Hilfe in der Stillzeit. Augeninnendruck 27,35 und jetzt 14/15 mit Timo-comod 0,1%?

  • Einen guten Abend euch allen,


    Vorweg: ich habe eine fast 4 Monate alte Tochter und stille voll (möchte das auch noch so lange beibehalten wie sie das möchte)


    Zu meiner Geschichte: ich bin letzte Woche Mittwoch zum Notdienst gefahren, da ich Sehstörungen hatte.


    Der Arzt konnte nichts gravierendes feststellen und meinte nach vielen Untersuchungen es könnte eine Migräne mit Aura gewesen sein.


    Dabei fiel ihm jedoch ein erhöhter Augeninnendruck auf, dieser lag bei 26 und 27. Er gab mir Tropfen mit, die leider nicht wie zuvor versprochen mit dem Stillen vereinbar waren.


    Daraufhin bin ich den nächsten Morgen nochmal zu meinem Augenarzt gegangen, dieser stellte einen Augeninnendruck von 35! In Verbindung mit einer dünnen Hornhaut fest. Er verschrieb mir Timo-comod 0,1%, da diese mit dem stillen vereinbar sind (trotzdem für mich nicht schön). Der Augenarzt war sich da bereits sicher, dass die Dosierung nicht ausreichen wird.


    Die Tropfen habe ich jetzt 1-2 mal in 24 Stunden genommen, um die Dosis für die kleine Maus möglichst gering zu halten.


    Heute, nach einer Woche tropfen, war ich wieder beim Augenarzt. Gemessen wurde um 08:15 Uhr ein Druck von 14. Zuletzt getropft hatte ich am Abend um 22:30 Uhr und davor um 05:30 Uhr.


    Ich sprach ihn wegen der Stillzeit bereits mehrmals auf Alternativen wie SLT an und er sagte, das wäre noch keine Option, da ich gut auf die Tropfen anspringen würde. Als ich sagte, ich würde die Tropfen gern nur einmal täglich nehmen, sagte er besser zwei mal um den Pegel zu halten.


    Zur Sicherheit bin ich heute nochmal um 16 Uhr (17 Stunden nach dem tropfen) beim Optiker zum Messen gewesen, da war der Druck immer noch bei 14 und 15.


    Am liebsten möchte ich bis ich abstille natürlich keine oder möglichst wenig Tropfen nehmen aber ich möchte auch nicht meinem Auge schaden.


    Lange Rede... Hier kommen meine Fragen:

    - Meint ihr, dass diese starke Druckminderung von der geringen Dosierung kommen kann?


    - ich habe gerade körperlich und psychisch sehr viel Stress und schlafe wenig, kann so ein hoher Druck auch vom Stress kommen?


    - habt ihr schon mal davon gehört, dass corona für so einen hohen Augendruck sorgen kann? Mein Puls ist seit der Infektion vor 2 Monaten immer noch stark erhöht.


    - Wie lange wirkt Timolol?/ Würde es theoretisch reichen, einmal in 24h zu Tropfen?


    - Ich habe von einem Pigmentdispersionssyndrom gelesen, das würde doch zu einem schwankenden Druck passen oder? Würde dem Arzt so etwas auffallen?


    - Der Augenarzt sagte auch, mein Kammerwinkel wäre leicht verjüngt und man könnte ein Loch in die Iris schießen. Macht das in meinem Fall Sinn?


    Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.


    Vielen Dank schon mal wer sich die Mühe gemacht hat das alles zu lesen :-)

  • Hallo Arual und willkommen im Forum,


    zunächst: ich verstehe Deinen Wunsch weiterzustillen und Deine Bedenken was das angeht.

    Aber Du solltest Dir bewusst sein, dass Du einen wirklich hohen Augendruck hattest und bei einer dünnen Hornhaut kann man zu dem genannten Druck nochmal was oben drauf rechnen und nur weil der jetzt auf 14 gesunken ist (was natürlich erstmal toll ist) heißt das nicht, dass der im Tagesverlauf (oder auch in der Nacht) zwangsläufig so konstant bleibt.


    Ich würde da nichts riskieren an Deiner Stelle. So ein hoher Druck kann Deine Augen nachhaltig schädigen! Was das Stillen angeht musst Du für Dich selber abwägen aber bitte tropfe nicht nach eigenem Ermessen!

    Da würde ich mich unbedingt an die Empfehlungen des Augenarztes halten, möglicherweise bleibt der Druck bei einmaliger Anwendung nicht konstant und ein schwankender Druck ist für die Sehnerven mindestens genauso schlecht wie ein konstant hoher Druck.


    Vielleicht kannst Du auch nochmal mit dem Kinderarzt darüber sprechen was Deine Bedenken wegen des Stillens betrifft. Wenn Du das Tränenröhrchen (neben dem Auge zur Nase hin) mit dem Zeigefinger ein paar Minuten abdrückst verbleibt mehr Wirkstoff im Auge und es gelangt weniger in die Blutbahn.


    Und ja ein Pigmentdispersionssyndrom sollte ein AÄ gut erkennen können aber da kennen sich andere hier besser aus.


    Deine Frage zu Corona kann ich nicht beantworten, mit Sicherheit gibt es dazu auch noch keine Studien und noch nicht viele Erfahrungen.


    Stress kann vielleicht indirekt den Druck ein wenig beeinflussen, das ist sicher sehr individuell aber Deinen Druck kann man wahrscheinlich nicht alleine auf Stress schieben, das halte ich persönlich für unwahrscheinlich.


    Ganz liebe Grüße und alles Gute für Dich und Dein Baby!

  • Hallo,

    eine SLT wird den Druck nicht ausreichend senken, sodass Du auf Tropfen verzichten kannst. Bei vielen Patienten wirkt sie auch gar nicht oder nur kurzfristig.


    Du kannst die Tropfen unbesorgt nehmen, sind indiziert während der Schwangerschaft und Stillzeit


    https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/timolol/#:~:text=Timolol%2DAugentropfen%20d%C3%BCrfen%20in%20der,komprimiert%20werden%20(punktueller%20Verschluss).


    Das deine Coronainfektion für den hohen Augendruck sorgt, kann möglich sein...es gibt ja Studien, die einen hohen Agendruck mit Entzündungszellen und autoimmunen Reaktionen in Verbindung bringen.


    Da das Coronavirus in alle Zellen des Körpers eindringen kann, ist dies theoretisch nicht ausgeschlossen, Studien dazu wird es wohl noch nicht geben. Jedoch berichten 18% der Corona Infizierten von Augenproblemen (praxisvita)

    2 Mal editiert, zuletzt von Parchita ()

  • Hallo Parchita,


    Vielen Dank für deine Antwort.


    Ich frage mich, ob mein Augendruck nur zu dem Zeitpunkt der Messung so hoch war, sodass ich die Tropfen eventuell doch nicht benötige.


    Weißt du zufällig wie lange Timolol wirkt, bzw. Nach wieviel Stunden ohne Tropfen ein Druckanstieg wieder zu erwarten wäre?


    LG

  • Hallo Arual,

    herzlich willkommen, Du hast ein Baby, herzlichen Glückwunsch, Babies sind einfach toll.

    - Meint ihr, dass diese starke Druckminderung von der geringen Dosierung kommen kann?

    Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, so eine starke Drucksenkung in dieser geringen Dosierung ist sehr unwahrscheinlich.

    ich habe gerade körperlich und psychisch sehr viel Stress und schlafe wenig, kann so ein hoher Druck auch vom Stress kommen?

    Der Augendruck schwankt auch bei Gesunden in einem gewissen Bereich. Wenn ein Glaukom vorliegt, können diese Druckschwankungen viel ausgeprägter sein, da dem ja eine Ablußstörung des Kammerwassers zugrunde liegt.


    Hier sind immer wieder user, bei denen sich das Glaukom in Zusammenhang mit starken sozialen oder pschischen Belastungssituationen manifestiert hat.


    Also ja, der Druckanstieg könnte auch von dem enormen Stress kommen, aber meiner Meinung nach nicht bei einem ansonst gesunden Auge.


    Ich würde die Aufmerksamkeit aber erst mal auf den Kammerwinkel richten. Der muß richtig ausgemessen werden. Das kann Dein Augenarzt machen. Vielleicht liegt ein Eingwinkelglaukom vor und Du hattest einen Glaukomanfall.


    Er hat Dir ja auch schon eine Behandlung "Loch in die Iris schießen", also eine Iridotomie angeboten. Das ist eine ambulante Laserbehandlung. Bitte geh dem unbedingt noch mal nach.


    Schon ein Glaukomanfall kann das Auge für immer stark schädigen und Du hattest ja schon Sehstörungen. Insofern glaube ich nicht, dass da eine Fehlmessung vorliegt.


    Betablocker gehen in die Muttermilch über. Deshalb wird im Beipackzettel ja auch für Stillende davon abgeraten. Aber Du hast so eine geringe Dosierung. Wie hoch da der Blutspiegel und damit der Spiegel in der Muttermilch sein wird, kann Dir nur der Hersteller sagen, der hat das vor der Zulassung getestet.


    Zur Sicherheit kannst Du den Hersteller anrufen. Dann hast Du eine Vorstellung über welche Konzentrationen man in der Muttermilch redet und Du kannst das mit dem Kinderarzt besprechen.


    Betablocker immer 2 x im Abstand von 12 Stunden tropfen, wichtig in der Glaukombehandlung ist ein gleichmäßiger Wirkspiegel.


    Ich tropfe das Timophtal früh und 6 und abends um 18 Uhr, also nicht so spät, da der Betablocker nachts sowieso in der Wirkung nachläßt (nachts schläft das Auge und ist dafür weniger ansprechbar).


    SLT in Deinem Fall halte ich derzeit auch nicht für vordringlich.


    Melde Dich bitte noch mal, wenn der Wert für Deinen Kammerwinkel vorliegt .


    Zum Nachlesen: Kammerwinkel nach Schaffer, 5 Grade sind möglich, ab 2 besteht Risiko für Glaukomanfall.


    Falls wieder Beschwerden auftreten: Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit unbedingt gleich wieder zum Augenarzt, auch am Wochenende.


    Mach Dir jetzt nicht zu viele Gedanken, aber bleibe achtsam.

    Beste Grüße - Malve

  • Ich habe es nicht ganz klar ausgedrückt: Die Iridotomie ist die Standardtherapie bei einem Engwinkelglaukom,also hat Dein Arzt den Verdacht, daß das vorliegen könnte.

  • Betablocker gehen in die Muttermilch über. Deshalb wird im Beipackzettel ja auch für Stillende davon abgeraten. Aber Du hast so eine geringe Dosierung. Wie hoch da der Blutspiegel und damit der Spiegel in der Muttermilch sein wird, kann Dir nur der Hersteller sagen, der hat das vor der Zulassung getestet.

    mach sie doch nicht verrückt...überall wird Timolol als 1 Medikament bei Glaukom in Schwangerschaft und Stillzeit beschrieben. Bei Embryotox und auf der Seite der TK Kasse steht , dass es seit 30 Jahren erprobt ist

    Einmal editiert, zuletzt von Parchita ()

  • Ich frage mich, ob mein Augendruck nur zu dem Zeitpunkt der Messung so hoch war, sodass ich die Tropfen eventuell doch nicht benötige.

    Das ist sehr sehr unwahrscheinlich bei Deinen gemessenen Werten.

  • mach sie doch nicht verrückt...überall wird Timolol als 1 Medikament bei Glaukom in Schwangerschaft und Stillzeit beschrieben. Bei Embryotox und auf der Seite der TK Kasse steht , dass es seit 30 Jahren erprobt ist

    Hallo Parchita,

    bei Embryotox steht zu Betablockern:

    Stillzeit

    Der Übergang von Timolol scheint sehr variabel zu sein. Bei gestillten Säuglingen wurden bisher keine Auffälligkeiten beobachtet, jedoch sind die Erfahrungen begrenzt.

    Wieso mache ich da jemanden verrückt, hier macht sich jemand Sorgen und das würde ich immer ernst nehmen.


    In meinem Beipackzettel zu Timophtal 0,5% steht sogar.

    Wenden Sie Timophtal 0,5% nicht an, wenn sie stillen,Timolol kann in die Muttermilch gelangen.

    Auch bei einer Dosierung von 0,1% muß

    in jedem Einzelfallfall abgewogen werden.

    Ich würde das nicht einfach abtun.

    Gruß Malve





  • Vielen Dank für eure Antworten.


    Also die Sehnerven haben sich beide Ärzte angesehen. Einmal der Herr beim Notdienst in der Augenklinik und einmal mein Augenarzt, da sah alles unauffällig aus und es waren Zitat "keine Schäden" sichtbar.

    Soll ich da nochmal genauer nachfragen?


    Beim Notdienst in der Klinik wurden ganz viele verschiedenen Tests durchgeführt, meine Augen betäubt und diese pupillenerweiternden Tropfen gegebenen. Wäre da nicht ein Glaukomanfall aufgefallen? Ich hatte ca. 2 Stunden zuvor wie so schwarze Blitze im Takt meines Pulses aber sonst auch keine Augen- oder Kopfschmerzen...


    Das ist gut zu wissen mit den Tropfen, da hatte mir der Arzt sonst nämlich nicht viel zu gesagt. Ich hatte die jetzt immer einmal Abends genommen weil ich die Maus dann erstmal etwas länger nicht stillen muss, da sie dann schläft. Kann mir jemand erklären warum das so ist? Es wundert mich dass es nicht in dem Beipackzettel steht.


    Ich muss übernächste Woche nochmal zur Tagesmessung zum Arzt. Sollte der Wert jetzt immer noch gut sein, wäre es dann so ausreichend mit den Tropfen?


    Ich verstehe nicht, wenn ich jetzt nur ab und an mal höhere Werte habe, wie das auffallen und behandelt werden soll...

    Zu dem Winkel sagte er, er wäre leicht verjüngt. Und auf Nachfrage ob der Kammerwinkel verengt wäre, meinte er dass es nur leicht wäre. Wenn man wollte, könnte man vielleicht ein Loch in die iris schießen (zur Sicherheit). Ich werde da aber nochmal genau nachhaken.


    Also die Tropfen darf ich auf jeden Fall nehmen, ich hab mich an mehreren zuverlässigen Stellen abgesichert. Mir ist da nur einfach gerade wo ich noch stille nicht wohl bei. Und das werde ich auch noch einige Monate tun...


    Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende

  • Hallo Arual,


    du hast eine sehr ernste Augenerkrankung, die man auch ernst nehmen sollte. Wenn du nicht genug tropfst, muss du mit schwerwiegenden Einschränkungen des Gesichtsfeldes rechnen. Gerade das Pigmentglaukom ist diesbezüglich recht aggressiv, wenn man es nicht gut genug behandelt.


    Wegen Stillen weniger zu tropfen als der Augenarzt es verschrieben hat, ist einfach absurd, sorry.

    Die Stillzeit ist somit meiner Meinung nach für deine Tochter beendet. Zig Kinder sind auch mit Babynahrung groß geworden, das ist heutzutage kein Problem mehr, es sei denn, dein Baby hat Allergien.


    Ich habe zwar keine eigenen Kinder, unter Anderem wegen Glaukom und den Tropfen, ich würde aber nie im Leben meinem Kind Timolol und andere Tropfen nach der Schwangenschaft noch in Form von Stillen antun. Ganz besonders, weil es eben andere Lösungen gibt. Da ist doch auch der Nutzen der Muttermilch sehr fraglich, wenn da schon Timolol drin ist.


    Du hast noch richtig Glück gehabt, dass dein Glaukom erst nach der Schwangerschaft kam und du deinen Kinderwunsch erfüllen konntest.


    Jeder Glaukomi hat einige Optionen mit den OPs oder der SLT, wenn die Tropfen nicht mehr wirken oder ganz besondere Ereignisse das Tropfen unmöglich machen. Man sollte aber bedenken, dass eben immer eine Situation entstehen kann, wo man dringend eine Lösung braucht um den AD zu senken. Besonders, wenn man noch jung ist und viele Jahre mit Glaukom vor sich hat. Man sollte also mit den Alternativen auch sehr "sparsam" und umsichtig umgehen. SLTs kann man zwar wiederholen, aber eben auch nicht beliebig oft.


    Ich glaube nicht, dass so ein Hochdruckglaukom vom Stress kommt. Bei mir wurde es zwar auch in einem extrem stressigem Lebensabschnitt festgestellt, der Druck war aber noch 2 Jahre davor ohne Tropfen grenzwertig. Ich denke eher, dass es genetisch bedingt ist.


    Die Tropfen muss man auch nicht irgendwie und irgendwann 2 Mal tropfen, sondern zu bestimmten festen Zeiten, damit der Wirkungspegel auch konstant bleibt. Timolol hat z.B. eine Wirkungsdauer von 12 Stunden, Monoprost 24 Stunden, Trusopt-S bei 3-maligen Tropfen 8 Stunden.


    Also stell dir bitte den Wecker auf deinem Smartphone und vergiss nicht zu tropfen. Auf die 5-10 Minuten kommt es vllt nicht an, aber Verschiebungen von 2 Stunden hin und her und das öfter mal ist für deine Sehnerven nicht gut.


    Mit dem Glaukom kann man leben und es stabil halten, sollte aber froh und dankbar sein, wenn man keine Nebenwirkungen hat und der Druck mit Tropfen zu regulieren ist. Das ist momentan noch die beste Therapie.


    Ich wünsche dir einen glücklichen Glaukomverlauf und viel Spaß mit dem Baby.


    LG

    Jona

  • Jona: Ein Glaukom ist hier bisher noch nicht festgestellt worden! Schon gar kein Pigmentglaukom, das war ja nur die „Idee“ von Arual. Ihre Sehnerven sehen bisher unauffällig aus!


    @ Arual: Und das ist Dein Glück, dass man Dich „gefunden“ hat.

    Du wirst in Zukunft in regelmäßigen Abständen zum AA gehen müssen und dann wird man im Verlauf feststellen, ob alles stabil bleibt, das kann man jetzt und heute schwer sagen, wir hier aus der Ferne leider schon gar nicht. Man kann aber Veränderungen dadurch sehr frühzeitig erkennen.


    Es kann im Tagesverlauf zu Schwankungen oder evt. zu Druckspitzen kommen und die kann man eben nicht immer festhalten. Am ehesten noch bei einem Druckprofil durch mehrere Messungen am Tag oder idealerweise auch über Nacht in der Klinik.


    Mit dem Kammerwinkel da solltest Du auf alle Fälle nochmal nachhaken! Wurde da eine Gonioskopie gemacht? Da wird das Auge betäubt und ein Kontaktglas aufgelegt und sehr genau ins Auge geguckt, welches sich dann im Anschluss ein wenig matschig anfühlt.

    Damit kann man den Kammerwinkel gut beurteilen.


    Bleib da dran und besprich das mit Deinem Augenarzt!


    LG

  • Hallo und herzlichen Glückwunsch,


    Du hast bereits viele Informationen erhalten.


    Ich bin selbst Mutter und habe mich wegen vieler eigener Allergien ausgiebig mit Kinderernährung und Stillen befasst. In deiner jetzigen Situation konsultiere bitte wegen des stillens deine Hebamme. Auch bei älteren Kindern hat sie Erfahrung.


    Das Marienhospital in Wesel forscht zu Kinderernährung und zufütterung bei Allergiegefährdung und dem Darmaufbau der Kinder. Davon hatte ich damals eine perfekte Broschüre. Ich hatte hingeschrieben - hat funktioniert. Ich musste mit 5 Monaten Abstillen wegen dem Beruf (Kind wird jetzt 18). Die Anleitung gab mir Sicherheit. Es sind Rezepte und einkaufslistenn. Sehr einfach und perfekter Darmaufbau für ein baby und durchgeforscht.


    https://prohomine.de/marien-ho…onsbroschueren-downloads/


    Jetzt ist es wie bei Seenot:


    Erst zieht die Mama die Rettungsweste an und ist sicher und dann rettet sie das Kind. Andersherum geht es nicht.


    LG


    Jenat

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Das ist gut zu wissen mit den Tropfen, da hatte mir der Arzt sonst nämlich nicht viel zu gesagt. Ich hatte die jetzt immer einmal Abends genommen weil ich die Maus dann erstmal etwas länger nicht stillen muss, da sie dann schläft. Kann mir jemand erklären warum das so ist? Es wundert mich dass es nicht in dem Beipackzettel steht.

    Hallo Arual,

    hier im Forum gibt es einen Link zur Besonderheit der Wirkung der verschiedenen Augentropfen im Tagesverlauf. Dass Betablocker nachts weniger wirken, ist allgemein bekannt.


    Für die Praxis ist wichtig, daß Patient/in überhaupt regelmäßig tropft, daran hapert es leider oft.


    Ich habe mir noch mal Deinen Beipackzettel angesehen. Während Timolol 0,5% noch einen Hinweis auf Stillen enthält, findet sich bei Timolol 0,1% nicht mehr.


    Da im Beipackzettel alle, auch ganz seltene oder auch nur potentielle Nebenwirkungen aufgeführt werden müssen, kannst Du wirklich davon ausgehen, daß von dieser geringen Dosis bei Deinem Baby nichts ankommen wird.


    Es ist jetzt ganz wichtig, daß Du Dich mit dem Tropfen wirklich an die Anweisungen hälts. Nur so kann der Augenarzt seine Therapie anpassen.

    Beim Glaukom braucht man dazu einen langen Atem.


    Zu dem engen Kammerwinkel schau mal in den Verlauf von Carla. Du wirst sehen, dass es da auch manchmal dauert, bis eine Entscheidung getroffen ist.


    Wichtig ist es auch selbst nachzufragen. Bitte noch mal um eine Vermessung des Kammerwinkels. Da muß eine Zahl rauskommen und keine blumige Beschreibung.


    Alles Gute. Gruß Malve

  • Hallo zusammen,


    Jona vom Abstillen habe ich nie gesprochen, das habe ich also noch nicht vor. Ich hatte das auch nicht vor hier zur Diskussion zu stellen und finde es auch etwas anmaßend. Stillen ist nicht bloß Ernährung, sondern auch Nähe, Trost, Bindungsaufbau, Antikörper gegen schlimme Infektionen usw. Und ja, was Stillen bedeutet kann man tatsächlich auch nur nachvollziehen wenn man das selbst erlebt hat. Ohne Stillen würde unsere Tochter gar nicht in den Schlaf finden. Wir haben uns diese mittlerweile schöne Stillbeziehung sehr hart erarbeitet. Und auch einem zweiten Kind spricht mit Timolol natürlich nichts entgegen, informiere dich gern hierüber.


    Natürlich ist Säuglingsersatznahrung eine Möglichkeit, jedoch nicht vergleichbar mit Muttermilch. Dass durch Prenahrung das Risiko von diversen Erkrankungen steigt, ist ja mittlerweile auch wissenschaftlich belegt. Für mich sinkt bei längerem Stillen auch wiederum das Risiko für verschiedene Erkrankungen usw. Da ändert letztendlich auch das bisschen Timolol nichts dran.


    Ich habe mich zusätzlich beim Kinderarzt, Embryotox, einem Professor der Reproduktionstoxikologie und zwei Apothekerinnen abgesichert. Ich mache den punktuellen Verschluss, lasse die Augen möglichst lange geschlossen, nehme den restlichen Wirkstoff mit einem absorbierenden Tuch auf und halte einen Stillabstand ein. Es ist ja nicht so dass ich nicht alles tue, damit so wenig wie möglich bei ihr ankommt.


    jenat

    Vielen Dank für den Link. Sollte es einmal zum vorzeitigen Abstillen von mir aus kommen, werde ich mich da auf jeden Fall mit beschäftigen :-)


    malve

    Da ich heute Nacht wieder Blitze gesehen habe bin ich nochmal in die Augenklinik gefahren. Dort wurde neben anderen Untersuchungen auch eine Gonioskopie mit Kontaktglas gemacht. Mein Kammerwinkel ist wohl überhaupt nicht verengt, ich habe da extra nochmal nachgefragt. Der Arzt sagte das wäre auch eher untypisch bei so stark kurzsichtigen Personen wie mir.


    Es war wieder alles super und ich habe allerdings anscheinend wirklich eine Migräne mit Aura. Die Sehnnerven sind nach wie vor unauffällig. Da das jetzt die dritte Meinung ist, denke ich, dass glücklicherweise (noch) kein Glaukom vorliegt. Der Augenarzt hat auch gesagt, dass Luftmessung viel zu ungenau wäre (dabei kam der Wert von 35 raus). Mit Betäubung hatte ich unter Stress 26 und dazu meinte der Arzt das könnte genau wie Corona eine mögliche Ursache für die Druckerhöhung sein. Der Wert heute Nacht um 4 Uhr in der Augenklinik lag übrigens betäubt bei 12 und 14.


    Ich werde nochmal genau bei meinem Arzt bezüglich eurer verschiedener Inputs nachfragen und auch insbesondere nach dem Pigmentdispersionssyndrom. Das wäre ja auch noch eine mögliche Erklärung für den temporär hohen Druck.


    In dem Beipackzettel von Timo-comod steht tatsächlich dass, wenn man passende Druckwerte erreicht hat, die Tropfen auch nur einmal täglich verwendet können. Wie kommt der Hersteller denn wohl zu der Empfehlung, wenn die Wirkung dann gar nicht gegeben ist?


    Ich experimentiere auch nicht mit den Tropfen ohne Wissen des Augenarztes herum, ich habe da ja mit ihm darüber gesprochen dass ich die Tropfen nur einmal am Tag nehmen möchte bzw. genommen habe (max. 24h Abstand).


    Viele Grüße

  • Hallo Arual,

    Timolol wird üblicherweise 2xtäglich getropft.


    In der Klinik hielten meine Ärzte nichts davon, die 2. Dosis wegzulassen. Das hätte mir gepaßt, da ich Nebenwirkungen davon habe.


    Ich habe mir jetzt noch mal verschiedene Beipackzettel von Timolol angesehen.


    Da finden sich folgende Empfehlungen:

    2 x täglich dosieren

    oder

    erst 1 x täglich und bei Bedarf auf 2 x täglich erhöhen

    oder

    2 x täglich und nach Einregulierung des Druckes auf 1x täglich reduzieren


    Letztendlich kann das nur entschieden werden, wenn der Druck über 24 Stunden regelmäßig gemessen wird.

    Das erfolgt üblicherweise nach Einweisung in eine Klinik zur Durchführung eines Tages- und Nacht- Druckprofils.


    Ich denke, dass die Verordnung von 2x täglich aus praktischen Gründen zur Routine geworden ist. Da ist man eher auf der sicheren Seite zur Vermeidung von Druckschwankungen, was für Glaukomaugen sehr ungünstig ist.


    Schön, daß sich das mit dem Kammerwinkel geklärt hat, Du keine Iridotomie benötigst und der Druck sich derzeit auch nachts anständig benimmt.

    Ich wünsche Dir, dass es ruhig und entspannt so weitergeht.

    Beste Grüße - Malve

    Einmal editiert, zuletzt von malve ()

  • Hallo Arual!

    Willkommen im Forum.


    Dass Du Bedenken hattest wg. einer Medieinnahme während der Stillphase ist völlig verständlich. Man will ja alles, was auch nur ansatzweise schädigen könnte von dem Kind fernhalten.

    Also die Tropfen darf ich auf jeden Fall nehmen, ich hab mich an mehreren zuverlässigen Stellen abgesichert. Mir ist da nur einfach gerade wo ich noch stille nicht wohl bei. Und das werde ich auch noch einige Monate tun..


    Ich habe mich zusätzlich beim Kinderarzt, Embryotox, einem Professor der Reproduktionstoxikologie und zwei Apothekerinnen abgesichert. Ich mache den punktuellen Verschluss, lasse die Augen möglichst lange geschlossen, nehme den restlichen Wirkstoff mit einem absorbierenden Tuch auf und halte einen Stillabstand ein. Es ist ja nicht so dass ich nicht alles tue, damit so wenig wie möglich bei ihr ankommt.

    Da hast Du Dich doch super informiert!

    - habt ihr schon mal davon gehört, dass corona für so einen hohen Augendruck sorgen kann? Mein Puls ist seit der Infektion vor 2 Monaten immer noch stark erhöht.

    Corona hinterlässt viele Gesichter und selten ist eines gleich wie ein anderes.


    Die Pulserhöhung kann immer noch mit Corona zu tun haben. Wurde bei Dir mal ein Herz-Echo gemacht?

    - Wie lange wirkt Timolol?/ Würde es theoretisch reichen, einmal in 24h zu Tropfen?

    Man baut sich einen Wirkstoffspiegel auf, der möglichst stabil sein sollte, um den AID möglichst immer gleich hoch zu halten. Die Wirkungsdauer von Timolol liegt bei 12h, daher muss mal 2x tropfen. Und das möglichst genau alle 12h.

    Es war wieder alles super und ich habe allerdings anscheinend wirklich eine Migräne mit Aura. Die Sehnnerven sind nach wie vor unauffällig. Da das jetzt die dritte Meinung ist, denke ich, dass glücklicherweise (noch) kein Glaukom vorliegt. Der Augenarzt hat auch gesagt, dass Luftmessung viel zu ungenau wäre (dabei kam der Wert von 35 raus). Mit Betäubung hatte ich unter Stress 26 und dazu meinte der Arzt das könnte genau wie Corona eine mögliche Ursache für die Druckerhöhung sein. Der Wert heute Nacht um 4 Uhr in der Augenklinik lag übrigens betäubt bei 12 und 14.

    Die Luftmessung kann sehr ungenau sein, ja. Und wenn es um Therapieentscheidungen geht, dann sollte ein AA immer die Applanationsmessung selbst machen.

    Ich werde nochmal genau bei meinem Arzt bezüglich eurer verschiedener Inputs nachfragen und auch insbesondere nach dem Pigmentdispersionssyndrom. Das wäre ja auch noch eine mögliche Erklärung für den temporär hohen Druck.

    Was wurde denn nun gesagt im KH, was da für eine Glaukomform vorliegt? Du hast noch keine Schädigungen, wenn ich das richtig gelesen habe. Genaugenommen liegt dann eine okuläre Hypertension vor und gar kein Glaukom (was dann aber nicht heißt, dass man gar nicht tropfen soll).


    Viele Grüße und ganz viel Freude mit dem Baby

    Sabine

  • Ich kann euch gerne einmal meine Erfahrungen und Antworten von Ärzten dazu Mitteilen.

    Ich habe Glaukom seit ich ca. 4 Jahre alt bin. Geboren wurde ich mit Katarakt.

    Mein Augendruck ist zeitweise sehr hoch, jedoch habe ich eine sehr dicke Hornhaut.

    Ich habe inzwischen das dritte Kind und alle trotz schwankender Werte Normal entbunden. In den Schwangerschaften habe ich immer nur Lat getropft, was in den ersten zwei Schwangerschaften gut funktionierte. In der letzten Schwangerschaft (Geburt 3/2021) musste ich hochschwanger eine Kyrotherapie machen lassen, da der Druck doch zu hoch war. Hier bin ich schon von klein auf in der Uniklinik Köln in Behandlung.

    Stillen soll ich mit Latanoprost max. 6 Monate Lauf Klinik Köln. Ich bin hin und her gerissen, da das anfängliche Abstillen diesmal nur schwer klappt

    Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle und das Gespräch mit den Ärzten.

  • Hallo Frauke,


    da hast du ja schon eine lange Glaukomgeschichte hinter dir...


    Wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf ?


    Und hast du stärkere Sehbeeinträchtigungen oder ist es soweit okay ?


    Viele Grüße, Tanja

  • Hallo,


    Ich habe echt eine lange Liste an OP s etc hinter mir. Mein Vater fing damals an eine Liste mit wichtigen Eckdaten und OP s zu machen. Ich hab diese fortgeführt und für alle Ärzte ist das ein total wichtigstes Dokument! Auch bei den Geburten war es sehr gut, denn so konnten sie schnell erkennen was gemacht wurde, wie viele Narkosen etc.

    Ich habe eine Sehkraft von 80% rechts und 30% links.

    Ich gleiche alles mit Gleitsichtbrille aus, da die Kontaktlinsen harte sein müssen, was ich sehr unangenehm finde und das Einsetzen künstlicher Linsen nicht mehr möglich ist aufgrund der vielen OP s.

    Mein Gesichtsfeld ist an den Seiten eingeschränkt. Ich habe keinen Führerschein, fahre jedoch Lastenrad und erledige damit nahezu alles selbständig. Also Kinder zum Arzt, zur Physio, zum Kindergarten, zur Schule....

    Ich selbst bin 35Jahre und arbeite als Erzieherin und studiere nebenher noch Heilpädagogik.


    Ganz liebe Grüße

  • Ich bin beeindruckt, Frauke, was du alles wuppst.

    Großes Kompliment.


    Und ich freue mich, dass die Operationen und Behandlungen deine Sehkraft erhalten konnten, obwohl du schon im Kleinkindalter erkrankt bist.


    Sind deine Befunde denn einigermaßen stabil ?


    Viele liebe Grüße und viel Erfolg für dein Studium !

  • Ich danke dir :)

    Bis jetzt ist die Sehstärke stabil. Der Druck schwankt sehr, aber auch unter der maximalen Tropftherapie schwankt mein Augendruck extrem. Bei mir ist es oft in den Wintermonaten das der Druck hoch ist.


    Ganz liebe Grüße