Kennt oder nimmt jemand Citicolin?

  • Hallo!

    Mir kam heute ein Artikel unter, der sich mit alternativen Therapieansätzen im Glaukommanagement beschäftigt. Es geht dort um Fakten und Mythen und mir fiel neben einigen bekannten "Mittelchen" Citicolin auf, das sich recht gut anhört. Hat irgendwer es schonmal ausprobiert?

    Die Quelle zum Artikel: https://cme.mgo-fachverlage.de/uploads/exam/exam_324.pdf

    Liebe Grüße
    Birgit


    Meine geheime Superkraft: Ich kann mich selbst völlig aus dem Konzept bringen, obwohl ich vorher gar keins hatte!

  • Hallo Ichbins,

    danke für den interessanten Artikel.


    Der Autor empfiehlt ja direkt das Citolicin, in einer weiten Dosierung von 500 - 2000 mg /Tag.

    In meiner Versandapotheke habe ich folgendes Präparat als Nahrungsergänzungsmittel gefunden:


    Jarrow Citolicin CPD

    120 Kapseln zum Preis von 38 Euro.

    Empfohlen werden 2 Kapseln pro Tag. Eine Überschreitung der Dosierung wird nicht empfohlen.


    Mit diesen 2 Kapseln würde man sich eine Menge an Citolicin zuführen, die in 100 g Fleisch oder Fisch enthalten ist.


    In seinem Online - Vortrag hatte Dr. Brinkmann ja auch schon darauf hingewiesen, daß der Fleischverzehr für das Auge sehr vorteilhaft ist, er bezog sich da aber auf den Gehalt von Coenzym Q 10.


    Eine gute Anregung also, seine Ernährung immer wieder neu zu bedenken, von einer unkontrollierten Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln halte ich nicht so viel.


    Beste Grüße - Malve

  • Hallo Malve,


    das mit dem Fleisch ist so eine Sache. Ich esse seit über 25 Jahren keine toten Tiere mehr (und auch keine lebenden), und wegen meiner zahlreichen Allergien kann ich leider auch nur sehr wenige Obstsorten essen. Da bleibt es nicht aus, dass ich Nahrungsergänzungsmittel zuführen muss. Aber du hast schon recht, unkontrolliert "bunte Bonbons" schlucken, ist nicht Sinn der Sache.

    Von diesem Citolicin habe ich noch nie gehört, es klingt aber interessant, finde ich. Ich denke ich werde es ausprobieren...

    Liebe Grüße
    Birgit


    Meine geheime Superkraft: Ich kann mich selbst völlig aus dem Konzept bringen, obwohl ich vorher gar keins hatte!

  • das mit dem Fleisch ist so eine Sache

    Hallo, Ichbins,

    es geht um die Substanz Cholin, das ist ein wichtiger Baustein für das Nervensystem.

    Wenn Du Dir den Beipackzettel von dem oben von mir erwähnten Präparat ansiehst, wirst Du es sehen.


    Das Cholin kommt nicht nur in Fleisch und Fisch vor, sondern auch in Getreide, Hülsenfrüchten, Soja, Kohlgemüse. Dr. Brinkmann erwähnte in seinem Vortrag auch speziell Rosenkohl und Broccoli als empfehlenswert.

    Mit dem Fleisch ist nur ein Vergleichswert, man müßte schauen, wie viel man mit vegetarischer Ernährung aufnehmen kann.



    Im Internet findet man diese Angabe für die empfohlene tägliche Aufnahme.


    Die tägliche Einnahmeempfehlung für Cholin liegt bei cirka 500 mg täglich (Frauen: 425 mg / Männer: 550 mg). Bis zu 3.500 mg täglich gilt Cholin als sicher.


    Mit dem Ausprobieren stelle ich mir schwierig vor.

    Die Effekte, die beim Glaukom in dem Artikel beschrieben wurden, beziehen sich ausschließlich auf in vitro (also z.B. an Zellkulturen) und an in Tierversuchen durchgeführte Studien.

    Mit einer Ausnahme: Es kam in einer Studie bei Glaukompatienten zu einer Verbesserung der optisch evozierten Potentiale.


    Und die optisch evozierten Potentiale sind ja kein regelmäßig kontrollierter Parameter beim Glaukom.

    Von einer Wirkung auf den Augendruck oder einer Verbesserung des Gesichtsfeldes wurde nichts berichtet. Es wird daher nicht möglich sein, in einem Selbstversuch die Wirkung zu überprüfen.


    Aber Du könntest noch mal Deine Ernährung ansehen und in etwa berechnen, ob Du genug Cholin aufnimmst. Wenn nicht, könnten die Kapseln als Dauerergänzung ja sinnvoll sein.

    Gruß Malve


  • Hallo Malve,


    ich weiß um welche Substanz es geht. Und ich weiß auch, wo Die Substanz vorkommt. Leider bin ich aber auch bei diesen Lebensmitteln mangels Gallenblase sehr eingeschränkt.

    Das Ausprobieren ist hingegen bei mir gar nicht sooo schwierig. Mein Neurologe macht regelmäßig sehr ausführliche Untersuchungen bei mir, die den Zustand der Erregungsleitung bis hin zur Hirnrinde darstellen. Vielleicht kennst du das wechselnde Schachbrettmuster, damit fangen die Untersuchungen an.

    Dass Cholin nichts am Augendruck ändern kann und wird, ist mir schon klar, aber es gibt ja auch noch eine Augengesundheit außerhalb des Drucks.

    Liebe Grüße
    Birgit


    Meine geheime Superkraft: Ich kann mich selbst völlig aus dem Konzept bringen, obwohl ich vorher gar keins hatte!

  • Hallo Birgit!

    Ich finde den von Dir geposteten Artikel sehr interessant und umfassend. Prof. Jünemann ist auch ein Glaukomspezialist, war Chefarzt in Rostock in der Uniklinik und weiß schon, wovon er schreibt.


    Und der AID ist ja nicht alles, das ist immer wieder Thema und er schreibt es ja auch hier wieder.


    Wie hast Du Dich entschieden? Wirst Du das Citicolin ausprobieren?



    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    ich finde den Artikel auch sehr gut und sachlich und eben auch von einem fähigen Arzt verfasst.

    Und ja, das denke ich auch! Der Augendruck ist nicht alles, es kann aber sein, dass man an einer Stellschraube dreht und sich eine andere dann mit bewegt und so zu mehr Augengesundheit beiträgt.

    Ja, ich habe mir die Kapseln bestellt und werde es ausprobieren. Am 7. April bin ich wieder bei meiner Augenärztin und werde ihr davon erzählen.

    Liebe Grüße
    Birgit


    Meine geheime Superkraft: Ich kann mich selbst völlig aus dem Konzept bringen, obwohl ich vorher gar keins hatte!

  • Huhu Birgit!

    Lass mal hören, was die Ärztin meint und wie es Dir mit den Kapseln geht.



    Liebe Grüße

    Sabine

  • Huhu Sabine,


    mache ich gerne!

    Liebe Grüße
    Birgit


    Meine geheime Superkraft: Ich kann mich selbst völlig aus dem Konzept bringen, obwohl ich vorher gar keins hatte!

  • Hallo ihr Lieben,


    da ich gerade über Deinen sehr interessanten Artikel gestolpert bin Birgit, hier nochmal ein Link dazu:


    https://www.springermedizin.de…laukomerkrankung/18975824


    Die neuroprotektive Wirkung soll erst nach einem Jahr eintreten, aber da wir ja alle lebenslänglich bekommen haben, vielleicht einen Versuch wert :schulterzuck: insbesondere bei Betroffenen, bei denen trotz gut eingestelltem AID eine Progression zu verzeichnen ist.


    LG

  • Hallo Sternchen,

    Sehr interessante Info.

    Ich war letztes Wochenende in der Charité, habe

    explizit nach Citocolin sowie auch zu den anderen Empfehlungen von Dr. Jünemann gefragt.

    Citocolin war kein Begriff, sie würden nur Coenzym Q10 empfehlen.

    Das haben sie dann aber auch nur einem von 4 Patienten empfohlen, die da zum TDP waren.

    Vielleicht findet jemand noch eine ausführliche Info zu deinem Zitat.

    LG Malve

  • Ich nehme wegen der neuroborreliose für die gehirnerholung


    Phosphatidylcholin von deltastar nun schon 9 Monate.


    Es gibt einen zusammen hang


    Hilft.

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich habe mir gestern den Link runtergeladen von Malve, vom 12.04. von Professor Erb.


    Das ist sehr interessant....unter anderem mit dem Blutdruck, der zweite Wert soll ja nicht unter 60 "rutschen".


    Da ich ja Clonid Ophtal tropfe habe ich tagsüber ja nur einen Wert von 73 oder weniger....


    Morgen bekomme ich eine 24h Blutdruckmessung.

    Ich bin gespannt.

    LG Jaju

  • Ich habe über Citicolin auch schon nachgedacht. Das von Jarrow ist ja recht teuer. Wenn es hauptsächlich um das Cholin geht,

    gibt es das viel preiswerter. Hat da jemand Erfahrung?

  • Ich fühle mich ein bisschen überfordert - es gibt seit 30 Jahren hunderte von Studien mit Dutzenden Inhaltsstoffen. Es scheint mir, einmal ist das eine im Trend, dann das Andere. Wie soll man das auch je sauber messen - in verschiedenen Kombinationen und mit verschiedenen Menschen und ihren Krankheiten und Blutspiegeln. Und dabei noch manche Überdosierung vermeiden.


    Hab' mal spaßeshalber und nicht repräsentativ nach Treffern gegooglet .. "glaucoma + X". X=


    Omega 3: 3.930.000

    Magnesium: 1.520.000

    Ginkgo: 999.999

    Curcumin: 357.000

    Cholin: 312.000


    Coenzyme

    Alpha lipoic: 353.000

    Q10: 230.000


    Carotinoide

    Lutein: 692.000

    Beta carotene: 619.000

    Zeaxanthin: 109.000


    Vitamine

    Vitamin A: 12.900.000

    Vitamin D: 7.030.000

    Vitamin C: 5.630.000

    Vitamin E: 5.400.000

    Vitamin B: 4.840.000

    Vitamin K2: 405.000


    Stochern im Nebel?


    Hab' mich vor einer Weile mit mir selbst verständigt, nur ein einzelnes Kombipräparat zu nehmen (nimmt auch jenat) - das enthält alles von der Liste (ausser Ginkgo, Curcuma, Omega3), in moderaten Dosen. Dazu noch ein Löffel Leinöl (Omega3) und gute Ernährung natürlich.


    Und Blutdruck unter 60 vermeiden - kriege ich nachts niemals hin - bestenfalls wenn ich den Blutdrucksenker absetzen würde aber dann ist es tagsüber zu hoch.

    2 Mal editiert, zuletzt von Biberchen ()

  • Ich habe über Citicolin auch schon nachgedacht.

    Hallo nicki,

    Schau hier: C. Erb Der Ophthalmologe 118, 429 - 430, 2021

    In einer Phase 2 klinischen Studie hatte Citocilin ein Evidenzlevel von 1b für die neuroprotektive Wirkung, beurteilt nach der Verlangsamung der perimetrischen Progression.


    Das ist schon eine ganz guter Wirksamkeitsnachweis. 1 ist am besten, 5 am schlechtesten.

    Aber beachte: Die Progression wurde verlangsamt. Wenn ein Glaukom gut eingestellt und stabil ist und man gar keine Progression hat, der Sehnerv sich offensichtlich wohl fühlt, ist die Frage, ob man einen zusätzlichen neuroprotektiven Schutz braucht.

    Noch kann man meiner Ansicht nach nicht sagen, ob jeder Glaukompatient das braucht.

    Ich fühle mich ein bisschen überfordert

    Hallo Biberchen,
    in dem oben genannten Artikel findest Du den Verweis auf einen Übersichtsartikel von Wang, in dem werden alle Studienergebnisse zu neuroprotektiven Substanzen bewertet.
    Viele Grüße Malve

  • Hallo Biberchen!

    Ich fühle mich ein bisschen überfordert - es gibt seit 30 Jahren hunderte von Studien mit Dutzenden Inhaltsstoffen. Es scheint mir, einmal ist das eine im Trend, dann das Andere. Wie soll man das auch je sauber messen - in verschiedenen Kombinationen und mit verschiedenen Menschen und ihren Krankheiten und Blutspiegeln. Und dabei noch manche Überdosierung vermeiden.

    Ich kann Dich da sehr gut verstehen und ja, es gibt immer mal Zeiten, wo es gewisse Tendenzen zu gewissen NEMs gibt.


    Was aber sicher ist, ist, dass wenn der Körper Mängelzustände hat, dann ist die Versorgung einfach nicht optimal.

    Da gilt ja auch die Regel, bevor man NEMs nimmt, sollen man vorher eine Blutuntersuchung machen lassen, damit man nicht "ins Blaue" substituiert.

    Eine Überdosierung kann harmlos sein, aber bei manchen NEMs eben auch nicht. Um so eine Überdosierung zu vermeiden hilft eine vorherige Diagnostik.

    Eine gezielte Substitution von nachgewiesenen Mängeln hilft Dir und Deinem Körper und nicht dem Apotheker... und so sollte es ja letzten Endes auch sein!



    Viele Grüße

    Sabine