Azopt und depressive Verstimmungen?

  • Hallo zusammen,


    ich habe ein angeborenes Glaukom. Seit einigen Jahren nehme ich Azopt und es tut seine Wirkung, der Druck ist unter 20. Vor Jahren habe ich mal eine Psychotherapie gemacht, weil ich auch schon mein ganzes Leben eine Tendenz zu depressiven Verstimmungen habe. Ich nenne es bewusst nicht Depression, weil ich - Gott sei Dank - nicht so schwere Symtpome habe.


    Ich habe phasenweise auch mal keine Tropfen genommen - vielleicht aus einem gewissen Fatalismus heraus - und interessanterweise ging es mir in dieser Zeit oft psychisch besser als mit Azopt.


    Meine Frage: Hat jemand Erfahrungen mit der Verbindung Azopt und Depression? Welche Tropfen kämen als Alternative in Frage?


    Gruß


    Wolfgang



    Hallo Wolfgang! Ich hab Deinen Beitrag in die entsprechende Rubrik verschoben. Und, herzlich willkommen bei uns. Liebe Grüße Sabine

  • Hallo,


    also ich habe dieses azopt knapp eine Woche nehmen können. da ich davon totale Schlafstörungen bekommen habe, und ich auch wie überdreht war.
    Diese Symptome hatte ich auch bei best. Antidepressivas, wie z.Bsp. bei Amitryptilin( und das soll ruhig machen).Ich will nur damit sagen, dass bei mir die Wirkung vieler Medikamente in die entgegen gesetzte Richtung schießt :haarezuberge:


    Aber dieses Problem würde ich mal bei einem Neurologe ansprechen, denn auf die dauer ist dieses Azopt nicht gerade gut für deinen Psych. Zustand. Du hast ja selber gemerkt. dass es ohne dieses Medik., besser ist.....


    Alles Gute von Silberpfeil

    Je mühsamer ein Weg war, desto schöner ist das Gefühl, am Ziel zu sein.:blume:

  • Hallo,


    Azopt gehört wie Trusopt in die Gruppe der Carboanhydrasehemmer.
    Ich kenne einige Patienten, die unter Trusopt ebenfalls unter Depressionen und Schlafstörungen litten.
    Leider kann man dies nur durch Auslassversuche (mit dem Augenarzt besprechen) herausfinden.
    Aber manchmal spielt auch die Psyche eine Rolle und lässt uns nicht schlafen und die Schlafstörungen auf die Tropfen zurückführen. Ein Teufelskreis.


    So viel Auswahl haben wir ja nicht an Augentropfen, es gibt nur 5 Wirkstoffgruppen.
    Was hast Du denn schon ausprobiert, Wolfgang. Am besten sollte der Arzt Dir raten können.


    Gruß Helga

  • Hallo
    Ich nehme seit 18 Monaten Azopt, aber diese Probleme die hier geschildert werden kenne ich nicht. Wenn ich zu Bett gehe habe ich noch ein Bein draussen und bin schon am Schlafen. Psyche... :keineAhnung: was ist das. Also unterm Strich ist alles so wie es immer schon war, keine Veränderungen.
    Der Bergmann

    Man kann die Augen nicht vor Dingen verschließen, die das Auge nicht sieht

  • Hallo,


    ich möchte Helga recht geben, denn die Psyche spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Man geht mit bösen Gedanken ins Bett und kann nicht abschalten. Ich tropfe seit Februar Trusopt und habe „noch keine Probleme“.
    :huepfen:
    LG
    jotie

  • Zitat

    Original von jotie
    Hallo,


    ich möchte Helga recht geben, denn die Psyche spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Man geht mit bösen Gedanken ins Bett und kann nicht abschalten. Ich tropfe seit Februar Trusopt und habe „noch keine Probleme“.
    :huepfen:
    LG
    jotie


    ja, aber nach dem absetzen von Azopt waren meine Beschwerden weg....


    Und mit Lumigan 0,1mg komme ich gut zurecht.


    LG Silberpfeil

    Je mühsamer ein Weg war, desto schöner ist das Gefühl, am Ziel zu sein.:blume:

    Einmal editiert, zuletzt von silberpfeil ()

  • Hallo Silberpfeil,


    na super, natürlich kann man das nicht auf jeden anwenden, war auch nicht so gemeint. Ich tropfe auch Lumigan 0,3 und Trusopt ohne Probleme, andere kommen da nicht mit zurecht. Ich glaube schon das der ein oder andere Tropfen verschieden Auswirkungen hat. Ich glaube aber auch das die Psyche eine Rolle spielt. Ich freue mich für Dich das Deine Probleme vorbei sind.
    :blume:
    LG
    jotie

  • Solche Fragen sind von der Ferne immer schwer zu beurteilen und zu beantworten. Jeder reagiert auf ein bestimmtes Medikament anders und wenn wirklich deutliche Nebenwirkungen auftreten, muss man das einfach sofort dem Arzt mitteilen und nach einer anderen Option suchen. Im Fall von Wolfgang ist es wahrscheinlich nicht so leicht einzuschätzen, ob und wie sich Azopt auf die Psyche auswirkt, wenn er schon immer depressive Verstimmungen gehabt hat.

  • Ich habe Azopt etwa drei Jahre genommen um meinen Augeninnendruck zu senken. Ich hatte den Eindruck, dass es mich müde und deutlich antriebsärmer macht (außerdem führt es zu deutlicher Trockenheit ALLER Schleimhäute mit entsprechenden Konsequenzen). Mein Augenarzt hatte dazu nichts zu sagen! Ich habe es mittlerweile abgesetzt und nach einigen Wochen ging es mir wieder besser - jetzt bin ich wieder ich selbst. Ich vermute, dass es bei Menschen, die eine Tendenz in Richtung Antriebsschwäche/Depression haben, diese verschlimmert wird. Mit meiner "normalen" Art kann ich gut leben. Unter Azopt fühlte ich mich NICHT mehr wohl; so machte das Leben keinen Spaß mehr.

  • Ich nehme seit 3 Jahren Azopt und habe auch das Gefühl, das sich zunehmend Schlafstörungen und depressive Verstimmungen eingestellt haben. Allein deshalb würde ich gern mal andere Tropfen ausprobieren.
    Welche hast Du genommen, Bochum ?

  • Hallo,


    ich möchte aus dem Buch "Gerhard K.Lang, Augenheilkunde, Thieme Verlag" zitieren:


    Medikamentöse Therapie des Glaukoms mit Carboanhydrasehemmer:


    • Dorzolamid(Trusopt),
    • Brinzolamid(Azopt),
    • Azetazolamid(systemisch: Diamox, Glaupax, Diuramid),
    • Diclofenamid(systemisch: Diclofenamid)


    Nebenwirkungen (systemisch):
    unter Dauertherapie bei 40-50% der Patienten mit Glaukom:

    • Unwohlsein
    • Übelkeit
    • Depression
    • Anonexie
    • Gewichtsverlust
    • Verlust der Libido

    Bei Einnahme in Tablettenform, die systemische Anwendung, ist die Wahrscheinlichkeit für verschiedenste gesundheitliche Probleme sehr hoch.
    Im Normalfall erwartet man das nicht bei Anwendung in Tropfenform. Das zitierte Buch macht aber leider keine klare Unterscheidung für die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen bei Anwendung in Tropfen- bzw. Tablettenform.


    Vielleicht wäre in dem Zusammenhang der Hinweis sinnvoll:


    Durch nasolakrimale Okklusion oder Schließen der Augenlider für 2 Minuten wird die systemische Resorption reduziert.


    Ich habe diesen Vorschlag mangels expliziten Hinweises lange Zeit nicht beachtet.
    Die Systemischen Nebenwirkungen von Augentropfen sind dennoch kaum verlässlich vermeidbar. In dem Dokument ist auch die nasolakrimale Okklusion, das Zitat ist einem Beipackzettel von Dorzastad entnommen, erläutert.



    Liebe Grüße

  • Hallo Betroffener!


    Dass Carboanhydrasehemmer auf die Psyche gehen können, ist bekannt. Dazu gehören
    Azopt, Azarga, Dorzolamid-Tropfen etc. ...


    Deinen Hinweis auf nasolakrimale Okklusion ist nichts anderes, als dass man das Tränenpünktchen nach dem Tropfvorgang
    sanft zudrücken soll.
    Dieser Hinweis ist von den Usern hier durchgängig praktikziert.


    In einem Thread zu antworten, der fast 6 Jahre alt ist, ist meist nicht so sinnvoll, wenn man Hoffnung auf Antwort des Threaderstellers hat.



    Viele Grüße


    Sabine

  • Hallo,


    ich hoffte auf keine Antwort, da ich inzwischen auch von diesen Aspekten Kenntnis habe. Es war als Information für jene gedacht, die sich zu diesem Thema verirren, da die bisherige Diskussion gar nicht auf die bekannten Nebenwirkungen des Wirkstoffes einging.
    Leider bezweifle ich auch, dass alle Leser der Empfehlung automatisch folgen, wie in dem Beitrag
    Tränenkanal abdrücken angedeutet. Gleichzeitig war es mir wichtig, den Begriff des Beipackzettels zu verwenden, um auch die Mängel in den Hinweisen zu verdeutlichen.


    Ich vermute, dass auch Sie sich der Bedeutung von alten Beiträgen für allfällige Leser bewusst sind und es deshalb keineswegs falsch finden, auch bei alten Beiträgen Zusatzinformationen festzuhalten.


    Liebe Grüße


  • Hallo Betroffener!


    Wir User duzen uns hier im Forum ;) .


    Natürlich ist eine Anmerkung zu einem Thema auch völlig ok, aber eigentlich lebt ein Forum vom Austausch. Und da erfahrungsgemäß ein Austausch in einem mehrere Jahre alten
    Thema schwierig ist, kam mein Kommentar.


    Was für ein Glaukom hast Du eigentlich?



    Viele Grüße


    Sabine

  • Hallo Sabine,


    auf einem Auge habe ich seit mehr als 5 Jahren ein sekundäres Offenwinkelglaukom, am zweiten besteht seit Herbst vergangenen Jahres Glaukomverdacht, vermutlich ist es bei Bestätigung ein Normaldruckglaukom.


    Liebe Grüße

  • Hallo, schau mal in der Packungsbeilage ob da bei den Nebenwirkungen was von depressiven Stimmungen dabei steht. Aber könnte es auch sein dass dich diese Krankheit einfach so belastet dass es dir deshalb so schlecht ging und du dich einfach gesünder gefühlt hast als du die Tropfen nicht mehr genommen hast?