals, als der Schaden festgestellt wurde? Und wie hoch ist deine Myopie? Ist es jetzt konstant? Ich bekomme immer mehr das Gefühl, hohe Myopie ist fast schon ein Gesetz für ein Glaukom.


    Leider lese ich auch zu viel und es verunsichert mich natürlich. Ich möchte mir so gerne vorstellen, dass die Dinge auch einfach gut ausgehen können und das die Wahrscheinlichkeit auch mit Myopie und höherem Druck kein Glaukom zu entwickeln einfach höher ist. Aber dann lese ich wieder und mein gutes Gefühl ist dahin. Ich lese von Menschen, bei denen trotz regelmäßiger Kontrollen und niedriger Werte eine Verschlimmerung eintritt. Das verunsichert mich. Da habe ich das Gefühl die Aussichten sind wirklich Mist... Und ich weiß, dass es hier vielen wirklich nicht gut geht und ich hoffe keinen durch mein "Mimimi" zu verärgern. Ich möchte nur jetzt in meinem Alter möglichst informiert sein, um etwas tun zu können, bevor es zu spät ist. Dazu kommt meine Angst bald für 3 Kinder natürlich Sorgen zu müssen und das hoffentlich in Gesundheit und Wohlbefinden!


    Weiß denn jmd, ob ein OCT generell eine höhere Myopie und Mikro-/Makropapillen bei der Auswertung berücksichtigt? Ich verstehe das noch nicht so genau.


    Lieben Dank!

  • Bereust du, damals keine Tropfen genommen zu haben?

    Nein, was soll ich denn bereuen, Tropfen standen bei mir doch erst mal gar nicht zur Diskussion, es waren nur etwas grenzwertige Druckwerte.

    Als dann der Schaden festgestellt wurde, habe ich natürlich sofort mit dem Tropfen angefangen, auch da muß ich mir nichts vorwerfen.


    Ich wollte Dir eigentlich folgendes sagen, vielleicht ist das unter meiner persönlichen Geschichte untergegangen.

    Durch systematische OCT-Untersuchung können Frühveränderungen erkannt werden, die als "borderline Glaukom" bezeichnet werden. Dann wird tatsächlich schon eine Tropftherapie eingeleitet. Ein gutes Beispiel dafür ist der Verlauf von Biberchen hier im Forum. Ich kenne aber in meinem Umkreis noch einen weiteren solchen Fall mit dieser Diagnose, auch da wird getropft.


    Du hast durch die Myopie und die Familienanamnese gewisse Risikofaktoren, hast auch schon mal getropft und nur 2 OCT-Untersuchungen in großen Abständen an verschiedenen Geräten. Und Du machst Dir große Sorgen, was ich gut nachvollziehen kann.


    Also muß das noch mal abgeklärt werden. Behalte das mit der Glaukomsprechstunde im Blick. Da bist Du gut aufgehoben.


    Ärgerlich, daß man die OCT-Untersuchungen selber bezahlen muß.

    Die Ergo-Versicherung bietet jetzt eine "Augen"-Versicherung an, da sind auch das OCT und ein Brillenzuschuß enthalten.

    Muß ich mir demnächst direkt mal durchrechnen, denn da Glaukom hat man ja lebenslang.
    Gruß Malve

  • Danke malve! Darf ich noch fragen, wie alt du bei der Diagnosestellung warst und ob alles jetzt stabil ist bei dir?


    Den Anfangspost von Biberchen finde ich einfach nicht. War auf ihrem Profil und hab es in der Suche eingegeben. Ich bin wahrscheinlich zu gaga gerade dafür.


    Ich mach mir jetzt nur die Hoffnung, dass beide OCT trotzdem ja Werte enthalten, egal ob versch. Gerät oder nicht und die Ärztin diese natürlich trotzdem auch vergleichen kann, oder!?

  • Hallo Kullermurmel,


    So wirklich beruhigt hast Du Dich noch nicht!



    Tatsächlich macht es mich wahnsinnig, dass ich eine Mikropapille habe ....


    Das sollte es nicht:


    So eine Mikropapille ist eine Laune der Natur - so wie kleine Füsse.


    Mit kleinen Füssen findet man schwerer Schuhe...


    Mit so einer Mikropapille tut man sich schwerer zu entscheiden, ob ein Sehnerv gesund ist oder sich da vielleicht doch ein beginnender Schaden abzeichnen könnte.


    Genau deswegen schaut man aber auch genauer hin!


    Weiß denn jmd, ob ein OCT generell eine höhere Myopie und Mikro-/Makropapillen bei der Auswertung berücksichtigt? Ich verstehe das noch nicht so genau.



    Erst Mal dokumentiert das OCT die individuelle Konfiguration Deiner Sehnerven!


    Das kannst Du Dir so etwa wie ein Photo vorstellen.


    Natürlich kann es sein, dass anatomische Besonderheiten, wie z.B. hohe Myopie, es schwieriger machen, ein scharfes Foto zu kriegen.


    Aber dennoch: in den meisten Fällen gelingt das!


    Dann kommt der nächste Schritt: die bei Dir gemessenen Werte (Exkavation, Randsaum, Nervenfaserschicht usw.) werden verglichen mit denen einer repräsentativen Anzahl gesunder Personen, deren Werte in einer Norm-)Datenbank gespeichert sind.


    Auf der Basis dieses Vergleichs erfolgt die Einteilung nach Ampelsystem: grün - gelb - rot.


    Nun kann es sein, dass bei bestimmten anatomischen Besonderheiten wie Mikro-/ Makropapille u.ä. in der Datenbank schlicht nicht genug Vergleichsdaten vorhanden sind; mit der Folge, dass diese Einteilung nicht zuverlässig klappt - gesundes wird als grenzwertig oder gar pathologisch und krankes als gesund klassifiziert.


    Das weiß man aber!


    Gerade deswegen, liegt die Stärke von OCT nicht darin, bei einmaliger Untersuchung gesund / krank eindeutig zu unterscheiden.


    Auf den Vergleich über die Zeit kommt es an!!!


    ... und am meisten verunsichert mich, dass die beiden OCT Befunde an unterschiedlichen Geräten gemacht wurden und die Ärztin dennoch meint, es gäbe keine Veränderung.




    1. Vertraue Deiner Ärztin, dass sie in der Lage ist, zwei Aufnahmen - auch von unterschiedlichen Geräten - miteinander zu vergleichen und zu beurteilen, ob der Befund stabil ist oder nicht!


    2. Nach 5 Jahren Sendepause ist eine Aufnahme mit demselben Gerät (so noch vorhanden) m.E. kaum anders zu bewerten, als wäre sie mit dem Gerät eines anderen Herstellers gemacht worden.


    Diese ganze Diagnostik ist nämlich nicht ein für alle Mal in Stein gemeißelt, sondern wird ständig angepasst; sowohl was die Aufnahmetechnik wie auch die Datenbanken angeht.



    Leider lese ich auch zu viel und es verunsichert mich natürlich. Ich möchte mir so gerne vorstellen, dass die Dinge auch einfach gut ausgehen können und das die Wahrscheinlichkeit auch mit Myopie und höherem Druck kein Glaukom zu entwickeln einfach höher ist.

    Ich gebe zu, das ist nicht einfach: man muss lesen und sich informieren, damit man lernt einzuschätzen, wie das, was man da liest, einzuordnen ist!


    Also laß' Dich nicht verunsichern!


    Dass Du kein Glaukom hast und auch nie eines bekommen wirst, das kann Dir keiner garantieren!


    Aber bitte mach' Dir keine Sorgen, dass ausgerechnet Deine Augen nicht als krank erkannt werden könnten, wenn sie es denn sein sollten!


    LG


    Chanceline

  • Den Anfangspost von Biberchen finde ich einfach nicht. War auf ihrem Profil und hab es in der Suche eingegeben. Ich bin wahrscheinlich zu gaga gerade dafür.

    Nein, Du bist nicht gaga, ich finde das auch nicht so einfach. Vielleicht kann uns Sabine da noch mal schulen.

    Aber zum Glück habe ich ja dieses Gedächtnis.

    Wenn Du bei google eingibst "glaukom forum hallöchen neu hier", bist Du genau in ihrem Anfangspost.

    Ich möchte nur jetzt in meinem Alter möglichst informiert sein, um etwas tun zu können, bevor es zu spät ist.

    Das finde ich gut. Und ich finde es auch gut, solche besonderen Konstellationen wie familiäre Belastung, Myopie und Makropapille durch OCT Experten unter Beobachtung zu halten.

    Aber Du siehst schon, wir haben hier alle verschiedene Erfahrungen und vielleicht auch unterschiedliche Lebenseinstellungen. Du mußt Deinen eigenen Weg finden.


    Noch mal zu mir: Die erhöhten Druckwerte zogen sich bei mir über 10 Jahre hin. Ich tropfe seit 7 Jahren. Ich bin kein Beispiel für "Alles wird gut", aber für "Man kann auch mit Einschränkungen zurecht kommen".

    Ich tue, was getan werden muß (tropfen, zu Kontrollen gehen, Wünsche und Fähigkeiten immer wieder in Übereinstimmung bringen) und komme so gut zurecht.

    Viele Grüße Malve

  • Liebe Chanceline Mal wieder ganz herzlichen Dank für deine tolle informative Antwort! Manchmal glaube ich hier beim Lesen, dass manche mehr Wissen haben als so mancher Arzt/Ärztin.


    Die Mikropapille beunruhigt mich nur insofern, dass ich eben gelesen hatte, dass sie nur eine kleine bzw gar keine Exkavation haben sollte. Hätte ich also eine Makropapille würde mich das vermutlich gar nicht so beunruhigen.


    Hinzu kommt, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, dass höhere Kurzsichtigkeit per se schon zum Glaukom führt früher oder später.


    Mir macht Angst, dass ich nun in dieser "Spirale" bin und nie wieder rauskommen werde. Es hat mir in meinem noch jüngeren Alter eine gewisse Leichtigkeit genommen. Man liest so oft, dass der Peak der Erstmanifestation bei wesentlich Älteren vorkommt. Nun habe ich durch das Forum hier, in dem auch so viele U40 jährige vertreten sind, einen völlig anderen Eindruck. Zu viel gelesen eben...


    Das OCT ist für mich irgendwie Fluch und Segen zugleich. Spaltlampenmikroskopie und Gesichtsfeld waren bis jetzt unauffällig. Das hat mich immer beruhigt, wenn auch der Druck im Grenzbereich lag. Nur das OCT brachte viel Unruhe hinein.


    Meine Mutter hat auch erhöhten Druck, tropft seit ca 10 Jahren (ungefähr dein Alter mit Beginn und bis dato) und hat von einem OCT bislang nie etwas gehört. Laut Spaltlampenmikroskopie ist bei ihr alles i.O. Sie ist glücklich damit, weil sie eben ein nie durchgeführtes OCT auch nie verunsichern konnte. :-)


    malve Danke auch dir für deine Antwort. Den Beitrag von Biberchen hatte ich mittlerweile auch durch google gefunden. Das hat mir mehr Angst gemacht als vorher. Sie ist ebenfalls kurzsichtig und hat einen kleinen sehnerv, wie bei mir. Damit gleicht sich so vieles und ich denke nun, es kann ja dann bei mir nur genauso werden...


    Wie geht es dir im Alltag? Hast du starke Einschränkungen?