Engwinkelglaukom und so viele Fragen :-(

  • Ich bin weiblich und 45 Jahre alt.
    Bei mir wurde vor einigen Wochen ein Engwinkelglaukom festgestellt, an dem ich aber schon seit ca. 4 Jahren leide, ohne das es festgestellt wurde!
    Trotz eindeutiger Symptome wurde mir von meiner Augenärztin Augenmigräne diagnostiziert. Erst durch eigene Recherchen im Internet bin ich auf Engwinkelglaukom gestoßen und habe mich darauf hin in einer Augenklinik untersuchen lassen.


    Ich habe einen engen Kammerwinkel mit Shaffer I-II auf beiden Augen. Sehnerv, Gesichtsfeld und Hornhautdicke sind o.k. Das Tagesdruckprofil war mit 1% Pilomann auch im Rahmen. Die Ärztin schlug mir vor, auf beiden Augen eine Iridotomie machen zu lassen, damit der Kammerwasserabfluss besser gewährleistet ist. Da ich aber noch zuwenig von der OP und der Krankheit weiß, habe ich erst mal abgelehnt und komme mit den Tropfen ganz gut zurecht. Erstmal.


    Ohne Pilomann hatte ich zum Schluss ständig Lichtringe, Nebelsehen, später Schmerzen und Blitze auf nur einem Auge, abends/nachts, also bei Dunkelheit, bei bestimmten Sport- oder Yogaübungen oder Nackenmassagen. Vor 3-4 Jahren hatte ich das nur vielleicht 1x im Monat. Mittlerweile fast jeden Abend. Schlimmer geworden ist es durch fortschreitende Weitsichtigkeit, vermute ich!?


    Vielleicht kennt jemand diese Situation und kann mir ein paar Fragen beantworten. Ich bin ein bißchen ratlos, wie ich weitermachen soll:


    1.) Warum treten die Beschwerden nur an einem Auge auf?
    2.) Hat niedriger Blutdruck eine Bedeutung oder können auch andere Faktoren die Durchblutung stören, wodurch die einseitigen Beschwerden zu erklären sind?
    3.) Warum soll ich beide Augen tropfen und operieren lassen, obwohl ich doch nur an einem Auge Beschwerden habe?
    4.) Welche OP ist sinnvoll? Ich lese in dem Zusammenhang immer auch von einer Trabekuloplastik.
    5.) Wo ist eine gute Klinik bzw. kann man den Eingriff bedenkenlos bei seinem Augenarzt machen lassen? (Ich komme aus der Nähe von Hagen/Sauerland. Die Klinik-Liste aus dem Forum habe ich mir auch schon herunter geladen.)
    6.) Kann es sein, das man von Pilomann als Nebenwirkung Hautjucken (ohne Ausschlag) bekommt?


    Sorry, es ist ein bisschen umfangreich geworden, aber vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der mir ein paar Tipps geben kann.
    Zu subakutem Winkelblock (oder so ähnlich) gibt es leider nicht so viel. Das wäre super!!!!!


    LG, Blauaugen

  • Willkommen Blauaugen,


    hattest du jemals einen für ein Engwinkelglaukom typischen Block?
    Wer hat den Schaffer bestimmt? Wurde das mit einer Zweitmeinung nochmals überprüft? Warst du zur kompletten Diagnostik in einer Fachklinik?

  • Bei mir rattert es noch im Kopf, deswegen die kurzen Fragen.


    Von Hagen aus wäre als Klinik das JoHo in Dortmund in der Nähe.


    Ich überlege aber immer noch. Wenn du seit 4 Jahren Symptome hast und nach deiner Recherche davon ausgehst, dass diese durch einen Winkelblock kommen müsste doch eigentlich am Sehnerven ein Schaden zu sehen sein?
    Das wären ja dann immer wieder kehrende starke Druckanstiege.


    Wenn beide Kammerwinkel eng sind macht eine Iridotomie beidseits schon Sinn. Und auch das Tropfen beidseits, da ja ein Glaukomanfall verhindert werden soll.


    Lass das nochmal in einer Fachklinik abklären. Vielleicht haben die Symptome ja doch eine andere Ursache (auch).

  • Iridotomie muss sein.


    Wie hoch ist Dein Druck?


    Klinikliste gibt es im Ordner A-Z unter G wie Glaukomklinik.


    -----------------------------------------------------------------------------------------



    Irgendwie kommt mir die Story bekannt vor.

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Hallo Blauaugen!


    Willkommen hier im Forum.


    In welcher Augenklinik hast Du Dich denn untersuchen lassen?


    Shaffer Grad I-II ist natürlich schon eng, wenn auch nicht geschlossen.


    Dass Du die Halos vor allen Dingen abends, bzw. nachts im Dunkeln gesehen hast,
    liegt vermutlich auch daran, dass die Pupille dann ja größer wird und diese dann
    auch den Winkel enger macht. Da er bei Dir ja eh schon enger ist, wird's dann halt noch enger.


    Bei Engwinkelglaukom ist die Standard-OP eine chirurgische Iridektomie. Da wird eigentlich
    schon auf die Lasergeschichte verzichtet.
    Es geht ja darum, die Glaukomanfälle (den Winkelblock) zu vermeiden. Hohe Drücke führen irgendwann
    höchstwahrscheinlich zu Schädigungen, die irreversibel sind.


    Yogaübungen bitte nur solche machen, wo kein Druck in den Kopf kommt. Also Kopfstand und solche
    Dinge bitte weglassen!!


    Zu Deinen Fragen:


    Zitat

    1.) Warum treten die Beschwerden nur an einem Auge auf?


    Evtl. ist einfach ein Anlagefehler im Kammerwinkel da. Und das kann auch nur einäugig sein.

    Zitat


    2.) Hat niedriger Blutdruck eine Bedeutung oder können auch andere Faktoren die Durchblutung stören, wodurch die einseitigen Beschwerden zu erklären sind?


    Wenn Du kein Normaldruckglaukom hast, ist die Durchblutung nicht ganz so wichtig. Also, natürlich ist sie wichtig, aber bei NDG ist sie halt sehr wichtig!!
    Und klar kann niedriger Blutdruck die Durchblutung stören.


    Zitat


    3.) Warum soll ich beide Augen tropfen und operieren lassen, obwohl ich doch nur an einem Auge Beschwerden habe?


    Wie ist der Grad Shaffer am zweiten Auge?
    Der Druck?
    Wie hoch ist überhaupt der Druck?

    Zitat


    4.) Welche OP ist sinnvoll? Ich lese in dem Zusammenhang immer auch von einer Trabekuloplastik.


    Das kommt drauf an und muss der Operateur entscheiden. Wichtig und Standard ist eine chirurg. Iridektomie. Ob eine TE auch nötig ist, hängt
    von weiteren Faktoren ab.

    Zitat


    5.) Wo ist eine gute Klinik bzw. kann man den Eingriff bedenkenlos bei seinem Augenarzt machen lassen? (Ich komme aus der Nähe von Hagen/Sauerland. Die Klinik-Liste aus dem Forum habe ich mir auch schon herunter geladen.)


    Siehe Sili's Hinweis mit Dortmund.

    Zitat


    6.) Kann es sein, das man von Pilomann als Nebenwirkung Hautjucken (ohne Ausschlag) bekommt?


    Steht jetzt nicht in der Fachinfo. Aber wenn Du das zeitlich in Verbindung bringst.... wer weiß.



    Viele Grüße


    Sabine

  • Vielen lieben Dank für die schnellen Antworten!


    Ich habe mich in der Augenklinik im Klinikum Lüdenscheid von der dortigen Chefärztin untersuchen lassen und auch dort stationär ein Tagesdruckprofil machen lassen.
    Druckwerte mit Tropfen auf dem linken Auge zwischen 16 - 13 und auf dem rechten Auge zwischen 25 - 13. Hier wurde auch auf beiden Augen der Shaffer 1-2 festgestellt.
    Eine Zweitmeinung habe ich (noch) nicht.


    Ohne Tropfen habe ich nur einen Wert von meiner Augenärztin, die das im Rahmen eine Glaukom-Vorsorgeuntersuchung (vormittags) gemacht hat.
    Da lag der Wert bei links 14 und rechts 19. ABER: ich habe den Wert nie messen lassen können, wenn ich die Beschwerden hatte, weil es immer in den Abend-/Nachtstunden aufgetreten ist und das halt auch nie regelmäßig.
    Außerdem war ich ja bis vor kurzem immer noch von Augenmigräne ausgegangen, gegen die man ja nichts machen kann.


    Einen kompletten Verschluß hatte ich nie. Die Beschwerden waren nach dem Schlafen immer verschwunden.
    Bei mir ist die Erkrankung irgendwie schleichend gekommen. Am Anfang waren die Abstände zwischen den "Anfällen" sehr groß und sind erst im letzten Jahr viel häufiger und heftiger geworden.
    Aber auch hier hatte ich noch eine Phase von fast 2 Monaten wo ohne Tropfen gar nichts gewesen ist. ?( (Die Tropfen habe ich erst seit Ende Juni 2015 - dieses blöde Hautjucken seit Anfang Aug. 2015)
    Deswegen habe ich vielleicht keinen Schaden am Sehnerv bekommen? Ich weiß es nicht. :keineAhnung:


    Das JoHo habe ich mir auch schon aus der Liste ausgeguckt und wäre für mich gut zu erreichen!


    Viele Grüße
    Blauaugen

  • Vielen lieben Dank für die schnellen Antworten!


    Ich habe mich in der Augenklinik im Klinikum Lüdenscheid von der dortigen Chefärztin untersuchen lassen und auch dort stationär ein Tagesdruckprofil machen lassen.
    Druckwerte mit Tropfen auf dem linken Auge zwischen 16 - 13 und auf dem rechten Auge zwischen 25 - 13. Hier wurde auch auf beiden Augen der Shaffer 1-2 festgestellt.
    Eine Zweitmeinung habe ich (noch) nicht.


    Hallo Blauaugen!


    Die Klinik und die Ärztin kenne ich nicht. Daher kann ich dazu auch nichts sagen.



    Zitat von Blauaugen


    Ohne Tropfen habe ich nur einen Wert von meiner Augenärztin, die das im Rahmen eine Glaukom-Vorsorgeuntersuchung (vormittags) gemacht hat.
    Da lag der Wert bei links 14 und rechts 19. ABER: ich habe den Wert nie messen lassen können, wenn ich die Beschwerden hatte, weil es immer in den Abend-/Nachtstunden aufgetreten ist und das halt auch nie regelmäßig.
    Außerdem war ich ja bis vor kurzem immer noch von Augenmigräne ausgegangen, gegen die man ja nichts machen kann.


    Also, so ganz verstehe ich Deine Geschichte noch nicht.


    Deine AÄ hatte den Druck gemessen, aber der hatte normale Werte, in dem Moment, wo Du ja auch keine Beschwerden hattest.


    Du hast gegoogelt und bist dann daraufhin in die Klinik zur Untersuchung, die dort auch ein 24-h-Profil gemacht hat.


    Hattest Du denn dort abends keine Beschwerden? Beim längeren Liegen?



    Zitat von Blauaugen

    Einen kompletten Verschluß hatte ich nie. Die Beschwerden waren nach dem Schlafen immer verschwunden.
    Bei mir ist die Erkrankung irgendwie schleichend gekommen. Am Anfang waren die Abstände zwischen den "Anfällen" sehr groß und sind erst im letzten Jahr viel häufiger und heftiger geworden.
    Aber auch hier hatte ich noch eine Phase von fast 2 Monaten wo ohne Tropfen gar nichts gewesen ist. ?( (Die Tropfen habe ich erst seit Ende Juni 2015 - dieses blöde Hautjucken seit Anfang Aug. 2015)
    Deswegen habe ich vielleicht keinen Schaden am Sehnerv bekommen? Ich weiß es nicht. :keineAhnung:



    Du hast absolut keine Schädigungen an Deinen Sehnerven?


    Zitat von Blauaugen

    Das JoHo habe ich mir auch schon aus der Liste ausgeguckt und wäre für mich gut zu erreichen!


    Viele Grüße
    Blauaugen


    Ich denke, eine genaue Diagnostik mit noch mal 24-h-Profil, vielleicht auch mal über ein ganzes Wochenende wäre wichtig.


    Wer hatte Dir eine OP angeraten?




    Viele Grüße


    Sabine

  • Hallo Sabine!


    Ich versuche das zeitlich mal hintereinander zu schreiben.


    1. 2011 die ersten Symptome 2011 (Nebelsehen, Lichtringe, sehr selten, abends)


    2. 2013 Glaukom-Vorsorge beim AA - ohne Befund, trotz meiner Hinweise auf Beschwerden (Symptome verstärken sich, abends, nachts)


    3. 2014: ein Abend waren die Beschwerden so schlimm (auf einem Auge nur noch weiß-trüb gesehen, Schmerzen im Augen und Kopfschmerzen, keine Übelkeit oder Erbrechen)
    Sofort zum AA. Da meine AA nichts finden konnte und (angeblich!!!) alle Untersuchungen gemacht hat und überzeugt davon war, das es Augenmigräne ist, hat sie mich zur Sicherheit
    aber noch zum Orthopäden (HWS), zum Neurologe (alle möglichen Untersuchungen + Kopf-MRT), zum Hausarzt (Blutdruck, Langzeit-EKG, etc.) und HNO geschickt.
    Alles in Ordnung. Hat nur ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bis ich alles abgeklappert habe. In der Zeit habe ich schon angefangen, selber im Netz zu recherchieren und hatte schon den
    ersten Verdacht, das es NICHT Augenmigräne ist!


    4. Mai 2015 wieder zum Augenarzt. Wieder eine Glaukom-Vorsorgeuntersuchung. Weil meine AA nicht mehr weiter wußte, hat sie mir eine Überweisung für die Augenklinik gegeben.


    5. Juli 2015: Augenklinik. Auch hier bin ich nur auf Drängen (und mit meinen Vermutungen aus den Internet-Recherchen, was die Ärzte ja überhaupt nicht mögen) an die Chefärztin gelangt,
    der ich nur 2-3 Sätze meiner Symptome erzählt habe und die sofort "Bescheid" wußte und den Kammerwinkel untersucht hat. Darauf hin habe ich dann die Tropfen bekommen.
    Welch eine Erleichterung meiner Beschwerden! (Sie sagte noch etwas von engem Kammerwinkel mit Irisplateau?, aber mehr beiläufig.)


    6. Im September war ich dann noch mal stationär zum Tagesdruckprofil in der Klinik. Das Tagesdruckprofil wurde MIT Einnahme der Tropfen gemacht. Beschwerden hatte ich an dem Tag/Abend nicht.
    Die OP hat mir die dortige Chefärztin angeraten.


    Ich habe versucht das einigermaßen verständlich/zeitlich hintereinander zu bekommen. Sorry, wenn es das erste Mal nicht so rüber gekommen ist.


    LG, Blauaugen

  • Hallo Blauaugen!


    Danke für die Aufstellung.


    Nun, ich denke, Du kommst nicht drumherum eine komplette Diagnostik machen zu lassen, einschließlich 24-h-Augeninnendruckmessung.


    Die Plateauiris ist natürlich noch mal etwas, was den Winkel noch enger macht.


    Im Forum gibt's noch mehr dazu. Kannst Du ja mal nachlesen:


    Brauch dringend Hilfe! Nebelsehen und bunte Halos bei relativ niedrigem Augendruck



    Im Link sind noch mal Links enthalten.



    Viele Grüße


    Sabine

  • Hallo Blauaugen!


    Du schreibst, Deine Sehnerven, das Gesichtsfeld (GF) war alles ok.


    Wurde denn mal eine Bildgebung gemacht, um den Sehnerv darzustellen? Also, HRT oder OCT?


    Dann wäre für mich zwingend eine 24-h-Augeninnendruckmessung stationär notwendig. Was nutzt Dir ein Tagesprofil, wenn
    eh bekannt ist, dass der Druck tagsüber ok ist?
    Wichtig: Nachts wird der Druck im Liegen gemessen! Heißt ohne Aufstehen!


    Erst, wenn das abgeklärt ist, wird man ein sinnvolles, weiteres Vorgehen angehen können.



    Wie gesagt: Standardeingriff beim Engwinkel ist tatsächlich die chirurg. Iridektomie.


    Pilomann hast Du ja, damit die Pupille nicht so groß wird bei Dunkelheit/in der Nacht. Da dann der Druck
    noch mehr ansteigt sonst, weil eben auch die Plateauiris das ist und der Kammerwinkel ja verengt ist.




    Viele Grüße


    Sabine

  • Hallo Sabine!


    Die Gesichtsfelduntersuchung habe ich 2x gemacht. Beiden ohne Befund.
    In der Klinik wurde eine HRT gemacht. Auch unauffällig.


    Bei dem Tagesdruckprofil wurde das letzte Mal um 23.00 Uhr gemessen, allerdings nicht im Liegen. Dann wieder um 7.00 Uhr.


    Gestern war ich noch mal bei meinem Augenarzt.
    Der sagte mir, ich hätte kein Engwinkelglaukom, so würde das nur heißen, wenn man einen kompletten Verschluß hätte.
    Und einen engen Kammerwinkel hätten viele Menschen und trotzdem keine Beschwerden.


    Hmm - wenn ich den engen Kammerwinkel aber schon immer habe und jetzt SCHLEICHEND auf einem Auge diese - ich versuchs richtig auszudrücken - intermittierenden oder subakuten Winkelblockglaukombeschwerden habe, was löst diese Beschwerden dann aus und warum nur auf einem Auge? Und warum ist das mit der Zeit immer schlimmer geworden?


    Mein Augenarzt meinte, vielleicht weil sich die Iris anders vor den Kammerwinkel schiebt, als bei dem anderen Auge.
    Eine Plateau-Iris könnte ich nicht haben, da die Piloman-Tropfen dann nicht wirken würden und die Beschwerden dann auch nicht weggehen würden.


    Der einzige Faktor, der sich in den letzten Jahren bei mir extrem verändert hat ist die Fehlsichtigkeit. Vielleicht ist es müßig nach der Ursache zu forschen?! Es nun mal da. Aber richtig verstehen kann ich es immer noch nicht.


    Für Ende November habe ich mir einen Termin zur Iridektomie geben lassen, bin mir aber nicht sicher, ob ich das in dem Augenzentrum machen lassen soll.



    Viele Grüße
    Blauaugen

  • Hallo Blauaugen,


    das ist alles für mich immer noch sehr verwirrend.
    Also - ein Glaukom hast du nicht, weil einfach kein Glaukomschaden vorliegt. Da ist ja nichts, was ein Glaukom bestätigen würde.


    Ich bin da eher bei den Aussagen deines AA, da ich sie soweit nachvollziehen kann.
    Du hast enge Kammerwinkel, ja. Aber noch nie einen Block bzw. Glaukomanfall gehabt, keine Schäden - und somit auch kein Engwinkelglaukom.


    Du hast die Beschwerden, die du beschreibst. Diese deuten ja schon auf einen dann verschlossenen Kammerwinkel und somit deutliche Druckerhöhung. Wenn aber über einen längeren Zeitraum immer wieder solch hohe Druckentgleisungen passiert wären, müsste ein Schaden irgendwo zu sehen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so unempfindliche Sehnerven gibt, welche solche Druckwerte immer wieder schadlos aushalten würden :keineAhnung:


    Die Pilomann verengen ja die Pupille. Bei der Plateau-Iris würde diese auf Grund ihrer Anatomie eher noch mehr die Kammerwinkel verlegen in verengtem Zustand. Auch da verstehe ich die Aussage deines AA, dass dies ja irgendwie nicht sein kann...


    Will denn das Augenzentrum jetzt doch eine chirurgische Iridektomie durchführen oder "nur" die Laser-Iridotomie?
    Ich hab da Sabines Anmerkung im Kopf, dass die Iridotomie nicht ausreicht und mir leuchtet das völlig ein.


    Aus diesen Gründen - auch weil mir das alles noch nicht so wirklich einleuchtend erscheint - würde ich persönlich mir eine Zweitmeinung einer anderen Fachklinik einholen.

  • Hallo,


    die Chefärztin wird es beiläufig sagen, weil es für sie dann klar ist. Es ist für sie eindeutig und kein großes Wunder, weil sie so etwas schon gesehen hat.


    Wie kommt man zu einer Chefärztin?


    Entweder wieder dort hin und bei der Aufnahme das versuchen zu sagen, es steht ja nun auch in Deiner Akte oder Geld in die Hand nehmen und Beratung bei der Chefärztin als Selbstzahler. Mit unter 100 EUR ist das getan. Du bittest um Befunderläuterung, da die Befunde schon da sind. Das wird vielleicht auch unter 50 EUr gehen. Da Ihre Tropfen helfen, scheint es doch richtig zu sein.


    Ansonsten Zweitmeinung hier:


    Glaukomkliniken- Adressen,bzw. glaukomspezialisierte Ärzte


    Es ist aber nicht so super einfach wieder an den Chefarzt zu kommen, der dann solche Phänomene schon mehrfach gesehen hat. Du kannst natürlich auch dort Geld in dieHand nehmen.


    Da die Tropfen helfen, würde ich der chirurg. Iridektomie zustimmen.


    Viel Erfolg


    Jenat

    Ohne Musik wäre alles nichts. (frei nach Mozart)

  • Hallo!


    So langsam verstehe ich, was gemeint ist. Hat ein bisschen gedauert, aber ich muss mich erst mal durch die ganzen Begrifflichkeiten kämpfen. 8|

    das ist alles für mich immer noch sehr verwirrend.
    Also - ein Glaukom hast du nicht, weil einfach kein Glaukomschaden vorliegt. Da ist ja nichts, was ein Glaukom bestätigen würde.

    Ein Glaukom hat man erst, wenn schon ein Schaden vorliegt! Jetzt habe auch ich es endlich verstanden. :S
    Dann wäre es bei mir also eher eine oculäre Hypertension, die keine Krankheit ist, aber zu einem Glaukom oder Verschluss führen kann.


    Ich bin da eher bei den Aussagen deines AA, da ich sie soweit nachvollziehen kann.
    Du hast enge Kammerwinkel, ja. Aber noch nie einen Block bzw. Glaukomanfall gehabt, keine Schäden - und somit auch kein Engwinkelglaukom.

    Meine Diagnose aus der Klinik war "primäres Engwinkelglaukom" und das habe ich hierzu gefunden:
    "Beim primären Engwinkelglaukom ist der Abflußwiderstand durch einen engen Kammerwinkel erhöht. Die Regenbogenhaut wölbt sich vor das
    Trabekelwerk und behindert damit den Abfluß. Besonders gefährdet sind Patienten mit relativ kleinen Augen (Weitsichtigkeit). Der Kammerwinkel
    verengt sich zusätzlich, wenn die Pupille weit ist (bei Dunkelheit)."
    Vielleicht müsste es besser heißen, ich habe einen engen Kammerwinkel mit vorschreitender Weitsichtigkeit, was eine Glaukomentwicklung begünstigt kann ...


    Du hast die Beschwerden, die du beschreibst. Diese deuten ja schon auf einen dann verschlossenen Kammerwinkel und somit deutliche Druckerhöhung. Wenn aber über einen längeren Zeitraum immer wieder solch hohe Druckentgleisungen passiert wären, müsste ein Schaden irgendwo zu sehen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so unempfindliche Sehnerven gibt, welche solche Druckwerte immer wieder schadlos aushalten würden :keineAhnung:

    Das habe ich hierzu noch mal gefunden:
    "Der okuläre Hochdruck (Hypertension) ist definitionsgemäß keine Krankheit und eigentlich auch keine Glaukomform. Sie liegt dann vor,
    wenn bei einem Patienten regelmäßig Augeninnendruckwerte von mehr als 21mmHg gemessen werden, die jedoch nicht mit klinischen Symptomen des
    Glaukoms einhergehen, also ohne eine Exkavation und anderen Auffälligkeiten des Sehnervs und ohne Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Dennoch unterliegen die
    Patienten unzweifelhaft einem erhöhten Risiko, früher oder später ein Glaukom zu entwickeln.
    Eine große wissenschaftliche Studie, die Ocular Hypertension Treatment Study (OHTS), hat eine jährliche Konversionsrate (= der Übergang von
    einer Okulären Hypertension zu einem manifesten Glaukom) von immerhin 2 % in diesem Personenkreis nachgewiesen. Patienten mit einem
    Augeninnendruck von mehr als 26 mmHg und besonders dünner Hornhaut entwickelten in 7 % der Fälle binnen eines Jahres ein Glaukom mit sichtbaren Schädigungen der Papille.
    Über einen Zeitraum von 5 Jahren betrug die Konversionsrate insgesamt 35 %."




    Beides trifft zu und ich glaube, ich hab bis jetzt einfach Glück gehabt, das es noch nicht zu einem Schaden gekommen ist!



    Will denn das Augenzentrum jetzt doch eine chirurgische Iridektomie durchführen oder "nur" die Laser-Iridotomie?
    Ich hab da Sabines Anmerkung im Kopf, dass die Iridotomie nicht ausreicht und mir leuchtet das völlig ein.

    Eigentlich soll eine Iridotomie gemacht werden. Vorbeugend, um einen eventuellen Verschluss zu verhindern.
    Den Unterschied zur Iridektomie kenne ich nicht wirklich. Der Eingriff erfolgt nicht über einen Laser, oder? Und das Loch wird größer? ?(



    Wie kommt man zu einer Chefärztin?


    Entweder wieder dort hin und bei der Aufnahme das versuchen zu sagen, es steht ja nun auch in Deiner Akte oder Geld in die Hand nehmen und Beratung bei der Chefärztin als Selbstzahler. Mit unter 100 EUR ist das getan. Du bittest um Befunderläuterung, da die Befunde schon da sind. Das wird vielleicht auch unter 50 EUr gehen. Da Ihre Tropfen helfen, scheint es doch richtig zu sein.

    Ich weiß nicht, ob zwingend NUR Chefarzte diese Untersuchung/Zweitmeinung machen können oder müssen. Entscheidend ist ja wirklich, ob sich jemand damit auskennt. Bei mir war es einfach so, das ich mich mit der Diagnose "Augenmigräne" vom Facharzt nicht zufrieden geben wollte und die dann die Chefärztin hinzugezogen hat. Bei dem stationären Aufenthalt war ich privat versichert und bin somit von der Chefärztin untersucht worden.





    Ich denke, eine Iridotomie (Iridektomie) wäre wohl wirklich sinnvoll um die Gefahr eines eventuell zukünftigen Schadens zu verhindern!
    Muss ich dann eigentlich trotzdem weitertropfen?
    Schleppe die Tropfen jetzt ständig mit mir rum, für den Fall, das es mal wieder ein bisschen eng wird.


    Ich finde es übrigens toll, das es dieses Forum gibt und man so ungeniert alles Fragen kann, was bei einem Arzt oft nicht der Fall ist, weil die Zeit fehlt oder man einfach zu aufgeregt ist.
    Mit euren Antworten bin ich ein großes Stück weitergekommen und nicht mehr ganz so verunsichert!


    herzliche Grüße
    Blauaugen

  • Jetzt bin ich gerade wieder über etwas gestolpert! :(


    Bei einer occuläre Hypertension hat man einen ständig leicht erhöhten Druck ohne Symptome und ohne Schäden, oder?????
    Und wahrscheinlich auch auf beiden Augen ...
    Hmm, Symptome habe ich ja genug ... :keineAhnung:


    Sorry für meine ständiges Zweifeln und Nachfragen!!!!!!


    herzliche Grüße
    Blauaugen

  • Hallo Blauaugen,


    meine zusammengestolperten Gedanken dazu verständlich zu beschreiben krieg ich auch nicht so hin - also stolpern wir doch noch ein bisschen :zwinkern:


    Eine Frage vorweg: mit Augenzentrum in deinem Post meintest du nicht das Augenzentrum Lüdenscheid sondern wir sind immer noch bei der Augenabteilung des Klinikum Lüdenscheid, richtig? Ich frage nur, weil ich nach beidem gegoogelt hatte.


    Über okuläre Hypertension hab ich jetzt gar nicht nachgedacht bei dir, weil es das ja so irgendwie auch nicht trifft. Ich bin schon auch bei deinen engen Kammerwinkeln etc. - da kein Schaden kein Glaukom, aber eben eine Disposition dazu. Wie du es selber schreibst, die Glaukomentwicklung ist begünstigt.


    Worüber ich aber eben die ganze Zeit stolper ist, dass deine Beschwerden, die eben auf eine starke Druckerhöhung zu diesen Zeitpunkten hinweisen, keinen Schaden aufzeigen.
    Das ist natürlich gut so! Aber eben so untypisch. Hast du denn mal bemerkt, dass dein Auge bei so einem "Anfall" sich irgendwie hart anfühlte?


    Bei solchen Druckentgleisungen durch Kammerwinkelverschluss geht der Druck schon oft in sehr hohe Höhen. Da bleibt meist ein Schaden, wenn es häufiger vorkommt. Von daher frage ich mich immer noch, ob da wirklich eine Verlegung des Kammerwinkels vorlag oder dein AA ein guter ist und richtig liegt, dass die Beschwerden eine andere Ursache haben bzw. mit der Linse zusammenhängen.


    Es kann natürlich auch sein, dass zwar ein Verschluss vorlag, der Druck nicht so hoch war, deine Sehnerven sehr stabil sind und es dadurch zu keinem Schaden kam. Unlogisch ist für mich dabei aber immer noch, dass die Beschwerden über Nacht vergangen sind. Gerade da verschliesst die erweiterte Pupille ja auch den Kammerwinkel.


    Oder ich habe irgendwo einen Denkfehler.
    Ich selbst habe kein Engwinkelglaukom. Allerdings kenne ich solche Druckentgleisungen, meine Abflusswege sind verstopft und dabei kommt es dann zu Hochdruck weil das Kammerwasser nicht auf natürlichem Wege abfliessen kann.


    Letztendlich ist es aber auch egal. Die engen Kammerwinkel sind da und deine Beschwerden auch. Wenn diese durch das Pilomann weg gehen, ist es schon gut - aber da stolper ich wieder über die Plateau-Iris. Diese verträgt eben wohl das Pilomann nicht unbedingt so gut und wenn dann dadurch ein Verschluss entsteht ist das ja auch nicht Sinn der Sache. Ich bin aber auch nur Patient und kein Facharzt, kann also nur weiter geben, was ich selbst darüber weiß.


    Die Iridotomie erfolt durch einen Laser, ja.
    Die Iridektomie ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei welcher das Löchlein mit dem Skalpell geschnitten wird. Vorteil ist, dass hierbei der Chirurg genau da schneiden kann wo er hin will (an der Iriswurzel) und diese fällt i.d.R. auch etwas größer aus, ja.


    Liest sich schlimmer als es ist. Heute wird schon standardmäßig bei bestimmten drucksenkenden Glaukom-OPs eine Iridektomie direkt mit ausgeführt. Sowas haben also viele Menschen (inkl. mir).


    Sinnvoll ist sie auf jeden Fall bei engen Kammerwinkeln!

  • Hallo Sabine!


    Die Gesichtsfelduntersuchung habe ich 2x gemacht. Beiden ohne Befund.
    In der Klinik wurde eine HRT gemacht. Auch unauffällig.


    Bei dem Tagesdruckprofil wurde das letzte Mal um 23.00 Uhr gemessen, allerdings nicht im Liegen. Dann wieder um 7.00 Uhr.


    Hallo Blauaugen!


    Mir geht's auch noch immer sehr ähnlich wie Silli.


    Ich versteh das alles noch immer nicht so ganz bei Dir. :keineAhnung:


    Die Messung um 7 Uhr war liegend. Du bist dann also von 23 Uhr an ohne Aufstehen im Bett gewesen, ja?


    Zitat von Blauaugen

    Gestern war ich noch mal bei meinem Augenarzt.
    Der sagte mir, ich hätte kein Engwinkelglaukom, so würde das nur heißen, wenn man einen kompletten Verschluß hätte.
    Und einen engen Kammerwinkel hätten viele Menschen und trotzdem keine Beschwerden.


    Hmm - wenn ich den engen Kammerwinkel aber schon immer habe und jetzt SCHLEICHEND auf einem Auge diese - ich versuchs richtig auszudrücken - intermittierenden oder subakuten Winkelblockglaukombeschwerden habe, was löst diese Beschwerden dann aus und warum nur auf einem Auge? Und warum ist das mit der Zeit immer schlimmer geworden?


    Grundsätzlich gibt es solche Veränderungen im Kammerwinkel auch nur einäugig. Das kann an einer angelegten Fehlbildung z. B. liegen. Dann ist das schon seit Deiner Entstehung im Mutterleib so.


    Aber ich kann Dir das natürlich auch nicht sagen, was da bei Dir los ist.



    Mein Augenarzt meinte, vielleicht weil sich die Iris anders vor den Kammerwinkel schiebt, als bei dem anderen Auge.
    Eine Plateau-Iris könnte ich nicht haben, da die Piloman-Tropfen dann nicht wirken würden und die Beschwerden dann auch nicht weggehen würden.


    Der einzige Faktor, der sich in den letzten Jahren bei mir extrem verändert hat ist die Fehlsichtigkeit. Vielleicht ist es müßig nach der Ursache zu forschen?! Es nun mal da. Aber richtig verstehen kann ich es immer noch nicht.


    Für Ende November habe ich mir einen Termin zur Iridektomie geben lassen, bin mir aber nicht sicher, ob ich das in dem Augenzentrum machen lassen soll.



    Viele Grüße
    Blauaugen[/quote]



    Also, ich glaube, dass nun erstmal eine vernünftige Diagnose her muss. Es muss vollständig abgeklärt werden, was genau bei Dir Sache ist. Ein
    Glaukom hast Du wohl noch nicht entwickelt, da Du, wie Du richtig geschrieben hast, noch keine Schädigungen am Sehnerv hast.


    Tu Dir selbst den Gefallen und lass Deine Situation so abklären, dass klar ist, was los ist.




    Viele Grüße


    Sabine

  • Hallo!


    Wow, ihr seid wirklich schnell mit euren Antworten!!!! Vielen Dank dafür!!!!


    Ich glaube, ich muss das noch mal alles ganz in Ruhe sortieren und mir dann eine Zweitmeinung einholen.
    Irgendwie paßt eins nicht zum anderen und ich habe das Gefühl, das ich irgendwas übersehen habe.


    Meine Anfälle waren immer so geprägt:
    Erst Nebelsehen mit Ringen. In diesem Zustand durfte ich mich auf keinen Fall hinlegen, weil es dann viel schlimmer wurde.
    Ja, hartes Augen, Schmerzen, stärkeres Nebelsehen und als Endstadium dann so komische Lichtblitze.
    Ich habe über die Zeit natürlich Strategien entwickelt, um dieses "Endstadium" zu vermeiden, weil das wirklich sehr, sehr unangenehm war.


    Habe mich einfach nicht hingelegt, oder im Sitzen bei Licht an "geschlafen", Kühlpads auf den Kopf gelegt, eine Zeit lang haben sogar Nasentropfen ein bisschen geholfen,
    weil ich durch Zufall gemerkt habe, das zeitgleich immer meine rechte Nasenseite zuging. Klingt komisch, war aber so.
    Computerlicht hat auch ein bisschen geholfen.
    Ganz schlimm war immer bei geringem Licht kleine Schrift zu entziffern. Das hat richtig geschmerzt im Auge (trotz Brille) und ich wußte, danach gehts wieder los.
    Im Winter sind die Beschwerden schlimmer, weil es einfach früher dunkel wird. Im Sommer geht man ja fast im Hellen ins Bett.


    Vielleicht ist das alles sehr unglaubwürdig und müßig danach zu forschen!?


    Ach so, mein Augendruck wurde NIE im Liegen gemessen. Die Messung um 7.00 Uhr morgens erfolgte (im Klinikum), nachdem ich eine halbe Stunde auf war.
    Ich hatte aber auch noch nie Probleme morgens!


    Die Iridotomie soll im Augenzentrum (nicht in der Klinik) gemacht werden. Hier wurde ja auch ausgeschlossen, das es etwas mit Plateau-Iris zu tun hat, weil Piloman dann nicht wirken würde.


    Ich werde weiter forschen, aber um eine Iridotomie und regelmäßige Kontrollen komme ich wohl nicht herum.


    Vielen lieben Dank an euch!
    Wenn jemand vielleicht mein fehlendes Puzzle-Teil kennt - ich bin für jeden Hinweis dankbar!!!!!!


    Liebe Grüße
    Blauaugen

  • Hallo Blauaugen,



    ..., eine Zeit lang haben sogar Nasentropfen ein bisschen geholfen,
    weil ich durch Zufall gemerkt habe, das zeitgleich immer meine rechte Nasenseite zuging. Klingt komisch, war aber so.
    ...

    Klingt nicht komisch. Tränenkanal und Abflusssystem des Auges hängt mit Nasen-Rachen-Raum zusammen.



    Ich würd da aber jetzt auch nicht weiter forschen, sondern mir einfach einen Termin machen :zwinkern:

  • Hallo Blauaugen,


    ich habe ein Engwinkelglaukom. Deine Beschreibung passt sehr gut zu meiner Krankengeschichte. Auch bei mir hat es nur bei einem Auge angefangen. Die Abstände zwischen den zunächst kleinen "Anfällen" wurden nach und nach immer kürzer. Die Symptome waren die gleichen. Auch ich war mehrmals deswegen beim Augenarzt, tagsüber , der Druck war da immer normal. Obwohl ich ihm sagte, dass die Anfälle immer erst abend oder nachts auftreten hat er nicht den Kammerwinkel untersucht oder mal ein 24-Std. Druckprofil veranlasst. Ein intermittierendes Winkelblockglaukom wäre naheligend gewesen.


    Nachdem ich meiner Hausärztin die Probleme auch geschildert hatte und dabei erwähnte, dass mir - wie dir - einseitig die Nase zugeht hatte sie den Verdacht auf Cluster Kopfschmerzen. In einer Kopfschmerzsprechstunde bei einem Spezialisten hat dieser dies auch bestätigt. Nun hatte ich eine Diagnose... dachte ich. Die speziellen Schmerzmittel halfen aber nicht immer, was sie eigentlich müssten.


    Dann kam der Tag, an dem ich einen Glaukomanfall hatte - abends im Dunkeln. Erst da wurde ein Engwinkelglaukom in der Augenklinik festgestellt, in die mich mein Mann als Notfall brachte. Das hatte er aber auch nur getan, weil der Kopfschmerzspezialist damals erwähnte, es könne sich auch um Glaukomanfälle handeln, da der Clusterkppfschmerz bei mir nicht so ganz typisch war..


    Bei mir wurde dann eine chir. Iridektomie durchgeführt. Eine Iridotomie mit dem Laser, sagte man mir, sei nicht angezeigt, da die Möglichkeit bestehen würde, dass das Loch sich wieder verschließt.
    Damals sagte man mir, dass an dem anderen Auge an dem ich keine Beschwerden hatte, der gleiche Eingriff gemacht werden sollte weil auch dort der Kammerwinkel sehr eng sei, ein Glaukomanfall muss auf jeden Fall verhindert werden, daher beide Augen.


    Pilomanntropfen habe ich zwischen beiden Op's nehmen müssen um einen Glaukomanfall an dem 2. Auge zu verhindern.


    Mein Sehnerv ist trotz der Anfälle noch o.k. - Gott sei Dank! Alledings hat ein sehr schwerer Glaukomanfall den Muskel einer Pupille so beschädigt, dass er nicht mehr funktioniert. Sie ist seither weit und reagiert nicht mehr und ich bin so blendempfindlch, dass ich meine Augen immer mit einer Sonnenbrille verdunkeln muss.


    Ich kann dir aus meiner Sicht nur raten alles dafür zu tun, einen Glaukomanfall zu verhindern. Hole dir eine Zweit- und vielleicht auch Drittmeinung ein. Die Pupillen durch Tropfen klein zu halten damit kein Glaukomanfall passiert kann m. E. nicht die Lösung sein. Mit kleinen Pupillen sieht man im Dunklen auch schlechter, was z. B. beim Autofahren im Dunklen nicht anzuraten ist.

  • Hallo Andrea!


    Ich kann das alles nur bestätigen und bin froh, das ich mit meiner Geschichte nicht alleine bin!!!!


    Mir wurde ja auch ständig Migräne, von einem Arzt sogar Trigeminusneuralgie, "diagnostiziert".


    Ist diese Krankheit so ungewöhnlich, das bei so wenig Ärzte bei den ersten Beschreibungen nicht sofort alle Alarmglocken angehen!!!
    Ich bin ja letztendlich nur durch Internetrecherche auf dieses Thema gestoßen.
    Auch meine Augenärztin hat kein Druckprofil veranlaßt oder eine Kammerwinkeluntersuchung gemacht.


    In Dunkelheit mit Nebel, Ringen und Schmerzen auf dem Auge Auto fahren ist auch kein Spaß. Ich war zuletzt sehr unmobil, hab' mich auch nicht mehr alleine getraut abends "auszugehen".
    Da waren die Piloman Tropfen - erstmal - eine unglaubliche Erleichertung!!! Auch wenn man schlechter sieht.
    Zu einem kompletten Verschluß ist es ja zum Glück nie gekommen.


    Hat dir die Iridektomie geholfen?
    Hast du sie in einem Krankenhaus machen lassen?
    Musst du noch tropfen?
    Kennst du nähere Ursachen für diesen schleichenden einseitigen Verlauf der Krankheit? (Der enge Kammerwinkel scheint ja nicht NUR das Problem zu sein, laut meinem Augenarzt haben den viele Menschen.)


    Vielen lieben Dank für deinen Bericht! Das hat mir wirklich sehr geholfen!


    Herzliche Grüße
    Blauaugen

  • Hallo Blauaugen,


    ich weiß nicht, ob ein Engwinkelglaukom selten ist aber Glaukomanfälle sind wohl nicht so häufig. Mich wundert es allerdings auch, dass mein Augenarzt (und wohl auch andere wie deiner) nicht drauf gekommen ist. Es gibt ja sogar Medikamente, welche als Begleiterscheinung eine Erweiterung der Pupillen verursachen, die man nicht nehmen sollte wenn man ein Engwinkelglaukom hat. Im Beipackzettel wird vor einem Glaukomanfall gewarnt. Also scheint der medizinischen und pharmazeutischen Welt Das Problem doch bekannt zu sein.


    Die Iridektomien haben mir geholfen, seitdem habe ich keine Anfälle mehr gehabt.... und sie liegen schon 9 Jahre zurück. Mein Augenarzt hat mir auch mehrmals versichert, dass ich keine Glaukomanfälle mehr bekommen kann und ich hoffe, dass er Recht behalten wird.


    Beide Eingriffe wurden in einer Augenklinik eines Krankenhauses mit Vollnarkose durchgeführt. Tropfen brauche ich nicht, das war nur während der 3 Wochen zwischen beiden OPs erforderlich. Allerdings hat sich bei mir auf beiden Augen aufgrund der Anfälle oder der Eingriffe (das weiß man nicht sicher - beides ist möglich) ein Grauer Star ausgebildet. Diagnostiziert wurde er 1 oder 2 Jahre nach den Eingriffen. Im nächsten Jahr werde ich mich wohl darum kümmern müssen.

  • Hallo Andrea!


    Das hört sich doch beruhigend an. 9 Jahre ist schon eine lange Zeit.
    Das mit dem Grauen Star ist nicht schön und ich drück dir die Daumen, daß das gut über die Bühne geht!!!!


    Ist den eine Vollnarkose bei diesem Eingriff notwendig oder wird das heute auch ambulant gemacht?
    Die Iridotomie wird ja ambulant gemacht.


    viele Grüße
    Blauaugen

  • Hallo Blauaugen,



    das weiß ich nicht sicher. Ich denke aber, dass vorzugsweise ein Vollnarkose gemacht wird, weil das Auge im Gegensatz zur Iridotomie eröffnet wird - es ist ein chirurgischer Eingriff. Damals hatte man mich nicht vor die Wahl gestellt sondern vorn vornherein eine Vollnarkose geplant. Ich war auch 3 Tage stationär (bin nicht privat versichert ;) ) . Selbst wenn man es heute ambulant durchführen würde, würde ich persönl. immer auf eine Vollnarkose bestehen.


    Zitat

    ...und ich drück dir die Daumen...


    Danke! :)