Angst vorm Erblinden

  • Hallo zusammen. Ich bin neu hier obwohl ich seit vielen Jahren Sekundärglaukom habe und auf dem linken Auge auch bereits dadurch erblindet bin.

    Bisher hatte ich Kraft weiter zu machen.

    Seit Karfeitag diesen Jahres habe ich aif meinem "guten Auge" Probleme bekommen und seitdem bin ich in ein schwarzes Loch gefallen. Antidepressiva sind aufgrund des Glaukoms ausgeschlossen... habt Ihr Ideen/Tipps für mich wie ich wieder ins Leben zurückkomme?

    Herzliche Grüße

  • Hallo Nellina.


    herzlich willkommen hier im FORUM!


    Du bist als Neuling in einen fremden thread eingestiegen, macht nichts, aber eröffne bitte einen eigenen thread unter "Mitglieder stellen sich vor" oder besser gleich unter "Erfahrungsaustausch von Betroffenen" -.


    Mit deinen Angaben kann man so arllerdings kaum weiterkommen. Berichte bitte zunächst darüber, wieso du über ein Sekundarglaukom auf einem Auge erblindet bist und andererseits, welche Probleme jetzt mit dem akuten Auge hast.


    Was wurde bisher unternommen usw.


    Bitte schreibe wegen der vielen Sehbehinderten hier nur in Absätzen von max. 4-5 Zeilen, mit Leerzeile zwischen den Absätzen.


    Wir bemühen uns, dir zu helfen.


    Gruß!


    Senator

  • Hallo zusammen,

    Seit gestern bin ich hier und versuche mich nun zurecht zu finden.


    Im Dezember 2004 hatte ich Netzhautablösung am linken Auge. Es wurde operiert. Unter Gas fiel sie wieder ab sodass sie mit Silikonöl festgemacht wurde. Das hat zwar geklappt allerdings bekam ich aufgrund des Öls Sekundärglaukom..


    Nach ca. 30 OPs ist der Sehnerv kaputt und das Auge erblindet. Trotz der Erblindung und den Tropfen habe ich immer noch einen Augeninnendruck von ca. 35.


    Ich tropfe morgens und abends linkes + rechtes Auge Duokopt sowie linkes Auge Brimogen . Zur Nacht ins linke Auge auch noch Monoprost.


    Ich habe alles immer so weiter gemacht. Das rechte Auge hatte 80% und damit bin ich immer zurecht gekommen.


    Diesen Karfreitag hat nun mein gutes Auge angefangen Probleme zu machen. Ganz plötzlich ist ein Hämatom auf der Netzhaut aufgetaucht. Plötzlich sah ich regenbogenfarbig und sehr sehr schlecht.


    Es begann der Gang ins Krankenhaus und das in der Coronazeit. Ich bekam drei Spritzen und konnte zwei Tage gar nichts sehen. Es war ganz furchtbar. Ich erkannte keinen Arzt oder Krankenschwester.


    Mit meinem Handy konnte ich nicht telefonieren. Und wegen Corona hatte ich keinen Kontakt zu meiner Familie und Freunden. Es war ganz furchtbar für mich. Vielleicht auch ein Schock.


    Nun lebe ich in ständiger Angst und bin in ein Loch gefallen. Leider kann ich aufgrund des Glaukoms keine Antidepressiva nehmen und weiss mir nicht zu helfen.


    Mittlerweile habe icj Angst alleine zu bleiben und würde am liebsten in ein Heim für Blinde gehen um dort auf den Tod zu warten. Aber so etwas gibt es leider nicht in NRW .


    Ich habe so viel Angst vor der Zukunft und keine Kraft zu kämpfen. Wie geht Ihr damit um? Könnt Ihr mir Tipps geben? Gibt es ein Leben als Blinde?


    Vielen Dank und schöne Grüße

    Nellina

  • Hallo Nellina!

    Willkommen im Forum.


    Ich habe Deinen Beitrag und Senators Antwort mal zu einem eigenen Thema gemacht.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Nellina,

    und würde am liebsten in ein Heim für Blinde gehen um dort auf den Tod zu warten. Aber so etwas gibt es leider nicht in NRW .

    Sowas gibt es erfreulicherweise auch anderswo nicht -.


    Auch ich bin durch Glaukom und Ops auf einem Auge blind und auf dem anderen habe ich noch ca. 25% Visus. Glaube also nicht, daß du allein wärest. Dabei ich bin ziemlich alt u. komme zurecht.


    Dein bisheriger Verlauf ist hart. Aber du hast ja offensichtlich einen recht brauchbaren Visus auf dem sehenden Auge. Wieviel ist denn das bitte?


    Liebe Grüße, sicherlich werden auch noch andere auf deine Situation eingehen!


    Senator

  • Hallo Nellina,


    aus deinen Beiträgen spürt man, dass du eine große seelische Not hast. Bei deinen Erlebnissen im Krankenhaus kann ich das verstehen. Vor so einer Situation hätte ich auch Angst. Nur mal so am Rande interessiert mich, ob es dann keine Beruhigungsmittel gibt?


    Nun bist du aber wieder zu Hause und leider ist die Angst mitgekommen. Hier gibt es zum Thema Glaukom deutlich kompetentere Leute als mich. Davon wird dir sicher noch jemand antworten. Ich denke, als erstes musst du etwas für deine Seele tun und wieder ruhig werden. Hast du denn die Diagnose "Depression" bekommen? Weil du schreibst, du darfst keine Antidepressiva nehmen. Ich habe den Eindruck, dass du panisch bist und Angstzustände hast. Das wären vermutlich andere Medikamente. Das muss aber ein Arzt ermitteln.


    Neben den Medikamenten gibt es noch verschiedene andere Methoden, um ruhiger zu werden. Vielleicht ist da etwas für dich dabei. Oder eine Psychotherapie zu machen. DAs solltest du schnell in Angriff nehmen. Eine ständige Stresssituation ist für die Augen auch nicht gut.

    Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.


    Ein lieber Gruß


    memory

    Einmal editiert, zuletzt von memory ()

  • Guten Abend allerseits.

    Danke für Eure Antworten. In Berlin und Hamburg gibt es Wohnprojekte für Sehbehinderte und Blinde. Wenigstens steht es so im Internet.


    Mein Vusus rechts ist wohl bei 40 Prozent. Für mich ist es aber total schwierig mich mit dieser Situation klar zu kommen. Die Angst hat überhand genommen.


    Diagnose Depression ja. Angstzustände auch ja. Aber auch die Angstlöser sind gefährlich für Glaukom. Also nehme ich Johanneskraut und Lasea (Homophobisch) und bete zum lieben Gott dass er mir hilft.


    Wie schafft Ihr das? Woher nehmt Ihr die Kraft? Wird es irgendwann besser? Schaffe ich es auch?


    Gute Nacht und viele Grüße

    Nellina

  • Hallo Nellina,


    ich gehöre hier zu denen, die noch einen hohen Visus haben. Trotzdem sind auch mir schon ähnliche Gedanken wie dir gekommen, da ich teilweise extreme Ausschläge beim Augeninnendruck hatte. Gerade im vergangenen Jahr war es besonders schlimm, da ich längere Zeit auf eine OP warten musste. Mein AA wurde immer unruhiger und sagte einige Male, "wir befinden uns jetzt in einem Bereich in dem schnell etwas passieren kann".


    Ich denke nicht gern darüber nach, wie es mit einem sehr starken Verlust der Sehkraft für mich wäre. Das beunruhigt schon. Aber grundsätzlich bin ich eher der Typ, der abwartet und sich erst Sorgen macht/machen will, wenn die Probleme wirklich da sind. Das hilft mir sehr.


    Die Gelegenheiten. bei denen ich daran denke, dass ich im Ernstfall im Altenheim (wusste nichts von den Wohneinrichtungen für Blinde) vermutlich besser aufgehoben bin als zu Hause, liegen mehr im privaten Bereich, z. B. weil mein Mann gerne irgendwelche Schrankfächer umräumt und mich dann nicht informiert, wo ich die Gegenstände dann finde.


    Das bereitet mir schon heute Probleme oder dass er die Gewohnheit hat, mit lang in den Raum ausgestreckten Beinen auf dem Sofa zu sitzen. Dann kommt bei mir das Bild hoch, dass ich mit sehr schlechten Augen darüber stolpern würde. Oder auch, dass unser Garten so gestaltet ist, dass ich dort auch nicht sicher gehen könnte.


    Aber im allgemeinen lebe ich frei von diesen Ängsten, denn wir haben heute das Glück, dass längst nicht mehr so viele Menschen an einem Glaukom erblinden als in früherer Zeit. Die Medizin hat große Fortschritte auf dem Gebiet gemacht. Darauf baue ich auch für die Zukunft.


    Nicht zu unterschätzen ist auch der Austausch in diesem Forum. Das hat mir auch schon viel geholfen.


    Nellina, dir eine gute Nacht und lass der HOffnung in deinem Leben mehr Raum als der Angst.

    Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.


    Ein lieber Gruß


    memory

  • Hallo Nellina,


    was helfen kann ist Information. Viele Menschen haben ähnliche Vorstellungen über ein Leben nach dem Sehen

    was aber der Realität nicht unbedingt entspricht. Es ist nicht das Ende wie du meinst, man muss auch nicht in

    einem Heim leben.


    Bevor ich meine Ausbildung (IT) in einer Gruppe mit blinden und sehbehinderten Menschen machte hatte ich

    Vorstellungen wie sie wohl viele haben. Die meisten Menschen haben keinen Kontakt zu Menschen mit diesen

    Behinderungen, scheuen auch oft den Kontakt, sie haben Vorurteile. Du bist gerade dabei wegen dieser Voruteile

    dein Leben zu beschränken und in eine Sackgasse zu laufen.


    Die Psyche spielt beim Sehen eine große Rolle. Wenn ich Ängste habe, unter großem Stress stehe, sehe ich viel

    schlechter als normal. Das führt zu mehr Ängsten und am Ende zur Hoffnungslosigkeit und Depression.

    Antidepressiva kannst du nicht nehmen, schreibst du. Ich denke du brauchst auch etwas anderes.


    Im Forum gibt es viele Anregungen wie wir unserer Augen durch Änderungen in unserem Alltag, Anpassung unserer

    Ernährung, Bewegung, Stressreduzierung ... unterstützen können. Das ist nicht nur gut für die Augen, auch für den

    Körper gesamt und hat positive Auswirkungen auf die Psyche.


    Informieren dich was bei starker Sehbehinderung und Blindheit möglich ist, nutze die Beratung die u.a Verbände in

    diesem Bereich anbieten. Frage nach ob deine Vorstellungen wirklich der Realität entsprechen. Du schreibst von

    starken Ängsten und Depression. Es gibt Therapeuten die darauf spezialisiert sind , Psychotherapie ist eine gute Option.


    Ein früherer Mitschüler und Kollege ist auf einem Auge blind und hat auf dem anderen Auge einen Sehrest von 5%.

    Seit Jahrzehnten muss er tropfen wegen Glaukom. Ist sein Leben zu Ende, lebt er in einem Heim? Nein, er führt ein

    selbstbestimmtes Leben in einer Beziehung. All die Dinge die Menschen mit voller Sehkraft tun, macht er auch.

    Er nutzt technische Hilfmittel


    Ich wünsche dir, dass eine vielleicht kleine Änderung dir hilft aus der aktuellen Krise herrauszukommen.


    Liebe Grüße

    Pia

  • Liebe Pia, liebe Memory.


    Herzlichen Dank für Eure lieben Worte.

    Theoretisch weiss ich das alles aber ich kriege es nicht umgesetzt. Die Angst und das Gefühl des Allein seins überwiegt leider.


    Ich sage mir jeden Tag dass es weiter geht aber irgendwie akzeptiert es meine Seele nicht.


    Ich will es weiter versuchen. Danke Euch sehr.

    Liebe Grüße

    Nellina

  • Hallo Nellina!


    Nach ca. 30 OPs ist der Sehnerv kaputt und das Auge erblindet. Trotz der Erblindung und den Tropfen habe ich immer noch einen Augeninnendruck von ca. 35.


    Ich tropfe morgens und abends linkes + rechtes Auge Duokopt sowie linkes Auge Brimogen . Zur Nacht ins linke Auge auch noch Monoprost.

    Welche OP's waren das denn?


    Hast Du Schmerzen an diesem linken, blinden Auge mit Druck 35?

    Diesen Karfreitag hat nun mein gutes Auge angefangen Probleme zu machen. Ganz plötzlich ist ein Hämatom auf der Netzhaut aufgetaucht. Plötzlich sah ich regenbogenfarbig und sehr sehr schlecht.

    Woher kam das Hämatom? Konnte man das rausfinden? Nimmst Du blutverdünnende Medikamente?

    Es begann der Gang ins Krankenhaus und das in der Coronazeit. Ich bekam drei Spritzen und konnte zwei Tage gar nichts sehen. Es war ganz furchtbar. Ich erkannte keinen Arzt oder Krankenschwester.

    Was waren das für Spritzen?

    Mit meinem Handy konnte ich nicht telefonieren. Und wegen Corona hatte ich keinen Kontakt zu meiner Familie und Freunden. Es war ganz furchtbar für mich. Vielleicht auch ein Schock.

    Das erging leider ganz vielen Patienten so. Aber Telefonate wären sicher auch über das Stationstelefon möglich gewesne, bzw. hätte eine Schwester Dir am Handy helfen können.

    Ich habe so viel Angst vor der Zukunft und keine Kraft zu kämpfen. Wie geht Ihr damit um? Könnt Ihr mir Tipps geben? Gibt es ein Leben als Blinde?

    Ordne erstmal alles für Dich ein. Dein LA ist ja leider erblindet. Aber das RA hat ja noch guten Visus. Sieh nicht, was nicht mehr da ist, sieh das, was da ist.


    Lass Deinen Vitamin D (25-OH)-Spiegel, die Schilddrüsenwerte und Vitamin B12 im Blut überprüfen.

    Depressionen kann man auch bekommen oder verstärken sich, wenn da Mängel oder Fehlfunktionen vorliegen.




    Viele Grüße

    Sabine

  • Jetzt muss ich mal dazwischen fragen, Vitamin D wirkt sich auch auf den Druck aus? Ich hatte ja mein Vitamin D im Frühjahr testen lassen und war lt. Hausärztin unterhalb der Untervesorgung. Sie nannte es kathastrophal. Jetzt, nach Vitamin-D-Einnahme hatte ich im mittleren normalen Bereich. Mir geht es um einiges besser, was Energie und Konzentration, Denkfähigkeit angeht. Zu meinem großen Erstaunen hatte letztens einen so niedrigen AID-Wert wie schon sehr lange nicht mehr, 14 am rechten, schlechten Auge.


    Kann da tatsächlich ein Zusammenhang mit Vitamin D sein?

    Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.


    Ein lieber Gruß


    memory

  • Hallo memory!

    In erster Linie ist Vitamin D wichtig für die Psyche. Und darum ging es mir in meinem letzten Post.


    Das Vitamin D ist- insbesondere beim NDG- immer mal wieder in der Diskussion.


    Und Dein Erlebnis teile ich mit dem AID nach konsequenter Substitution.




    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    Gelegentlich habe ich Schmerzen im Auge oder Kopfschmerzen. Aber übel ist mir zum Glück nicht dabei.

    Auch das habe uch hinter mir bei eunem maximalen Druck über 50.


    Die Spritzen wg. des Hämatoms waren ein Medikament und Gas um den Fleck zu verschieben da er genau auf dem sehzentrum war. Das genaue Medikament ist mir nicht bekannt.


    Die 30 OPs dienten zur Augendrucksenkung. Z.B. absaugen des Silikonöls. Verstopfte Filter im Auge frei machen usw.


    Vitamin D ist wohl in Ordnung. Schilddrüse ist in Bearbeitung.


    Ich fühle mich sehr schlecht und weiss nicht weiter. Wie übersteht man diese Zeit? Wer kann mir helfen?


    Entschuldigt bitte meine negativen Aussagen aber ich brauche Hilfe und weiss nicht wer mir helfen kann....


    Viele Grüße Nellina

  • Erst mal denke ich, du und jeder andere hier hat auch ein Recht darauf Angst zu haben.


    Kann dir jemand Psychotherapie verschreiben?


    Ich finde ja immer, es ist hilfreich, sich über das zu informieren, wovor man Angst hat. Vielleicht über eine Blindenvereinigung. Es ist schon sehr beeindruckend, wie selbstbestimmt man auch damit leben kann. Vor längeren Jahren habe ich eine Ausbildung zur ganzheitlichen Gedächtnistrainerin gemacht. Dort haben auch viele Blinde mitgemacht, als Vereinsmitglieder, Trainer und auch auf Vorstandsebene.


    Eine andere Idee kam mir mal bei einnem Internetbeitrag über die Blindenschrift. Das System ist ähnlich wie ein 6er Pack Eier. Also so ein Paket nehmen, Tischtennisbälle rein und verschiedene Buchstaben legen. Dann mit den Händen spüren, wie der Buchstabe sich anfühlt. Einfach um zu erfahren, dass dieses Hilfe lernbar ist.

    Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.


    Ein lieber Gruß


    memory

  • vielen Dank memory.

    Ich habe einen Start mit einem Psychologen gemacht.

    Leider ist er völlig zu mit Patienten und versucht mir zwischendurch einen Termin zu ermöglichen.


    Er ist sehr nett und die Chemie stimmt auch aber die Treffen sind einfach zu wenig. Er versucht es und ich hane es angenommen weil andere noch weniger Patienten annehmen. Es ist echt schwierig.


    Ich würde sehr gerne stärker sein und mir erst Sorgen machen wenn es soweit ist, aber ich weiss nicht wie.


    Danke fürs Zuhören und ich in für jeden Tipp dankbar.

    Liebe Grüße

    Nellina

  • Theoretisch weiss ich das alles aber ich kriege es nicht umgesetzt.

    Hallo Nellina,

    oft ist leiden einfacher als handeln.

    Leider wird man dadurch noch einsamer, da die Mit-Leidensschaft

    der Mitmenschen irgendwann auch aufgebracht ist.


    Du wirst Dich also noch mal aufraffen müssen, aus Deiner Komfortzone herauskommen

    und Entscheidungen treffen müssen.


    Vielleicht kannst Du etwas von den Vorschlägen umsetzen, die Du hier erhalten hast.

    Vielleicht mußt Du auch Deinen eigenen Weg finden.


    Die Idee mit dem Wohneinrichtung für blinde Menschen ist doch nicht so übel.

    Zumindest kannst Du doch prüfen, ab wann man die Voraussetzung

    für die Aufnahme in so eine Einrichtung erfüllt und wie die Kosten sind.


    Auch die Idee, sich mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband in Verbindung

    zu setzen und dort dann vielleicht Mitglied zu werden, ist doch prima.

    Meine Schwägerin (erblindet durch Retinitis pigmentosa)

    ist dort Mitglied und hat dort eine schöne Gemeinschaft gefunden.


    Sie lebt übrigens noch im eigenen Haushalt und kommt gut zurecht.


    Dann gibt es doch auch im ganzen Land Krisentelefone, wo man kostenlos und anonym anrufen kann, wenn die Angst übermächtig wird und Dich zu ersticken droht.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du uns demnächst berichten würdest, ob und wo Du

    für Dich hilfreiche Informationen oder gangbare Wege entdeckt hast.

    Davon hätten wir dann alle etwas.


    Mit den besten Grüße - Malve

  • Hallo liebe Nellina,

    ich habe das große Glück, dass trotz Glaumkom-Diagnose 2004, bei mir alles stabil ist.

    Meine Sehnerven sind aber fast randständig excaviert.

    Ich kann deine Angstsituation dennoch sehr gut nachfühlen.

    Meine Angst vor dieser Krankheit, bei der es eben auch zur Blindheit führen kann, ist bei mir so stark ausgeprägt,

    dass ich schon 2 x sehr, sehr psychisch krank war.

    Nichts ging mehr. Mein Kopf hat nur noch diesen Gedanken an Blindheit gehabt und

    die dazugehörigen körperlichen Symptome durchgehend fühlbar.

    Ich habe dazu einen schweren Weg hinter mir. Ja, und trotz Angstzuständen oder eben auch deshalb, nehme ich Antidepressiva.

    So ist mein Weg und ich bin, nachdem es mir wieder recht gut geht, dankbar dafür.

    Möchte dir nur mit auf den Weg geben, wenn es zu schlimm wird für dich, spreche mit deinem Arzt.

    Auch auf diesem Gebiet gibt es inzwischen verschiedene Medikamente.

    Mich triggert die Angst immer wieder an, das ärgert mich so richtig, denn eigentlich könnte ich doch entspannt sein.


    Aber man kann diese sch... Angst nicht einfach abschalten.

    LG

  • Liebe Monika60.

    Vielen Dank für Deine Antwort. Ich weiss jetzt ich stehe mit meinen Gefühlen nicht alleine da. Für alles gibt es eine Lösung. Jedoch kann Angst Dich lähmen...

    Ich will es weiter versuchen dagegen anzugehen und hoffe es zu schaffen so wie ihr alle es svhafft.. Danke und liebe Grüße

    Nellina

  • Lieber Malve, danke auch Dir für Deine Worte. Ich freue much für Deine Schwägerin dass sie so gut klar kommt und wünsche ihr alles Gute.


    Ich denke nicht, dass ich mich in einer Komfortzone aufhalte sondern wie bereits erwähnt die Angst die Oberhand gewonnen hat und mich blockiert.


    Ich versuche seit zwei Monaten da rauszukommen und mir helfen zu lassen aber es ist sehr schwer. Gerade jetzt in dieser Coronazeit ist alles noch komplizierter.


    Ich habe bereirs einige Deiner Vorschläge ausprobiert aber bisher erfolglos. Ich versuche zu kämpfen und hoffe dass alles gut wird.


    Viele Grüße Nellina

  • Hallo Nellina!

    Die 30 OPs dienten zur Augendrucksenkung. Z.B. absaugen des Silikonöls. Verstopfte Filter im Auge frei machen usw.


    Vitamin D ist wohl in Ordnung. Schilddrüse ist in Bearbeitung.

    Waren denn da auch drucksenkende OP's im klassischen Glaukomsinne mit dabei? Wenn ja, welche?


    Wie wird die Schilddrüse abgeklärt?

    Ich fühle mich sehr schlecht und weiss nicht weiter. Wie übersteht man diese Zeit? Wer kann mir helfen?


    Entschuldigt bitte meine negativen Aussagen aber ich brauche Hilfe und weiss nicht wer mir helfen kann....

    Wie übersteht man diese Zeit? Nun... man informiert sich, damit man verstehen kann. So kannst Du die Befunde einordnen und kannst Deine Angst vielleicht in den Griff bekommen.

    Sonst gibt es Selbsthilfegruppen für Angststörungen oder auch für Glaukom.


    Am besten scheint mir auch eine Therapie

    Ich habe einen Start mit einem Psychologen gemacht.

    Leider ist er völlig zu mit Patienten und versucht mir zwischendurch einen Termin zu ermöglichen.


    Er ist sehr nett und die Chemie stimmt auch aber die Treffen sind einfach zu wenig. Er versucht es und ich hane es angenommen weil andere noch weniger Patienten annehmen. Es ist echt schwierig.

    Ruf bei Deiner Krankenkasse an udn bitte um Vermittlung zu einem Therapeuten. Vielleicht passt es da ja auch. wenn die Krankenkasse sich da nicht rührt, dann bitte bei der Terminvermittlungsstelle Deines Bundeslandes anrufen. Die sollten Dir helfen können.

    Einen Versuch ist es wert! So kann es ja jedenfalls für Dich nicht bleiben!



    Viele Grüße

    Sabine

  • Ja, liebe Sabine, hallo Ihr anderen,

    aber je nach Wohnlage-/Gebiet läuft es aber so mit Therapeuten.

    Und wenn man/dann noch zufällig das Glück haben sollte einen "geeigneten" gefunden zu haben, dann hängt es spätestens dann, wenn es um die mangelnde Sehfähigkeit geht, die nämlich für den gut sehenden im Regelfall nicht nachvollziehbar ist. Bei meinem Psychotherapeuten/Schmerztherapeuten war es so. So sein Gedanke, ich möge doch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen..... Klar, kein Problem, als ich noch Brimonidin eingenommen habe war ich max. 7 Stunden am Tag wach. In dem Ort in dem ich lebe gibt es nicht mal einen Laden, Öffis kann man ebenfalls vergessen. Gute Gedanken - aber weg von der Realität!


    Davon mal abgesehen ist eine Fahrt zum Therapeuten mit Öffis nicht möglich, per Taxi nicht finanzierbar (trotz Antrag des Psychotherapeuten auch nach Widerspruch Kostenübernahme der Krankenkasse abgelehnt trotz mittelschwerer Depression). Bevor ich diesen Therapeuten gefunden hatte habe ich mehrfach die Krankenkasse mhplus um Hilfe gebeten. Die nächsten Hilfsangebote waren rund um die 100 km entfernt von Therapeuten, die ich nie erreicht hätte. Schön, wenn Ihr Hilfestellungen erhalten habt, ich selber kann diese leider nur suchen. Das geht weiter mit den OP-Transportkosten zur Nachstar-OP. Da reichte nicht mein Transportschein vom Augenarzt, nein ich hätte noch einige Seiten Fragen beantworten sollen.....

    An dem Tag hatte Gott sei Dank eine Freundin frei und hat Taxi gespielt.


    Der Freundeskreis, der mangels Mobilität kleiner wird kann im Regelfall (weil alle arbeiten) auch nicht die Beförderung übernehmen. Antidepressiva habe ich bspw. abgesetzt wegen dem Augeninnendruck. Fand auch die Unterstützung des Psychachters, weil er der Meinung war, die meisten Depressiva erhöhen den Blutdruck bzw. sind ungünstig für den Augeninnendruck. Leichter wird es dadurch nicht.

    Ich bin beim VDK eingetreten, würde das zwar eigentlich gegen den Blindenverband eintauschen, aber auch da habe ich keine Chance hin zu gelangen.


    Nun, in Sachen regionaler Augenarzt hat sich jede Erklärung erübrigt, weil diese eine Praxis rund um 30 im überfordert ist. Auch nicht in der Lage sind per Applination den Druck zu bestimmen und für Brimonidin einen eventuellen Ersatz zu stellen. Brimonidin und Duokopt bringen meinen Blutdruck auf unter 100 zu 60, dafür den Puls dann auf 145.... Eine Augenentzündung mit extremer Blendung seit 2 Jahren ist nun weg, nachdem ich das Medikament eigenmächtig abgesetzt habe (nach SLT, die wohl erfolgreich war)....


    Ich selber muss zum Thema sagen "wie übersteht man das alles" ich kämpfe Tag für Tag. Versuche mich kundig zu machen und muss im Fall meines regionalen Augenarztes selber den Weg vorgehen und hoffen, dass dieser dem Weg zustimmt. Eigene Ideen gibt es dort nicht.... Vielleicht auch nicht den Wunsch Verantwortung zu tragen.

    Während Corona ist auch Uni Würzburg derzeit keine Option.


    Ich selber lebe alleine, mit Mini-Rente am Rand der Peripherie in einem abgelegenen Haus, für das ich die Miete aus der Rente gerade bestreiten kann. Mir persönlich hilft nur das Wissen, dassichfür meine Tiere durchhalten muss, ansonsten hätte ich schon aufgegeben.


    Gruß von Katzenstube

    OP Cataract re und li (rechts erblindet)
    Zyklophotokoagulation re und li, SLT links, rechts, Nachstar links

    Einmal editiert, zuletzt von Katzenstube ()

  • Hallo Katzenstube,


    vermutlich gibt es im Forum nur wenige Menschen die keine Hürden überwinden müssen wenn sie

    etwas ändern wollen. Was du von deinen Lebensumständen schreibst ist sicher schwer, aber ist es

    an dieser Stelle hilfreich?


    Vielleicht machen du oder andere das was du beschreibst zu einem eigenen Thema. Hier dachte ich

    es geht eher aufzuzeigen was hilfreich ist.


    Viele Grüße

    Pia

  • deshalb liege Pia habe ich mich auch bisher mit Antworten zurückgehalten obwohl es mich jedes Mal gejuckt hat. Ansatz für mich zu schreiben war die Tatsache dass es zuweilen mehr als schwierig ist einen Therapeuten zu erhalten bzw die Besucher zu diesem zu ermöglichen.


    Genau das wie auch die Einnahme von Antidepressiva wird aber zumeist als Hilfestellung verstanden ist aber oft nicht möglich.


    Gruss von Katzenstube

    OP Cataract re und li (rechts erblindet)
    Zyklophotokoagulation re und li, SLT links, rechts, Nachstar links