Zahnarzt, Anästhesie

  • Liebe Mitglieder!


    Auf Anfrage an einen praktizierenden Zahnarzt in Dortmund erhielten wir zum Thema folgende Auskunft:



    Bei einer Anästhesie eines Glaukompatienten sollte ein Anästhetikum ohne Adrenalinzusatz verwendet werden. Sollte dies wegen der durchzuführenden operativen Maßnahme nicht ausreichen, kann mit Hilfe eines speziellen Anästhesieverfahrens, der intraligamentären Anästhesie, auch adrenalinhaltiges Betäubungsmittel verwendet werden, denn bei dieser Methode wird das Mittel nur Tröpfchenweise verabreicht und nur in Bruchteilen der normalen ml-Menge.




    Gruß



    Euer Team

  • Oh je, ich hatte gerade drei saftige Zahnbehandlungen mit adrenalinhaltiger Betäubung hinter mir. Von dem Adrenalin habe ich richtig gezittert. Wurde gesagt, warum das so ist? Können jetzt noch Schäden auftreten? (Die letzte Behandlung ist knapp zwei Wochen her).


    Ist es sinnvoll, das an unsere Zahnärzte weiterzuleiten?


    Viele Grüße, Mandy.

  • Hallo Mandy!


    Ich glaube, wir müssen einfach wirklich immer wieder nachhaken und den Zahnärzten vor einer Behandlung immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass wir Glaukompatienten sind.


    Schätzungsweise dürfte nach 2 Wochen nichts mehr passieren. Aber mit Gewissheit kann ich Dir das auch nicht sagen.


    Liebe Grüße


    Sabine

  • Nun, ich schätze, dass sich durch Adrenalin die Gefäße zusammen ziehen und die Betäubung recht nah am Auge sitzt, sodass sicefäße im Auge zusammen ziehen können und es zu einer Mangeldurchblutung kommt.


    Ich hatte die Info schon im Januar dieses Jahres und bin damit zu meinem ZA gegangen. Er meinte, er sähe eine kleine Verfärbung IM Zahn und wolle reinschauen, wäre aber nicht schlimm. Also hab ich ihn nochmal über das Glaukom informiert und habe dann die adrenalinlose Betäubung bekommen. Während der Untersuchung stellte sich heraus, dass der Zahn in einem ziemlich schlechten Zustand ist. Konnte man nur von außen nicht sehen. Naja, er musste viel bohren und ich bin vor Schmerzen fast unter die Decke gegangen- aber musste ja dadurch, sonst wäre der Zahn ein paar Tage später hopps gegangen. Es war kurz vorm Nerv und somit knapp an einer Wurzelbehandlung vorbei.
    Hinterher hat er sich für meine Tapferkeit bedankt ^^ und meinte, dass es ihm aufgefallen wäre, dass ich sehr schmerzempfindlich bin. War ich früher nicht.


    So, jetzt war ich bei meinem Frauenarzt und der hat sich nach den Medis erkundigt- u.a. auch Taflotan. Bei Taflotan hat er mir gesagt, dass die in einer Schwangerschaft nicht genommen werden sollten, da sie Schmerz verstärkend wirken und somit Wehen auslösen können.


    So, also falls es irgendwo eine Sammlung von Nebenwirkungen von Taflotan gibt- sie wirken Schmerz verstärkend und ich weiß nun Dank meines Frauenarztes, dass ich kein Weichei geworden bin ;)

    "Okay", sagte ich, "das ist die Realität. Wir können sie nicht ändern. Wir können nur bestimmen, wie wir damit umgehen. Wir können nichts an den Karten ändern, die wir bekommen, nur an dem Spiel, das wir mit diesem Blatt machen."

  • Hallo ihr,


    von Zahnarztbehandlungen und Glaukom kann ich auch ein kleines Liedchen singen. Als die letzten beiden Weisheitszähne vor 4 Jahren entfernt wurden, konnte vorab darauf geachtet werden, dass ich adrenalinfreie Betäubung bekomme. Der Termin zur OP konnte von der Praxis eingeplant werden, da es gerade nicht akut war von den Beschwerden und somit hatten die auch genug Luft das Medikament ranzuschaffen. Hatte aber auch ordentlich Schmerzen bei dem Eingriff und hab geheult auf dem Stuhl. Die Kiefernchirurgin hat mich allerdings eher abgestempelt, als ob ich mich da reinsteigern würde. Ja klar, soll die mal die Zähne gezogen kriegen ohne vernünftige Betäubung. Ich saß dann noch 15 Minuten mit meiner Mutter in Begleitung im Wartebereich und musste mich erstmal sammeln. Die in der Apotheke danach haben mich auch blöd angeguckt, weil wir ja noch was zum Spülen und Ibuprofen holen mussten. Soll ich euch mal sagen, wann meine Wange erst richtig taub wurde? Eine Stunde nach der 1. Spritze und sie hatte schon ein bisschen nachgespritzt gehabt.


    Die anderen beiden Weisheitszähne wurden ein paar Jahre zuvor direkt in einer Zahnklinik gezogen. Da ich mich gerade in einer teilstationären Behandlung befand und es wirklich richtig entzündlich mit leichtem Fieber war, haben die mich dort hingeschickt. Durfte nicht zu meiner Zahnärztin. Da gab es dann adrenalinhaltige Betäubung. Lag dann vor Kälte zitternd mit Decke auf dem Stuhl. Kennt ihr ja sicher auch alles... :traurig:


    Liebe Grüße
    Chocolate

  • Hallo,


    ich hab mir vor zwei Jahren einen Zahn neben den Schneidezähnen im Oberkiefer ziehen lassen mit einer Schmerzspritze, die kein Adrenalin und keine Substanzen erhielt, die die Blutgefäße zusammenziehen. Das Ziehen war völlig schmerzfrei, aber die Schmerzen setzten schon ca. 7 Minuten nach dem Ziehen ein. Das Schlimmste aber war, dass die Wunde nicht aufhörte zu bluten. Ich bekam so einen Wattebausch, auf den ich so lange beißen sollte, bis es aufhörte zu bluten. Nach 10 Stunden war die Blutung noch überhaupt nicht besser geworden. Erst nach knapp 24 Stunden kam die Blutung langsam zum Stillstand. Ich habe keine Blutgerinnungsstörung, es lag nur an der Spritze. Ich hab schon Angst, wenn ich mal einen größeren Zahn, Backenzahn, gezogen bekommen muss. Dann hört die Blutung wohl erst nach drei oder vier Tagen auf.


    Hat das jemand von euch auch schon mal so gehabt?


    Gruß, Christa

  • Hallo,


    am Tage bevor ich den extrem hohen Innendruck hatte und wegen Erblindungsgefahr als Notfall in die Klinik kam, hatte ich eine Zahnextraktion. Nachdem ich hier wegen der Gefahr bei Adrenalin gelesen hatte, erkundigte ich mich a) beim Zahnarzt. Ja, die Betäubung war mit Adrenalin gewesen und b) beim AA. Er meinte, es könnte sein. Der Zusammenhang sei aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Er sagte noch, Adrenalin würde dafür sorgen, dass die Blutung schnell nachlässt.


    Mir wurde ein Backenzahn, genau genommen eine Krone gezogen und es war reines Glück, dass die Wurzel nicht zerbrach. Was noch eine weitere Stocherei in der Wunde nach sich gezogen hätte. Hatte das schon einmal. Scheußlich. Trotz Adrenalin hat die Blutung einige Stunden angehalten. Mein Vorhaben, die adrenalinfreie Betäubung zu nehmen habe ich wegen der hier aufgeführten Erfahrungen aufgekündigt. Meine Vorstellung vom "nächsten Mal" ist derzeit, die übliche Betäubung zu nehmen und möglichst noch am laufenden oder nächsten Tag den AID messen zu lassen. Bei hohem Druck die Notfallpille beim AA zu nehmen. Muss dort mal fragen, ob das von seiner Seite aus möglich ist.


    LG
    memory

    Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.


    Ein lieber Gruß


    memory

  • Hallo, Senator,


    nein, ich nehme außer meinen Augentropfen keinerlei Medikamente.


    Hallo, Memory,


    beim nächsten Zahnziehen werde ich es wahrscheinlich auch so machen, dass ich das normale Betäubungsmittel nehme und dann möglichst noch am selben Tag meinen Augendruck kontrollieren lasse.


    Viele Grüße, Christa

  • Liebe Christa,


    die Blutungen danach waren aber wirklich sehr krass. Bei mir hat es auch länger geblutet, aber bei weitem nicht so heftig wie bei dir. Nachts kam nochmal eine Nachblutung, obwohl ich nicht auf der Seite gelegen habe. Musste dann Eisentabletten nehmen, weil der Hb-Wert etwas zu niedrig war. Könnte mir das als Mittelweg auch vorstellen die herkömmlichen Medikamente für solche Eingriiffe verabreichen zu lassen und dann beim AA den Druck messen zu lassen. Müsste man ja nur so besprechen.

  • Hallo!


    Wenn ich das nun lese und in Relation setze... hm, dann fange ich doch mal an drüber nachzudenken,
    was da geschickter ist.


    Bisher bin ich aber noch zu keinem Ergebnis gekommen, denn ein Glaukomanfall, was dann
    wohl die heftigste Reaktion war, ist natürlich absolut übel und gefährlich.


    Viele Grüße


    Sabine

  • Hallo Sabine,


    ich glaube, das ist auch gar nicht so einfach für sich zu einer Entscheidung zu kommen. Irgendwie wählt man ja doch ein wenig zwischen Pest und Cholera. Entweder riskiert man Blutungen Schmerzen und was weiß ich nicht alles oder im schlimmsten Fall einen Glaukomanfall. Finde es prinzipiell auch schwierig abzuwägen was man in so einer Situation am besten macht.


    Liebe Grüße
    Chocolate