Glaukom und Sport

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  • Hier ein Link zu einem Artikel zum Thema "Glaukom und Sport"


    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30315900/


    Ich fasse das mal zusammen:


    Bei sportlich aktiven Menschen zwischen 40 und 81 Jahren trat Glaukom seltener auf als bei sportlich inaktiven Menschen.


    Fahrradfahren und Laufen senkt den Augendruck, die Wirkung hält 10 Minuten bis 2,5 Stunden an.


    Bei Glaukompatienten

    haben 1000 zusätzliche Schritte pro Tag nur eine minimale Auswirkung auf den jährlichen Sehverlust. Dieser Vorteil beträgt nur 0,007 dB (statistisch gesichert).


    D.h.: Für eine schützende Wirkung müßten Glaukompatienten zusätzlich 5000 Schritte pro Tag gehen oder zusätzlich pro Tag 2 Stunden eine körperliche Tätigkeit ausüben,

    um eine jährliche Gesichtsfeldverschlechterung um 10% zu reduzieren.

  • Hallo malve!

    Wie kommst Du zu diesen Aussagen?

    Diese sind nicht in dem von Dir verlinkten Text enthalten.


    Dort heißt es "Insgesamt waren 141 Teilnehmer (mittleres Alter, 64,9±5,8 Jahre) eingeschrieben. "....



    Gruß

    Sabine

  • Hallo malve!

    Mir ging es um Deine Aussage "Menschen zwischen 40 und 81 Jahren....".

    Ich muss Tomaten auf den Augen haben... ich kann es nicht im Text finden.



    Dass Bewegung generell gut ist, ist ja nichts Neues!



    Viele Grüße

    Sabine

  • Liebe Sabine,

    schau auf den letzten Link (gelbe Liste) unter Hintergrund. Da heißt es im 1.Satz


    "Die DOG verweist auf die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie an 9519 Männern und Frauen zwischen 40 und 81 Jahren".


    Gruß Malve

  • Hallo Malve!

    Ah ... jetzt.... ja... jetzt habe ich es endlich gefunden... danke!:thumbup:



    Gruß

    Sabine

  • Vielen Dank für diesen Artikel!


    Ich treibe Kraftausdauersport (Langhanteltraining Bodypump, geringe Gewichte bis max. 40 kg und viele Wiederholungen), fahre (im Sommer) Mountainbike und rudere (im Winter) auf einem Rudergerät. In der Woche bringe ich es auf 3-6 Sporteinheiten. Ich freue mich zu lesen, dass Sport bei Glaukom eher gut und nicht schädlich ist. meine Augenärzte haben mir jedoch auch schon immer wieder bestätigt, dass Sport sich nicht negativ auswirkt. Ich werde nun dennoch versuchen, meine Ausdaueranteile und tägliche Schrittleistung etwas zu erhöhen.

    Glaukom, Gesichtsfeldausfälle rechts, links: Gesichtsfeld ohne Ausfälle aber bereits Sehnerv angegriffen, Kanaloplastik mit neuer Linse an beiden Augen (Feb. und März 2021)

  • Hallo Malve,

    das ist wirklich ein interessanter Hinweis!


    Allerdings entnehme ich dem noch eine wesentliche Einschränkung: Die Aussage bezieht sich auf Aeroben Sport.


    Um Näheres für sich persönlich in Erfahrung zu bringen, rentiert es sich aus meiner Sicht, einen individuellen Laktat-Test zu machen. Das kann man in jedem besseren Sportstudio durchführen lassen.


    Damit bekommt man einen Überblick hinsichtlich des Pulsbereichs, bei dem man sich im aeroben Bereich bewegt. Der reine Aerobe Bereich geht ab 4 mmol/l Laktat in den Mischbereich zum Anaeroben über.


    Bei mir beginnt der Übergangsbereich so um die 110 Schläge/min. In diesem Range kann ich (Nordic-) Walken, moderat Radfahren (Flachland) und Schwimmen. Schnelles Laufen (Joggen) führt schon direkt zu höheren Werten.@ Katzenmama, Du dürftest da mit Deinem Job wirklich ideal liegen.


    Möglicherweise spielen hier noch andere Effekte eine Rolle, zum Beispiel die maximale Sauerstoffaufnahme des Blutes während der sportlichen Übung (das. sog. VO2-Maximum). Das kann man messen, letztlich steckt dahinter, ob man auf Ausdauer trainiert ist.


    In Bezug auf verschiedene Yogaübungen habe ich auch mit einigen Ärzten gesprochen. Kopfstand und "Herabschauender Hund" sind aber sicherlich nicht die günstigsten Positionen bei hohem Augendruck.


    Auf jeden Fall halte ich es für sinnvoll, beim Sport den aktuellen Puls via Smartwatch im Auge zu behalten.

    Rein gefühlsmäßig und mental tut es mir sehr gut, Sport zu treiben.


    Herzliche Grüße

    wolfi

  • Hallo Wolfi,

    Danke für die Erinnerung an den Artikel. Ich hatte ihn schon wieder vergessen. Wegen Corona laufe ich jetzt sowieso viel mehr, Fitnesscenter ist ja noch geschlossen.

    Ob die Berücksichtigung weiterer Parameter, wie z. B. Laktat bei Glaukom sinnvoll wäre, wurde ja leider noch nicht untersucht. Es wurde auch noch nicht berichtet, ob die allgemeine Fitness ,also die maximale Sauerstoffaufnahme, in Beziehung zur Verbesserung der Glaukomprognose steht.

    Offensichtlich wurde nicht geprüft, wie lange die Teilnehmer für die 5000 Schritte brauchten und wie der Puls war.


    Da fällt mir ein, dass es eine Cardiostudie gibt und da wurde gezeigten, dass bei älteren Menschen ein Überlebensvorteil erreicht wird durch Steigerung der Schrittzahl , das waren 4500 Schritte und die Gehgeschwindigkei spielte da keine Rolle.


    Das würde gegen deine Laktattheorie sprechen, aber alles reine Theorie .

    Erst mal gilt, es ist die Schrittzahl, die zählt. Und aktiv bleiben sowieso.

    Beste Grüße Malve

  • Danke Malve!!
    Hier der vollständige Artikel.


    wie ich das sehe, steht leider nichts zu NDG und niedrigem Blutdruck drin :( Habs aber nur überflogen.

    Da gabs ja hier mal den Beitrag zu.


    Ich würde sehr gern wieder Ausdauersport machen (laufen gehen), gern auch so richtig schön anstrengend mit schwitzen und so. Bin aber verunsichert durch die Empfehlung von Prof. Strempel.

    Meine Hausärztin meinte, durch den Sport wird die Durchblutung generell angeregt und neue Gefäße werden gebildet. Man solle auch individuell schauen, was gut tut und geht.

  • Hier der vollständige Artikel.

    Hallo Minervula,

    nein zu niedrigem Blutdruck steht in dem Artikel nichts. Es waren ja auch alles ältere Leute, da spielt eher der hohe Blutdruck eine Rolle.

    Frau Prof. Strempel gibt ja ganz klare Empfehlungen zu Ausdauersport bei NDG.

    Allerdings begründet sie das "mit der vegetativen Dysregulation, zu der viele Patienten mit NDG neigen würden.


    Vegetative Dystonie ist ein sehr veralteter Begriff, wird heute nicht mehr verwendet. Heute ist viel von der primär vasculären Dysregulation die Rede, was im Einzelfall aber auch immer durch entsprechende Untersuchungen nachzuweisen wäre.


    Wenn man über Sport und Hypotonie recherchiert, wird durchaus Ausdauersport empfohlen wie Nordic walking.


    Mit dem "richtigen Auspowern" wäre ich vorsichtig. Wenn der Puls sehr hoch geht oder dir schwindelig wird, oder Du sehr müde nach dem Sport wirst, hast Du es vielleicht übertrieben.

    Dann bekommt das Gehirn zu wenig Blut und das könnte sich auf die Augen auswirken.


    Aber ich sehe nicht, was dagegen spricht, den Kreislauf schonend in Schwung zu bringen.


    Ich würde mir wohl erst mal man ein Tagesdruckprofil erstellen (also alle 2 Stunden Blutdruck und Puls messen) und dann am nächsten Tag direkt nach dem Sport schauen, wie der Blutdruck ist, und alle halbe Stunde nachmessen.


    Dann wirst Du ja sehen, was Du verträgst.

    Gruß Malve

  • Ich bin sicher, mein Gesichtsfeld wäre nicht so katastrophal, wenn ich mich nicht jahrelang im Sportbereich ausgepowert hätte. Der Blutdruck war nämlich danach im Keller. Leider wusste ich damals weder von meinem Glaukom noch von den möglichen Folgen.


    Mäßiger Sport wie wandern, Gymnastik, auch Training mit leichten Gewichten (wobei bei mir nicht 40 kg dazu zählen, eher nur 1,5 kg) tut mir dagegen sehr gut. Es wird kein Druck aufgebaut, aber der Kreislauf bleit im Schwung und fällt auch nachts nicht total ab.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • Herzlichen Dank für Eure Kommentare,

    ich vermute für mich folgende Sachverhalte:


    1. Ausdauersport im moderaten Pulsbereich (für mich ca. 100-120 beats/min) dürfte bei Glaukom günstig sein, bzw. sich nicht negativ auswirken. Das wurde mir so von meinen Augenärzten (Hausaugenärztin, Glaukomspezialist und Fachärzte in der Uniklinik) einhellig bestätigt.


    2. Die Maßstäbe für das Ausdauerlevel des Körpers sind sehr individuell. Hier sollte man sich selbst Klarheit verschaffen. Vielleicht helfen hier dem Einzelnen so Dinge wie Laktattest oder V02-Maximum. Diese Werte bzw. deren einfache Ermittlung (z.B. über eine Smartwatch) waren zu der Zeit, als Frau Prof. Strempel ihr Buch geschrieben hat meines Wissens nach noch nicht sehr praktikabel.


    Frage: Es gibt doch eine Glaukomsprechstunde bei Prof. Jonas. Wäre es eine Idee, die Frage nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft in Bezug auf sportliche Aktivitäten, von Ausdauersport bis zu Yoga, dort einzuspielen?


    Herzliche Grüße, schöne Osterfeiertage und bleibt virenfrei....

    wolfi

  • Hallo Wolfi!


    Ja, das ist tatsächlich immer alles eine individuelle Sache. Wir sind halt alles Individuen.

    Frage: Es gibt doch eine Glaukomsprechstunde bei Prof. Jonas. Wäre es eine Idee, die Frage nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft in Bezug auf sportliche Aktivitäten, von Ausdauersport bis zu Yoga, dort einzuspielen?

    Wenn Du das möchtest rufe ihn an. Im Mai ist ein Termin bekannt.


    Viele Grüße

    Sabine