Tropfenreduktion bei grenzwertigen Druck, Tropfen direkt vor dem Augenarzttermin oder davor?

  • Hallo zusammen,


    ich habe hier einige Fragen an euch und bin etwas irritiert von der Situation.


    Ich habe bisher fast zwei Jahre lang drei Wirkstoffe getropft (Monoprost, Trusopt-S, Clonid Ophtal), weil der Anfangsaugendruck bei 30 lag und die Klinik es so verordnet hat. Da ich schon vorher trockene Augen nach den ganzen OPs hatte, drei Drucksenker sie noch stärker austrocknen, und trockene Heizungsluft und das Maskentragen zusätzlich die Augen noch mehr austrocknen, wurde es irgendwann einfach viel zu krass.


    Mein Augenarzt hat mir vorgeschlagen ein Medikament (Clonid Ophtal) abzusetzen und nach 3 Wochen zu schauen, wie der Druck sich entwickelt, weil dieses viel zu starke Austrocknen auf die Dauer auch zu Entzündungen oder Allergie führen kann.


    Der Druck lag letztes Mal noch unter drei Wirkstoffen links bei 19 links und rechts bei 23 (sogar unter Berücksichtigung etwas dickerer Hornhaut), also grenzwertig/ zu hoch. Die Sehnerven sehen noch gut aus, ich bin erst 33 Jahre alt, also zu jung für Glaukom-OPs und habe schon voroperierte Augen. Mein Glaukom war bisher stabil. Ich war an dem Tag sehr aufgeregt.


    Morgen habe ich diesen Termin zur Druckkontrolle mit zwei Wirkstoffen nach drei "Testwochen" eigentlich genau zu der Zeit, wo ich sonst immer Trosopt-S tropfe, um 15:00 Uhr, andere Termine gab es nicht.

    Was meint ihr, soll ich kurz vor dem Termin tropfen oder den Druck vorher messen lassen und dann tropfen?


    Ich habe meinen Augenarzt beim letzten Termin um eine Überweisung für den Tagesdruckprofil in der Klinik gebeten, was ja eigentlich bei Therapieumstellung auf zwei Wirkstoffe angebracht wäre, und bis man einen Termin bekommt, dauert es ja eben noch 3-4 Monate, momentan evtl. noch länger.


    Er weigerte sich und meinte, es wäre gar nicht nötig, normale Druckmessungen bei AA-Terminen würden reichen. Und sagte, ich könnte ja optional die Klinik über die weitere Therapie entscheiden lassen und nicht sozusagen die Klinik seinen Therapiekonzept "nachkontrollieren" lassen und mich an zwei Stellen behandelt lassen. So kam das rüber.


    Mein einziges Tagesdruckprofil in der Klinik im Oktober 2019 mit drei Wirkstoffen ergab Schwankungen zwischen 12 und 20. Jetzt weiß ich nicht, wie der Druck sonst außerhalb des Termin aussieht, ob er beim Sport, Stress oder im Liegen nicht zu sehr ansteigt. Mein Kammerwinkel ist wohl nicht eng, wie der Arzt es früher sagte.

    Aber 23 selbst unter 3 Wirkstoffen ist doch zu viel, um da noch einen Wirkstoff abzusetzen...


    Was haltet ihr von der ganzen Situation? Ich wäre einerseits froh etwas weniger zu tropfen, auch wenn meine Augen trotzdem viel zu trocken sind, andererseits habe ich jetzt Angst vor Glaukomprogression.


    Meinem AA habe ich bisher immer vertraut und halte sehr viel von ihm.


    Um würde mich über Eure Meinungen und Ratschläge sehr freuen. =)


    Grüße,


    Jona

  • Hallo Jona,


    Morgen habe ich diesen Termin zur Druckkontrolle mit zwei Wirkstoffen nach drei "Testwochen" eigentlich genau zu der Zeit, wo ich sonst immer Trosopt-S tropfe, um 15:00 Uhr, andere Termine gab es nicht.

    Was meint ihr, soll ich kurz vor dem Termin tropfen oder den Druck vorher messen lassen und dann tropfen?


    Unter der Prämisse, dass diese Druckkontrolle möglichst unter "realen" Bedingungen stattfinden sollte, würde ich vorher tropfen.


    Zumal sich ja auch eine gewisse Wartezeit bei AA Terminen nie ausschließen lässt, und dann wärst Du möglicherweise doch deutlich über Deiner normalen Tropfzeit.


    Ich würde die Tropfen so eine Stunde vor dem Termin nehmen.


    Falls noch machbar, ich weiß nicht wie oft täglich Du Trusopt S tropfst, kann Du ja schon die vorherige Tropfengabe um eine halbe Stunde vorziehen.


    Ich bin da aber keinesfalls Experte, und kann Dir natürlich nur sagen wie ich das machen würde.


    Auf jeden Fall drücke ich Dir die Daumen, dass der Druck mit einem Wirkstoff weniger nicht gestiegen ist, so dass sich Deine Augen (und Deine Nerven) erholen können.


    LG


    Chanceline

  • Hallo zusammen,


    eine interessante Diskussion ist das hier!


    Aber leider ist das Anliegen von Jona dabei völlig aus dem Fokus geraten.


    Hallo Jona,


    wie ist es Dir denn heute bei der Druckkontrolle ergangen?

  • Oh, Chanceline, du hast recht! Da hat schiesl eine Diskussion entfacht, die mit Jona nicht wirklich etwas zu tun hat.


    Sorry, Jona. Auch von mir die Frage: Was kam heute raus bei der Kontrolle?

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Tropfen ist sicherlich sch****, keine Frage, aber was bleibt einem noch über? Die Perspektive zu erblinden ist wohl noch weniger reizend...

    Der AD und die Sehnerven werden ja nicht umsonst kontrolliert, da sieht man die Progression des Glaukoms, oder eben einen stabilen Befund.


    Wegen trockenen Augen kann man mich immer noch echt bemitleiden, ja. Ich musste aus diesem Grund auf so viele Sachen verzichten.

    Aber das Glaukom an sich, solange es stabil bleibt, würde ich sogar mit Tropfen in Kauf nehmen. Mich stören an der Sache die Nebenwirkungen der AT. Das Trofpen an sich habe ich gelernt.

    Einmal editiert, zuletzt von Jona ()


  • Hallo Chanceline und alle Anderen auch, ich danke Euch für die Kommentare.


    Der AID lag heute mit zwei Wirkstoffen rechts bei 20 und links bei 17,5.

    Und ich soll wohl weiter 2 Wirkstoffe tropfen.


    Es ist angenehmer, ja. Mich macht es aber traurig, dass es das Problem nicht wirklich löst. Ich würde so gerne wieder mal ohne Augenschmerzen und trockene Augen Filme schauen und Bücher lesen können.

    Ich schaue in drei Monaten, wie der Druck aussieht und frage meinen Dok dann nach, ob ich es nicht mit einem Wirkstoff probieren könnte.


    LG


    Jona

    Einmal editiert, zuletzt von Jona ()

  • Hallo Jona,


    dass der Druck auch mit zwei Wirkstoffen nicht höher war als vorher mir drei, das ist doch eine gute Nachricht, die Dich das Gegenteil von traurig machen sollte!


    Also Kopf hoch und alles Liebe


    Chanceline

  • Danke, Chenceline!

    Also etwas höher als sonst im Schnitt war er schon, aber eben im akzeptablen Bereich.

  • Jona, nur zweierlei Tropfen sind ja schon mal ein Fortschritt. Ich drück dir die Daumen, dass du das mit den trockenen Augen noch in den Griff bekommst.


    Schiesl, du bist, was das Glaukom und die Behandlung betrifft, eindeutig zu wenig informiert. Und wenn dein Arzt nicht gut ist, dann musst du in die Glaukomsprechstunde.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo Jona!

    Ich habe mal Deinen Thread aufgeräumt, damit Dein Anliegen hier nicht verloren geht.

    Wie gut, dass der AID nicht mehr nach "oben geschossen" ist, wenn er auch nicht optimal ist.


    Ich habe es gerade nicht auf dem Schirm, erkenne aber aus Deinen Worten Deine Nöte... ich muss leider noch mal fragen... hattest Du schon irgendwelche OPs?

    Wäre denn eine OP als Option auf Tropfenfreiheit für Dich ein Thema?



    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Jona,


    habe in Deinen Beiträgen seit 2019 nochmal rückwärts gelesen, und ehrlich gesagt, verstehe ich einiges nicht, oder ich habe es vielleicht überlesen.


    Also entschuldige bitte, falls ich "blöde" Fragen stelle.


    Gibt es denn bei Dir inzwischen eine klare Diagnose was die Glaukomform betrifft?


    Dein erster Titel lautete zwar auf "fortgeschrittenes Pigmentglaukom", aber so wirklich eindeutig war das wohl nicht (?)


    Dann war eine zweite Meinung und ein Kliniktermin / Glaukomsprechstunde im Gespräch.


    Hat sich das mit dem Pigmentglaukom denn bestätigt?


    Dann schreibst Du jetzt: "die Sehnerven sehen noch gut aus".


    Ist die Situation denn stabil?


    Wird regelmäßig bildgebende Diagnostik gemacht - ich fand nur einen Hinweis auf ein nicht auswertbares OCT und dann war die Rede von nicht glaukom-typischen GF-Ausfällen, die möglicherweise auf Deine Netzhaut-Ops zurückgehen.


    Im Zentrum jedenfalls stehen Deine extrem trockenen Augen unter Maximaltherapie.


    Es mag jetzt blöd klingen, und vielleicht stehe ich da grade auf dem Schlauch, aber mir ist die Notwendigkeit dieser Maximaltherapie nicht klar:


    Du schriebst 2019



    Ich habe keinen wirklichen vom Doc festgelegten Zieldruck. Es hieß, der AID sollte zwischen 10 und 20 sein, und gut ist. 17/19 war "nicht schlecht" laut OAA.


    Ich wünsche Dir jedenfalls sehr, dass nun zunächst der Versuch gelingt, mit 2 Wirkstoffen auszukommen.


    Ich schaue in drei Monaten, wie der Druck aussieht und frage meinen Dok dann nach, ob ich es nicht mit einem Wirkstoff probieren könnte.


    Das scheint mir ein guter Plan!


    LG Chanceline


    PS: Sehe gerade, Du hast aufgeräumt, danke Sabine!

    So ist das übersichtlicher, finde ich.

    Einmal editiert, zuletzt von Chanceline ()

  • Hallo Sabine,


    danke erstmal danke fürs Aufräumen. :oD

    Mein Zieldruck liegt unter 21, also war ich gestern in einem akteptablem Rahmen.

    Was mich stört sind eben diese früheren Messungen im gestesstem Zustand (nach der GF-Messung oder Laufen zur Bahn), und dass der AID dann eben selbst unter 3 Wirkstoffen rechts über 20 war.

    Z.B. bei 21,5, oder vorletztes Mal bei 23. Laut meinem AA ist das aber okay, es passiert eben. :denk: Das wundert mich. Ich habe nämlich ordentlich Stress im Leben und bewege mich. Eine Reha wegen meinem Rücken habe ich auch noch vor mir.


    Zu den OPS: ich hatte mit 18 Jahren drei OPs an der Netzhaus mit Gas im Auge und dann mit 25 Jahren Katarakt an beiden Augen.


    Im Moment bin ich 33 und definitiv zu jung für Glaukom-OPs, sagt meinem AA.


    Ich meine bei einem Anfangsdruck von 30 würde Tropfenfreiheit evtl. nach einer TE klappen, aber die Frage ist, ob meine voroperierten Augen so einen komplizierten chirurgischen Eingriff überhaupt mitmachen und welche Komplikationen es hinterher gibt.


    Es ist ja sehr wahrscheinlich, dass nach wenigen Jahren das Sickerkissen teils vernarbt und ich wieder tropfen muss, zumal bei mir alles schnell zuwächst. Oder ich muss teilweise mit einem Sehverlust auf einem Auge rechnen.


    Meine Augen brauche ich aber noch die nächsten 50 Jahren. :schulterzuck:


    LG


    Jona

    Einmal editiert, zuletzt von Jona ()

  • Liebe Chanceline, ich bewundere hier jedes Mal Nutzer, die sich so viel Mühe machen und die ganzen Themen durchlesen. Finde ich toll! :Hallo:


    Also eine klare Diagnose über meine Glaukomform gibt es nicht.

    Ich war auch in der Klinik, um eine Zweitmeinung zu bekommen.


    Ein Offenwinkelglaukom steht nur fest. PEX (nicht Pigmentglaukom) sieht nur ein Arzt, die Klinik (MHH) und mein jetziger AA können nichts Derartiges erkennen. Die MHH sieht da ein Glaukom wegen starker Kurzsichtigkeit.


    Mein ganz erstes OCT 2019 ist in die Hose gegangen, weil ich anfangs Latanoprost wegen einer Allergie abgesetzt hatte, welches mir die erste Assistenzärztin verordnet hatte und der Druck beim OCT beim Chefarzt viel zu hoch war. Die wollten nicht weit tropfen mit so einem hohen AID. Die erste GF-Messung ist auch in die Hose gegangen. Daher kam diese Unsicherheit.


    Da ich einen relativ großen Sehnerv habe und noch stark kurzsichtig bin, sehen die Sehnerven stark exkaviert aus, wenn man nicht weittropft. Mein jetziger AA (einfach ein anderer in der gleichen Praxis, wo ich seit Jahren bin) und die Klinik haben erkannt, dass die Sehnerven eben in Wirklichkeit noch in Ordnung sind.


    Mein letztes OCT wurde bei meinem AA auf meine Nachfrage im Juni 2020 gemacht und sah gut aus. Also ist mein Glaukom im Moment noch stabil.


    Die Maximaltherapie war eben wegen einem hohen Anfangsdruck von 30 notwendig. In der Klinik damals war der AID rechts bei 20 unter 3 Wirkstoffen, die haben nur ein Medikament gegen ein Anderes ausgetauscht.


    Einen Wirkstoff auszulassen war nun die Idee meines AAes, weil er in zu trockenen Augen auch eine Gefahr für die Hornhaut sieht.


    Ich hoffe, es ist jetzt verständlicher geworden und ich habe alle Deine Frage beantwortet. :blume:


    LG,


    Jona

  • Außerdem können ja Augen-OPs auch trockene Augen machen. Ich habe nach den Katarakt-OPs ein Sicca-Syndrom in leichterer Form bekommen. Konnte aber mit Befeuchtungstropfen trotzdem noch meine 8 Stunden am PC arbeiten und privat etwas lesen und zeichnen, ohne Probleme fernsehen.


    Es ist mir zu riskant mit den OPs. Solange der Druck mit AT sich reduzieren lässt und ich es irgendwie durchziehen kann, lasse ich es mit den OPs.

    Meine Psyche macht diese ganzen Oerationen auch nicht ewig mit.


    LG


    Jona

  • Hallo Jona!

    Außerdem können ja Augen-OPs auch trockene Augen machen. Ich habe nach den Katarakt-OPs ein Sicca-Syndrom in leichterer Form bekommen. Konnte aber mit Befeuchtungstropfen trotzdem noch meine 8 Stunden am PC arbeiten und privat etwas lesen und zeichnen, ohne Probleme fernsehen.

    Das stimmt natürlich.

    Es ist mir zu riskant mit den OPs. Solange der Druck mit AT sich reduzieren lässt und ich es irgendwie durchziehen kann, lasse ich es mit den OPs.

    Meine Psyche macht diese ganzen Oerationen auch nicht ewig mit.

    Ich verstehe Dich. Die 5 OPs, die Du schon hattest, die waren nicht wg. dem Glaukom? Entschuldige, ich müsste auch blättern, habe dazu leider gerade keine Zeit.


    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Jona,

    Ich hoffe, es ist jetzt verständlicher geworden

    Danke, so langsam verstehe ich besser, dass Du offenbar etwas ganz besonderes bist.

    Es gibt gleich mehrere Faktoren, die bei Dir die Diagnose erschweren.



    Da ich einen relativ großen Sehnerv habe und noch stark kurzsichtig bin, sehen die Sehnerven stark exkaviert aus, wenn man nicht weittropft.

    Von Natur aus haben große Sehnerven auch große Exkavationen. Das sieht "pseudoglaukomatös" aus.


    Es ist schwierig zu entscheiden, ob diese Exkavationen schon immer so waren, oder ob sie entstanden sind als Schädigung durch zu hohen AID.


    Mit dem Weittropfen hat das, meines Wissens, nichts zu tun. Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass Deine Augen sich weitgetropft besser beurteilen lassen, man aber eben das scheut, weil der Druck dann steigt oder steigen könnte.


    Der AA, der Dich schon lange kennt, sollte am ehesten sagen können, ob die großen Exkavationen früher schon aufgefallen sind und /oder ob sie sich über die Zeit verändert haben.


    Und dann erschwert zusätzlich deine hohe Myopie die Diagnose; und beschert Dir, quasi als Sahnehäubchen obendrauf, auch noch ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Glaukoms; von den anderen ja vermutlich ebenfalls mit der starken Kurzsichtigkeit zusammenhängenden Problemen mal abgesehen.


    Also ist es wohl kein Wunder, dass auch die verschiedenen AAs sich nicht so recht einig sind, ob Deine Sehnerven nun (schon) einen glaukomatösen Schaden haben, oder nicht:

    Ein Offenwinkelglaukom steht nur fest


    aber andererseits:



    Mein jetziger AA (einfach ein anderer in der gleichen Praxis, wo ich seit Jahren bin) und die Klinik haben erkannt, dass die Sehnerven eben in Wirklichkeit noch in Ordnung sind.

    Wenn dem so ist, dass nämlich die Sehnerven in Ordnung sind, dann hast Du kein Glaukom. Aber zu hohen AID und dadurch sowie durch die Myopie ein hohes Risiko, ein Glaukom zu entwickeln.


    Mein letztes OCT wurde bei meinem AA auf meine Nachfrage im Juni 2020 gemacht und sah gut aus. Also ist mein Glaukom im Moment noch stabil.



    Bei Deiner besonderen Anatomie, musst Du Dich vielleicht einfach an den Gedanken gewöhnen, dass nicht entschieden werden kann, ob das Kind nun Glaukom oder doch nur okuläre Hypertension (plus hohes Glaukomrisiko) heißt!


    Diese Ungewissheit ist zwar blöd, sie scheint mir aber gar nicht mal das Hauptproblem!


    Die praktisch wichtigere, weil für die Therapie und damit Deine Lebensqualität entscheidende Frage ist vielmehr: wie hält man den gegenwärtigen Zustand Deiner Sehnerven stabil?


    Oder anders formuliert, wie hoch darf der AID sein, dass kein (weiterer) Schaden entsteht = Zieldruck.


    Hinsichtlich dieser Frage wäre mir persönlich das von Deinem AA genannte Spektrum - zwischen 10 - 20 - zu weit gefasst!


    Dieses Spektrum reicht nämlich von Maximaltherapie (mit all den Nebenwirkungen, unter denen Du so leidest) bis sagen wir: "Therapie light" mit einem für Dich verträglichen Wirkstoff.


    Unter der Voraussetzung, dass der Zieldruck (vielleicht) gar nicht so tief sein muss, wären möglicherweise (ich kenne mich da nicht aus) sogar minimalinvasive Eingriffe eine Option.


    Ich verstehe sehr gut, dass Du bei Deiner Vorgeschichte bei dem bloßen Wort OP zuckst. Dennoch solltest Du alle realistischen Möglichkeiten in Betracht ziehen.


    Also die - soweit ich sehe - wirklich entscheidende Frage nach dem Zieldruck würde ich an Deiner Stelle nochmal ganz konkret mit dem AA besprechen.


    Danach und natürlich nach dem Zustand Deiner Sehnerven und wie man diesen zuverlässig beurteilen kann (Verlaufskontrolle) richten sich die therapeutischen Möglichkeiten!


    Im Zusammenhang damit würde ich also auch fragen, wie man die Verlaufskontrolle unter Berücksichtigung Deiner eben sehr besonderen Anatomie so gestaltet, dass man Veränderungen schnell bemerkt und die Therapie gegebenenfalls anpassen kann.


    Versuche, da aktiv und gut informiert dran zu gehen!


    Liebe Grüße und natürlich gedrückte Daumen für den grade laufenden Versuch der Tropfenreduktion!


    Chanceline

  • Nein, die 5 OPs waren wegen Netzhautablösungen und Katarakt an beiden Augen.

    Deshalb kämen z.B. auch nicht alle Glaukom-OPs in Frage.

  • Liebe Chanceline,


    es ist nicht ganz so, wie du es jetzt verstanden hast.


    Einen geringen Glaukomschaden haben bei mir mehrere Ärzte festgestellt, das ist für mich eine gesicherte Diagnose.

    Das haben sowohl in der Gemeinschaftspraxis, wo ich seit 15 Jahren bin, mehrere Ärzte gesagt, als auch die Klinik. Dafür muss man aber meine Augen eben weittropfen und eine vernünftige OCT-Aufnahme gemacht haben, sowie Erfahrung haben.


    Mein AA hat einfach ehrlich mal seine Unsicherheit geäußert. Es ist aber nur eine Meinung unter vielen anderen.


    Wenn die Sehnerven "in Ordnung" sind, heißt es in meinem Fall, dass sie unter genauer Betrachtung nicht stark exkaviert sind. Und daher kommt eben der "hohe" und "schwammige" Zieldruck.


    Also einen konkreten Arzt, der meine Augen schon lange kennt und vergleichen kann, wie sie sich entwickeln haben und ob diese "Scheinexkavationen" schon früher da waren oder nicht, gibt es einfach nicht.


    In der Gemeinschaftspraxis war ich vor dem Glaukom jedes Mal bei einem anderen Arzt und OCTs wurden vor dem Glaukom auch gar nicht gemacht. Sogar mein AA vergisst mein Gesicht nach 3-4 Monaten und fragt, welche Ops ich hatte und was ich dort will. :oD


    Über meinen Zieldruck habe ich mit meinem AA schon gesprochen, ich nerve ihn jedes Mal mit meinen Zweifel und Fragen.

    Für ihn sind sowohl die Schwankungen (ich hatte schon alles zwischen 12 und 20 beim Tagesdruckprofil) als auch einzelne Werte über 21 okay in meinem Fall.


    Die Klinik wollte damals drei Wirkstoffe, um auf Nummer sicher zu gehen, weil der Druck an dem Tag bei 20 war.


    Minimalinvasive Therapieverfahren kämen infrage, wenn es für mich so anstrengend ist, das mein AA auch gesagt, er ist auch ein Chirurg.


    Noch drücke ich mich aber davor und habe eine wahnsinnige Angst.

    Ich meine, ist brauche augentechnisch eine "Reserve" für die nächsten 50 Jahre. Wenn ich jetzt schon mit den Operationen angange, sind die Möglichkeiten schneller erschöpft.


    Ich weiß, du sagt deine Meinung, ich wollte sie auch wissen. Aber ein einheitliches und eindeutiges Therapiekonzept wird es in meinem Fall einfach nicht geben, denke ich.


    Ich denke, ich bleibe erstmal bei der jetztigen Therapie mit 2 Wirkstoffen und schaue, wie es sich z.B. beim nächsten Mal entwickelt uns mache ein Mal im Jahr eine OCT und eben GF-Messungen.

    Und Dir danke ich nochmal fürs Mitdenken und für deine Gedanken.


    LG


    Jona

    Einmal editiert, zuletzt von Jona ()

  • Hallo Jona,


    ich habe ein sicher diagnostiziertes Glaukom bei Makropapille und -9,5. 54 Jahre alt, mit 45 Begann die Unsicherheit, Glaukom oder nicht. 1 Jahr hat es gedauert: ja, es gibt eine Verschlechterung. Die hohe Myopie macht es schwierig plus Makropapille. Netzhaut OP habe ich 2 Stück bislang (Laser und Kryo)


    Ich würde an deiner Stelle jetzt weiter tropfen und wirklich mal massiv Basenfasten und Mineralien auffüllen mit einer Heilpraktikerin oder einem Naturarzt. Dein Körper scheint verstopft zu sein. Das Kochen absolut abstimmen auf die Netzhaut, also Gemüse egal was bis der ARzt kommt, sehr wenig Obst, nur blaue Früchte. Gemüse rauf, Obst (Fruchtzucker) runter, Kartoffeln, Reis, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, Wasser. Wenig Fleisch und bloß keinen Fisch aus Zucht - Schwermetalle und Medikamente guten Appetit - nein Danke.


    Spazieren an der frischen Luft sehr viel!!!! Glaukom ist auch ein Indoor Phänomen. Meine Ärtzin sagt immer: Gärtner haben das nicht. (Ich bin Mathematikerin - also immer Nahsicht, indoor)

    An der Stelle kannst Du selbst aktiv werden. Hilft ganzkörperlich.

    LG

    Jenat

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Hallo Jona,


    Ich denke, ich bleibe erstmal bei der jetztigen Therapie mit 2 Wirkstoffen und schaue, wie es sich z.B. beim nächsten Mal entwickelt uns mache ein Mal im Jahr eine OCT und eben GF-Messungen.


    Das verstehe ich, natürlich, und wünsche Dir dafür von Herzen viel Erfolg!


    Nur eins möchte ich doch noch klar stellen, damit hier keine missverständlichen Infos stehen bleiben.


    Wenn die Sehnerven "in Ordnung" sind, heißt es in meinem Fall, dass sie unter genauer Betrachtung nicht stark exkaviert sind. Und daher kommt eben der "hohe" und "schwammige" Zieldruck.


    Also einen konkreten Arzt, der meine Augen schon lange kennt und vergleichen kann, wie sie sich entwickeln haben und ob diese "Scheinexkavationen" schon früher da waren oder nicht, gibt es einfach nicht.


    Ich fürchte, Du hast "pseudoglaukomatös" falsch verstanden.


    Ich meine damit nicht, dass Deine Exkavationen irgendwie "Scheinexkavationen" wären, die bei genauerer Betrachtung bzw. weitgetropft weniger groß sind.


    Gemeint ist damit vielmehr, dass große Papillen, wie Du sie hast, aufgrund ihrer naturgemäß größeren Exkavation einem glaukomatös geschädigten Sehnerv täuschend ähnlich sehen!


    Es sieht wie Glaukom aus, kann eines sein, muss aber nicht! Die daraus resultierende Schwierigkeit, eine sichere Diagnose zu stellen, erhöht sich bei Dir vermutlich noch zusätzlich durch die starke Myopie.


    Da bei solchen Sehnerven die Größe der Exkavation allein nicht als diagnostisches Mittel taugt, um gesund von krank zu unterscheiden, muss man andere Parameter heranziehen, wie insbesondere die mittels OCT bestimmte Dicke der Nervenfaserschicht, die Größe oder Weite des Randsaums u.ä.


    Und dann braucht es, wie Du ja auch schreibst, unbedingt einen sehr erfahrenen AA, der die OCT-Ergebnisse befunden kann.


    LG


    Chanceline

  • Da ich schon vorher trockene Augen nach den ganzen OPs hatte, drei Drucksenker sie noch stärker austrocknen, und trockene Heizungsluft und das Maskentragen zusätzlich die Augen noch mehr austrocknen, wurde es irgendwann einfach viel zu krass.

    Da du offenbar besonders darunter leidest, dass du zu trockene Augen hast, wäre doch z.B. Hylo Comod etwas für dich. Mir hilft das jedenfalls immer in solchen Situationen. Ich tropfe immerhin auch 3x am Tag. Diese Augenbefeuchtung darf ich so oft einsetzen, wie ich Bedarf habe - jedenfalls war das die Auskunft von Prof. Erb, den ich mal gefragt habe.


    Bei mir hat sich übrigens die starke Flimmerei, die ich monatelang nach oder schon während der Arbeit am Bildschirm hatte, wieder weitgehend gelegt.

    Viele Grüße
    Reinhold

    Einmal editiert, zuletzt von sunday ()

  • Hallo Jenat,


    oh, du bist ja auch ein Maulwurf, wie ich. Ich hatte ca.-11/-12 Dioptrien vor dem Linsentausch. Netzhaut-OPs waren bei mir jedes Mal mit Gas im Auge.


    Also Basenfasten hatte ich schon vor 2 Jahren als bei mir Glaukom festgestellt wurde und mache es nie wieder. Ich sah damals richtig abgemagert aus und hatte ständig Blähungen. Meinen Busen möchte ich noch behalten. Außerdem habe ich einen Eisenmangel und mein Arzt hat mir empfohlen Fleisch zu essen.


    Vitamin B12 bekommt man auch nur aus Fleisch, aus pflanzlichen Lebenmittel oder als Tabletten wird es vom Körper fast gar nicht aufgenommen.


    Fleisch und Süßigkeiten in Maßen, ebenso wie ab und zu ein Bier gehören für mich einfach zu einer guten Lebensquilität. Ich möchte auf sie nicht verzichten.


    Ich gebe dir aber recht, dass man Gemüse, blaue Früchte und eine ausgewogene Ernährung nicht vergessen sollte. :daumenhoch:


    Einen Heilpraktiker oder Natutarzt kann ich mir nicht leisten, die rechnen immer privat ab, die Krankenkasse zahlt sowas nicht. Zumindest habe ich nur solche Heilpraktiker bisher gesehen. Mit meinen kranken Augen und Rückenproblemen müsste ich erstmal einen reichen Mann heiraten, um das Ganze bezahlen zu können oder im Lotto gewinnen. :Grin:


    An der frischen Luft gehe ich spazieren, soweit es meine Rückenschmerzen erlauben, das ist schon lange drin. Frische Luft und in die Ferne zu schauen tut meinen Augen auch gut, das merke ich.


    Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass Ernährung einen Einfluss aufs Glaukom hat. Wenn man seit dem 3 Lebensjahr Probleme mit den Augen hat, sind da andere Faktoren im Spiel als Gemüse.


    Mir hat der Arzt gesagt, dass diese starke Kurzsichtigkeit und resultierende Augenerkrankungen eher genetisch vererbt wierden und bei Erwachsenen nicht so viel mit der Augenbelastung zu tun haben.

    Ich wüßte gerne, wie es meinen Augen gehen würde, wenn ich nicht so viel Nahsicht im Laufe des Lebens gehabt hätte.


    LG

    Jona

  • Ah so, danke, jetzt verstehe ich das besser. Bei mir hat das OCT in der Klinik und dann das zweite bei meinem AA wohl viel über meine Sehnerven gesagt. So habe ich das zumindest verstanden.


    Aber wie gesagt, ein junger Arzt in der Notaufnahme der Klinik, wo ich ein Mal war, meinte, bei mir müsste man unbedingt weittropfen, weil man es dann besser sieht, was da für eine Art der Exkvation vorliegt.


    Also im nächsten Leben werde ich einfach mal selbst Augenärztin. :oD


    LG


    Jona

  • Da du offenbar besonders darunter leidest, dass du zu trockene Augen hast, wäre doch z.B. Hylo Comod etwas für dich. Mir hilft das jedenfalls immer in solchen Situationen. Ich tropfe immerhin auch 3x am Tag. Diese Augenbefeuchtung darf ich so oft einsetzen, wie ich Bedarf habe - jedenfalls war das die Auskunft von Prof. Erb, den ich mal gefragt habe.


    Bei mir hat sich übrigens die starke Flimmerei, die ich monatelang nach oder schon während der Arbeit am Bildschirm hatte, wieder weitgehend gelegt.

    Hallo Sunday,


    danke für den Tip, nach zwei Jahren mit trockenen Augen und Glaukom kenne ich schon jegliche Befeuchtungstropfen. Hylo Comod ist zu mild, ich tropfe Hylo Gel ca. 5 Mal am Tag und nehme Corneregel oder die VitaPos Salbe zur Nacht.


    Es liegt an den Drucksenkern, die eben stark austrocknen und jetzt 4 Mal am Tag angewendet werden müssen. Hylo Gel kann das nicht komplett ausgleichen.


    Mich interessiert es noch, ob es von den Drucksenkern auch Langzeitfolgen geben kann. Bei Konservierungstoffen kann es welche geben, das weiß ich genau, eine Bekannte tropft schon seit 10 Jahren nicht mehr, trockene Augen sind aber bei ihr geblieben. Sie hatte aber AA mit Konservierung.


    LG


    Jona