Progressionsbeurteilung mit dem Macula OCT

  • Hallo, hier ein interessanter Artikel, in dem gezeigt wurde, daß durch effektive Drucksenkung eine Schichtdickenzunahme der Nervenfaserschicht auftritt.


    Da es sich nicht verlinken ließ, habe ich die Zusammenfassung hier eingefügt.


    Klin Monbl Augenheilkd 2015; 232 - KV36

    DOI: 10.1055/s-0035-1569190

    Glaukomprogressionsanalyse mit dem makulären SD-OCT

    A Sturm 1, W Noske 1

    • 1Abteilung für Augenheilkunde, Städtisches Klinikum, Brandenburg


    Hintergrund: Das makuläre OCT (mOCT) zeichnet sich durch eine gute Reproduzierbarkeit und geringe Variabilität aus und erlangt eine zunehmende Bedeutung in der Glaukomdiagnostik und Progressionsbeurteilung. Eine zunehmende Verdünnung des Ganglienzellkomplexes (GCC) der Makula kann als Zeichen einer Progression gewertet werden. Methoden: Wir haben eine retrospektive Analyse von 80 Augen mit mindestens 3 mOCT-Untersuchungen und einem zeitlichen Intervall von mindestens 3 Monaten (maximal 29 Monate, Median 15 Monate) im Zusammenhang mit den anderen klinischen Parametern durchgeführt. Ergebnisse: Als Zeichen einer Progression sehen wir häufig eine Zunahme der Tiefe und Ausdehnung von Verdünnungen im GCC, die sich im mOCT wesentlich empfindlicher darstellen als in den anderen OCT-Parametern und im Gesichtsfeld. 19 Augen stufen wir aufgrund der gesamten OCT-Befunde als progredient ein. In dieser Gruppe zeigt sich eine Progressionsrate von -4,2 µm/Jahr für den GCC, was deutlich über der in der Literatur berichteten altersbedingten Verdünnung liegt. Bei 21 von 48 operierten Augen zeigte sich nach effektiver Drucksenkung eine Schichtdickenzunahme von durchschnittlich 4 µm nach einer Drucksenkung von 6 – 25 mmHg (MW 11,9 mmHg). Auch bei konservativ effektiver Drucksenkung beobachteten wir eine leichte Schichtdickenzunahme bzw. Verminderung der Progressionsrate des GCC. Schlussfolgerungen: Eine Zunahme und Ausdehnung von vorbestehenden Verdünnungen des GCC erlaubt eine empfindliche Beurteilung der Glaukomprogression. Das mOCT stellt eine wichtige Hilfe in der Abschätzung des Effektes einer antiglaukomatösen Therapie dar. Eine effektive Augendrucksenkung geht häufig mit einer Dickenzunahme des GCC einher.

  • Hallo Malve,


    danke für den interessanten Kongressbeitrag aus 2015.


    Leider ist der vollständige Artikel nirgends zu finden.


    Die Studie beschäftigt sich mit dem Nutzen makulärer Parameter bei Diagnose und Verlaufsbeurteilung von Glaukomen und kommt zu dem Schluß, das diese mindestens so aussagekräftig sind, wie die peripapilläre Nervenfaserschicht und andere auf die Papille bezogene Parameter.


    Diese Erkenntnis ist inzwischen ja weitestgehend anerkannt.


    Die Entdeckung,


    daß durch effektive Drucksenkung eine Schichtdickenzunahme der Nervenfaserschicht auftritt.

    war wohl eher ein Nebenprodukt dieser Studie.


    Für alle, die darauf hoffen, dass sich geschädigte Nervenfasern (vielleicht) wieder erholen (könnten), ist das natürlich vielversprechend.


    Die Autoren sind diesem Befund in einer weiteren, 2016 veröffentlichten Studie nachgegangen; auch davon ist leider nur das abstract zu finden:


    https://www.egms.de/static/en/…s/bbag2016/16bbag64.shtml


    Das Ergebnis ist leider nicht eindeutig.


    LG


    Chanceline

  • Na ja, das ist ja auch ein Kongreßbericht, also war das ein Vortrag oder ein Posterbeitrag. Vielleicht ist das noch gar nicht veröffentlicht.

  • Hallo zurück,


    Na ja, das ist ja auch ein Kongreßbericht, also war das ein Vortrag oder ein Posterbeitrag. Vielleicht ist das noch gar nicht veröffentlicht.


    Die Mühlen wissenschaftlicher Publikation mögen zwar langsam mahlen, aber nach so langer Zeit wird da wohl nichts mehr kommen.


    Die Erkenntnis dass die Betrachtung makulären Schichten in Sachen Glaukomdiagnostik was bringt, hat sich ja auch so inzwischen durchgesetzt.


    LG


    Chanceline