Trabekulotomie / modifizierte Trabekulektomie mit MMC

  • Guten Tag,


    ich wurde vor 6 Wochen in der Augenklinik Würzburg operiert und habe noch paar Fragen (siehe unten in blau), bei denen ihr mir vielleicht helfen könnt.


    Vorgeschichte:
    Ich bin 30 Jahre alt. Bei mir wurde im Alter von 9 Jahren ein Pigmentdispersionsglaukom festgestellt.
    Ca. 4 Jahre später wurde dann mit einer Tropftherapie begonnen. In den letzten Jahren habe ich 2x tgl. Azopt und abends DuoTrav getropft. Das tue ich auf dem nicht operierten Auge (LA) auch weiterhin noch.
    Glaukom ist bei uns in der Verwandschaft keine Seltenheit. Mein Opa ist bereits deshalb auf einem Auge blind, da es bei ihm viel zu spät entdeckt worden ist. Mein Bruder (28 J.) hat es auch. Bei meinem Cousin (ebenfalls 28 J.) wurde vor kurzem ach ein erhöhter Augendruck festgestellt, wobei es noch nicht sicher ist, ob es auch ein Glaukom ist.
    Nachdem meine Werte das ganze Jahr 2011 permanent zu hoch waren, wurde ich in die Augenklinik Würzburg überwiesen.
    Am 28./29. März 2012 wurde dann auf beiden Augen eine Iridotomie durchgeführt.
    Ein paar Tage danach ist der Druck leider auf 40/33 angestiegen und es wurde beschlossen, dass eine Trabekulotomie/Trabekulektomie (TO/TE) durchgeführt werden soll.


    OP in der Klinik:
    Am 17.04.2012 wurde das rechte Auge operiert.
    Beim ersten Abnehmen der Augenklappe kamm dann der Schock meines Lebens. Ich war auf dem operierten Auge blind und konnte überhaupt nichts mehr sehen, ausser herumschwimmende orange-goldene Farbmuster. Die Ärztin hat leider in dem Moment auch nichts gesagt, was mich beruhigen hätte können. Sie meinte nur, dass am nächsten Tag die Netzhaut per Ultraschall untersucht werden sollte.
    Erst am nächsten Tag habe ich erfahren, dass ich eine Glaskörperblutung hatte und deshalb nichts mehr sehen konnte. Es hat auch eine ganze Weile gedauert bis das Blut resorbiert wurde.
    Aufgrund meines jungen Alters wurde gleich beschlossen, dass ich die max. Dosis (7 Stück) der 5FU-Spritzen bekommen soll.


    Druckverlauf nach der OP:
    (Zur Info: RA = operiert / LA = nicht operiert)
    Letzte Messung vor der OP: 26/26
    14/16, 12/17, 15/20 - Tag 1 nach OP
    10/16 - 5FU-Spritze Nr. 1 (Tag 2)
    10/18 - 5FU-Spritze Nr. 2 (Tag 3)
    12/18 - 5FU-Spritze Nr. 3 (Tag 4)
    11/18, 12/26 - 5FU-Spritze Nr. 4 (Tag 5)
    7/16 - 5FU-Spritze Nr. 5 (Tag 6)
    5/18, 8/20 - keine Spritze, da Druck zu niedrig (Tag 7)
    10/18, 7/21 - 5FU-Spritze Nr. 6 (Tag 8 )
    7/13 - 5FU-Spritze Nr. 7 (Tag 9)
    Nach der letzten Spritze durfte ich dann nach Hause.


    9/24 - beim AA (Woche 1)
    8/22 - in der Klinik (Woche 2)
    13/23 - beim AA (Woche 4)
    9/19 - in der Klinik (Woche 5)


    Wie man sieht ist der Augendruck auf dem operierten Auge ziemlich gut und die Ärzte sind auch bisher sehr zufrieden.
    Auf dem anderen Auge kann bei mir ein Druck bis zu 24 mmHg geduldet werden, da man bei mir 3 mmHg wegen der dickeren Hornhaut abziehen muss. Ich habe diese Werte schon seit meiner Kindheit und es gibt bisher keine Gesichtsfeldausfälle. HRT zeigt seit mehreren Jahren auch keine Veränderung. Ob die hohen Druckwerte eine Schaden angerichtet haben, werde ich dann bei der nächsten HRT-Untersuchung bei meinem Augenarzt spätestens im September erfahren.


    Visus:
    Vor der OP: 80-100%
    1 Tag nach OP: 0%
    1 Woche nach OP: 20%
    2 Wochen nach OP: 40%, mit Lochblende 60%
    5 Wochen nach OP: 30%, mit Lochblende 50%


    Fragen:
    1. Bei der letzten Untersuchung in der Klinik habe ich gefragt warum ich immer noch so schlecht sehe. Sie meinten Blut im Auge kann man keins mehr sehen. Es liegt daran, dass jetzt die Hornhaut verzogen ist und die Brille neu angepasst werden muss. Vor der OP hatte ich RA -5,00 dpt / LA -5,50 dpt. Man sagte mir, dass man beim nächsten Termin am 6. Juni die Fäden entfernen möchte. Komischerweise haben
    sie es erst dann gesagt, als ich kurz vor dem Verlassen des Zimmers nach der Sehschärfe gefragt habe.
    Meine Frage wäre jetzt: Wie sieht diese Prozedur der Fadenentfernung aus und kann danach das Sehen besser werden?


    2. Auf dem OP-Bericht steht als Überschrift "Trabekulotomie / modifizierte Trabekulektomie mit MMC 0,02%".
    Im Text taucht aber folgender Satz auf "...Auf eine Trabekulektomie und Iridektomie wird verzichtet da ausreichend Flüssigkeit über die eröffnenden Ostien abfließt..." Weiss jetzt natürlich nicht so recht, was genau gemacht worden ist. Wurde nur die TO oder auch die TE gemacht? Bei den Untersuchungen in der Klinik höre ich immer TO/TE, wenn die Ärzte untereinander reden.
    Wird bei einer Trabekulotomie auch ein Sickerkissen erstellt?


    3. Hatte von euch jemand auch schon mal eine Glaskörperblutung bei so einer Operation?
    In der Augenklinik sagen die, dass es schon mal vorkommen kann. Mein Augenarzt meinte, er hätte
    das in den letzten 20 Jahren nicht gesehen. Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass was falsch
    gemacht worden ist. Bin nur neugierig.


    4. Warum wird beim Sehtest diese Lochblende verwendet? Welche Erkenntnis hat man daraus?


    Hoffe ihr könnt mir da weiter helfen. :lachen:

  • Hallo Bravestarr!


    Herzlich willkommen hier im Forum!


    Na, Du hast ja auch schon einiges hinter Dir.
    Mit 9 Jahren hast Du ein Pigmentdispersionsglaukom
    diagnostiziert bekommen? Oder meinst Du 19? ?(


    Zu Deinen Fragen:


    1. Die Entfernung eines Fadens kann schon noch mal eine Änderung
    des Visus bringen. Gerade die Hornhaut verändert sich dadurch ja nochmal,
    weil ja der Faden angespannt ist und dann eine, ich würde es jetzt mal "Entspannung"
    der Hornhaut nennen, kommt.


    2. Soweit ich weiß macht man bei der Trabekulotomie keine Öffnung nach außen
    hin wie bei der Trabekulektomie, sondern intern eine Schaffung eines Abflussweges.
    Die Anmerkung Auf eine Trabekulektomie und Iridektomie wird verzichtet da ausreichend Flüssigkeit über die eröffnenden Ostien abfließt..."
    wird wohl eher das meinen, dass da keine zusätzliche Iridektomie gemacht wurde. Aber das ist nur
    eine Vermutung. Dazu wirst Du in der Klinik nochmal fragen müssen.


    3. + 4. kann ich leider nichts zu sagen, da ich so eine Op noch nicht hatte.



    Der Visus braucht oftmal lange nach so einer OP, bis er wieder zurückkommt.
    Leider bleibt auch manchmal ein Stück Visus auf der Strecke.



    Viele Grüße


    Sabine

  • Hi Sabine,


    das steht schon richtig da, es wurde mit 9 Jahren entdeckt. :lachen: Ist aber auch gut möglich, dass ich das schon von Geburt an habe.
    Dass es Pigmentdispersionsglaukom heisst und was genau das eigentlich bedeutet, weiss ich aber erst seit diesem Jahr, weil ich mich vor dem Druckanstieg nicht so intensiv damit beschäftige habe. Ich habe sehr viel Glück gehabt, dass ich damals gleich einen kompetenten Augenarzt erwischt habe, der das diagnostiziert hat. Er meinte auch, dass ich sonst mittlerweile mit hoher Wahrscheinlich gewaltige Sehnervschäden hätte.
    War auch damals als Kind 2 Mal in der Augenklinik Erlangen. Da wurde aber nur untersucht aber sonst kein Eingriff oder sowas gemacht.


    zu 1.:
    Danke, dann werde ich einfach mal abwarten.


    zu 2.:
    Klingt eigentlich logisch was du da schreibst. Werde das aber mal bei den Ärzten hinterfragen, falls ich irgendwann dazu komme.


    3+4 ist jetzt nicht ganz so wichtig aber wenn jemand doch was darüber sagen kann, kann er er/sie dies natürlich noch gerne zun. :lachen: 
    Ich glaube, dass hier wahrscheinlich keiner eine Glaskörperblutung hatte. Das Wort taucht nämlich nirgendwo hier im Forum auf.


    Gruß B.

  • Willkommen Bravestarr,


    ich hatte zwar nicht die Trabekulektomie sondern beidseits eine tiefe Sklerektomie, aber diese OPs sind sich etwas ähnlich, beide sind Sickerkissen-OPs.
    Auf Grund deiner Beschreibung würde ich vermuten, dass die Trabekulotomie durchgeführt wurde und keine Sickerkissen-OP? Vielleicht kann dich da auch dein AA aufkären, er müsste ja bei seinen Untersuchungen das Sickerkissen sehen können, oder aber du selbst kannst ein pickelähnliches Kissen unterm Oberlid erkennen. Manchmal allerdings können sie auch flach und nicht prall gefüllt sein, dann sind sie nicht so "pickelig".


    Grundsätzlich aber können bei solchen OPs Einblutungen erfolgen, ich hatte diese allerdings sehr gering auf meinem linken (schlechten) Auge. Bei mir hatten sich diese leichten Einblutungen sehr schnell aufgelöst.


    Durch OPs kann ebenfalls die Fokussierung der Pupille leiden, heisst, die gestresste Pupille ist nicht immer in der Lage sich entsprechend schnell und gewohnt anzupassen bzw. weit oder eng zu stellen. Deswegen wird die Lochblende verwendet, mit dieser ist die Fokussierung möglich und der eigentliche Visus besser bestimmbar. Direkt nach OPs wird das Auge auch oft noch weit getropft, um ein Verkleben der Pupille zu verhindern, auch dann wird das Sehen mit Lochblende überprüft.


    Durch so eine OP kann sich der Visus allgemein verschlechtern, aber nach 5 Wochen ist es wohl noch relativ normal, dass die volle Sehstärke noch nicht wieder vorhanden ist.


    Zu den Fäden kann ich nichts sagen, meine waren immer selbstauflösend.

  • Hey, dank euch bin ich mir ich mir jetzt eigentlich zu 95% sicher, dass eine Trabekulotomie + Trabekulektomie durchgeführt wurde. Der Satz im OP-Bericht ist nur etwas unglücklich formuliert. Ich denke es wurde nur auf die Iridektomie verzichtet.
    Ich kann zwar bei mir kein Sickerkissen sehen oder spüren, dennoch bin ich mir sicher, dass ich eins habe. Die Ärztin in der Klinik hat nämlich bei der letzten Kontrolle gesagt "das Sickerkissen sieht gut aus". Ausserdem würden ja die ganzen 5FU-Spritzen sonst keinen Sinn machen, oder?!


    Gruß B.

  • Danke Silli. Stimmt, da steht, dass Blutungen öfters vorkommen. Ist halt die Frage, ob das Blut auch unbedingt in den Glaskörper gelangen muss.
    Ich war nur etwas irritiert. Auf die Frage wie lange es dauern würde bis das Blut wieder weg ist, habe ich immer verschiedene Antworten bekommen. Ein Arzt in der Klinik meinte es dauert ein paar Tage. Eine Krankenschwester sagte es würde 6-8 Wochen dauern. Mein Augenarzt sagte mir, dass ich mit 3-4 Monaten rechnen muss und dass hinterher trotzdem Schlieren übrig bleiben könnten. Im Internet war sogar auf manchen Seiten von Jahren die Rede. 8| 
    Beim letzten Termin in der Klinik sagte mir ein Oberarzt, dass er zentral (Auge war nicht weitgestellt) kein Blut mehr erkennen kann und dass das schlechte Sehen hauptsächlich von der verzogenen Hornhaut und dem jetzt nicht mehr korrekten Brillenglas kommt.
    Naja, abwarten. Vielleicht tut sich was wenn die Fäden weg sind. Solange ich mit dem anderen Auge noch 100% sehen kann, komme ich momentan ganz gut zurecht. :lachen:

  • Hallo Bravestarr!


    Klar, da stimme ich Euch auf jeden Fall zu. 5 FU-Spritzen deuten auf eine TE hin. Aber was da evtl. noch zusätzlich gemacht wurde, oder nicht gemacht wurde, kann Dir schlussendlich wahrscheinlich nur der Operateur beantworten. Oder jemand erklärt Dir vor Ort den Entlassbericht. Die werden ja so ihre Formalien haben und wissen,
    was ein Kollege gemeint hat, wenn das soundso geschrieben wird.


    Der Faden macht sicher viel aus beim Sehvermögen. Wann soll der denn raus?
    Nach der Entfernung würde ich dann noch etwas warten wegen einem neuen Brillenglas.
    Die Hornhaut verändert sich dann sicher nochmal. Wäre schade um das neue Brillenglas,
    wenn das dann wieder durch eine erneute Veränderung, unbrauchbar werden würde.


    Was die Blutung angeht... eine Resorption dauert, je nach Typ Mensch, unterschiedlich lange.
    Ich glaube gar nicht, dass man da so ein Angabe machen kann, die für Alle zutrifft.
    Aber wenn da nun nichts mehr zu sehen ist, dann würde ich das mal als positiv nehmen.



    Liebe Grüße


    Sabine

  • @ Sabine


    Den ausführlichen Bericht habe ich noch gar nicht bekommen. Der wird irgendwann per Post kommen. Habe bei der Entlassung nur einen Kurzbericht bekommen, auf dem auch nur TO/TE stand. Ich habe den OP-Bericht mit dem Handy abfotografiert, als ich die Akte mal in der Hand hatte während des stationären Aufenthalts. :D 
    Die Fäden sollen diesen Mittwoch raus. Da werde ich auch versuchen zu fragen, was gemacht worden ist. Ist leider nicht immer möglich bei dem Stress, den die Ärzte da haben.
    Wegen der neuen Brille werde ich auf jeden Fall nichts machen, bis es mir gesagt wird.


    Gruß B.

  • Ich glaub ja von nicht unbedingt konkreten Ärzteaussagen zu manchen Patientenfragen können hier viele berichten :D


    Gut, wollen wir mal nicht so sein - in so einer Klinik herrscht schon ziemlicher Stress und da kann auch der beste Arzt mal den Überblick verlieren. Aber manchmal ist es schon sehr mühselig als eben nicht studierter Patient ein wenig den Überblick über seine eigene Krankengeschichte zu bekommen.


    Mir hatte kein Klinikarzt je gesagt, dass ich vielleicht nach so einer OP neu Brillengläser brauchen könnte. Solange der Visus immer bei 0,9-1 war, hat sich da wohl keiner was gedacht. Ohne das Forum würd ich wohl immer noch mit falsch angepasstem Glas rumlaufen.
    Allerdings brauchte ich nach den Eingriffen eine längere Zeit tatsächlich wohl keine neue Brille, dass ich richtig schlechter auf einmal gesehen hab kam erst eine ganze Weile später. Auf eine Arztaussage würd ich mich da heut auch nicht mehr absolut verlassen, sondern selbst nach Gefühl mal beim Optiker vorbei schauen.

  • @ Sabine


    Den ausführlichen Bericht habe ich noch gar nicht bekommen. Der wird irgendwann per Post kommen. Habe bei der Entlassung nur einen Kurzbericht bekommen, auf dem auch nur TO/TE stand. Ich habe den OP-Bericht mit dem Handy abfotografiert, als ich die Akte mal in der Hand hatte während des stationären Aufenthalts. :D 
    Die Fäden sollen diesen Mittwoch raus. Da werde ich auch versuchen zu fragen, was gemacht worden ist. Ist leider nicht immer möglich bei dem Stress, den die Ärzte da haben.
    Wegen der neuen Brille werde ich auf jeden Fall nichts machen, bis es mir gesagt wird.


    Gruß B.


    Hallo Bravestarr!


    Ich lasse mir den OP-Bericht immer ausdrucken und aushändigen *lach*.


    Sicher haben die Ärzte Stress, das ist schon richtig. Aber deshalb muss ein Patient trotzdem erfahren können, was für eine
    OP er konkret bekommen hat. Ist ja nun eine nicht ganz unwichtige Sache. Evtl. musst Du da einfach ein bisschen
    hartnäckig sein. Dann geht das schon. ;)


    Am Mittwoch kommen nun also die Fäden raus... ok, dann würde ich sicher nochmal 3-4 Wochen warten und dann mal beim
    Optiker, wie Silli schon schrieb, reingucken und messen lassen.


    Liebe Grüße


    Sabine

  • Meistens ist es so, dass sich bei mir 3-4 Fragen bis zum nächsten Besuch in der Klinik oder beim Augenarzt ansammeln. Die werden dann im Kopf nach Priorität sortiert und dann versuche ich so viele wie möglich davon zu stellen. Oft reicht es aber nur für 2 Fragen. :lachen: 
    Hätte ich letztes Mal nicht gefragt warum ich schlecht sehe, dann würden die Fäden immer noch drin bleiben. Ich habe nämlich vor der OP und paar Tage nach der OP gefragt, ob später irgendwelche Fäden raus müssen und beide Male wurde die Frage verneint.
    Letztes Mal hat man mir dann auch gesagt, dass wenn die Fäden raus kommen, dann muss es ca. 6 Wochen nach der OP gemacht werden. Die Oberärztin hat auch lange überlegt, ob man das machen soll und hat dann auch noch einen zweiten Oberarzt nach seiner Meinung gefragt. Schien wohl keine so einfache Entscheidung zu sein.....warum auch immer. Ich weiss ja nicht was das für eine Auswirkung hat, wenn die Fäden dann doch drin gelassen worden wären. :?: 
    Ingsgesamt bin ich aber mit den Ärzten in Würzburg doch sehr zu frieden. Man muss, wie Silli geschrieben hat, sich um manche Sachen eben selber kümmern.
    Ausserdem kann man froh sein, dass es so ein Forum wie dieses gibt. Hier gibt es einige Leute, die sich mit der ganzen Materie ziemlich gut auskennen und einem weiterhelfen. :thumbup:

  • Hallo Bravestarr!


    Nun, leider ist es wirklich so, dass man sich als Patient um alles selbst kümmern muss. Kein Arzt kommt und frägt:" Haben Sie noch Fragen....?"...
    Deshalb ist es so wichtig, dass man ein aktiver Patient ist. Aktiv in dem Sinne, dass man sich über die Krankheit informiert, dass man den Ärzten auch mal
    Fragen stellt, evtl. auch Aussagen der Ärzte hinterfrägt.
    Es geht doch immer um einen selbst und da müssen solche Dinge einfach erlaubt sein! Wo kommen wir denn sonst hin?
    Man macht sich dadurch nicht immer beliebt, das ist mir auch klar und auch schon passiert. Aber man kann solche Situationen durch einen
    gezielten Satz durchaus auch entspannen oder tatsächlich den Gegenüber mal zum Nachdenken bringen.


    In Würzburg bist Du sicher in wirklich guten Händen. Die haben einen hervorragenden Ruf.
    Eigentlich werden bei solchen OP's selbstauflösende Fäden verwendet. Evtl. wurde das bei Dir nicht gemacht?


    Liebe Grüße


    Sabine

  • Eigentlich werden bei solchen OP's selbstauflösende Fäden verwendet. Evtl. wurde das bei Dir nicht gemacht?

    Gute Frage. Im Bericht steht am Ende was von einer "10.0 Nylonnaht am Limbus".

  • Was ich auch mal hier fragen wollte: Bei mir steht auf dem Überweisungsschein vom Augenarzt im Feld Diagnose: "Pigmentglaukom bei Vorderabschnittsdysgenesie".
    Weiss vielleicht jemand was das in etwa bedeutet? Fehlentwicklung?

  • Gute Frage. Im Bericht steht am Ende was von einer "10.0 Nylonnaht am Limbus".


    Hallo Bravestarr!


    Also, so spontan würde ich jetzt sagen, dass sich Nylon nicht alleine auflösen kann.


    Was ich auch mal hier fragen wollte: Bei mir steht auf dem Überweisungsschein vom Augenarzt im Feld Diagnose: "Pigmentglaukom bei Vorderabschnittsdysgenesie".
    Weiss vielleicht jemand was das in etwa bedeutet? Fehlentwicklung?



    Dysgenesie= Fehlbildung/Fehlentwicklung


    Da muss bei Dir was im Vorderabschnitt missgebildet sein.
    Die werden damit wohl nicht die anatomische Veränderung meinen? Frag doch mal nach... würde mich interessieren, was konkret damit gemeint ist.... so als Pigmentglaukomie. ;)



    Liebe Grüße


    Sabine

  • Hi Sabine,


    mein Augenarzt hat mal vor langer Zeit beiläufig erwähnt, dass meine Augen etwas anders entwickelt sind, als bei anderen Menschen. Was das aber genau heisst, kann ich dir leider nicht sagen. Auf jeden Fall sieht man von aussen nichts, so viel kann ich verraten. :zwinkern: Ich kann mal versuchen ihn irgendwann zu fragen aber ob er mir das ganz genau erklären wird, ist fraglich. Der sitzt auch immer auf heissen Kohlen.
    Als ich Anfang des Jahres zum ersten Mal in die Klinik überwiesen worden bin, stand auch mal was von einem Rieger-Syndrom auf dem Überweisungsschein. Mittlerweile haben aber die Klinikärzte ausgeschlossen, dass ich das habe (was auch immer das sein soll).
    Ich denke ich bin jetzt kein Standard-Pigmentglaukom-Patient. Bei der Vorstellung bei Prof. Grehn hat er mal was von einem Misch-Ding aus verschiedenen Glaukomen gesagt, falls ich das richtig mitbekommen habe. Sicher bin ich mir da allerdings nicht. Mein Glaukom-Wissen war zu dem Zeitpunkt auch viel beschränkter als es heute ist. :huh:


    Gruß B.

  • Hallo Bravestarr!


    Das Rieger-Syndrom ist schon eine Missbildung im vorderen Augenabschnitt.


    Also, falls Du mal rauskriegen solltest, was das genau ist, dann würde mich
    das wirklich interessieren.


    Liebe Grüße


    Sabine

  • Also, falls Du mal rauskriegen solltest, was das genau ist, dann würde mich
    das wirklich interessieren.

    Ich werde es versuchen :lachen:



    7. Woche nach OP


    War gestern wie angekündigt zur Kontrolle in der Klinik.
    Leider ist es nicht so gelaufen, wie es geplant war. Der Druck war R 5 (OP-Auge) / L 17.
    Da der Druck sehr grenzwertig d.h. zu niedrig war, wurden die Fäden leider nicht entfernt. Die Ärztin wollte bei diesem Druck nicht noch mehr am Auge "herum manipulieren". Zur Sicherheit wurde ein OCT gemacht. War aber alles OK. Sickerkissen sieht auch gut aus.
    Als ich gefragt habe wie lange es dauert bis die Fäden weg sind, meinte sie, dass sie sich wohl "irgendwann" selbst auflösen werden.


    Visus war diesmal bei 60%, hat sich also leicht verbessert. Letztes Mal lag er bei 50% mit Lochblende. Der Astigmatismus ging von -5 auf -3 zurück. Klingt für meinen Geschmack immer noch nach sehr viel. Vor der OP war er praktisch bei 0.
    Hab noch einen Sehtest mit den korrigierten Werten gemacht, mit dieser komischen Brille, in die man verschiedene Gläser reinmachen kann. Hab dann aber auch nur 50-60% geschafft.


    So richtig wohl fühl ich mich mit diesen Druckwerten irgendwie nicht. Keine Ahnung warum es so niedrig war. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich seit 1,5 Wochen Inflanefran nicht mehr tropfen muss. Im unteren Teil des Auges befindet sich immer noch Restblut von der Glaskörperblutung. Dagegen muss man aber erstmal nichts machen. Wahrscheinlich hatte mein Augenarzt mit den 3-4 Monaten doch recht.
    Kontaktlinsen darf ich leider auch nicht tragen, da die am Sickerkissen reiben könnten.


    Nächster Kontrolltermin ist in 2 Wochen beim AA. Hoffe da gibt es dann bessere Nachrichten.

  • Hallo Bravestarr,


    das ist natürlich enttäuschend, 7 Wochen nach der OP noch nicht richtig sehen zu können, das könnte natürlich auch mit dem niedrigen Augendruck von 5 zusammenhängen.
    Es wurde ein gutes Ergebnis beim OCT gemessen und das Sickerkissen sieht gut aus. Dein Visus hat sich auch um 10 % verbessert.
    Das sind doch mal gute Meldungen !!! :trösten 
    Langsam aber sicher wird alles besser, das glaube ich für Dich mit.


    Liebe Grüße
    und gute Besserung
    wünscht Reni


    (Meine Glaskörperblutungen lösen sich ebenfalls nur im Schneckentempo auf, das macht einen ganz wuschelig).

    Man sieht nur mit dem Herzen gut ( "Der kleine Prinz" Antoine de Saint-Exupéry)

  • Hallo Bravestarr!


    Hm, eigentlich hört es sich doch gar nicht so schlecht an.
    Auge sieht gut aus und der Visus hat sich verbessert, das OCT ist in Ordnung. Na, das ist
    doch schon mal ein Fortschritt.
    Sieh's positiv. Und 7 Wochen nach so einer OP ist eigentlich noch
    keine lange Zeit. Hab Geduld (ja, ich weiß, irgendwann kann man
    dieses Wort fast nicht mehr hören)... und gib Dir Zeit.


    Liebe Grüße


    Sabine

  • Erstmal vielen Dank für eure tröstenden Worte! :lachen:


    Es ist nur so, dass die ganze Geschichte mich langsam etwas mental überfordert. Seit 5 Monaten habe ich nichts anderes Kopf als meine Augenprobleme. Ich bin das gar nicht gewohnt, denn schließlich gab es (bis auf die Änderung der Tropfen) keine Rückschritte für mich in den letzten 21 Jahren. Ich habe von dieser ganzen Sache erfahren als ich 9 Jahre alt und damals wusste ich auch gar nicht richtig was das alles überhaupt zu bedeuten hat. Habe als Kind auch nur ständig gehört: "Oh, der hat so schöne große Augen." Ich denke ich habe viel meinem Augenarzt zu verdanken, weil er die Krankheit rechtzeitig erkannt hat. Habe schon viele andere Negativ-Beispiele mitbekommen.
    Er hat zu mir auch mal gesagt, dass bisher noch kein Patient, der bei ihm in Behandlung ist, wegen Grünem Star komplett blind geworden ist.


    Mir ist schon bewusst, dass es vielen von euch vielleicht viel schlechter geht und ich bewundere auch wie positiv manche mit der Sache (zumindest hier im Forum) umgehen. Aber manchmal könnte ich einfach durchdrehen. :S 
    Wenn ich während eines stationären Aufenthalts in der Klinik in der Warteschlange zum Druckmessen sitze, bin ich immer mit großem Abstand der jüngste. Das gibt einem schon zu denken, wenn man daran denkt, dass meine Sehnerven im Vergleich zum Durchschnitts-Glaukom-Patienten diese Belastung vielleicht 60-70 Jahre aushalten müssen.


    Bitte nicht falsch verstehen. Ich will jetzt kein Mitleid oder sowas. Wollte einach nur meine Gedanken dazu loswerden. :lachen:
    Wenn bei der Kontrolle übernächste Woche der Druck wieder über 8 sein sollte, wäre ich schon sehr zufrieden!

  • Hallo Bravestarr!


    Dass Du die Krankheit als 9-jähriger Bub noch gar nicht hast
    einschätzen können ist total klar. Da kann man die Tragweite einfach
    noch gar nicht erfassen und einschätzen.


    Mitleid? Nein, sicher willst Du das nicht. Aber wir verstehen Dich hier
    trotzdem sehr gut, weil wir Alle immer mal wieder in so einem Loch
    hängen. Und Deine Gedanken kannst Du hier jederzeit loswerden!
    Dafür sind wir doch da. Und man darf hier auch mal das tun, was
    Unbeteiligte als "jammern" abtun würden.... sich nämlich mal die
    Gedanken, die man so hat, von der Seele schreiben.


    Deine Gedanken wegen der Dauer bis ins Alter.... ja, Diagnose mit
    9 Jahren ist schon heftig. Ich war 25 Jahre, als ich zu regelmäßigen
    Kontrollen antreten musste und 30 Jahre bei Diagnosestellung, also
    auch noch recht jung eigentlich für ein Glaukom. Auch mich
    beschlichten solche Gedanken und Ängste.
    Bei Dir kommt nun noch die OP und der postoperative niedrige Druck dazu...
    alles absolut nicht einfach zu verkraften.


    Ich kann Dir nur raten, Dir Zeit zu lassen und Dich selbst nicht unter Druck
    zu setzen. Ich weiß, irgendwann ist das nicht mehr einfach und das Wort
    Geduld wird zum roten Tuch. Dennoch wird es sich sicher lohnen.
    Kopf hoch, Bravestarr... Dein Auge hat Stress gehabt und braucht nun
    einfach eine Zeit der Erholung :knuddeln: .


    Für Deine Kontrolle drücke ich die Daumen jetzt schon mal... [IMG:http://www.wuerziworld.de/Smilies/mx/mx63.gif]


    Liebe Grüße


    Sabine

  • Danke Sabine! :lachen:


    Übrigens...ich habe etwas gefunden, was auch nochmal bestätigt, dass so eine Blutung bei einer Trabekulotomie normal ist und sogar als positives Zeichen zu sehen ist.:
    "...Für einige Tage können Sie nach der Trabekulotomie-Operation auf dem operierten Auge nur Hell und Dunkel erkennen, da es bei einer erfolgreichen Operation etwas in das Auge geblutet haben muß. Eine vollständige Erholung des Sehens kann 2 Monate dauern. ..."
    Quelle: http://augenklinik-petrisberg.de/index.php?id=48


    Vermutlich hat mein AA irgendwie die OP-Methode verwechselt und war deshalb erstaunt oder er kennt sich mit der TO nicht so gut aus, da sie anscheinend nicht so häufig gemacht wird wie die TE.


    Falls jemand von euch schon immer mal wissen wollte was so ein Augenarzt sieht, wenn er eine Druckmessung duchführt...hier kann man es (ab der 4. min) ziemlich gut sehen: http://www.youtube.com/watch?v=mVyuI2yP_QY&feature=related

  • Hallo Bravestarr!


    Also, Dr. Jordan aus Freiburg hat in seinem Vortrag über die Trabektom-OP erklärt,
    dass es nach dem ausfräsen des Kanals auch bluten MUSS und dass das dann
    ein gutes Zeichen wäre.


    Ich weiß es jetzt nicht mit Sicherheit, aber ich denke, dass es sicher unterschiedlich
    massive Einblutungen gibt. Evtl. war das bei Dir ein bisschen massiver und deshalb
    auch so lange sichtbar?


    Danke für die Links, die wirklich interessant sind.



    Liebe Grüße


    Sabine