Langzeitglaukom - Ende der Schonzeit?

  • Hallo Sunday,


    Oh je, nun hat es Dich also auch am anderen Auge erwischt - das tut mir leid.


    Von der erneuten Anwendung von Gentamicin habe ich abgesehen, weil ich inzwischen gelesen hatte, dass dies bei Glaukom problematisch sein könnte.


    Dass Gentamicin bei Glaukom nicht angewendet werden sollte, ist mir neu - ich hatte das ja auch kürzlich und habe diesbezüglich nichts im Beipackzettel gelesen.


    Wo hast Du das denn gelesen?


    Dexagent ist, soweit ich sehe, eine Kombi aus Gentamicin und Dexamethason, einem Kortison.


    Letzteres kann - insbesondere bei dafür disponierten Patienten, sogenannten Kortison-Respondern zu einer Erhöhung des AID führen.


    Aber wenn Du das nur 10 Tage anwenden sollst, dann würde ich mir da keine großen Sorgen machen.


    Es sei denn, Du würdest irgendwelche Anzeichen für einen erhöhten AID feststellen.


    Es wäre aber vielleicht keine dumme Idee, den AID so nach einer Woche Anwendung messen zu lassen.


    Nicht nur um eine Erhöhung jetzt akut auszuschließen, sondern generell um festzustellen, ob Du auf Kortison reagierst.


    Allerdings weiß ich nicht, ob eine so kurzzeitige Anwendung überhaupt schon Einfluss auf den AID haben kann.


    Übrigens, wo wir bei diesem leidigen Thema sind: mein inzwischen zum Hagelkorn mutiertes Gerstenkorn ist immer noch an Ort und Stelle.


    Es tut aber weder weh noch hindert es beim Sehen. Ich fürchte aber, irgendwann wird es wohl doch chirurgisch entfernt werden müssen. :haarezuberge:


    Ich wünsche Dir sehr, dass sich das Problem bei Dir baldigst mit den Tropfen erledigt.


    Gruß


    Chanceline

  • Hallo Chanceline,


    ich hatte das ja auch kürzlich und habe diesbezüglich nichts im Beipackzettel gelesen.


    Wo hast Du das denn gelesen?

    Im Beipackzettel ist mir seinerzeit auch nichts aufgefallen. Ich meine, dass ich es irgendwo gelesen habe, als ich zu meinem neuen Gerstenkorn recherchiert habe. Meine AÄ meinte aber auch, dass ich mir bei beiden Tropfen keine Sorgen wegen einer Erhöhung des AID machen muss, wenn ich sie nicht länger als maximal 2 Wochen anwende.

    Übrigens, wo wir bei diesem leidigen Thema sind: mein inzwischen zum Hagelkorn mutiertes Gerstenkorn ist immer noch an Ort und Stelle.

    Das tut mir leid zu hören. Hagelkörner sind zwar harmlos, können aber optisch stören. Wenn sich die allgemeine Lage beruhigt hat, ist eine chirurgische Entfernung wohl sinnvoll. Das hat aber keine Eile.


    Ich wünsche Dir sehr, dass sich das Problem bei Dir baldigst mit den Tropfen erledigt.

    Vielen Dank, die Schwellung und das Druckgefühl sind schon etwas abgeklungen. Ich bin da optimistisch. Zwischendurch bestrahle ich noch mit Rotlicht.


    Herzliche Grüße,

    Reinhold

  • Nicht nur um eine Erhöhung jetzt akut auszuschließen, sondern generell um festzustellen, ob Du auf Kortison reagierst.


    Allerdings weiß ich nicht, ob eine so kurzzeitige Anwendung überhaupt schon Einfluss auf den AID haben kann.

    Als ich nach meiner Katarakt-OP Kortison-Tropfen nehmen musste, reagierte ich noch innerhalb der Klinik mit extrem hohen Druckwerten, also schon nach einem Tag. Ich bekam dann drucksenkende Tropfen. Einige Tage danach ging ich aus Sorge wegen des Drucks (der sich durch merkwürdige Kopfschmerzen bemerkbar machte) zur Augenärztin. Der Druck war bei über dreißig (sonst habe ich um die 15) und ich musste Glaupax nehmen. Man kann als sehr schnell reagieren, wenn man Kortison-Responder ist.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

    Einmal editiert, zuletzt von DieDa ()

  • Danke Dieda,


    das ist, finde ich, eine sehr wichtige Information für alle, die eben nicht wissen, ob sie auf Kortison mit einer Druckerhöhung reagieren oder nicht!


    Also wäre es für Glaukompatienten doch auf jeden Fall sinnvoll, den AID kurzfristig kontrollieren zu lassen, wenn sie kortisonhaltige Tropfen oder andere diesbezügliche Medikamente bekommen.


    Auch wenn möglicherweise nicht jeder so schnell darauf reagiert, wie das bei Dir der Fall war. Es ist aber eben immerhin möglich!


    @ Sunday


    wäre vielleicht doch gut, nächste Woche mal kontrollieren zu lassen!


    Vielleicht brauchst Du ja irgendwann mal wieder Kortison und dann hätte man da einen Anhaltspunkt.


    Ob man Kortisonresponder ist oder nicht, lässt sich nach meiner Kenntnis nur durch Probieren feststellen!


    LG


    Chanceline

  • Als ich nach meiner Katarakt-OP Kortison-Tropfen nehmen musste, reagierte ich noch innerhalb der Klinik mit extrem hohen Druckwerten, also schon nach einem Tag. I

    Werden nach einer Katarakt-OP regelmäßig diese Kortison-Tropfen gegeben und ist das der Grund, warum man am nächsten Tag nach der OP den AID kontrolllieren lassen soll?


    Wenn das so ist, dann kann ich bei mir Entwarnung geben. Ich habe ja schon 2 Katarakt-OPs hinter mir. In beiden Fällen war am nächsten Tag der AID normal.

  • Sunday, ich war sogar stationär, weil sie bei stark ausgeprägten Glaukomschäden in der Klinik lieber die Kontrolle behalten.


    Bei der zweiten OP habe ich Tropfen ohne Kortison erhalten, geht also auch. Aber Kortisontropfen sind wohl eher die Regel.

    Glaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Trabekulotomie an beiden Augen (04/11 + 08/11), vor Katarakt-OP (11/21) stark kurzsichtig.

  • im Kopf habe ich: 30 Prozent sind Cortison responder.

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Nach gut einem Jahr war ich gestern mal wieder in der Klinik am Wittenbergplatz bei Professor Erb. Der Visus ist unverändert bei 0.6 RA und und 0.8 LA. Etwas erhöht gegenüber dem Vorjahr war der AID. Bei der Pustemethode lag er bei 13 RA und 12 LA. Das ist aber bei mir im grünen Bereich, da mein Zieldruck 15 ist.


    2 Stunden später - viel Geduld muss man dort mitbringen - lag er dann applanatorisch von Prof. Erb gemessen bei 13 RA und 14 LA. Beim GF gab es sogar eine leichte Verbesserung. Daher hat er bei der Perimetrie nicht mehr progedient wie sonst, sondern stabil bei beiden Augen angekreuzt. Falls nichts Besonderes vorfällt, kann ich mir mit dem nächsten Besuch dort 2 Jahre Zeit lassen.


    Bei der GF-Messung gab es etwas Neues. Nach den üblichen beiden Runden mit weißen Punkt auf grauen Hintergrund sagte der Mitarbeiter, dass er links noch eine genauere Messung machen möchte. Das erfolgte an einem anderen Gerät, an dem ich zum ersten Mal gesessen habe. Der Hintergrund dort war unscharf. Auf meine Frage hin meinte er, dass das so sein müsse. Erkennen sollte ich dann so eine Art kurze Wellenbewegung wie üblich verteilt auf den ganzen Bildschirm.

    Einmal editiert, zuletzt von sunday ()

  • Bei der GF-Messung gab es etwas Neues. Nach den üblichen beiden Runden mit weißen Punkt auf grauen Hintergrund sagte der Mitarbeiter, dass er links noch eine genauere Messung machen möchte. Das erfolgte an einem anderen Gerät, an dem ich zum ersten Mal gesessen habe. Der Hintergrund dort war unscharf. Auf meine Frage hin meinte er, dass das so sein müsse. Erkennen sollte ich dann so eine Art kurze Wellenbewegung wie üblich verteilt auf den ganzen Bildschirm.

    Hallo Reinhold,

    wurde diese Untersuchung im Bericht erwähnt oder weißt Du, um was es sich handelt?

    Gruß Malve

  • Hallo Malve,

    leider habe ich keine weiteren Informationen zu dem Gerät. Da ich so froh war, dass alles in Ordnung ist, habe ich leider auch vergessen, mir die GF-Messung ausdrucken zu lassen. Die bekommst du nämlich nur, wenn du das anschließend extra anforderst. Ansonsten gibt es nur das Standardformular von Prof. Erb.


    Das Gerät scheint aber zumindest dort neu zu sein. Ich werde mal versuchen, ob die mir per Mail eine Kopie schicken können.


    Grüße, Reinhold

  • hatte ich in Düsseldorf mal bei einer Praxis, in der damals Dr. Cybulska Heinrich arbeitete. Anstrengend fand ich das. Sie erwähnte, dass es sehr präzise sei. Den Namen habe ich leider vergessen. Neu ist das nicht. Das ist bestimmt 5 Jahre her.

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Hallo Reinhold!

    Nach gut einem Jahr war ich gestern mal wieder in der Klinik am Wittenbergplatz bei Professor Erb. Der Visus ist unverändert bei 0.6 RA und und 0.8 LA. Etwas erhöht gegenüber dem Vorjahr war der AID. Bei der Pustemethode lag er bei 13 RA und 12 LA. Das ist aber bei mir im grünen Bereich, da mein Zieldruck 15 ist.


    2 Stunden später - viel Geduld muss man dort mitbringen - lag er dann applanatorisch von Prof. Erb gemessen bei 13 RA und 14 LA. Beim GF gab es sogar eine leichte Verbesserung. Daher hat er bei der Perimetrie nicht mehr progedient wie sonst, sondern stabil bei beiden Augen angekreuzt. Falls nichts Besonderes vorfällt, kann ich mir mit dem nächsten Besuch dort 2 Jahre Zeit lassen.

    Das liest sich positiv, auch wenn der AID etwas höher ist als letztes Jahr.


    2 Jahre bis zur nächsten Kontrolle ist schon lange. Wie geht es Dir mit dem Gedanken? Klar ist, dass Du Deine normalen Kontrollen trotzdem machst. Für mich ist die "große" Kontrolle mit GF und OCT immer eine wichtige Kontrolle, die mich tatsächlich auch einfach beruhigt.



    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine,

    2 Jahre bis zur nächsten Kontrolle ist schon lange. Wie geht es Dir mit dem Gedanken? Klar ist, dass Du Deine normalen Kontrollen trotzdem machst.

    Ja, die 2 Jahre beziehen sich ja nur auf einen Besuch bei Prof. Erb. Da die Terminvergabe dort ja immer recht umständlich und langwierig ist, ist das für mich auch in Ordnung - solange es weiterhin so stabil ist. Zwischendurch werde ich aber weiterhin zum Augenarzt in Spandau gehen.


    Allerdings muss ich mal sehen, wie es dort in Zukunft läuft. Die gemütlichen Zeiten bei meinen alten Augenärztinnen, wo man immer ohne Termin hingehen konnte, sind ja leider vorbei, da beide im Ruhestand sind.

  • Hallo Reinhold,


    also insgesamt, wenn ich das alles richtig verstehe, kannst Du die Schonzeit doch weiterhin einigermaßen entspannt angehen.


    Gerstenkorn, so hoffe ich - inzwischen verschwunden.


    Nebenbei bemerkt - Geduld lohnt sich gelegentlich - mein Hagelkorn hat sich inzwischen von alleine verflüchtigt, ganz ohne das angedrohte Messer.


    Manchmal geht das wie beim Schach - die Drohung ist so effektiv wie die (angedrohte) Ausführung.


    Alles Gute Dir


    Chanceline

  • Hallo Chanceline,

    also insgesamt, wenn ich das alles richtig verstehe, kannst Du die Schonzeit doch weiterhin einigermaßen entspannt angehen.


    Gerstenkorn, so hoffe ich - inzwischen verschwunden.

    das Gerstenkorn ist inzwischen weg. Schön dass dein Hagelkorn auch von allein verschwunden ist.


    Zum Glück ist es bei mir momentan mit den Augen stabil. Da bin ich auch sehr froh drüber, weil sich nach längerer Zeit mal wieder eine andere Baustelle meldete (Herzrhythmusstörungen). Nach einem Langzeit-EKG letzte Woche stand gestern der 1. Teil einer Myokardszintigraphie an. Erfreulich war, dass ich im Gegensatz zu vor 5 Jahren den Belastungsteil auf einem Fahrradergometer geschafft habe - wenn auch gerade nur so.


    Mit Schonzeit oben meinte ich vor allem, dass ich früher jederzeit (also ohne Termin) zu den Augenärztinnen gehen konnte. Das ist bei den Nachfolgern anders. Recht voll ist es da auch.


    Viele Grüße und stabile Werte auch Dir


    Reinhold

  • Bei der GF-Messung gab es etwas Neues. Nach den üblichen beiden Runden mit weißen Punkt auf grauen Hintergrund sagte der Mitarbeiter, dass er links noch eine genauere Messung machen möchte. Das erfolgte an einem anderen Gerät, an dem ich zum ersten Mal gesessen habe. Der Hintergrund dort war unscharf. Auf meine Frage hin meinte er, dass das so sein müsse. Erkennen sollte ich dann so eine Art kurze Wellenbewegung wie üblich verteilt auf den ganzen Bildschirm.


    vielleicht siehst Du das ja auf der Rechnung, wäre doch interessant, wenn es was neues gäbe.

    Hallo Malve, zwischendurch habe ich es vergessen, zumal die Zusendung der Rechnung einige Zeit dauerte. Ein Ausdruck der Messung wurde mir leider trotz meiner Bitte nicht zugeschickt, was ich auch nicht sehr nett finde. Obwohl ich ja schon sehr lange mit dem Glaukom zu tun habe, kann ich mit etlichen Begriffen (zumindest auf Anhieb) immer noch nichts anfangen. Ich zähle daher mal auf, was bei mir u.a. gemacht wurde:


    Skiaskopie, Gonioskopie, Profilperimetrie, Frequenz-Verdopplungs-Perimetrie (Rauschfeld-Perimetie)


    Ich vermute, dass es sich bei der neuen Messung um den letzten Begriff handelt.


    Viele Grüße


    Reinhold

  • Danke Reinhold, dass Du es nicht vergessen hast.

    Skiaskopie ist die Bestimmung der Brechkraft.

    Gonioskopie ist die Betrachtung des Kammerwinkels.

    Profilperimetrie ist die normale Gesichtsfelduntersuchung.

    Die Rauschfeld-Perimetrie ist eine neue Methode zur Gesichtsfelduntersuchung, soll Schäden früher nachweisen können.

    Viele Grüße Malve

  • Vielen Dank für die umfassende Aufklärung Malve! Dann war meine Vermutung also richtig.


    Viele Grüße, Reinhold