erhöhten Augeninnehdruck medikamentös behandeln - ab wann?

  • Hallo,


    bei mehreren morgendlichen Augeninnendruckuntersuchungen (Applanationstonometrie plus Non-Contact-Tonometrie, letztere zur Hornhautdickenbestimmung?) wurde bei mir ein erhöhter Augeninnendruck festgestellt. Die Druckwerte lagen auf einem Auge bei 24-27mm/Hg.

    Abendliche Augeninnendruckmessung und Augenhintergrunduntersuchung steht noch aus, bzw. der Sehnerv wurde zunächst nur ohne pupillenweitende Tropfen mit der Spaltlampe betrachtet. Hierbei wirkte der Sehnerv des betroffenen Auges wohl leicht ausgehöhlt.

    Gesichtsfelduntersuchung wurde bei der ersten Untersuchung durchgeführt und offenbarte keine Auffälligkeiten.


    Da der Arzt bereits nachdrücklich eine private abzurechnende OCT (Optische Kohärenz Tomographie) empfiehlt, nun vorab eine Frage: ab wann bzw. genauer, nach welchen Untersuchungen wird ein erhöhter Augeninnendruck medikamentös behandelt? Ist die vorige Durchführung einer optischen Kohärenz Tomographie oder ähnlichem Verfahren (HRT) da mehr oder weniger die Bedingung?

    Ich kann diese Untersuchung auf absehbare Zeit nämlich nicht bezahlen (bitte keine Kommentare/Ratschläge bezügl. Finanzierung) und mir ist schon unwohl beim Gedanken, dem Augenarzt dies mitteilen zu müssen, zumal man ja als gesetzlich versicherter mittlerweile schon froh sein muss, überhaupt in die augenärztliche Sprechstunde zu kommen.

  • Hallo Tellur


    Um nur - wie gewünscht - deine Frage zu beantworten: mein AA hat mit medikamentöser Behandlung rein aufgrund der erhöhten Druckwerte begonnen. Erst dann kamen alle genauen Untersuchungen. Somit ist es keine "Bedingung".


    Ich möchte dir keine Ratschläge geben, ABER wenn dein Sehnerv schon auffällig aussieht, ist eine genaue Abklärung extrem wichtig und jeder verantwortungsvolle Arzt würde dir dazu raten. Sieh es mal so und frag dich, was dir dein Augenlicht letztlich wert wäre und ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt (nicht böse gemeint!!)


    Hier lässt sich sicher eine Lösung finden, ich kenne mich aber mit dem deutschen System nicht so gut aus - da können dir andere sicher mehr helfen;o)

  • Hallo Jessie,


    Ratschläge sind auch Schläge, egal, ob böse gemeint oder nicht...


    Hallo Tellur,


    ich bekam direkt Tropfen aufgrund des Augendrucks verschrieben, weiterführende Untersuchungen (auch OTC) kamen etwas später.


    Aufgrund dieser anderen Untersuchungen und reiflicher Abwägung aller Optionen bin ich seit etwas über einem Jahr ohne Tropfen, aber mit relativ häufigem Einsatz sämtlicher technischer Apparate unter enger Kontrolle.

    Wie ist deine weitere Behandlung geplant, was wären die nächsten Schritte, die dein Arzt vorschlägt? Ich finde es gut, dass der Augendruck schon öfter bei dir geprüft wird, so erhält man schon ein gutes Bild, ob das eine einmalige Spitze war oder regelmässig erhöht.

    Dein Arzt scheint nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen.


    Vielleicht kannst du dich an eine Glaukomsprechstunde in einer Klinik überweisen lassen? Da gibt es Spezialisten, die Augen wie deine täglich sehen und entsprechend viel Erfahrung sammeln konnten.


    Alles Gute, ChaCha

    2 Mal editiert, zuletzt von ChaCha () aus folgendem Grund: (Absätze... besser mit)

  • Hallo Tellur,


    auch ich bekam die Tropfen auf Grund meines erhöhten AID und des Sehnervenbefundes (Spaltlampe) sofort verordnet.


    Weitere Untersuchungen folgten bei mir auch erst ein wenig später.


    Dennoch möchte ich die Wichtigkeit der OCT Messung hervorheben. Denn auch wenn der Druck durch Medikamente gesenkt werden kann, bedeutet dies nicht automatisch, dass der Verlust der Sehnervenfasern dadurch stoppt .(Minderdurchblutung, Minderernährung der Augen z.B.)


    Die OCT Messung ist eine dringende und wichtige Beurteilung, ob der Sehnerv alleine durch die Drucksenkung stabil bleibt oder ob noch andere Faktoren berücksichtigt werden müssen.


    Der Sehnerv hat einen kleinen "Puffer" an Fasern. Erst wenn dieser aufgebraucht ist, zeigen sich die Ausfälle auch im Gesichtsfeld. Das sollte man auf keinen Fall ausreizen.


    Alles Liebe

    Kimba

  • Bei welchem Druck habt ihr die Tropfen denn verschrieben bekommen? Bei mir wurde bislang dreimal gemessen. Ich muss meine Aussage oben korrigieren, am späten nachmittag wurde doch schon gemessen. Der Wert lag auch da bei glaube 27 oder 28. 28 war auf jeden Fall bislang der Höchstwert.


    ChaCha : Ich hätte tatsächlich gern eine Zweitmeinung von einem nicht niedergelassenen Klinikarzt, weil ich beim jetzigen Arzt ein etwas ungutes Bauchgefühl habe. Aber die Überweisung zur Glaukomsprechstunde in einer Klinik gibt es, soweit ich weiß, leider nur vom Augenarzt. Das wäre wahrscheinl. schwierig bis unmöglich dem Arzt gegenüber zu begründen.

    Er hat auch schon etwas seltsam reagiert, als ich beim letzten Termin auf die Empfehlung zur OCT ausweichend reagierte. Er wollte mir danach erst Tropfen verschreiben und hat es dann doch nicht gemacht, obwohl er erst meinte der Druck sei klar zu hoch. Nun gut, die Augenhintergrunduntersuchung unter Pupillenerweiterung steht ja noch an. Aber es sollten auch erneut eine ganze Reihe weiterer Druckmessungen zu unterschiedl. Zeiten erfolgen, obwohl bereits mehrfach gemessen wurde. Ich weiß auch nicht, ob die vielen weiteren Druckmessungen wieder Privatleistung sind, oder wegen des bisherigen Befundes Kassenleistung.


    Ich tendiere fast dazu, die Sache erst mal ad acta zu legen, weil ich aufgrund anderer, leider gravierenderer Probleme sowohl existentieller Art als auch aufgestauter anderer gesundheitliche Probleme, einer unsicheren Zukunft entgegengehe und mir das ganze zu viel wird.

  • Ach Tellur,


    ich wünsche dir alles Gute. Hier im Forum bekommst du eine Menge an Informationen, die dir sicher helfen, dein Krankheitsbild einzuordnen und die für dich richtigen Entscheidungen zu treffen.


    Bei mir war der Augendruck so um die 30, da gabs Tropfen, aktuell so bei 17-20 mit Spitzen je nach Stress. Heute spüre ich den Druck, aber was für ein Tag... kann man zwei draus machen.


    Was du ggfs in Betracht ziehen könntest: auf in den Notfall einer Augenklinik, mit Glaukombeschwerden. So wie ich es im Forum verstanden habe, werden in der Klinik die dort verordneten Untersuch zur Kassenleistung... Ich bin nicht aus Deutschland, insoweit sieh mir meine Unkenntnis bitte nach.


    Alles Gute und viel Kraft und Zuversicht!

  • Ab welchem Druck eine Behandlung nötig, bzw. sinnvoll ist, kann individuell sehr unterschiedlich sein.

    Eine pauschale Aussage ist so nicht möglich.


    Für den Einen sind 15 mm/hg schon zu viel, ein Anderer toleriert vereinzelte Druckspitzen von knapp 30 mm/hg jahrelang ohne nachweisbare Folgen.


    Ein Wochenende in einer Klinik mit 24 Stunden Profil würde auf jeden Fall Sinn machen.


    Allerdings weiss ich nicht, ob für OCT und HRT in der Klinik inzwischen auch selbst bezahlt werden muß.


    LG Jürgen

  • Hallo ihr, schönen guten Morgen.


    In der Uniklinik Würzburg beispielsweise Wird das OCT kostenfrei erstellt.


    Aber Uniklinik geht halt nur mit Überweisung .....


    Mein erstes O.CT. habe ich kostenpflichtig bei meinem regionalen Augenarzt durchführen lassen danach Bin ich auf eigenen Wunsch in die Uniklinik Würzburg gegangen.


    Dort wurden auch Operationen durchgeführt. Es lässt sich nicht leugnen, dass mein regionaler Augenarzt danach etwas angesäuert war, da er mich keinesfalls nach Würzburg überwiesen hätte.


    Gruss von Katzenstube

    OP Cataract re und li (rechts erblindet)
    Zyklophotokoagulation re und li

    2 Mal editiert, zuletzt von Katzenstube ()

  • Guten Morgen,


    ich weiß nicht, ob ich das hier so posten darf, wenn nicht, bitte löschen...

    Als mein Vater vor vielen Jahren sehr schwer am Glaukom erkrankt war und der Augenarzt vor Ort nicht mehr weiterwusste, riet er meinem Vater, einen kleinen "Urlaub" in Freiburg zu machen. Dort saßen damals wohl sehr gut Augenärzte in der Uniklinik. Mein Vater sollte sich dann ohne Überweisung und als Notfall in der Uniklinik vorstellen mit irgendwelchen "plötzlichen" Beschwerden, die ausgerechnet in dem Urlaub aufgetreten sind...

    Leider kam es dazu nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte.

    Liebe Grüße
    Birgit


    Meine geheime Superkraft: Ich kann mich selbst völlig aus dem Konzept bringen, obwohl ich vorher gar keins hatte!

  • Dort saßen damals wohl sehr gut Augenärzte in der Uniklinik. Mein Vater sollte sich dann ohne Überweisung und als Notfall in der Uniklinik vorstellen mit irgendwelchen "plötzlichen" Beschwerden, die ausgerechnet in dem Urlaub aufgetreten sind...

    Diese Spielchen laufen täglich in vielen Kliniken und Notaufnahmen in vielen Variationen. Damit halten diese Personen aber nur das Personal und die wartenden Patienten mit Anmeldung, Termin oder wirklichem Notfall unnötig auf.


    Führt in der Regel nur zu teilweise langen, manchmal aressiv geführten Diskussionen, warum man doch zum Hausarzt oder diensthabenden Arzt gehen muß, obwohl man doch gerade schon hier vor Ort ist.


    Ein echter Notfall wird aber in der Regel natürlich nicht abgewiesen.

    Akuter Glaukomanfall mit Druck um die 50+ wird sicher niemand wegschicken.


    Ein HRT und OCT wird aber in so einer Situation mit Sicherheit keine oberste Priorität haben.

    Ansonsten sind die Geräte auch teilweise schon Monate vorab gebucht.

    Glaube nicht, wenn man versucht an der Anmeldung ein Märchen zu erzählen, daß man damit Erfolg hat.


    Wenn man in einer kritischen Situation in Urlaub fährt, hat man in der Regel schon vorgesorgt, Befunde und Notfallmedikamente dabei.


    Druckspitzen um die 30 wird keine Klinik veranlassen, den Patienten ohne Einweisung/Überweisung sofort aufzunehmen und das volle Programm abzuspulen.


    Einfach ein "No Go".


    Gruß Jürgen

  • Trotz PN an Tellur, hier nochmal für die Öffentlichkeit:


    Ad acta legen, kommt bei dieser Erkrankung NICHT in Frage !


    Erhöhter AID und Auffälligkeiten am Sehnerv müssen behandelt werden !


    Ich habe diese Vogel-Strauß-Taktik als Kind/Jugendliche aus Unwissenheit gemacht, und muss nun die schwerwiegenden Folgen, mein Leben lang tragen.

    Je früher ein Glaukom behandelt wird umso besser kann der Verlauf positiv beeinflusst, bestenfalls gestoppt werden.


    Der Augenarzt darf eine nötige Medikation nicht von einer IGEL Leistung abhängig machen. (Auch wenn es eine sehr wichtige Untersuchung ist.)

  • Egal, ob er oder sie darf oder nicht. Es wird getan Patienten werden abgelehnt habe ich selber erlebt und selber gekämpft wie ein Berserker.


    Beschweren hätte ich mich können über den patientenverband. Aber was hätte mir das gebracht? Es ist der einzige Arzt rund um 20 km, der überhaupt für mich erreichbar ist, also muss ich weiter dessen Lied spielen.


    In meinem Fall hat es sich mehr oder minder durch Zufall und durch das mitbehandeln der Uni Würzburg erledigt. Aber was ich hier an ärztlichen Aktion erlebt, habe, wie abweisen eines Notfalles nach direkter Erblindung. Nein, danke.


    Doofen und machen ist einfach zweierlei.


    Aber mit Überweisung von Augenarzt zu Uniklinik egal aus welchem Grund wird dort ein Termin vereinbart und im Rahmen des Termines wird zumindest in Würzburg alles an notwendigen Untersuchungen und das waren in meinem Fall viele durchgeführt und die waren alle kostenfrei.


    Gruß von Katzenstube

    OP Cataract re und li (rechts erblindet)
    Zyklophotokoagulation re und li

  • Hallo Tellur!

    Willkommen im Forum.

    ab wann bzw. genauer, nach welchen Untersuchungen wird ein erhöhter Augeninnendruck medikamentös behandelt?

    Ab dann, wenn die Gefahr der Schädigung besteht oder schon eine Schädigung da ist und der Zustand durch die Drucksenkung stabil gehalten werden soll.
    Druck 24-27 ist ja nun schon erhöht.

    Wie wurden diese Werte gemessen? Wirklich per Applanation?


    Ist die vorige Durchführung einer optischen Kohärenz Tomographie oder ähnlichem Verfahren (HRT) da mehr oder weniger die Bedingung?

    Nein, Bedingung nicht, aber schlau es zu tun von Deinem AA.


    Und man hat da einen Ist-Stand, um dann eine Grundlage für Verlaufskontrollen zu haben.

    Ich kann diese Untersuchung auf absehbare Zeit nämlich nicht bezahlen (bitte keine Kommentare/Ratschläge bezügl. Finanzierung) und mir ist schon unwohl beim Gedanken, dem Augenarzt dies mitteilen zu müssen, zumal man ja als gesetzlich versicherter mittlerweile schon froh sein muss, überhaupt in die augenärztliche Sprechstunde zu kommen.

    Vielleicht hilft ein offenes Gespräch mit dem AA. Es gibt auch noch welche, die mit sich reden lassen und vielleicht auch noch was am Preis tun können.



    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Tellur,


    ich würde an deiner Stelle


    1. ganz offen mit dem AA sprechen und ohne Ausreden sagen, dass du die Zusatzleistungen momentan nicht bezahlen kannst.


    2. unanbhängig von der Entscheidung zu 1. einer Tropfhterapie positiv gegenüber stehen, also damit beginnen.


    Die angebotenen Untersuchungen bringen wie schon aufgeführt zunächst deinen Augen keinen Vorteil, sondern sie ermöglichen eine Beurteilung des Therapieerfolges.


    Immer daran denken: Abgestorbene Nervenzellen sind unwiederbringlich weg. Der Zerfallsprozess muss unbedingt ausgebremst werden.

    Meines Erachtens handelt dein AA ganz richtig. Du solltest ihm vertrauen und offen sein im Gespräch.


    Gruß

    C3PO