BTG BlindentechnischeGrundausbildung bei Glaukom

  • HALLO zusammen,


    aktuell bin ich wegen meines Glaukoms (bds) mit ausgeprägten GF-Ausfällen (Visus knapp 0,3 RA/LA) in der Reha in der Regiomed Augenklinik in Masserberg/Thüringen.


    Die CÄ schlägt mir eine einjährige (!) Reha vor: BTG Blindentechnische Grundausbildung in einem Berufsförderungswerk.

    Als Alternative zur evtl. möglichen Teilerwerbsrente.


    Hat jemand von Euch damit Erfahrungen gemacht???


    Ich bin 60 Jahre, seit 14 Monaten arbeitsunfähig geschrieben. Steht diese Form der Reha in Relation zum Alter?


    Freue mich über Rückmeldungen, schon mal herzlichen DANK

    Grüße aus Thüringen/Pepe

  • Hallo Pepe,


    dazu stellen sich bi mir erstmal ein paar Fragen:


    Womit wurde das denn in der Klinik begründet?


    Könntest du denn bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente wohl wieder in Teilzeit arbeiten?


    Würdest du in der Zeit oder wegen der Maßnahme evtl. danach dann mehr oder weniger Geld bekommen?


    Traust du dir eine solche Maßnahme überhaupt zu?


    An die Wirtschaftlichkeit für die Allgemeinheit würde ich da erstmal nicht denken,


    LG

    Markus

  • Hallo Pepe,

    wie sicher bist Du Dir denn, daß Du bei Ablehnung der Reha eine Teil-Rente erhältst?


    Offensichtlich bietet man Dir die Maßnahme ja an, weil man davon ausgeht, daß bei Dir noch ein entsprechendes Restleistungsvermögen für eine Erwerbstätigkeit vorhanden ist.


    Mit dieser Maßnahme will die Rentenversicherung ja gerade vermeiden, daß Du die Rente bekommst.


    Über die Rente wird nicht jetzt in der Rehaklinik entschieden, die fertigen nur das sogenannte "Leistungsbild" an. Es kann dann durchaus sein, daß die Rentenversicherung die Rente ablehnen wird.


    Ich würde noch mal mit dem Arzt reden und genau fragen, wie

    Dein Leistungsvermögen eingeschätzt wird (wie viele Stunden für welche Tätigkeit).


    Dann würde ich mich noch mal mit der Sozialarbeiterin beraten, was in Deinem Fall die günstigste Variante ist.


    Mit der "Maßnahme" würdest Du Dich auf jeden Fall wieder ein Jahr dem Rentenalter nähern und Einbußen bei der späteren Altersrente reduzieren. Und vielleicht schließt sich dann ja an die "Maßnahme" auch noch eine von der Rentenversicherung geförderte berufliche Tätigkeit für 1-2 Jahre an.

    Gruß Malve

  • Hallihallo,

    Wurde dir denn in Masserberg auch angeboten von dort aus ins BFW Halle zu fahren, für fünf Tage, zur Hilfsmittel- und Belastungserprobung? Das ist eine ganz gute Möglichkeit um einen Überblick zu bekommen... Vor allem über Möglichkeiten und Optionen und Inhalte.

    LG Lez

  • Hallo Markus, Malve, Lezpunk,


    vielen Dank für Eure Rückmeldungen :thumbup: :thumbup:

    Nach der Maßnahme, würde ich für über 6 Std dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sonst zw. 3-6 Stunden.


    Motto: Reha vor Rente


    In der BTG wären die Inhalte die in den fünf Tagen in Halle/BFW absolviert würden integriert (ist ja auch Zeit genug). Heißt: nicht nach Halle und auch kein Mobilisationstraining.

    Sofern ich ja sage.


    Ich kläre das alles nächste Woche mit den Ärzten.


    Ich berichte wieder

    Gruß Pepe

  • Hallo Pepe,

    die Maßnahmen der DRV sollten alle mit Vorsicht betrachtet werden.

    Ich selber rechts blind, links Visus 0,7 (zudem aber beidseitige Hüftarthrose in starker Ausprägung) in Deinem Alter war bei einer Arbeitserprobung.

    Meiner Bekannten, wie auch mir, wurde nahegelegt, in Teilzeit zu arbeiten. Aber nicht als Erwerbsminderungsrentner sondern bitte auf eigene Kasse. Ich selber bin alleinstehend somit fragte ich (Restleistungsvermögen 4 Stunden) wie es denn mit Erwerbsminderungsrente wäre "das können wir Ihnen nicht sagen, müssen Sie sich bei der DRV erkundigen." Diese Aussage kam von einer DRV-Mitarbeiterin, die allerdings für Förderung zuständig war.


    Meine Bekannte hat Hilfsmittel erhalten i. H. von ca. 15.000,-- arbeitet mit diesen seit 2 Jahren und bemerkt, dass das sehen schwieriger wird. Sie traut sich aber zu keinen Schritten, weder Rente,noch GdB oder Krankschreibung.

    Ich selber bin nun in unbefristeter vollständiger Erwerbsminderungsrente. Ich hätte nicht mehr arbeiten können, würde gar nicht an einen Arbeitsplatz gelangen. Fraglich wäre für mich überhaupt, wie der Arbeitsmarkt irgendwann mal aussehnen würde, sollten wir Corona überblicken können.

    Was ich bei der Arbeitserprobung erlebt habe war nicht gut, was mir die langjährigen oder einjährigen Umschüler erzählten auch nicht. Mit hätte (auch dazu sollte ich überredet werden) die Brailschrift weder am Arbeitsplatz etwas gebracht geschweige denn privat.


    Bei mir und meiner Bekannten hätte es über ein Jahr monatlich rund 3.000 Euro Einnahmen Pro Person an das BFW bedeutet. Und NUR das hat diese Menschen der dortigen BFW bei der Arbeitserprobung interessiert!!!!


    Ich habe mir überlegt was ich denke noch zu schaffen, habe mich gefragt wie die Unterstützung meiner Ärzte ist und habe Unterlagen über Unterlagen gestapelt.


    Wie ist Deine Betrachtung Deiner Zukunft???

    Gruß von Katzenstube

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  • Hallo Katzenstube,

    Danke für deine Antwort.

    Ja, ich stehe diesen Vorschlag eine BTG durchzuführen sehr skeptisch gegenüber. Relation Alter, Kosten, Renteneintrittsalter ....

    Wie ist Deine Betrachtung Deiner Zukunft???

    Ich hoffe, das GF verschlechtert sich nicht noch mehr.

    Ich versuche nach der Reha die Wiedereingliederung und schau dann mal, ansonsten die "Ochsentour" und ich werde versuchen die Erwerbsminderungsrente zu beantragen (habe boch ein paar weitere Probleme).


    Gruß Pepe

  • Hallo Pepe,

    dann beginne zu den Ärzten zu gehen, die noch weitere Baustellen von Dir betreuen. Du benötigst für alles Unterlagen.

    Wie beim GdB ist es wichtig eine Jammerliste zu führen. Also aufzuzählen, wo Du überall welche Probleme hast und welche Einschränkungen bei jeglichen Handlungen Du hast (privat wie auch beruflich).Suche den Kontakt zu einem Psychiater/Psychotherapeuten, der das noch untermauern kann. Zwar reicht der Part Psyche im Normfallfall nicht für eine Rente -auch nicht als Zusatz- aber es ist von Vorteil wenn die wissen, dass man/frau sich nicht alles anhört und das alles im Hintergrund verschwiegen wird.

    Ich hatte Glück, denn ich wollte eigentlich keine Rente - aber der Mediziner im BFW stellte fest, dass er meinen Hüften nicht mehr lange gibt. Somit hat er damit den Ursprung für meine vollständige und unbefristete EMR gegeben. Jetzt zu Coronoazeiten bin ich ihm doppelt dankbar.


    Sei Vorsichtig:

    wenn du mit den Unterstützungsmassnahmen einverstanden bist und unterschrieben hast, dann unterschreibst Du damit auch, dass Du nicht vor hast eine Rente zu beantragen. Ich habe erstmal meinen Antrag auf Förderung zurückziehen müssen, bevor die Rente bearbeitet wurde.

    Ganz schnell wollten die mir dann Fahrtkosten für das BFW bewilligen. Mit derAnnahme hätte ich akzeptiert keineEMR zu beantragen....Also dreifache Vorsicht bei den Gesellen.


    Gruß von Katzenstube

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  • (habe boch ein paar weitere Probleme).

    Hallo Pepe,

    wenn Du außer mit den Augen noch weitere gesundheitliche Probleme hast, könntest Du es auch so machen:


    Sage dem Rehaarzt, daß Du weitere Krankheiten hast, die dein Leistungsvermögen stark beeinträchtigen. Und daß Du bevor Du Dich für eine Berufsförderung entscheidest, erst noch Gutachten aus anderen Fachdisziplinen benötigst.


    Dann kann der Rehaarzt seine Leistungseinschätzung auf die Augen beschränken und zur endgültigen Beurteilung weitere Gutachten anregen. Dann würdest Du Dir erst mal nicht den Weg für die Berufsförderung verbauen.


    Und dann hat Katzenstube ja schon geschrieben, daß auch die Ärzte im BRFW immer noch feststellen können, daß Du kein ausreichendes Leistungsvermögen mehr hast.

    Gruß Malve

  • Aber Malve, sind wir mal ehrlich: wie häufig findet man/frau bei der DRV einen Arzt, der es positiv für des Patienten Rente sieht? Meine Beurteilung lag wohl daran, dass beide Hüften operationsbedürftig aussehen lt. Chirurgen.... Aber: im Gegensatz zum Glaukom konnte ich hier selber viel tun, somit bisher nichts in Sachen OP von Nöten.

    Aber es ist absolut richtig, wenn Du bzw. Pepe darauf hinweist, dass es noch weitere Probleme gibt, die unbedingt einer weiteren Begutachtung bedürfen. Nach allen den Kontakten die ich habe muss ich feststellen, dass alleine durch Erblindung / schlechtes einäugiges Sehen eine Berentung nicht erfolgt. Anders sieht es aus, wenn noch ein weiteres starkes anderes Problem dazu kommt.

    Wichtig ist zu wissen Pepe: der Kampf um die Rente ist hart, bedarf sehr vielem Schriftverkehr, Gutachten ect (hat meine Augenprobleme noch verstärkt) dauert sehr lange - meistens über das Krankengeld hinaus - und muss finanziert werden und nervlich durchgestanden werden. Ohne Unterstützung von Fachärzten besteht keine Chance. Alle diese Punkte sollten im Vorfeld - wie auch die Dauer des Verfahrens - meistens 2-3 Jahre, ich hatte mit 1 1/2 Jahren Bearbeitungszeit Glück.


    Viel Kraft wünscht Katzenstube

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  • Hallo Katzenstube

    Im Prinzip hast du recht. Allerdings sollte man sich schon Klarheit verschaffen, wie realistisch die Aussichten sind. Liegen schwerwiegende Einschränkungen vor,wie bei dir, lohnt sich der Kampf. Aber nur der feste Entschluss, die Berentung durchzusetzen, führt oft nur zu einem jahrelangen zermürbenden und erfolglosen Kampf. Und man kann nach einer Förderung auch, bei Verschlimmerung oder neuen Erkrankungen den Rentenantrag erneuern. So würde man sich erst mal alle Optionen offemhalten.

    Grüße Malve

  • Richtig, und während diesem Kampf muss das eigene Leben finanziert werden. Ich war AU geschrieben und recht schnell wollte die Krankenkasse nicht mehr zahlen (bereits nach vier Monaten). Schon da beginnt es : steht der Arzt nicht hinter dem Antrag ist jetzt schon Schwieriges angesagt. ,,,, ohne Moos nix los ....

    Ich hatte Glück mit dem Arzt ! Ganz, ganz großes Glück!!!!! Und die Lage wird nicht besser in Sachen Genehmigung einer Rente. Deshalb auch ganz vorsichtig sein zu was unterschrieben wird, nicht, dass man/frau sich noch selber ins Abseits befördert,


    Gruß ins Osterwochenende von Katzenstube

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  • Hallo Katzenstube, hallo Malve,


    Danke euch für den Austausch und die Infos.

    Ich weiß der Weg ist lang.

    Erst mal schau ich, was die Ärzte im Rehaabschlussbericht schreiben...


    Wünsche euch erholsame Ostern

    Gruß Pepe

  • Hallo Pepe,


    informiere Dich erst einmal über die Einrichtung und die Spielchen, die laufen bei Arbeitserprobungen,

    Ich selber habe NUR!!!!! dadurch die Rente erfolgreich auf die Bahn bringen können weil ich erfahren habe welche psychologischen Spiele laufen, dass die Einrichtung per Video überwacht wird (und nicht zum Schutz von uns sehbehinderten), Nur weil ich gesagt habe (mit dem Vorwissen) das und das kann ich nicht wurde der Weg zur Rente geebnet.

    Im Normalfall hätte ich mich durchgebissen trotz Schmerzen, trotz tränender Augen (weil ja die Arbeitserprobung bald vorbei ist) als Ergebnis hätte man/frau/Sozialarbeiter und Psychologin mir eine Belastung von 6 Stunden bei mittelschwerer Arbeit bestätigt.


    Ein maßgeblicher Punkt - der aber vorbereitet sein muss - ist die Wegefähigkeit.


    Ich habe es ja bei meinen Mitkandidaten erleben müssen. Mit denen stehe ich noch in Kontakt und erlebe deren Leiden,

    Wenn das Gutachten von dort da ist - Rehabericht - dann gilt das für die DRV und nichts anderes mehr!


    Andere Frage hast Du einen GdB beantragt bzw. genehmigt bekommen? Ist eine gute Übung was im Rentenverfahren auf einen zukommt.
    Außerdem war mir wichtig meinen Arbeitsplatz zu schützen und eine Gleichstellung/Gleichbehandlung wie ein Behinderter zu erreichen - Kündigungsschutz bzw. zwei Jahre zuvor ohne Abschlag in Rente..... Anfängllich wollte ich ja weiterarbeiten und nur Hilfsmittel erhalten....


    Weitere Frage wäre ob Du einen Arbeitsplatz hast, der evtl in Teilzeit mit entsprechenden Hilfsgeräten ausgerüstet werden kann. Hauptfrage wäre also ob Dein eventueller Arbeitgeber alles unterstützt.

    Gibt es derzeit keinen Arbeitgeber stellt sich die Frage ob oder wie Du nach der Reha vermittelt werden kannst.


    Gruß in die Osterfeiertage von Katzenstube

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