Thrombose am Rechten Auge

  • Hallo zusammen,


    Ich melde mich in diesem Forum nun erstmalig zu Wort. Ich hoffe auf einen Erfahrungsaustausch unter Leidensgenossen. Zu meiner Geschichte:


    Ich bin 27 Jahre Jung Nichtraucher und relativ Sportlich. Vor fast 5 Wochen erlitt ich auf meinem Rechten Auge die Vorstufe eines Venenverschluss Augentrombose. Es passierte von jetzt auf gleich. Ich saß beim Abendessen aufeinmal habe ich auf dem rechten Auge nur noch verschwommen gesehen. Ich bin am darauffolgenden Tag direkt in die Uniklinik in Frankfurt gefahren und wurde dort untersucht: Großes Blutbild, EKG, Langzeitblutdruck, MRT der Halsgefäße, sowie ein OCT meiner Augen. Ebenfalls wurden erste Gerinnungstests gemacht. Es konnte keine Ursache hierfür gefunden werden. Ich wurde nach einer Woche stationärer Behandlung entlassen Befund:


    Staseretinopathie RA Visus 0,9 Tensio 12mmHg

    Vordere Augenabschnitt:

    Bindehaut Reizfrei, Hornhaut glatt, klar, Vorderkammer tief, reizfrei, Iris reizfrei, Pupille in medizinischer Mydriasis, keine Rubeosis, Linse altersentsprechend klar

    Fundus: Papille nicht ideal randscharf, Randblutungen, Gefäße tortuiert, Venen dilatiert, Makula klinisch trocken, Punktblutungen in der Peripherie, Netzhaut anliegend


    Ein Ödem hat sich auch nach meinem zweiten OCT vor 2 Wochen nicht gebildet der Arzt meinte das es unwahrscheinlich ist das es noch kommt wenn es sich bis jetzt noch nicht gebildet hat. Vor diesem Vorfall hatte ich auf beiden Augen 100% Sehkraft durch den Vorfall bin ich nun umsomehr auf mein linkes Auge angewiesen. Beim Sehtest komme ich mit dem rechten Auge nur mithilfe einer kleinen Schablone die meine Pupillen Kleinstellt Weiterhin auf die 100% ansonten ist alles relativ verschwommen wie kleine Wölkchen überall.


    Zu meinen Fragen:

    Gibt es unter euch Leidensgenossen die ähnliches erlebt haben ? Habt ihr Tipps welche Untersuchungen noch sinnvoll wären eventuell MRT vom Kopf Gehirn oder den Schläfen ?

    Wie lange dauert es bis sich eine Besserung eintritt wenn dies überhaupt noch passiert da es ja bereits 5 Wochen her ist und sich bislang leider nicht viel getan hat.


    Ich bedanke mich schonmal für eure Hilfe :)

  • Hallo Jeremy,


    habe R (bei bereits kräftigem Offenwinkel_Glaukom) retinale Venenastthrombose, viele Jahe nasses Oedem, seit 2 Jahren trocken.


    Bei Kontrtollen (UNI) habe ich wiederholt sog. Angiographie gehabt, da wird nach Injektion von Kontrastmittel (am Arm) die Gefäß-Situation in der Retina bis ins feinste sichtbar. Danach richtete sich u.a. die Therapie.


    Wurde das bei dir schon gemacht?


    Senator

  • Hallo,


    das sind Schicksalsschläge, die will man nicht erleben aber es passiert.


    Ist eine Herzuntersuchung auf ein Foramen Ovale ( Loch in der Herzscheidewand) gemacht worden?

    Dazu bekommt man ein ungefährliches Kontrastmittel in den Arm gespritzt, während der Kardiologe einen Ultraschall vom Herzen macht....man muß die Luft anhalten und pressen...wenn ein Loch vorhanden ist, sieht man wie Bläschen in die andere Herzkammer rauschen. Ein Loch in der Herzscheidewand haben viele Menschen aber manchmal ist es groß und ein Thrombus rutscht durch



    Was auch gemacht werden sollte, ist ein Antikörpertest gegen Corona. Auch wenn man keine Symptome hat, können sich dennoch Blutgerinnsel bilden.


    Wurden Untersuchungen zur Faktor V Mutation gemacht? Tritt häufiger beim keltischen Typ auf also blond, rötliche Menschen.

    Einmal editiert, zuletzt von Parchita ()

  • Hallo Senator,


    Die Farbstoffuntersuchung Angiographie wurde bei mir noch nicht durchgeführt. Mein Augenarzt meinte das er diese erst zu einem späteren Zeitpunkt machen möchte wenn sich das Auge etwas erholt hat.


    Sollte ich diesbezüglich nochmal nachhaken ? Sie scheint ja doch relativ viel Aufschluss zu geben über die Situation im Auge.


    LG


    Jeremy

  • Hallo Parchita,


    Herzuntersuchung durch einen Kardiologen wurden nicht gemacht. Ich erhielt ein EKG angehängt. meine Hausärztin erklärte mir das man dort wenn es einen Anhaltspunkt geben würde weitersuchen werde. Die Langzeit Blutdruck Messung war auch immer im Normalbereich.

    Faktor II und Faktor V Genanalyse sind erfolgt und wurden als negativ auf dem Arzrbrief vermerkt. Der Antikörper Test zu Corona wurde noch vor meiner Stationären Aufnahme in der Klinik gemacht, da die Hygienemaßnahmen aufgrund der Pandemie stark verschärft wurden, dieser war auch negativ.


    LG


    Jeremy

  • im EKG ist es nicht sichtbar. Das Herz arbeitet völlig normal. Das Loch öffnet sich nur beim pressen.


    Das Foramen ovale ist übrigens die Hauptursache für Schlaganfälle und TÍA s bei Menschen unter 55


    Thromben bei gesunden, jungen Menschen haben meist das Herz als Ursache.

    Das würde ich unbedingt checken lassen.


    Immerhin wurden ja schon sinnvolle Untersuchungen gemacht.

    Es muss eine Ursache haben und da fällt mir nur das Herz ein.


    Eben das Loch oder rhythmusstörungen

    2 Mal editiert, zuletzt von Parchita ()

  • Staseretinopathie

    Hallo Jeremy,


    - die Stasereno... ist mir nicht geläüfig - ist da evtl. ein Schreibfehler?

    Bzgl. der Angio würde ich mich zunächst auf deinen Arzt verlassen. kann man immer noch machen -.


    Übrigens muss stets bei Durchführung ein Arzt dabei bzw. in der Nähe bleiben. Es gibt Patienten, die vertragen das Kontr.-mittel nicht so gut. Man wird auch zwischendurch gefragt, ob es einem gut sei.


    Habe nichts gefährliches erlebt dabei, wollte das nur noch nachreichen.


    Senator


    ps.: Hab gefunden im Englischen = Stillstand, in der BIO = Stillstand eines Flüssigkeitsstromes.

    3 Mal editiert, zuletzt von Senator () aus folgendem Grund: p.s.:Mir ist noch eingefallen, dass "stase" im Englischen Stillstand bedeutet, in der Bio heisst das imo Stillstand eines Flüssigkeitsstromes. Aufs Auge bezogen dürfte das also (in dem Fall Thrombose) bedingter Verschluss beschreiben.

  • Hallo Parchita,


    ich werde am Montag diesbezüglich nochmal mit meinem Hausarzt sprechen und mir eine Überweisung zum Kardiologen geben lassen. Vlt ist dieses Loch ja vorhanden und der lang ersehnte Schlüssel zu allem.


    Hallo Senator,


    ja auf dem Arztbrief ist Staseretinopathie vermerkt die Ärzte nennen das im Volksmund eine Art Präthrombose die Vorstufe eines Verschlusses. Auf dem OCT erkennt man auch deutlich die dick geschlängelten Venen überall im Auge. Und Einblutungen.

    Haben Sie durch den Venenastverschluss ebenfalls einen Sehverlust erlitten ? Gibt es Chancen das sich das Auge hier zumindest ein Teil regeneriert ? Das quasi durch das ASS und Trental 400 Thrombus löst und man mit der Zeit wieder besser sieht ?



    LG


    Jeremy

    Einmal editiert, zuletzt von Jeremy ()

  • Hallo Jeremy,


    generell lässt sich zum weiteren Verlauf kaum eine nähere Auskunft geben, da die Gegebenheiten zu individuell sind -.


    Es kommt darauf an, wo der Thrombus sitzt und wo das Oedem. Bei mir saß es seitlich eher am Makularand. Habe im Laufe von etlichen Jahren insgesamt an die 50 LUCENTIS und dann EYLEA-Injektionen in den Glaskörper des Bulbus bekommen (s. mein Thread "Glaukom und/oder Oedeme".


    Das Oedem schwankte im Volumen sporadisch nach oben/unten, es war erst nach und nach zu reduzieren. Aber schließlich gab es auf, wurde vom nassen zum trocknen und ist seit ca. 18 Monaten nicht mehr relevant.


    Der Visus war, wie schon erwähnt, durch einen gleichzeitigen Glaukomschaden schon nur noch bei 40 %. Inwieweit das Oedem dabei eine Rolle gespielt hat, lässt sich nicht sagen, es gab nur schleichende Verläufe, nichts Abruptes mit signifikantem Charakter.


    Heute liegt mein Visus ziemlich stabil bei 25 %, das ist sicherlich glaukombedingt.


    Gruß!


    Senator

  • Hallo Jeremy!


    Mit 27 Jahren so ein Erlebnis zu haben ist natürlich nicht schön. Also, es ist auch nicht schön, wenn man älter ist, nicht falsch verstehen.

    Vordere Augenabschnitt:

    Bindehaut Reizfrei, Hornhaut glatt, klar, Vorderkammer tief, reizfrei, Iris reizfrei, Pupille in medizinischer Mydriasis, keine Rubeosis, Linse altersentsprechend klar

    Fundus: Papille nicht ideal randscharf, Randblutungen, Gefäße tortuiert, Venen dilatiert, Makula klinisch trocken, Punktblutungen in der Peripherie, Netzhaut anliegend

    Du tropfst wohl, damit die Pupille weit gestellt ist. Richtig?

    Wie lange sollst Du das noch tun?
    Ist ja dann kein Wunder, dass Dein Sehen nicht gut ist. Pupillen so groß wie Wagenräder beeinträchtigen das Sehen sehr.


    Randblutungen sind natürlich auch nicht gut, genauso wie dilatatierte Venen oder Blutungen.

    Haben Sie durch den Venenastverschluss ebenfalls einen Sehverlust erlitten ? Gibt es Chancen das sich das Auge hier zumindest ein Teil regeneriert ? Das quasi durch das ASS und Trental 400 Thrombus löst und man mit der Zeit wieder besser sieht ?

    Du nimmst Trental 400 und ASS gleichzeitig. Trental kann die Wirkung von ASS verstärken. Gleichzeitig hast Du Einblutungen, die durch diese Blutverdünnung mit verursacht werden können.


    Für mich so keine runde Sache, wenn ich das so lese.

    Da würde ich noch mal nachhaken!


    Ein Thrombus wird sich nach so einer langen Zeit eher nicht mehr auflösen, wenn er das bisher nicht getan hat.


    Du schreibst, dass Du bisher kein Ödem erlitten hast. Das ist schon ungewöhnlich für eine Thrombose. Ganz oft erleidet das Gefäß durch die Thrombose eine Schädigung, so dass es eine der eigentlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann: Wasser abtransportieren.


    Trinkst Du ausreichend? Mind. 1,5-2,0 Liter pro Tag?


    Viele Grüße

    Sabine