So, dann will ich auch mal...

  • Ein freundliches Hallo aus Hessen!


    Jetzt habe ich gerade eben meinen ersten Beitrag hier geschrieben und so will ich denn die Gelegenheit nutzen und mich Euch mal kurz vorstellen.


    Ich bin 53 Jahre alt und lebe in Mittelhessen.
    Mitlesen tue ich hier schon eine ganze Weile und ich finde das Forum ist sehr informativ und sehr gut gemacht. Ich bin sehr froh dass ich das Forum gefunden habe und konnte mein Wissen zum Thema Glaukom hier schon deutlich erweitern.
    Ein herzliches Danke an alle, die hier mitwirken und ihre Zeit opfern! :thumbsup:


    Hier meine bisherige Geschichte:


    - starke Kurzsichtigkeit & Hornhautverkrümmung von Geburt an .
    - mit zunehmendem Alter, bis etwa Anfang 30 stetig stärker werdende Brillenwerte, zuletzt so ca. -12 links und ca. -8 rechts.
    - Sehvermögen damals mit Brille ca.65 %. (Das reichte laut Aussage meines AA damals gerade eben noch so zum Auto / Motorradfahren.
    - Mit Kontaktlinsen Sehvermögen bis ca. 80% ich konnte die Dinger aber schlicht nichtmehr vertragen (schon damals trockene Augen).


    Nach eingehenden Überlegungen ließ ich mich zwischen den Jahren 2000 und 2002 in der Refraktiven Abtlg der Uniklinik Frankfurt mehrfach operieren.
    Ich bekam in mehreren Schritten künstliche Vorderkammerlinsen zur Korrektur der Kurzsichtigkeit implantiert und die Hornhautverkrümmung wurde per LASIK korrigiert.


    Dann kam meine "Zeit des Erwachens": 100% Sehkraft ohne Brille :D :D :D Es war unbeschreiblich. Ich wusste garnicht, das ein Mensch so gut gucken kann.
    Es waren tolle Jahre. Ich fotografierte leidenschaftlich gerne und viel (vor allem schwarzweiss), richtete mir zuhause ein Fotolabor ein, hatte mehrere Ausstellungen ...es war klasse!


    2006 wurde dann zum ersten mal ein erhöhter AID (25/26) beim Augenarzt festgestellt.
    Es folgte die Tropftherapie, zuerst nur Xalatan, dann zusätzlich Trusopt und später noch das Alphagan.
    2010 dNN die erste OP: Entnahme der künstlichen Vorderkammerlinsen (wegen dem Platz) und gleichzietig Katarakt OP, weil meine nat. Linsen schon etwas dicker waren.


    Nach der OP lag dann der AID bei 30. Ich nahm Diamox, und weiter Tropfen, nach ca. einer Woche dann "normalisierten sich die Druckwerte und blieben einigermaßen stabil so um 20mmhg bis vor ca. 2,5 Jahren. Immer wieder lagen die Werte uber 21. Mein AA probierte es mit Cosopt. Mein Asthma wurde unerträglich.
    Er sprach von Operationen und ich hatte Angst...
    Das Sehvermögen wurde schlechter und es zeigten sich Gesichtsfeldausfälle besonders am linken Auge.


    In der Zwischenzeit hatte ich einiges von Fr. Prof. Strempel und ihren Forschungen gelesen und da Marburg nur35 km entfernt liegt bin ich zu ihr.
    SIe untersuchte mich eingehend und riet mir dringend zur OP.


    Da ich in Frankfurt sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, ließ ich mich dann dort operieren.
    Jetzt habe ich in beiden Augen je 2 Xen - Gel Stents.
    Der Druck lag ca. 4 Wochen nach der OP ohne Tropfen bei 18 - 20 beidseits (Zieldruck 15) weshalb ich seit dem Spätsommer wieder das Monoprost tropfe.
    AID zuletzt so 14 - 16. Sehvermögen mit Brille ca. 75 - 80%. Allerdings mit Gesichtsfelddefekten, die sich besonders im Nahbereich bemerkbar machen.


    Nächste Woche Mittwoch habe ich wieder einen Kontrolltermin und ich hoffe jetzt 1/2 Jahr nach der letzten OP, dass der Druck im grünen Bereich liegt.


    Auweia, das ist ja doch gaz schön viel geworden.



    Seid erstmal gegrüßt,
    Ein schönes WE


    Klaus


    P. S.: Fotografieren tue ich immer noch. Aber es ist schwieriger geworden....

    LG,

    Klaus =)


    (Kurzsichtig, Lasik - OP und Vorderkammerlinsenimplantation, Offenwinkelglaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Katarakt - OP, 4 X XEN - Implantation 2014 / 2015)

  • Hallo Klaus!


    Herzlich willkommen hier im Forum.


    Eine LASIK - OP kann was tolles sein, wenn es einem das Sehen verbessert, wie bei Dir.
    Aber für Glaukompatienten ist das keine gute Sache. Auch, wenn familiäre Belastungen durch
    Glaukom vorliegen, sollte man davon absehen.


    Zitat

    Nach eingehenden Überlegungen ließ ich mich zwischen den Jahren 2000 und 2002 in der Refraktiven Abtlg der Uniklinik Frankfurt mehrfach operieren.
    Ich bekam in mehreren Schritten künstliche Vorderkammerlinsen zur Korrektur der Kurzsichtigkeit implantiert und die Hornhautverkrümmung wurde per LASIK korrigiertDann kam meine "Zeit des Erwachens": 100% Sehkraft ohne Brille :D :D :D Es war unbeschreiblich. Ich wusste garnicht, das ein Mensch so gut gucken kann.
    Es waren tolle Jahre. Ich fotografierte leidenschaftlich gerne und viel (vor allem schwarzweiss), richtete mir zuhause ein Fotolabor ein, hatte mehrere Ausstellungen ...es war klasse!


    2006 wurde dann zum ersten mal ein erhöhter AID (25/26) beim Augenarzt festgestellt.
    Es folgte die Tropftherapie, zuerst nur Xalatan, dann zusätzlich Trusopt und später noch das Alphagan.
    2010 dNN die erste OP: Entnahme der künstlichen Vorderkammerlinsen (wegen dem Platz) und gleichzietig Katarakt OP, weil meine nat. Linsen schon etwas dicker waren.


    Das hab ich jetzt noch nicht so ganz verstanden ?( .


    Dir wurden also Kunstlinsen eingesetzt, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren zwischen 2000 und 2002.


    Dann 2010 wurden diese Kunstlinsen wieder rausgenommen und eine Kat-OP durchgeführt, weil Deine natürlichen Linsen verdickt waren?


    Aber Du hattest doch schon Kunstlinsen drin :keineAhnung:8| .



    War die OP-Empfehlung von Fr. Prof. Strempel die Implantation der Stents?


    Ich bin der Meinung, dass die Implantation der Stents als wahres Wundermittel im Moment suggeriert wird. 8|


    Ich kenne genau 2 Patienten, die mit Implantaten gut leben und einen guten Druck haben. Aber die haben einmal ein
    Ahmet-Implantat und die andere Patientin hat ein Baerveldt-Implantat.


    Ich drück die Daumen, dass bei Dir sich alles regelt.



    Viele Grüße


    Sabine



    PS: Ich fotografiere auch. Allerdings stecke ich noch in den Kinderschuhen... :)

  • Hallo Sabine,


    vielen Dank für`s Daumendrücken. :lachen:

    Kein Problem, ich probiers nochmal:


    Die hohe Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit plus Hornhautverkrümmung) hätte damals aufgrund meiner nicht ausreichend dicken Hornhäute nicht mit einer Lasik alleine korrigiert werden können. Die Ärzte entschieden sich damals für die Kombination Kunstlinsen zur Korrektur der Kurzsichtigkeitund die Lasik zur Korrektur der Hh -Verkrümmung.


    Bei den Kunstlinsen handelte es sich um so genannte Vorderkammerlinsen. Diese wurden in die vordere Augenkammer, also zwischen Iris und Hornhaut eingesetzt. Meine eigenen natürlichen) Linsen blieben drin.


    Bei der Katarakt Op im Frühjahr 2010 wurden die Vorderkammerlinsen entfernt, weil dadurch mehr Platz für den Kammerwasserabfluss
    frei wurde. Meine eigenen Linsen wurden entfernt, weil diese 1. altersbedingt bereits etwas verdickt waren und zum 2. durch den Einsatz von Hinterkammerlinsen die Fehlsichtigkeit wieder besser ausgeglichen werden konnte.

    Zitat

    War die OP-Empfehlung von Fr. Prof. Strempel die Implantation der Stents?

    Nein. Frau Prof. Strempel riet mir zu einer Trabektomie (ich glaube so heißt die OP?). Sie meinte allerdings, so eine OP sei bei meinen stark deformierten AUgäpfeln nicht ohne Risiko. (Im Wortlaut etwa" Dem Operateur werden bei Ihnen die Hände zittern...") Das war zwar ehrlich, aber es hat mich damals sehr belastet und mir große Angst gemacht. :haarezuberge: :traurig:
    Biite nicht missverstehen: Ich bin überaus glücklich, daß ich damals bei ihr gelandet bin, denn sie hat mir endrücklich klar gemacht wie brisant meine Situation war.


    Ich suchte jedenfalls nach Alternativen. In Frankfurt wurden bisher alle Augen - OP`s durchgeführt und ich fühlte ich mich immer gut aufgehoben und gut behandelt dort. Ich war bekannt in der Klinik und die hatten meine Akte (ungefähr so dick wie das Telefonbuch einer mittleren Großstadt)
    mit allen wichtigen Daten vorliegen.


    Für dei Xen - Stent OP habe ich mich entschieden weil:


    - es ein sich um ein minimalinvasives Verfahren mit dlen bekannten Vorteilen handelt.
    - die von den Ärzten gestellte Prognose recht gut war
    - ich schlicht Angst vor der Trabektomie hatte (s. o.)
    - mir die Ärzte klar machten, dass selsbt wenn die Stents nicht ausreichen sollten, man sich für später nichts verbaut und bei Bedarf andere
    Operationsverfahren in Frage ommen würden.


    Zugegebenermaßen ist natürlich der letzte Punkt so eine heikle Sache... :wacko: 8| ?(


    Ich schätze mal, Du kennst DIch mit den Therapie - und Operationsverfahren bei Glaukom ganz gut aus. Bitte gestatte mir dennoch die Anmerkung, dass Stent nicht gleich Stent ist.
    Irgendwo habe ich gelesen daß die XEN Stents gute und dauerhafte Drucksenkungen bewirken können, in etwas vergleichbar mit einer Tarbektomie.


    Bislang sieht es bei mir jedenfalls so aus, als könnte es klappen. Mit nur einem Tropfen Monoprost deutlich bessere Werte als vor 1,5 Jahren mit maximaler Tropftherapie... ich gebe nicht auf und hoffe einfach mal weiter :thumbup:


    Schönen Gruß Klaus


    P.S.: Eine Frage hätte ich noch: Was spricht aus Deiner Sicht gegen eine LASIK bei Glaukom?
    (Bei mir bestand vor 2006 kein erhöhter AID und familiär war auch nichts bekannt.)

    LG,

    Klaus =)


    (Kurzsichtig, Lasik - OP und Vorderkammerlinsenimplantation, Offenwinkelglaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Katarakt - OP, 4 X XEN - Implantation 2014 / 2015)

  • Willkommen Klaus,

    Die hohe Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit plus Hornhautverkrümmung) hätte damals aufgrund meiner nicht ausreichend dicken Hornhäute nicht mit einer Lasik alleine korrigiert werden können. Die Ärzte entschieden sich damals für die Kombination Kunstlinsen zur Korrektur der Kurzsichtigkeitund die Lasik zur Korrektur der Hh -Verkrümmung.

    also hast du eher dünnere Hornhäute? Und wird dann auch immer entsprechend bei den Druckmessungen nach der Dresdner Tabelle korrigiert?


    Sowas z.B. wäre ein Grund, einem Glaukompatienten nicht die Hornhaut zu lasern. Sie wird ja durch LASIK dünner.
    Drucksenkende Tropfen belasten auch die Hornhaut, bei womöglichen nötigen Operationen oder Nachbehandlungen muss auch immer die Hornhaut einiges aushalten etc..


    Zum Zeitpunkt deiner LASIK war das Glaukom halt noch nicht bekannt. Ist es denn durch die Vorderkammerlinsen entstanden bzw. der daraus folgenden Platzproblematik später?

  • [size=12]Hallo Silli,


    Genau so ist es. Meine Hornhäute waren eh schon relativ dünn und sind natürlich nach der Lasik noch dünner geworden.
    Danke für den Hinweis mit der Korrektur bei der AID - Messung. Es wird sehr genau nach Dresdner Formel berechnet und zum Druck hinzuaddiert. (LA + 5,5 / RA + 6)-
    Pachymetrie wurde erst vor 2 Monaten gemacht.


    Zum Zeotpunkt der Lasik und in den darauffolgenden 4 Jahren lag der AID immer so um 18 -19, war also eigentlich in Ordnung
    Wenn der erhöhte Druck durch die Vorderkammerlinsen ausgelöst worden wäre, hätte er doch nach der Entfernung dieser wieder zurück gehen müssen, oder? :?:


    Alle Augenärzte, die ich danch fragte, auch Fr. Prof. Strempel, waren stets der Meinung, die Lasik und Linsen - OP hätten nichts mit dem Glaukom zu tun.
    Ich habe mir lange den Kopf drüber zerbrochen, ob das damals evtl ein Fehler war, kann das aber natürlich nicht beantworten. Ich habe mich damait abgefunden und will mich damit nicht weiter quälen.


    Danke für die Begründung bezügl. keine Laisk bei Glaukom. Das klingt schlüssig und logisch für mich.


    Schöne Grüße,
    Klaus


    .size=12]

    LG,

    Klaus =)


    (Kurzsichtig, Lasik - OP und Vorderkammerlinsenimplantation, Offenwinkelglaukom mit Gesichtsfeldausfällen, Katarakt - OP, 4 X XEN - Implantation 2014 / 2015)


  • Hallo Klaus!


    Jetzt hab ich's verstanden. Danke.


    Klar, das stimmt auf jeden Fall. Ein Stent gilt als minimalinvasive OP und verbaut so keine weiteren Eingriffe.



    Ja, das ist mir bekannt. Ich hab auch gerade mal nachgesehen, ich hab die Zusammenfassung gar nicht im Forum gepostet. Mach ich aber dann gleich noch im Unterforum A-Z.


    Im Oktober letzten Jahres hatte ich einen Vortrag gehört, wo es um minimalinvasive Verfahren und Implantate ging.


    Eine dauerhafte Drucksenkung wird ja schon gewollt mit der Implantation von solchen Stents. Egal, wie die nun heißen. Aber es ist eben halt auch nicth so einfach.


    Die Trabekulektomie, die Du vermutlich meinst, ist natürlich in invasiver Eingriff und aufwändig bei der Nachsorge.


    Zitat von sual

    Bislang sieht es bei mir jedenfalls so aus, als könnte es klappen. Mit nur einem Tropfen Monoprost deutlich bessere Werte als vor 1,5 Jahren mit maximaler Tropftherapie... ich gebe nicht auf und hoffe einfach mal weiter :thumbup:


    Schönen Gruß Klaus


    P.S.: Eine Frage hätte ich noch: Was spricht aus Deiner Sicht gegen eine LASIK bei Glaukom?
    (Bei mir bestand vor 2006 kein erhöhter AID und familiär war auch nichts bekannt.)



    Das hat Silli beantwortet. Und ich schließe mich ihr gerne an. Auch der Frage am Ende. Die kam mir auch in den Sinn beim lesen eben.


    Und aufgeben ist nicht ;) ... das ist klar.


    Viele Grüße


    Sabine