Glaukom und Blechblasinstrument

  • Hallo !

    kann ein Kind mit sekundär Glaukom (Okt. 2015 aufgetreten) nach Katarakt OP (April 2009) gefahrlos ein Blechblasinstrument (Hochwiderstandblechblasinstrument) spielen ?

    Finde im Internet mehr dagegen als dafür (inkl. der Arbeit aus München) - der NL-Augenarzt sieht da überhaupt kein Problem ...

    Vielen Dank im voraus für die Antwort

  • Hallo liebe Brillenschlange,


    ich habe früher selbst in einem Musikverein Klarinette gespielt und der Großteil meines Freundeskreises ist dort noch mit den verschiedensten Instrumenten aktiv. Musizieren ist einfach ein wunderschönes Hobby und bereitet viel Freude.

    Aus diesem Grunde kann ich Sie sehr gut verstehen, dass Sie genau abwägen, ob man Ihrem Kind diese Musikfreude verwehren sollte.


    Die Dissertation der Frau Kappmeyer aus München fast es am Ende nochmals schön zusammen:

    "Durch die Erhöhungen des Augeninnendrucks, die besonders bei sehr lauten und hohen Passagen mit Hochwiderstandblasinstrumenten erreicht wurden, unterliegt der intraokulare Druck des Musikers hohen Schwankungen."

    Und weiter:

    "Die Tensionsschwankungen bei Blechbläsern könnten einen Risikofaktor für die Entstehung eines Normaldruckglaukoms und die Progression eines primär-chronischen Offenwinkelglaukoms darstellen und zu einer glaukomtypischen Nervenschädigung führen. Es wäre deshalb sinnvoll

    vor allem bei Hochwiderstandblasmusikern eine regelmäßige, prophylaktische Kontrolle der visuellen Funktion bei einem Ophthalmologen durchzuführen."


    Das bedeutet, dass es ein Risikofaktor darstellen KANN für einen Glaukompatient, aber auch für jeden anderen Bläser. Hier würde ich auch nicht nur die Blechbläser sehen, sondern auch Holzblasinstrumente, wie Klarinette, Oboe, Fagott etc.


    Ich würde Ihnen raten in diesem Fall vielleicht ein anderes Instrument ins Auge zu fassen, z.B. gibt es eine Reihe toller Streichinstrumente, oder in einem klassischen Musikverein vielleicht Schlaginstrumente zu erlernen oder auch Klavier. So würden Sie ein jedes Risiko umgehen.


    Ich hoffe, dass ich Ihnen damit helfen konnte und wünschen viel Erfolg bei der Auswahl des Instrumentes.


    Viele Grüße,


    Beatrix Karthaus

    Dr. Beatrix Karthaus


    Ärztin der Klinik für Augenheilkunde


    St. Johannes-Hospital Dortmund


    Johannesstraße 9-13


    44137 Dortmund


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