Boston Keratoprothetik

  • Hallo ihr Lieben!


    Dies ist nicht ganz ein Glaukom-Thema, eher eine Art Rattenschwanz dazu.


    Bei mir soll rechts gegebenenfalls eine Boston-Keratoprothetik gemacht werden, denn Hornhaut, Linse und auch Iris sind mächtig hin. Es ist das schlechte Auge (also es geht nur hell-dunkel, Handbewegung).


    Wenn ich ganz arg viel Glück habe, springt vielleicht ein ganz klein wenig mehr Sehkraft raus. Aber wohl ist mir bei dem Gedanken nicht. Auch weil es kein zurück gibt.


    Hat von euch schon jemand etwas davon gehört beziehungsweise eine Meinung dazu? Erfahrungen spuckt die Suche jedenfalls erst einmal nicht aus.


    Schöne Grüße!

  • Hallo,


    die Uniklinik Köln hat schon mal etwas zu diesem Thema veröffentlicht. Wenn du auf deren Homepage den Suchbegriff "Boston" eingibst, bekommst du einige Treffer.


    Persönliche Erfahrungen habe ich damit nicht und auch noch keinen anderen Patienten in der Klinik getroffen, der diese OP bekommen hat.


    LG

    Markus

  • bei den Kölnern gelesen: die OP wurde bislang weltweit 11.000 mal durchgeführt.


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    Hier sammle ich jetzt einmal Fragen, die ich beantworten (lassen) muss. Vielleicht fällt euch ja auch etwas ein.


    - Was ist, wenn einmal dahinter operiert werden muss? Glaukom-OP?

    - Wie viele Patienten wurden hier insgesamt / in diesem Jahr so operiert?

    - Bislang seien alle durch „meinen Professor“ so operierten Patienten deutliche Erfolge gewesen. Haben sich diese gehalten? Nachhaltigkeit? Langzeiteffekt?

    - Wie ausgereift ist das Verfahren? Ist es absehbar, ob sich dieses in ein paar Jahren noch verbessern wird?

  • Hallo,


    erfüllst du die Voraussetzungen für die Indikationsstellung, d. h. wurde schon eine konventionelle Hornhauttransplantation durchgeführt bzw. ist die aussichtslos?


    Ansonsten fallen mir spontan folgende Fragen ein:


    Verschlechtern sich die Erfolgsaussichten, wenn die OP erst später durchgeführt wird?


    Gibt es andere Methoden, die aktuell noch nicht "serienreif" sind, aber evtl. künfitg besser geeignet sein könnten?


    Wie beeinflusst das Glaukom bzw. die Glaukom-Medikation die Erfolgsaussichten?


    Wie erfolgt die Nachbehandlung und kann die ggf. Einfluss auf das Glaukom haben (z. B durch Cortison-Tropfen)?


    LG

    Markus

  • Hallo Holla,


    bei mir stand das Thema Boston KP auch schon mal zur Diskussion. Meine Hornhaut und Iris sind sehr kaputt, und ich habe eine intraokulare Linse. Sonst ist mein Auge aber intakt und mir war das Risiko zu groß. Ich fand auch, dass der Vorschlag sehr früh kam. Wie Markus oben schreibt, versucht man erst eigentlich erst eine konventionelle Hornhauttransplantation.


    Ich habe damals sehr viel dazu gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass man erstens eine Klinik/Operateur braucht, die sehr viel Erfahrung damit haben. Und zweitens, dass die Langzeitaussichten doch nicht so sehr gut sind, auch weil das Ganze sehr infektionsgefährdet ist und man dauerhaft eine Verbandslinse tragen muss.


    Wenn man allerdings nichts zu verlieren hat, ist es vielleicht eine Option. Wie siehst Du denn auf dem andern Auge?


    Viele Grüße

    Lore

  • Hallo Markus, hallo Lore,


    ich möchte euch herzlich für eure Antworten danken. Das sind alles wichtige Aspekte, die ich mir gleich notiert habe.


    Zu euren Fragen:


    Ja, in 2003 wurde bei mir schon eine konventionelle KP gemacht. Die muss in jedem Fall getauscht werden, da sie jetzt schon seit einiger Zeit trüb und insgesamt nicht mehr in der besten Verfassung ist. Die Idee war, bei dieser Gelegenheit das große Besteck auszupacken und gleich die Graue-Star-Linse und die Iris zu tauschen.


    Wenn ich „tauschen“ schreibe, wird mir ganz anders. Ich habe in der letzten Zeit einige Texte zum Thema gelesen und auch viele Bilder angeschaut. Mit dem Gedanken, dass das mit mir passieren könnte, habe ich mich noch nicht wirklich anfreunden können. Da es aber die Chance einer Verbesserung des Sehens gibt, finde ich das Ganze doch wieder interessant.


    Was das Sehen betrifft: Li. sind es auch keine 5. Am Dienstag war es auch etwas schlechter als sonst – ein heftiger Schreck. Meine AÄ meint, ich soll das jetzt nicht zu ernst nehmen. Es könne auch eine Abweichung innerhalb der Messtoleranz bzw. Tagesform sein.

    Sie sagt aber auch, dass links ihrer Meinung nach der Graue Star auch zugenommen habe. Dieser sei sehr zentral. Früher habe sie ins Auge schauen können, das sei nun nicht mehr möglich.

    Links muss die Linse auch getauscht werden. Das würde wohl etwas Verbesserung bringen, ist aber mit erheblichen Risiken verbunden.

    Rechts gibt es weniger zu verlieren, aber einiges zu gewinnen. Allerdings sind schlimmstenfalls auch hell-dunkel, Handbewegungen weg. Und auch das wäre ein Verlust.


    Cortison wäre tatsächlich wieder ein Problem. Ich bin Responder und müsste wohl auch wieder Glaupax schlucken.


    Das mit der Verbandslinse muss ich auch für mich erfragen. Ich habe auch noch einen Nystagmus, sodass bei mir keine Linse im Auge bleibt.


    Ich werde das alles sacken lassen und bei nächster Gelegenheit meine Fragen mit der AÄ durchgehen.


    Der AID war übrigens li 18, re 13 (I-Care).

  • Hallo Holla,


    bei mir kam die Empfehlung mit der Boston KP nach der 5. Keratoplastik + 2 DMEK's. Meine Hornhaut ist wirklich sehr kaputt. Aber trotzdem hat man sich am Ende nochmal für eine normale Keratoplastik entschieden und das hat auch geklappt. Meine Linse wurde schon bei einer früheren Keratoplastik getauscht.


    Eigentlich wollte der Operateur beim letzten Mal auch was an der Iris machen, das habe ich aber abgelehnt, weil ich Angst hatte, dass das nicht funktioniert und meine Lichtempfindlichkeit dann noch schlimmer wird. Meine Iris wird nicht eng und ich habe sehr große Probleme, wenn es hell ist.


    Die Verbandslinse muss nur alle 30 Tage getauscht werden, meine bleibt auch trotz Nystagmus im Auge. Problem ist eher, sie hineinzubekommen.


    Drücke Dir die Daumen.

    Viele Grüße

    Lore