Xalatan - Nebenwirkungen

  • Lieber Ljomur,


    ich habe gerade diesen ganzen Thread gelesen, ursprünglich weil ich mich über die Nebenwirkungen von Xalatan informieren wollte. Mit der Zeit hat mich Dein "Fall" aber genauso viel interessiert wie das, was man hier über Xalatan erfahren kann. Hierzu einige Überlegungen:


    Ich kann mir sehr gut in Dich hineinversetzen, denn eine (auch nur) latente Bedrohung des Augenlichts trifft den Patienten am Anfang schwer. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass man sich an seiner Glaukom-Diagnose gewöhnt, so wie man sich an das Tropfen-Müssen gewöhnt. Oder vielleicht so wie Du dich an die Diagnose COPD gewöhnt hast?


    Das Verhältnis Arzt-Patient ist wirklich nicht immer einfach.

    Es gibt Ärzte vom Typ 1, die immer das "worst case" ansprechen, weil sie meinen, der Patient solle schon erfahren, was bei seiner Krankheit irgend wann einmal passieren könnte, damit er sich darauf einstellen kann (und der Arzt möchte nicht den Vorwurf hören, er habe die Patienten nicht gewarnt wenn das "worst case" wirklich eintritt ).

    Dann gibt es Ärzte vom Typ 2, die wollen, dass der Patient seine Krankheit zwar ernst nimmt, aber sich davon nicht verrückt machen lassen soll. In Deinem Fall habe ich das Gefühl, dass Dein AA mal Arzt Typ 1 und mal Arzt Typ 2 ist!

    Hinzu kommt natürlich , dass Du wie Du selbst zugibst, eher ein ängstlicher Patient bist, und der Arzt merkt dies auf jeden Fall.

    Versetze Dich mal in einen Arzt, der mit einem Patienten zu tun hat, der alles ganz genau wissen will und immer weiter denkt und noch mehr Fragen stellt und immer noch ängstlich ist. Dann versuche zu verstehen, warum der Arzt vielleicht manchmal scheinbar Widersprüchliches von sich gibt. Das könnte Dir helfen, mehr Vertrauen in Deinen AA zu bekommen.


    Gruß


    Martina


  • Hallo,


    bei mir ist inzwischen an beiden Augen eine Iridotomie gemacht worden. Es war nicht schlimm und ich habe auch hinterher keinerlei Probleme gehabt.


    Seit anderthalb Jahren tropfe ich nun Xalatan.


    Mein AID ist trotzdem immer so zwischen 20 und 22. Die Gesichtsfeld - und Sehnervuntersuchungen haben keinerlei Verschlechterungen ergeben. Die Sehnerven sind gut und die Gesichtsfelduntersuchungen zeigen keine Einschränkungen.



    Nun hat mir mein AA zum Ausprobieren Fixaprost verschrieben, weil ihm der AID zu hoch ist. Wenn ich es vertrage, soll ich es statt Xalatan tropfen und wenn ich es nicht vertrage, soll ich weiter Xalatan tropfen und in beiden Fällen erst in drei Monaten wiederkommen, was mich auch ein wenig irritiert.


    Ich habe drei Fragen an Euch:


    Ist ein AID zwischen 20 und 22 nicht mehr tolerabel? Ich würde so gerne beim Xalatan bleiben.


    Der Grund ist - und das ist meine zweite Frage -, dass Fixaprost Timolol enthält und das laut Fachinformation kontraindiziert ist bei COPD, unter der ich leide. Bei COPD soll eine sehr sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung beim Einsatz von Betablockern auch als Augentropfen erfolgen. Kennt Ihr Euch damit aus? Ich habe Angst, dass ich Probleme mit den Bronchien und der Lunge bekomme.


    Ist Timolo oder Fixaprost abgesehen von dem Risiko bei COPD ansonsten gut verträglich?


    Viele Grüße

    Ljomur

  • Hallo Ijomur!

    Mein AID ist trotzdem immer so zwischen 20 und 22. Die Gesichtsfeld - und Sehnervuntersuchungen haben keinerlei Verschlechterungen ergeben. Die Sehnerven sind gut und die Gesichtsfelduntersuchungen zeigen keine Einschränkungen.

    Für mich persönlich ist das entscheidend. Es ist eine Stabilität vorhanden und das ist doch unser Ziel.


    Wie hoch ist denn der Druck bei Dir ohne AT gewesen?


    Deine Angst vor dem Betablocker wegen der COPD kann ich gut verstehen.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Ljomur,

    Deine höchsten Drücke vor Therapie waren 24 und 28.

    Wenn noch keine schweren Gesichtsfeldausfälle vorhanden waren, würde man eine Drucksenkung um 30 % anstreben. Deine Zieldrücke wären demnach 16 bzw. 19, wenn Dein Augenarzt nichts anderes festgelegt hat.


    Diese Zieldrücke werden noch nicht erreicht. Insofern ist es nachvollziehbar, daß Dein Augenarzt die

    Therapie erweitert.


    Ob der Betablocker sich mit der COPD vereinbaren läßt, mußt Du selber ausprobieren.


    Wichtig ist es, die Tränenpünktchen 5 Minuten abzudrücken.


    Ob Du Fixaprost gut verträgst, mußt Du auch selber ausprobieren. Aber hier im Forum gab es dazu schon mehrere positive Berichte. Insofern wäre ich da nicht so skeptisch.

    Gruß Malve

  • Es geht immer darum individuell einendruck zu finden, bei dem der Sehnerv nicht schlechter wird, es geht nicht um Senkung um der Senkung Willen.


    Wenn kein Schaden entsteht bei dem Druck über mehrere Monate beobachtet (8 Monate zum Beispiel), dann kannst du damit gut leben


    Leider kann man nur durch beobachten und messen feststellen, wer welchen Druck verträgt

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Hallo Ijomur!

    Glaubst Du, man kann es jetzt so lassen wenn es immer zwischen 20 und 22 ist? Dem AA scheint es ja einerlei zu sein.

    Ich kann Dir nur sagen, dass ich persönlich bei Stabilität nichts an meinen AT ändern wollen würde.


    Sprich doch noch mal mit Deinem AA.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo,


    vielen Dank für Eure Antworten.


    Was Jenat und Sabine schreiben, bestärkt mich darin, die AT nicht zu ändern, da sich ja seit der Diagnose vor anderthalb Jahren nichts verschlechtert hat und bei den AT mit Betablockern bei mir wegen der COPD ein nicht geringes Risiko besteht.


    Ich werde noch einmal mit meinem AA sprechen und hoffe, er kann das mit tragen.


    Viele Grüße

    Ljomur