Glaukom Erfahrungen, mal wieder

  • Ein herzliches Moin aus Hamburg,


    Jahrelang nur passiver Mitleser, wird es leider Zeit für mich, hier auch mal nach Erfahrungen zu fragen.

    Zu meiner Person.. Ich bin 35 und habe mittlerweile seit 2012 einen erhöhten Augeninnendruck (ich rede da ungern von Glaukom, da mein Sehnerv bisher keinerlei Veränderung aufgrund des Drucks aufweist). Aufgefallen ist mir das damals im Studium, als ich eine Art Nebel und Regebogen um Lichtquellen gesehen habe und einen Schmerz speziell beim Lesen hatte. Mein Druck war links irgendwo bei Mitte 40 und rechts bei um die 40. Damals hieß es ab ins UKE, dort wurde eine Iridotonie beidseits gemacht (je 3 Löcher) und einiges an Tropfen ausprobiert. Das Beste war Trusopt-S gepaart mit Taflotan. Meist einen Druck um die 15, manchmal ging er auf knapp über 20. Allerdings hatte ich gefühlt, nach einiger Zeit, immer mal wieder "Wehwehchen". Missempfindungen am Körper, empfindliche Nieren und Blase. Nicht immer, aber immer wieder. Habe das alles körperlich abchecken lassen (mehrere Ärzte aufgesucht) alles war/ist angeblich okay, ich "bilde" mir das angeblich nur ein bzw. bin empfindlich.


    Vor kurzem hatte ich nun eine Wurzelspitzenresektion und musste danach auch nochmal ein Antibiotikum nehmen. Nachdem ich dieses bis zum Ende genommen habe gingen die Probleme los. Ich bekam eine Entzündung in den Augen (Rot wie Lava). Der Druck ging links auf 29 und recht auf 22... Nun sollte ich es erst mit Antibiotika Augentropfen probieren und danach mit Kortison Augentropfen. Beides half nicht wirklich. Am Ende hat ein Antiallergikum Wirkung gezeigt. Es scheint, als ob ich mittlerweile allergisch auf Trusopt reagiere (oder Taflotan oder beides).


    Meine Augenärztin hatte mich dann auf Monoprost umgestellt (zusätzlich nehme ich noch Voltaren Tropfen und Zaditen, um die Entzündung in den Griff zu bekommen). Monat hatte ich dann die gleichen Symptome wie 2012 und wie sich rausgestellt hat auch die gleichen Ursachen. Einen Druck von 40 links und 33 rechts. Frau Dr hat mir dann noch in der Praxis Glaupax gegeben und im Moment fühlt sich das Auge erstmal gut an.


    Und jetzt zu meinen Problemen:

    Auch wenn das Auge sich gut anfühlt, die oben genannten Missempfindungen habe ich jetzt unter Glaupax in extremer Form. Hat das jemand schonmal bei sich beobachtet? Bilde ich mir das ein?


    Meine nächste Frage wäre, wie sind so die Erfahrungen mit OPs? Gefühlt jeder Augenarzt sagt mir: Bloß keine OP, wenn möglich irgendwie vermeiden, Tropfen sind immer die bessere Wahl, OPs haben immer Nebenwirkungen und man hat noch kaum Langzeiterfahrungen. Irgendwie fühle ich mich da etwas komisch.. Wir können Menschen auf den Mond schicken, RNA so programmieren, dass bestimme Viren Bestandteile hergestellt werden oder Krebszellen mittel Teilchenbeschleuniger beschießen, bekommen es aber hin, "Wasser", welches zu viel im Auge produziert wird, vernünftig ablaufen zu lassen?


    Hat jemand gute Erfahrung mit einer Klinik in Hamburg gemacht?


    Vielen Dank erstmal :-)

  • Hallo kaipi!


    Willkommen im Forum.


    Da hattest Du mit Mitte 20 ja schon mit hohem Druck zu tun.


    Ist Glaukom, bzw. OHT (okuläre Hypertension) bei Dir in der Familie bekannt?


    Was wurde denn als Ursache gefunden für den hohen Druck und die Iridotomien? Pigmentdispersion?

    Und jetzt zu meinen Problemen:

    Auch wenn das Auge sich gut anfühlt, die oben genannten Missempfindungen habe ich jetzt unter Glaupax in extremer Form. Hat das jemand schonmal bei sich beobachtet? Bilde ich mir das ein?

    Du scheinst auf Carboanhydrasehemmer zu reagieren. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehört sowohl Trusopt (S), wie auch das Glaupax. Beides hat den Wirkstoff Dorzolamid.

    Die Carboanhydrasemmer können die von Dir beschriebenen Symptome auslösen.

    Meine nächste Frage wäre, wie sind so die Erfahrungen mit OPs? Gefühlt jeder Augenarzt sagt mir: Bloß keine OP, wenn möglich irgendwie vermeiden, Tropfen sind immer die bessere Wahl, OPs haben immer Nebenwirkungen und man hat noch kaum Langzeiterfahrungen. Irgendwie fühle ich mich da etwas komisch..

    Das kommt auf die OP an. Klar ist, dass jede OP eine OP ist und auch jede OP Risiken mit sich bringt.

    Tropfen sind nicht immer die bessere Wahl. Da spielen einfach Faktoren mit rein, die dann ein gesamtes Bild ergeben und aufgrund derer dann das Procedere entschieden wird.

    Langzeiterfahrungen bei den verschiedenen OP-Methoden gibt es schon. Sicher nicht bei jeder OP-Variante gleich viel, aber gegen tut es die schon.

    Welche OP wurde Dir denn vorgeschlagen?

    Warum fühlst Du Dich komisch?



    Wir können Menschen auf den Mond schicken, RNA so programmieren, dass bestimme Viren Bestandteile hergestellt werden oder Krebszellen mittel Teilchenbeschleuniger beschießen, bekommen es aber hin, "Wasser", welches zu viel im Auge produziert wird, vernünftig ablaufen zu lassen?

    Hör auf darüber nachzugrübeln... das macht Dich nur ganz wuschig im Kopf. Du wirst keine Antworten kriegen. Du brauchst einen klaren Kopf, um denken zu können.


    Hat jemand gute Erfahrung mit einer Klinik in Hamburg gemacht?

    Das UKE hat eine gute Glaukombetreuung.



    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    Vielen Danke für die schnelle Antwort.


    Zitat

    Ist Glaukom, bzw. OHT (okuläre Hypertension) bei Dir in der Familie bekannt?


    Was wurde denn als Ursache gefunden für den hohen Druck und die Iridotomien? Pigmentdispersion?

    Also meine Uroma hatte wohl Probleme mit den Augen. Aber genaueres weiß ich da leider nicht. Ansonsten ist meine Familie was den OHT angeht sehr unauffällig. Eine Ursachenaufklärung gab es bisher nie. Auf meine Frage, warum ich Mitte 20 einen hohen Augeninnendruck bekommen habe hieß bisher immer nur, dass die Anatomie bei jedem anders ist und man das nicht genau sagen könnte.

    Dazu muss ich zu mir vielleicht noch sagen, dass ich an sich gesund lebe. Abwechslungsreiche Ernährung, ein BMI von um die 20, regelmäßiger (Rad)Sport, aber leider auch viel Bildschirmarbeit. Ich bin allerdings auch nicht kurzsichtig, sondern etwas weitsichtig (1,25 und 0,75 Dioptrien).


    Zitat

    Das kommt auf die OP an. Klar ist, dass jede OP eine OP ist und auch jede OP Risiken mit sich bringt.

    Tropfen sind nicht immer die bessere Wahl. Da spielen einfach Faktoren mit rein, die dann ein gesamtes Bild ergeben und aufgrund derer dann das Procedere entschieden wird.

    Langzeiterfahrungen bei den verschiedenen OP-Methoden gibt es schon. Sicher nicht bei jeder OP-Variante gleich viel, aber gegen tut es die schon.

    Welche OP wurde Dir denn vorgeschlagen?

    Warum fühlst Du Dich komisch?

    Also an OPs wurden mir zwei vorgeschlagen. Entweder ein Röhrchen, welches das Kammerwasser nach hinten leitet oder ein Röhren mit Löchern was Kreisrund verlegt wird und den Abfluss verbessert (muss mir die Namen der OPs mal aufschreiben).


    Komisch fühle ich mich, weil so vehement eine OP als letzte Option angeführt wird. Ich habe schon seit Jahren Probleme mit extrem trockenen Augen (muss alle 1-2h eine Benetzung vornehmen). Das schränkt die Lebensqualität natürlich noch zusätzlich ein.


    Zitat

    Hör auf darüber nachzugrübeln... das macht Dich nur ganz wuschig im Kopf. Du wirst keine Antworten kriegen. Du brauchst einen klaren Kopf, um denken zu können.

    Ich war gestern einfach ein bisschen down. Heute geht es schon viel besser.


    Zitat

    Das UKE hat eine gute Glaukombetreuung.

    Im UKE war ich für die Iridotonie. Das war okay, durch privaten Kontakt hatte sich auch Frau Dr. Klemm nochmal kurz Zeit genommen sich alles anzuschauen.

    Ich bin mittlerweile auch im „Genuss“ Privatversichert zu sein. Gibt es in dem Bereich gute Kliniken in und um Hamburg?

  • Hallo Kaipi,


    vielleicht erkundigen Sie sich nach einer Möglichkeit des Laserns? Ich bin insgesamt 3x gelasert worden wegen Augendruck von über 22. Das ist nun 3 Jahre her und seitdem bleibt der Druck auf jeden Fall unter 20. Manchmal ist er um die 15. Ich weiß nur, dass man jedes Auge 3x lasern kann. Danach wohl OP. Das weiß ich aber nicht genau.

    Alles Gute und viel Glück !!!

  • Hallo kaipi!

    Dazu muss ich zu mir vielleicht noch sagen, dass ich an sich gesund lebe. Abwechslungsreiche Ernährung, ein BMI von um die 20, regelmäßiger (Rad)Sport, aber leider auch viel Bildschirmarbeit. Ich bin allerdings auch nicht kurzsichtig, sondern etwas weitsichtig (1,25 und 0,75 Dioptrien).

    Wenn da evtl. doch in der Familie mit der Uroma schon was sein könnte, sollten sich auch Deine Geschwister (falls Du welche hast), die Generation über Dir, also Eltern und so, sowie auch, wenn Du Kinder hast, die sich dann regelmäßig untersuchen lassen.


    Bildschirmarbeit macht keine OHT oder Glaukom.

    Also an OPs wurden mir zwei vorgeschlagen. Entweder ein Röhrchen, welches das Kammerwasser nach hinten leitet oder ein Röhren mit Löchern was Kreisrund verlegt wird und den Abfluss verbessert (muss mir die Namen der OPs mal aufschreiben).


    Komisch fühle ich mich, weil so vehement eine OP als letzte Option angeführt wird. Ich habe schon seit Jahren Probleme mit extrem trockenen Augen (muss alle 1-2h eine Benetzung vornehmen). Das schränkt die Lebensqualität natürlich noch zusätzlich ein.

    Das sind minimalinvasive OP's und hört sich nach istent oder XEN an. Aber bitte genau nachfragen. Da gibt es inzwischen doch ein paar verschiedene Möglichkeiten. Es ist fraglich, ob mit einer minimalinvasiven OP der max. Druck von 40 und 33 tatsächlich damit so gesenkt werden kann, dass keine Tropftherapie mehr nötig ist.


    Nun, wenn Du so beeinträchtigt bist, dann ist das natürlich ein Argument für eine OP.

    Ich war gestern einfach ein bisschen down. Heute geht es schon viel besser.

    Das ist ok. Jeder hier hat mal gute, mal schlechte Tage! Auch dafür sind wir da! =)

    Im UKE war ich für die Iridotonie. Das war okay, durch privaten Kontakt hatte sich auch Frau Dr. Klemm nochmal kurz Zeit genommen sich alles anzuschauen.

    Ich bin mittlerweile auch im „Genuss“ Privatversichert zu sein. Gibt es in dem Bereich gute Kliniken in und um Hamburg?

    Schau mal hier:


    Glaukom-Selbsthilfegruppen - www.bundesverband-glaukom.de (bundesverband-glaukom.de)



    Es gibt eine SHG in Hamburg, die können Dir sicher weiterhelfen. Das UKE ist schon wirklich gut.


    Schreib Jutta an, sie meldet sich ganz bestimmt!

    Hallo Kaipi,


    vielleicht erkundigen Sie sich nach einer Möglichkeit des Laserns? Ich bin insgesamt 3x gelasert worden wegen Augendruck von über 22. Das ist nun 3 Jahre her und seitdem bleibt der Druck auf jeden Fall unter 20. Manchmal ist er um die 15. Ich weiß nur, dass man jedes Auge 3x lasern kann. Danach wohl OP. Das weiß ich aber nicht genau.

    Alles Gute und viel Glück !!!

    Bei einer Ausgangslage von Druck 40 und 33 dürfte es schwierig sein mit einem Laser zu erreichen, dass man keine Tropfen mehr benötigt.



    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo,


    Zitat

    Wenn da evtl. doch in der Familie mit der Uroma schon was sein könnte, sollten sich auch Deine Geschwister (falls Du welche hast), die Generation über Dir, also Eltern und so, sowie auch, wenn Du Kinder hast, die sich dann regelmäßig untersuchen lassen.


    Bildschirmarbeit macht keine OHT oder Glaukom.

    In der Familie sieht es sonst Gott sei dank ganz gut im Moment aus. Aber alle halten Augen und Ohren offen. Kinder sind bei mir eher kein Thema ;-).


    Zitat

    Das sind minimalinvasive OP's und hört sich nach istent oder XEN an. Aber bitte genau nachfragen. Da gibt es inzwischen doch ein paar verschiedene Möglichkeiten. Es ist fraglich, ob mit einer minimalinvasiven OP der max. Druck von 40 und 33 tatsächlich damit so gesenkt werden kann, dass keine Tropftherapie mehr nötig ist.


    Nun, wenn Du so beeinträchtigt bist, dann ist das natürlich ein Argument für eine OP.

    ich hatte Donnerstag nochmal einen Termin bei Frau Dr. Der Druck ist mit Glaupax schön runter gegangen (20 l. 18 r.). Im Moment nehme ich noch eine halbe Tablette Glaupax, das macht die Sache erträglicher, aber ist definitiv keine Dauerlösung. Zusätzlich hatte ich jetzt noch Simbrinza probieren dürfen. Die Tropfen sind ganz schlimm. Brennen wie Hölle, die Augenlieder fangen nach ca. 20 Min auch an warm und kalt zugleich zu sein und ich kann ca 1-2 h nichts mehr in mittlerer Distanz fokussieren.

    Als OP hatten wir die XEN Gel Implantate gedacht, da sich Stents wohl nach nicht all zu langer Zeit zusetzen. Vor einer weiteren Iridotonie schrecke ich auch ein wenig zurück, da bei jeder Iridotonie Irispartikel frei werden, die den Abflusskanal zusätzlich verstopfen (können).


    Ich fände es ja schon einen sehr großen Fortschritt, wenn ich z.B. nur noch einmal täglich Monoprost oder Taflotan tropfen müsste. Vor einer wirklich großen OP schrecke ich im Moment noch etwas zurück.

    Als Krankenhaus wurde mir das UKE oder die Asklepios Klinik Nord (Heidberg) nahe gelegt, mit leichter Tendenz zu Heidberg, weil man da nicht die Gefahr läuft in irgendwelche Studien „gedrückt“ zu werden.


    Die Selbsthilfegruppe muss ich mir mal anschauen. Bin da eher etwas zögerlich.


    Zitat



    Bei einer Ausgangslage von Druck 40 und 33 dürfte es schwierig sein mit einem Laser zu erreichen, dass man keine Tropfen mehr benötigt.

    Hier gebe ich Sabine recht. Ich habe von noch keiner Lasertherapie gelesen, die einen solch hohen Druck senkt. Bei einem Druck von 22 würde ich persönlich auch gar keine Therapie machen, da mein Sehnerv wohl sehr stabil ist (daher sag ich auch meist erhöhter Augeninnendruck, da mein Sehnerv noch nicht geschädigt ist).


    Laut Frau Dr wachsen wohl auch ein paar Adern in eine Richtung, wo eigentlich keine sein sollten. Da kam mir zufällig auf der Seite des Klinikum Heidbergs das Neovaskularitationsglaukom unter (von dem ich vorher noch nie was gelesen habe). Wäre ja evtl. eine Erklärung für ein plötzlich auftretendes Glaukom mit Mitte 20. Aber ich hoffe einfach mal, dass es das nicht ist.

  • Hallo kaipi!

    Als OP hatten wir die XEN Gel Implantate gedacht, da sich Stents wohl nach nicht all zu langer Zeit zusetzen. Vor einer weiteren Iridotonie schrecke ich auch ein wenig zurück, da bei jeder Iridotonie Irispartikel frei werden, die den Abflusskanal zusätzlich verstopfen (können).

    Generell kann auch ein XEN verstopfen oder das dazu gehörige Sickerkissen vernarben oder der XEN sich abkapseln.


    Nach einer Iridotomie sollte der AID am nächsten Tag gemessen werden.


    Gehört habe ich noch nie von einer Druckerhöhung durch eine Iridotomie.


    Eine Iridotomie pro Auge reicht eigentlich auch, wenn sie offen bleibt.

    Ich fände es ja schon einen sehr großen Fortschritt, wenn ich z.B. nur noch einmal täglich Monoprost oder Taflotan tropfen müsste. Vor einer wirklich großen OP schrecke ich im Moment noch etwas zurück.

    Ok, wenn Du Dir dessen bewusst bist, dass Du vermutlich nicht tropfenfrei wirst und das für Dich ok ist, ist doch alles ok.

    Als Krankenhaus wurde mir das UKE oder die Asklepios Klinik Nord (Heidberg) nahe gelegt, mit leichter Tendenz zu Heidberg, weil man da nicht die Gefahr läuft in irgendwelche Studien „gedrückt“ zu werden.


    Die Selbsthilfegruppe muss ich mir mal anschauen. Bin da eher etwas zögerlich.

    Das ist natürlich Jedem selbst überlassen, ob man sich bei einer SHG meldet oder nicht. Viele haben aber immer noch ein vollkommen falsches Bild einer SHG.

    Was sicher ist, man bekommt sehr gute Infos und Tipps. Gerade auch bezüglich der jeweiligen Region.


    Wenn das aber jemand nicht möchte, ist das total ok!



    Viele Grüße

    Sabine

  • Als Krankenhaus wurde mir das UKE oder die Asklepios Klinik Nord (Heidberg) nahe gelegt, mit leichter Tendenz zu Heidberg, weil man da nicht die Gefahr läuft in irgendwelche Studien „gedrückt“ zu werden.

    Vor einigen Jahren habe ich an einer UNI-Klinik an einer Cosopt-S-Studie teilgenommen.

    Dazu erhielt ich vom UNI-Studienzentrum zunächst eine Tel.-Anfrage, weil ich in die Zielgruppe passte.


    Habe Interesse gezeigt und wurde dann zu einem pers. Info-Gespräch eingeladen. Danach habe ich zugesagt und war mit dem weiteren Ablauf (Monate) recht zufrieden. Zwischentermine waren immer mit A.-Untersuchungen, OCT u.a.

    Ich war allerdings nur positiv "auffällig", weil ich mir den dazugehörenden Vertrag 10 oder 12 Seiten, von vorn bis hinten durchlas. Das scheint kaum jemand zu machen, für mich war das selbstverständlich, obgleich ich keinerlei Mißtrauen hegte -.


    LG - Senator

  • Moin zusammen,

    Ich hatte nun gestern den Termin im Klinikum Heidberg und endlich ein wenig Klarheit. Nachdem Vorgestern mein Druck auf 10 und 9,5 war (Monoprost, Clonid, halbe Glaupax am Abend) war er im Klinikum ohne die halbe Glaupax am Vorabend auf 26 und 19... Nach allen möglichen Untersuchungen ergab es dann: meine Kammerwinkel sind sehr eng und einer mit erweiterter Pupille quasi zu. Es ist also in der Tat ein Engwinkelglaukom und bedarf einer baldigen operativen Behandlung, da laut Chefarzt die Situation immer schlimmer wird (Linse wird mit dem Alter dicker und zusätzlich führt jeder Glaukomanfall zu einem „verkleben“ des Kammerwinkels. Das soweit zur Ausgangssituation.


    Nun zum Lösungsvorschlag. Herr Dr möchte gerne meine Linse durch eine Kunstlinse austauschen. Im Idealfall wäre dann die Engstelle beseitigt und alle wie es sein sollte. Ob das alles so klappt, kann er mir allerdings nicht sagen, da er nicht den kompletten Abflusskanal des Kammerwassers einsehen kann. Aus seinem Mund hörte sich das nahezu alternativlos an. Jetzt finde ich den Gedanken, auf einmal nur noch die Sehkraft eine Mitte 60 jährigen zu haben und immer auf eine Brille (bzw zwei) angewiesen zu sein, um vielleicht eine Heilung zu bekommen recht krass.


    Gibt es hier im Forum Erfahrungen mit einem Linsentausch beim Engwinkelglaukom und evtl. weniger radikalen Alternativen?


    Einen winterlichen Gruß aus Hamburg :-)

    Kai

  • Hallo kaipi, ich habe ein Engwinkelglaukom und hatte vor einem Jahr eine Katarakt OP....was soll ich sagen, bei mir war es nicht gut.

    Aber es ist ja immer individuell.

    Bei mir war das ambulant.

    Im nachhinein wäre Vollnarkose und Überwachung hinterher in einer Klinik besser gewesen.

    Engwinkel und Katarakt ist nie leicht....das wusste ich aber auch erst hinterher, dazu noch bei mir eine flache Vorderkammer.

  • Hallo Jaju,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Geplant wäre bei mir auch eine ambulante OP. Wenn ich fragen darf, was war nicht gut an der OP? Und warum ist die OP bei einem Engwinkel Glaukom nicht leicht?

    Was für eine Linse wurde dir denn eingesetzt? Eine Monofokale oder eine Multifokale?

  • Hallo kaipi,


    also das Argument mit künstlichen Linsen "die Sehkraft eines Mitte 60 Jährigen zu haben und immer auf eine Brille (bzw zwei) angewiesen zu sein" verstehe ich gar nicht.


    Ich hatte 2012 mit nicht mal 25 Jahren künstliche Linsen bekommen, trage seitdem eine Gleitsichtbrille, an die man sich nach 2 Tagen gewöhnt hat und habe mich trotzdem als eine junge und attraktive Frau gefühlt. Fühle ich mich immer noch. Ich habe Monofokallinsen, die auf die Ferne eingestellt sind und hatte null Probleme mit künstlichen Linsen an sich.

    Die Augen wurden etwas trockener nach dem Linsenaustausch, ja, aber ohne Drucksenker war das gut erträglich. Meine Hornhaut und Brillenwerte ändern sich auch, aber auch das hält sich in Maßen.


    Also der ambulante Linsenaustausch war so eins der schönen Erfahrungen mit meinen Augen, ging schnell, ich konnte am nächsten Tag nach langjäriger Kurzsichtigkeit plötzlich gut sehen.

    Mein Glaukom kam erst 6 Jahre später und hat eine andere Form, in Bezug auf das Engwinkelglaukom kann ich also nichts sagen.


    Aber an sich muss du jetzt künstliche Linsen nicht wie eine vorzeitige Verschiebung ins Rentenalter vorstellen. Man kann damit sehr gut leben, feiern, sich jung fühlen und Sport machen. Daten auch! :oD

    Hätte ich nicht diese blöden Nebenwirkungen von den Drucksenkern, die mein Leben verderben, wäre ich sehr zufrieden mit meinen künstlichen Linsen und meiner Sehkraft.


    Liebe Grüße,


    Jona

  • Hallo Jona

    Danke für deine Antwort und echt lieben Worte. Die muntern ein wenig auf.

    Die Info, dass das sehen wie bei einem Mitte 60 Jährigen ist, hatte ich mal von einem Augenarzt bekommen, bei dem ich vor einigen Jahren mal zur Vertretung war... Ich kenne bisher niemanden, der eine Kunstlinse trägt, daher habe ich das erstmal als gegeben angenommen. Die Aufklärung im Klinikum Heidberg war auch erstmal rudimentär, allerdings hätte ich glaube auch nicht viel mehr aufnehmen können. Daher war das vom Chefarzt vielleicht gar nicht schlecht, mich nicht mit Informationen zu zu bombardieren. Deswegen versuche ich mich jetzt Stück für Stück zu informieren.

    Ich kann mir nicht vorstellen, wie das mit einer Kunstlinse ist. Es ist jedenfalls erleichternd, dass das Sehen wohl nicht sooo schlecht wird (wenn alles gut geht)


    Zu Kunstlinsen an sich habe ich mir mittlerweile ein paar Studien und eine Dissertation durchgelesen. Ich finde die Tecnis Symfony sehr interessant und muss dazu wohl nochmal ein Gespräch mit den Ärzten haben.


    Ich denke trockenere Augen als mit den momentanen Drucksenkern kann ich gar nicht bekommen. Ich muss 1-2 mal die Stunde benetzen. In der Nacht dann 2-3 mal insgesamt (da nehme ich ein Gel).


    Aber ich denke mit dem Daten wird das nichts mehr bei mir... Mein Mann würde mich wohl berechtigterweise Steinigen oder so :-P. Ich hoffe allerdings, dass ich dann wieder mit gutem Gewissen tauchen gehen kann. Das hat mir im letzten Urlaub gefehlt.


    Liebe Grüße aus Hamburg,

    Kai

  • Kai, ich hatte ich November eine Katarakt-OP und somit jetzt auch monofokale Kunstlinsen. Davor hatte ich -12,5 Dioptrien, jetzt sind es -2,5. Das ist natürlich toll, denn ich komme im Haus auch mal ohne Brille zurecht. Lesen kann ich prima ohne. Nun habe ich auch eine Gleitsichtbrille, damit ich in allen Entfernungen gut sehen kann.


    Vor der OP hatte ich kaum Altersweitsicht, deshalb ist das schon eine Umstellung. Aber mit der Gleitsichtbrille ist es okay. Für PC u.ä. habe ich noch eine Einstärkenbrille. Inzwischen kann ich auch wieder Kontaktlinsen tragen und habe mir multifokale Tageslinsen zugelegt. Damit sehe ich auch recht gut in allen Bereichen.


    Dich würde man vermutlich auf die Ferne einstellen, dann bräuchtest du eine Lesebrille oder eine Arbeitsplatzbrille (auch Gleitsicht). Tauchen wäre sicher kein Problem, da musst du ja normalerweise nicht so deutlich ganz nah sehen können.


    Meine Augen wurden durch die Katarakt-OP noch trockener, aber so langsam normalisiert es sich wieder.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo DieDa

    Also scheint bei dir auch alles gut soweit zu sein. Das stimmt mich jedenfalls etwas optimistischer :-)


    Jaju:

    Das ist nicht so pauschal zu beantworten. Grundsätzlich heißt es dazu nein. Ich hatte dazu Kontakt mit einem Tauchmediziner, der auch Augenarzt ist (gar nicht so leicht zu finden). Er sagte mir, wenn der Sehnerv keinerlei Beschädigung aufweist, der Druck unter Kontrolle ist und ein Winkelblock/Glaukomanfall auszuschließen ist (wie z.B. nach einer Iridotonie, die noch offen ist), wäre es möglich zu tauchen. Bis 2018 habe ich das auch noch ohne Probleme getan. Erst als 2019 mein Druck wieder anstieg, habe ich Abstand davon genommen.

    Ich muss aber nochmals erwähnen, dass ich kein Glaukom habe, da mein Sehnerv keinerlei Druckschaden hat. Ich habe „lediglich“ einen erhöhten Augeninnendruck.

  • Wenn man nicht tauchen darf, kann man immerhin schnorcheln. Ist auch toll, finde ich.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Hallo,


    ich muss hier etwas korrigieren, meine Kunstlinsen sind auf die Näne eingestellt, also die "kurzsichtige" Variante. Ich bin aber damit sehr zufrieden.


    Noch trockener, in Bezug auf die Augen, geht leider immer.

    Bei Interesse kannst auf facebook die Gruppe mit den Trockenen Augen suchen und schauen, welches Ausmaß dieses Problem bei manchen Menschen annehmen kann. Manche sind kurz vor dem Suizid.

    Aber wir werden ja hoffen, dass bei dir alles gut verläuft. Das Risiko sollte man, meiner Meinung nach, trotzdem im Auge behalten.

    Ich habe in jungen Jahren Kontaktlinsen getragen und vermisse sie unheimlich seit den Katarakt-OPs. Multifokale KL wollte mein Gehirn nicht akzeptieren, ich sehe damit unscharf und mich ärgert es dann total, wenn ich nicht mal die Speisekarte lesen kann. Mit Glaukom und Sicca kann ich das wohl ganz vergessen.


    Man sollte auch bedenken, dass die multifokalen Linsen an sich keinen guten Visus gewährleisten können um Gegensatz zu den monofokalen Linsen.


    Tauchen gehe ich nicht, in die Sauna auch nicht, ist mir zu riskant, aber damit kann ich gut leben.


    Mit freundlichen Grüßen


    Jona

  • Hallo!

    Darf man tauchen mit Glaukom????


    Jaju:

    Das ist nicht so pauschal zu beantworten. Grundsätzlich heißt es dazu nein. Ich hatte dazu Kontakt mit einem Tauchmediziner, der auch Augenarzt ist (gar nicht so leicht zu finden). Er sagte mir, wenn der Sehnerv keinerlei Beschädigung aufweist, der Druck unter Kontrolle ist und ein Winkelblock/Glaukomanfall auszuschließen ist (wie z.B. nach einer Iridotonie, die noch offen ist), wäre es möglich zu tauchen. Bis 2018 habe ich das auch noch ohne Probleme getan. Erst als 2019 mein Druck wieder anstieg, habe ich Abstand davon genommen.

    Ich muss aber nochmals erwähnen, dass ich kein Glaukom habe, da mein Sehnerv keinerlei Druckschaden hat. Ich habe „lediglich“ einen erhöhten Augeninnendruck.

    Das kommt auf den Zustand der Sehnerven an, ja.


    Was man beachten sollte ist, dass man nicht zu tief taucht, da der Druck wohl auch von außen mit jedem Meter tiefer höher wird.


    Viele Grüße
    Sabine

  • Einen schönen Sonntag zusammen,

    Zum Tauchen: wenn ich tauchen gehe, dann sowieso nicht tiefer als 19m. Klar, steigt der Druck von außen mit jedem Meter, aber gefühlt ist 19m noch nicht so tief. Meist ist man ja nur wenige Minuten bei 19m und taucht dann langsam wieder hoch. Am schönsten sehen die Farben so bei max. 10 m aus. Auch nehme ich vorher immer noch drucksenkende Tropfen.


    Ich war am Freitag nochmal bei meiner lokalen Augenärztin. Sie war jedenfalls schonmal sehr froh über die Ergebnisse der Untersuchung. Denn Gesichtsfeld und Sehnerv sind weiterhin einwandfrei. Das freut mich auch jedesmal zu hören. Allerdings war Sie von der geplanten Therapie gar nicht angetan. Sie sagte, dass die OP durchaus Langzeitfolgen haben kann, die man bedenken sollte. So ist es wohl nicht selten, dann man nach langer Zeit (> 10 Jahre) ein Makulaödem bekommen kann, da diese einer erhöhten UV Strahlung ausgesetzt ist. Außerdem kann sich durch die neue Anatomie des Auges die Netzhaut ablösen und noch vieles mehr. Also Sie findet die Katarakt OP bei einem Engwinkel-Glaukom grundsätzlich einen guten Weg mit wenig Nebenwirkungen, aber bei einem jungen Menschen mit sonst einwandfreiem Auge würde Sie aufgrund der möglichen, nicht leichten Nebenwirkungen von der OP eher abraten. All die möglichen Langzeitfolgen wurden mir im Krankenhaus natürlich nicht gesagt. Ich finde sowas immer etwas deprimierend, ich möchte schon wissen was passieren kann. :-/

    Auch war Frau Dr etwas überrascht, dass die im Krankenhaus ein Winkelblock Glaukom diagnostiziert haben. Ich hatte in der Eingangsuntersuchung (hatte bereits zwei Tage keine halbe Glaupax mehr genommen) einen Druck von 26/19 (la, ra) und der ging nach den Tropfen zum Weitstellen auf 32/29. Sie meinte bei einem wirklichen Winkelblock hätte der Druck stärker steigen müssen. Naja, wie auch immer.


    Der Plan jetzt ist:

    Ich habe in zwei Wochen eine Termin im UKE. Einfach für eine Zweite Meinung. Meine Augenärztin meinte wohl, die werden mir vermutlich die tiefe Sklerektomie empfehlen (ich bin mal gespannt ob Sie recht behält).

    Frau Dr. selbst ist überzeugt, dass ein Xen Gel Implantat die beste Alternative wäre, da man die Anatomie des Auges nur minimal ändert und die OP im schlimmsten Fall reversibel ist (Röhrchen raus und es ist wie vorher). Sie möchte mir da noch ein paar Ansprechpartner in Hamburg und einen Spezialisten in Düsseldorf nennen. Ich habe ja zum Glück keinen Zeitdruck.


    Zwischenstand zur Medikation: im Moment nehme ich zu den Tropfen (Clonid 2x und <monoprost 1x) wieder eine halbe Glaupax pro Tag. Mein Körper mag das Zeug einfach nicht. Müdigkeit, häufiges Wasserlasen, leichte Missempfindungen und ganz neu, abendliche (leichte oder besser gesagt kurze) Bauchkrämpfe. Ich denke einen Monat werde ich das durchhalten. Aber definitiv nichts für die Dauer.


    So weit das Wort zum Sonntag. Ich halte euch auf dem Laufenden

    Grüße

    Kai

  • Hallo Jaju

    Irgendwie kommt das in Krankenhäusern und großen Praxen mit viel Durchsatz meist zu kurz. Am „Geld“ kann es nicht liegen, denn an mir als PKV Versicherten verdienen die sich ja allein schon bei den Untersuchungen eine goldene Nase. Ich denke, das liegt an der Fließbandarbeit. Gefühlt verlieren viele Ärzte irgendwann den Bezug zum Patienten und sehen das alles zu technisch. Ich bin froh, dass meine lokale Augenärztin sich auch gerne mal die Zeit nimmt, mit mir 20 Minuten einfach zu reden, also über das fachliche Thema, aber mit Blick auf den Menschen.


    Danke, ich war ja schonmal im UKE und fand Frau Dr Klemm ganz nett. Dir auch viel Glück und Erfolg im UKE.

  • Hi kaipi -


    alles hat zwei Seiten. Der Austausch der körpereigenen Linse (meist um Katarakt zu beseitigen oder bei extremer Kurzsichtigkeit) ist eine OP am offenen Auge. Als Risiken fallen mir z.B. ein:


    - Nachstar (recht häufig einige Zeit nach OP, harmlos und leicht mit YAG zu beseitigen)

    - Infektion (kurz nach der OP, sehr selten, sehr gefährlich)

    - cystoides Makulaödem (gelegentlich einige Wochen nach der OP, i.d.R. gut wegzubehandeln)

    - Netzhautablösung (langfristig etwas erhöhtes Risiko, vor allem bei jungeren Menschen)


    Zum letztzen Punkt: bei älteren Menschen hat sich der Glaskörper durch altersbedingte Schrumpfungsprozesse schon von selbst von der Netzhaut teilweise abgelöst, so dass nach der Katarakt-OP hier weniger "Zug" ausgelöst wird. Wie groß dieses Risiko nun bei jungen Menschen wirklich ist - k.A., ich bin zB stark kurzsichtig und hätte durch meine ohnehin ausgedünnte Netzhaut hier sicher mehr Bedenken als ein Normalsichtiger (aber auch mehr Anreiz durch die Korrektur der Sehschärfe ;).


    Von lfr. erhöhtem Risiko eines Makulaödems hatte ich noch nicht gehört, good to know. Wundert mich etwas, weil doch die modernen Kunstlinsen heute im Ggs. zu früher alle mit einem extra UV-Filter ausgestattet sind.


    Der AID-senkende Effekt beim Austausch der körpereigenen Linse ist real, habe nur mal gelesen, dass das Ergebnis je nach Patient eine starke Schwankungsbreite hat.


    Sehschärfe nach so einer Operation, man hat drei Optionen:


    1. Monofokallinsen -> = ja, dann hast Du auf einen Schlag die Altersichtigkeit eines 80jährigen, da die Kunstlinse nicht akkomodiert. In der Ferne siehst Du aber immer noch gut, und ansonsten halt Gleitsichtbrille o.ä. Gibt Schlimmeres.


    2. Monofokallinsen + Monovision -> = man setzt im nicht-dominanten Auge absichtlich eine leicht "falsche" Linse ein mit leichter Kurzsichtigkeit ca. -1dpt. Dieses Auge übernimmt man die Nahsicht während das Führungsauge für die Fernsicht zuständig ist. Das Gehirn setzt dann nach etwas Gewöhnung trotzdem beide Bilder wieder in 3D zusammen. Am besten vorher 3 Monate am Stück mit Kontaktlinsen ausprobieren. Manche Leute vertragen das gar nicht, für andere klappt es super. Aka Goetheblick.


    3. Multifokallinsen -> = im Grunde Gleitsichtbrille im Auge (heute bis 4 Zonen, ganz toll). Du siehst nah wie fern, aber zu Lasten von Kontrast sowie Schärfe in der Mitteldistanz. Bei fortgeschrittenem Glaukom setzen Ärzte diese Linsen i.d.R. NICHT ein.


    Das mit dem Sehen hier ist auch subjektiv, es hängt ganz stark davon ab "wo man herkommt". Ein vorher extrem Fehlsichtiger würde wohl eher Kompromisse eingehen, und so überwältigt vom neuen Visus sein dass die Nachteile weniger ins Gewicht fallen. Und als Kurzsichtiger würde einem der Verlust der Nahsicht (in Option #1) eher auffallen als als vorher Weitsichtiger.

  • Der Austausch der körpereigenen Linse (meist um Katarakt zu beseitigen oder bei extremer Kurzsichtigkeit) ist eine OP am offenen Auge.

    Nein, eine Op am offenen Auge ist das zum Glück nicht. Das Auge wird ja nicht aufgeschnitten. Es wird nur ein ganz kleiner Schnitt in die Hornhaut gemacht.


    Die Gefahr der Netzhautablösung ist auch bei stark Kurzsichtigen erhöht, da schon durch den langen Augapfel ein verstärkter Zug an der Netzhaut besteht.


    Eine verstärkte Gefahr für ein Maculaödem haben Diabetiker, da kann man nach der Op zur Vorsorge antientzündliche Augentropfen geben (Nepafenac oder Voltaren). Ich habe die auch bekommen, zwar kein Diabetes, aber auf meinen Wunsch hin.




    Der Nachstar ist eigentlich kein Star, also kein Katarakt, da die Linse ja raus ist. Bei der Op bleibt die hintere Linsenkapsel drin und die Zellen können manchmal auswachsen und die Sicht trüben. Das wird dann weggelasert.


    Nach der Katarakt - Op kann es zu einem trockenen Auge kommen oder ein schon vorher bestehendes trockenes Auge kann sich noch verschlimmern. Das ist bei mir leider auch der Fall. Manchmal bessert sich das im Laufe der Zeit wieder, manchmal auch leider nicht.


    Man sollte sich nach der Op möglichst keine konservierungsmittelhaltigen Augentropfen verordnen lassen, da auch das Benzoylalkoniumchlorid ein trockenes Auge hervorrufen kann.


    Man sollte vor der Katarakt - Op nicht in katastrophierendes Denken verfallen, insgesamt ist das eine risikoarme Operation

    und wird ja nur durchgeführt, wenn sich dadurch für das Sehen eine wesentliche Besserung ergeben kann.


    Aus Angst vor Nebenwirkungen muß man nicht von der Op Abstand nehmen, wenn eine medizinische Notwendigkeit dafür besteht.